Wie ja inzwischen allgemein bekannt ist, ist das große Ding in der Werbung heutzutage das Tracking von Nutzern: Man möchte möglichst viel über den Website-Nutzer wissen, um ihm möglichst genau das Produkt anbieten zu können, das er mit höchster Wahrscheinlichkeit auch kauft.
Für diese Vorhersage ist es zum Beispiel nützlich zu wissen, welche Seiten die Zielperson gerne aufruft, wofür sie sich also interessiert. Diesen Ansatz verfolgt zum Beispiel Facebook mit dem „Gefällt Mir“-Button, der in viele Webseites eingebaut ist. Eine andere Informationsquelle sind die Inhalte der persönlichen Kommunikation, die zum Beispiel bei Google’s Gmail genutzt werden, um mehr oder weniger passende Anzeigen neben der Email zu platzieren.
Amazons „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch…“ ist ein ähnlicher Ansatz mit gleichem Ziel. Was aber, wenn ich den Artikel schon habe?
Hier wollen jetzt VISA und MasterCard zum Zuge kommen, und sich ihr Stück vom Digital-Marketing-Kuchen sichern. Laut einem Bericht des WallStreet Journal werden in beiden Unternehmen Pläne geschmiedet und bereits an der technischen Umsetzung gefeilt. Mit einem Seitenhieb auf Google stellt MasterCard fest: „Ich bin, was ich kaufe – nicht, was ich suche.“ …und arbeitet an Techniken, die multiplen und häufig pseudonymen Accounts von Personen mit ihren eindeutigen Kreditkartendaten zu verbinden.
Allein bei VISA fallen pro Jahr 45 Milliarden Transaktionen an – MasterCard immerhin 23 Milliarden. Das sind Datenmengen, mit denen es sich komfortabel arbeiten lässt. Vom wirklich individualisierten Targeting sei man allerdings noch weit entfernt: So planen die Unternehmen vorerst eher die Nutzung aggregierter Daten, mit deren Hilfe zum Beispiel verhindert werden soll, in Regionen für Hundefutter zu werben, wo es keine Hunde gibt. Darüber muss man aber natürlich schnell hinauswachsen, wenn man Facebook und Google noch in diesem Jahrzehnt das Wasser reichen möchte. Visa hat daher schon einmal ein Patent beantragt, um
Informationen von Social Networks, Schuldnerverwaltungen, Suchmaschinen, Versicherungen und DNA-Datenbanken
für die individualisierte Werbung zu nutzen. Was wir uns nicht leisten können, oder wofür wir genetisch ungeeignet sind, wird uns dann also ebenso wenig angeboten werden, wie das, was wir schon haben.
So wird Shopping in Zukunft noch viel einfacher – dank VISA und MasterCard.