Anna Biselli Jo, das Lämpchen leuchtet. Ingo Dachwitz Lämpchen leuchtet, Uhr läuft. Chris Köver Grüße gehen raus an Seraphine. Hallo und herzlich willkommen zu OnOff, unserem Podcast, in dem wir euch Einblicke in die Hintergründe unserer Arbeit bei Netzpolitik.org gewähren. Heute geht es ja um uns, irgendwie geht es ja immer um uns, aber es geht diesmal nicht um eine Recherche, sondern um das, was vermutlich die allermeisten von euch, am meisten von uns zu sehen bekommen, nämlich unsere Website. Das war völlig klar, worüber wir reden. Es gibt diese quasi unübersehbare Neuigkeit, die ihr wahrscheinlich auch schon wahrgenommen habt, wenn ihr uns regelmäßig lest. Wir haben unsere Webseite einen kompletten Relaunch verpasst. Es gibt neues Design, neues Layout und auch unter der Haube hat sich einiges getan. Warum wir uns überhaupt für diesen Umbau entschieden haben, welche Entscheidungen uns dabei leicht gefallen sind, welche vielleicht auch eher nicht, darüber spreche ich heute mit Anna, unserer Chefredakteurin und Chief Relaunch Officer und mit meinem Kollegen aus der Redaktion, Ingo. Hallo ihr beiden. Ingo Dachwitz Hi. Chris Köver Bevor es aber losgeht, fangen wir an, so wie wir immer anfangen, mit der Frage, woran arbeitet ihr gerade? Anna, magst du anfangen? Anna Biselli Ja, ich arbeite daran, die Dinge, die nach dem Mühlenschimmer noch zu tun sind, zu sortieren. Ingo Dachwitz Ich arbeite am Thema Rechenzentren, unter anderem zum Wasserverbrauch von Rechenzentren. Ich weiß nicht, wie oft ich das hier noch sagen muss. Ich habe zwischendrin andere Dinge veröffentlicht zum Thema Rechenzentren, aber das beschäftigt mich gerade auf verschiedenen Ebenen. Chris Köver Du lachst, weil das so ein bisschen der Running Gag ist, weil das schon sehr lange mitläuft. Ingo Dachwitz Ich glaube, ich sage es hier jedes Mal. Ich arbeite gerade am Thema Wasserverbrauch und Rechenzentren. Bald kommt dieser Text dann auch mal. Chris Köver Ich arbeite gerade an einem Interview, das ich geführt habe mit Anna Ornelas. Die arbeitet für die European Sex Workers Rights Alliance, ein Dachverband einer Organisation für die Rechte von Sexarbeiterinnen. Und ich spreche mit ihr über sexualisierte Deepfakes, weil mir aufgefallen ist, dass diese Perspektive von Sexarbeiterinnen, also in der Regel sind es ja Pornodarstellerinnen, die betroffen sind, gerade in der Debatte oft fehlt und mich interessiert hat, was sie dazu zu sagen hat. Dann kommen wir zu unserer nächsten Rubrik, das ist die Blattkritik. Blattkritik, das ist ein Format, das gibt es in vielen Redaktionen. Die Idee ist so ein bisschen, dass man gemeinsam kritisch auf die zurückliegende Arbeit schaut, um gemeinsam auch zu gucken, was gut und was vielleicht weniger gut lief in der vergangenen Zeit, was man verbessern könnte. Und ja, das passiert bei vielen Redaktionen in einem internen Format. Wir machen das hier aber in einem kleinen öffentlichen Format und jeder von uns sagt einmal, was in den letzten Wochen gut lief und eine Sache, die schlecht lief. Ingo, fang du doch mal an. Ingo Dachwitz Gut lief für mich die Berichterstattung zur Konferenz Cables of Resistance. Das war eine Veranstaltung hier in Berlin, wo unterschiedliche Bewegungen zusammengekommen sind, um hier eine radikal, sehr grundsätzlich Tech- und Kapitalismus-kritische Perspektive zusammenzubringen. Irgendwie ArbeiterInnenbewegung, Umweltbewegung, feministische Bewegung und so. Und ich hatte erst so ein bisschen damit gestruggelt, wie ich darüber berichte, weil ich die Veranstaltung teilweise gut fand und aber auch Dinge mich gestört haben und so. Und habe es dann so ein bisschen auch mit meiner Rolle gestruggelt. Wie schreibe ich jetzt sozusagen, mit welcher Autorität maße ich mir jetzt an, über diese Konferenz irgendwie zu urteilen? und habe es dann aber irgendwie ganz gut gelöst, habe mit meinem Kollegen Timur einen schönen Text zu einem spezifischen Thema, zu Rechenzentren, Widerstand gegen Rechenzentren geschrieben und habe dann selber nochmal so einen Konferenzüberblick geschrieben, wo ich mir ein bisschen größere Gedanken gemacht habe. Und damit bin ich am Ende ganz zufrieden. Chris Köver Und gab es auch was, was nicht gut lief? Ingo Dachwitz Mir ist jetzt nicht so viel eingefallen, aber ich komme öfter an den Punkt, dass ich mich ärgere, dass ich eine bestimmte Sache nicht geschrieben habe. Ist auch schon eine Weile her, weil ich es zeitlich nicht geschafft