Peinlich: Habe gerade erst gemerkt, dass Markus das schon gebloggt hatte. Erst lesen, dann schreiben… Na, immerhin sind hier ein paar Updates drin. Und ich muss mit Markus wohl mal diskutieren, ob man einen Link auf Sachen setzen sollte, die man eigentlich nicht gerne online haben will.
Vor einigen Monaten gab es ja mal diesen Versuch der US-Regierung, an die Anfragen der großen Suchmaschinen ranzukommen, um sie vor Gericht als Argument für ein Gesetz „zum Schutz der Kinder vor Pornografie“ zu verwenden. Die Datenschützer liefen schon damals Sturm dagegen. Nun hat AOL sich einen Riesen-Klopser geleistet und 20 Millionen Suchanfragen von 650.000 Kunden komplett zum Download ins Netz gestellt. Die Kundennummern sind zwar durch Zufallszahlen (eine pro Kunde) ersetzt worden, aber die Suchbegriffe erlauben in vielen Fällen ein Zurückverfolgen der Leute – wer sucht nicht auch mal nach seinem eigene Namen oder dem von guten Bekannten). Nach kurzer Zeit und vielfachem Protest in der Blogosphäre hat man sich zwar bei AOL etwas besseren besonnen und die Daten wieder offline genommen (Cache der ursprünglichen Seite hier), aber es gibt jetzt einige Mirrors, und Leute basten schon an Web-Interfaces zur einfacheren Auswertung. Neben den offensichtlichen Datenschutz-Problemen wird auch erwartet, dass Spammer, „Suchmaschinenoptimierer“ (falls es da einen Unterschied gibt) und Klingeltonverkäufer die Daten ausnutzen werden, um sich besser zu positionieren. Und es gibt bereits einen Aufruf zum AOL-Boykott (ist das überhaupt noch nötig?).
Den Link auf die Mirrors der Daten setze ich übrigens mit Absicht nicht, weil ich mich zumindest nicht aktiv an der Verbreitung beteiligen will.
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5 Kommentare zu „AOL veröffentlicht Suchanfragen von 650.000 Kunden“
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„Und ich muss mit Markus wohl mal diskutieren, ob man einen Link auf Sachen setzen sollte, die man eigentlich nicht gerne online haben will.“
Ja, sollte man. Wenn die Daten ‚in the wild’ veroeffentlicht sind, ist es sogar die sinnvollste Loesung.
Es besteht fuer Boeswillige keine groessere Barriere an diese Daten zu kommen – sie sind bereits ueber P2P-Netze und Mirrors verteilt. Nun sollte man es Menschen so einfach wie moeglich machen, herauszufinden, ob bspw. sie selber betroffen sind.
Grundsaetzlich ist es eher unklug, auf unerwuenschte Inhalte nicht zu verweisen – siehe dazu die entsprechenden „Links auf Nazi-Seiten“-Diskussionen u.a. mit dem Shoa-Projekt.
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Das IMHO beste Argument für eine Verbreitung der Daten ist optimistisch gestimmt: nur so kriegen die Betroffenen (und natürlich auch die bislang Indifferenten) raus, was alles gespeichert wird. Der Umfang könnte einen Schock und ein Umdenken auslösen helfen.
Und AOL ist noch nicht mal so dolle Web 2.0…
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[…] Etwas mehr als eine Woche nach dem Daten-GAU bei AOL ist jetzt deren Cheftechnikerin (CTO), Maureen Govern, zurückgetreten. Zwei weitere Mitarbeiter aus der Forschungsabteilung von AOL, die die Veröffentlichung der Suchanfragen von 650.000 AOL-Kunden veranlasst hatten, wurden entlassen. Die eigentlich spannende Frage wird sein, ob man bei der Firma auch strukturell aus dem Debakel lernt und die Daten aus den Suchanfragen (zumindest nach einer Weile) komplett löscht. Angeblich denkt man zumindest drüber nach. Da Google und andere Suchmaschinenbetreiber bisher klar gemacht haben, dass sie diese Daten unbegrenzt zu speichern gedenken, wäre ein Schritt von AOL in Richtung Löschung durchaus bedeutsam. Das gilt besonders im Kontext der von der US-Regierung seit einigen Monaten stärker geführten Debate um eine verpflichtende Vorratsdatenspeicherung. von Ralf Bendrath um 15:03 | abgelegt in General, Datenschutz, USA Trackback URL | Comment RSS Feed Tag at del.icio.us | Incoming links […]
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[…] Mit einem Befreiungsschlag hat der Internetdienstleister und Medienkonzern AOL am 1. September einen Schlußstrich unter die Affäre um die Freigabe von Protokollen gezogen, die mit einfachen Mitteln Rückschlüsse auf die Identität von AOL-Kunden zuließen: Die komplette Forschungsabteilung, die für die Veröffentlichung der Daten verantwortlich war, wird nun geschlossen. […]
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