Kinder gegen Killerspiele und Zigaretten

Die FInancial Times berichtet: Von der Leyen will Kinder als Ermittler nutzen.

Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will Kinder und Jugendliche als verdeckte Ermittler gegen den illegalen Verkauf von Schnaps, Zigaretten und Gewaltfilmen an Minderjährige einsetzen. Das sieht ein Gesetzesentwurf ihres Hauses vor, der der FTD vorliegt.

Als erste Massnahme stellte sie ihre eigene Familie zur Verfügung. ;)

Wie läuft das eigentlich in der Praxis ab, wenn man als Bundesregierung Kinderarbeit eigentlich ächtet und dann doch darauf zurückgreift?

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Deutschland, Jugendschutz?. Bookmarken: Permanent-Link. Kommentieren oder ein Trackback hinterlassen: Trackback-URL. Dieser Beitrag steht unter der Lizenz CC BY-NC-SA: Markus Beckedahl, Netzpolitik.org.

10 Kommentare

  1. Torsten
    Erstellt am 12. Oktober 2007 um 16:48 | Permanent-Link

    Das ist keine Arbeit. Sondern Ausbildung für ein Leben im Präventionsstaat.

  2. Kaputnik
    Erstellt am 12. Oktober 2007 um 17:01 | Permanent-Link

    Anstiftung zu Straftaten (auch Ordnunsgwidrigkeiten doch wohl, oder?) ist prinzipiell neben Kinderarbeit ja auch verboten. Aber das kann man ja ändern, wenn’s der guten Sache dient. Jawoll!

    Torsten #1 ist right.

  3. ninaturkey
    Erstellt am 12. Oktober 2007 um 17:17 | Permanent-Link

    Das ließe sich theoretisch auch auf Kinderpornografie und Drogendelikte ausweiten. Damit sollte der Irrsinn klar sein.

  4. Erstellt am 12. Oktober 2007 um 17:56 | Permanent-Link

    Zumal es dann ja noch die Frage ‘Ist eine Tat, die man durch die Versuchung eines Agent Provocateur begeht, überhaupt eine echte Tat?’ gibt.

  5. erlehmann
    Erstellt am 12. Oktober 2007 um 18:09 | Permanent-Link

    ein weiterer schritt, eine stimmung der furcht und des misstrauens zu schaffen.
    hat noch wer von euch beim lesen von “agent provocateur” an minderjährige gedacht, die helfen, “sexualdelikte” mit vollem körpereinsatz “aufzuklären” ?

  6. Arne
    Erstellt am 12. Oktober 2007 um 19:32 | Permanent-Link

    Da sollen wohl unsere neuen Stasi 2.0 IM’s ausgebildet werden.

    Wer jetzt sagt, der Vergleich Stasi 2.0 passt nicht, der wohnt wohl hinterm Mond.

  7. blubb
    Erstellt am 13. Oktober 2007 um 21:16 | Permanent-Link

    Die koennen dann ja wohl nur Jugendliche nehmen, die sich mit dem Thema nicht ordentlich auseinandergesetzt haben.
    Denn: Wem schadet es denn wirklich, wenn der Verkaeufer vom Kiosk an der Ecke oefters mal vergisst, das Alter zu kontrollieren? Oder wenn der Inhaber des kleinen Games-Shops ein Spiel, welches sowieso gekuerzt, zensiert und was nicht alles ist, an einen evtl. Jugendlichen rausgibt?
    In dem Falle waere doch tatsaechlich Praevention das Beste. Aber in der Form, dass Kinder und Jugendliche auf den Umgang mit z.B. “Schnaps, Zigaretten und Gewaltfilmen” vorbereitet werden. Dann trinken sie naemlich sowieso keinen (bzw. nur wenig,(denn Alkohol trinken tut jeder Jugendliche irgendwann einmal ;)), fangen nicht an zu Rauchen (wieder das ‘Probieren’ ausgenommen) und laufen nicht Amok (was sie meiner Meinung nach sowieso nicht tun), weil sie irgendein ‘Gewaltspiel’ gespielt haben oder einen ‘Gewaltfilm’ geguckt haben.

    @Arne: Zu “1984″ passt es auch gut. Da werden auch Kinder von “der Partei” dazu ausgebildet, Parteigegner ausfindig zu machen. Ich weiß aber nicht mehr, wie die dort genannt wurden.

  8. Richy
    Erstellt am 13. Oktober 2007 um 23:35 | Permanent-Link

    1. Ansatz mit sehr geringem Wirkungsgrad: Folgen statt Ursachen bekämpfen.
    2. Auf diese Art werden kleine Denunzianten ausgebildet.

    Das kann doch nicht Ihr Erst sein Frau von der Leyen.

  9. marcus
    Erstellt am 14. Oktober 2007 um 10:58 | Permanent-Link

    hu? ich kann mit stolz behaupten diese regierung nicht gewaehlt zu haben.

  10. RC
    Erstellt am 15. Oktober 2007 um 04:39 | Permanent-Link

    Erinnert mich jetzt irgendwie an die Arbeit eines Anwalts mit Briefen, die er mit Tanja unterzeichnete…

    Klar, schon ein Stück anders, aber es riecht trotzdem etwas danach Verfehlungen zu erzeugen wo ansonsten keine waren. Die “Undercover-Kids” sollen/würden ja sicher alles menschenmögliche versuchen um die Läden zum Verkauf zu bringen.

    Jetzt mal neben dem Punkt, dass es sowieso verwerflich ist Leute für sowas einzuspannen.

3 Trackbacks

  1. Von Real Life » Vorschlag für von der Leyen am 15. Oktober 2007 um 11:29

    [...] dem üblichen Wochenendpolitauflauf hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ihren Vorschlag ad acta gelegt, Kinder als halbamtliche Testkäufer einzusetzen. Ich weiß nicht, ob ich darüber [...]

  2. [...] Kinder gegen Killerspiele und Zigaretten: [...]

  3. Von Kleine Hilfs-Sheriffs am 17. Oktober 2007 um 13:43

    [...] Fraglich ist für einige auch, ob die Testkäufe wirklich die Realität abbilden würden. Vielleicht provoziert man das Fehlverhalten der Verkäufer? „Die „Undercover-Kids“ sollen/würden ja sicher alles Menschenmögliche versuchen, um die Läden zum Verkauf zu bringe…“. [...]

Ihr Kommentar

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder verteilt. Benötigte Felder sind mit * markiert

*
*

Du kannst diese HTML Tags und Attribute verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
Die von uns verfassten Inhalte stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA.
Netzpolitik.org nutzt Wordpress. Das Design ist ein Thematic-Kind von Linus Neumann.