habe. Ich wollte eigentlich gerne eine Kritik zu dem Podcast, der im letzten Jahr groß die Runde gemacht hat, die Peter Thiel-Story schreiben. Ich habe mich beim Hören dieses Podcasts extrem aufgeregt, weil es eigentlich eine Peter Thiel-Home-Story war, weil die einfach komplett der Erzählung dieses Typen folgt und das irgendwie so ein Geniekult um den aufbaut. Und ich ärgere mich immer mal wieder, dass ich es nicht geschafft habe, diese Kritik zu schreiben. Anna Biselli Anna, wie war es bei dir? Ich glaube, was gut lief, beziehungsweise was mich sehr positiv überrascht hat, war, ich hatte vor kurzem einen ganz kleinen Text zu offenen und dezentralen Wander- und Radfahr-Apps veröffentlicht. Das war etwas, wo ich jetzt nicht so oft drüber schreibe, aber ich hatte irgendwie so das Bedürfnis, weil ich dachte, ich probiere ganz viele selber aus und dachte, okay, da gibt es eigentlich schon viele schöne Sachen, die kann man mal mit den Menschen teilen. Und was ich fand, was daran super gut lief, ist, dass dann Menschen in den Kommentaren, aber auch vor allem auf Mastodon, soweit ich das gesehen habe, sich gegenseitig dann auch Tipps gegeben haben, wie man das kombinieren kann, was sie selber benutzen und was ihnen aufgefallen ist. Das fand ich extrem cool, einfach weil ich gesehen habe, okay, Leute beschäftigt offenbar diese Frage, was kann ich denn benutzen, was jetzt nicht von großen Firmen kommt oder wo ich jetzt nicht die ganze Zeit genutscht werde, irgendwelche Premium-Abos abzuschließen. Und da scheint auch irgendwie ein großer Wille zu sein, einfach mal zu gucken, was es gibt und wie man das gut für sich selber nutzen kann. Ein ganz anderes Thema, hat mal nichts mit Überwachung zu tun, war auch ein ganz schöner Ausflug. Was mich ein bisschen, ja, was nicht so gut lief, ist natürlich all das, was jetzt im Rahmen des Relaunches zurückstehen musste. Und vor allem hat mich ein bisschen geärgert. Es gab in Niedersachsen eine Anhörung zu der Novellierung des Psychisch-Krankengesetzes, die ich extrem gerne mitverfolgt hätte und wo ich auch extrem gerne darüber berichtet habe, weil das ist eben ein Gesetz, zu dem es sehr viel Kritik gibt, zu dem ich auch früh viel geschrieben habe. Und das habe ich nicht geschafft. Das ist das eine. Mich hat aber auch tatsächlich dann noch mehr geärgert, dass es auch fast keine andere Berichterstattung dazu gab. Ich habe was irgendwie beim NDR gesehen und sonst eigentlich fast nichts gefunden, was ich total tragisch finde, weil das ein Thema ist, das viele Leute was angeht und wo ich finde, das hat deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient und es braucht auch deutlich mehr Aufmerksamkeit, damit sich das eben in eine gute Richtung bewegen kann. Ingo Dachwitz Das ist ja leider oft so. Es geht mir auch häufiger so, dass ich denke, scheiße, wenn ich jetzt nicht darüber schreibe, dann schreibt da niemand drüber. Und dann passiert es nicht. Das ist echt doof. Chris Köver Ich dachte auch gerade, das ist etwas, was wir glaube ich alle kennen und das ist am ätzendsten, wenn man nicht nur selber es verpasst hat, sondern dann auch merkt, dass niemand anderes aufgegriffen hat. Ingo Dachwitz Was lief denn bei dir gut und was lief nicht so gut? Chris Köver Ich habe auch gerade irgendwie überlegt, ich glaube ganz gut, fand ich, lief unsere gesamte Berichterstattung rund um das Thema digitale Gewalt. Ich meine, das war jetzt Thema in den letzten beiden Podcasts, es ist irgendwie ziemlich heiß gelaufen, die ganze Debatte nach der Veröffentlichung des Spiegels zu der Geschichte von Colin Fernandes. Und wir haben ja auch ziemlich gut, finde ich, das Gesetz begleitet, den Gesetzentwurf zum Gesetz gegen digitale Gewalt, der jetzt erst ganz lange nicht vorgelegt wurde. Das war das Gute. Was nicht so gut lief, fand ich, war dann der Tag, an dem das Bundesjustizministerium den Gesetzentwurf dann endlich tatsächlich vorgestellt hat. Davon haben wir nämlich tatsächlich, glaube ich, eine Stunde vorher, oder ich habe zumindest eine Stunde vorher davon erfahren, dass es da eine Pressekonferenz geben würde und irgendwie war das total hektisch. Ich war dann zwar noch dort, habe mich spontan akkreditiert, bin hingefahren, aber es war völlig klar, dass sie mit anderen Medien am Vorabend irgendwie schon Dinge rausgegeben hatten. Und fünf Minuten danach sind die ersten anderen mit einer Analyse des Gesetzestextes dann schon online gegangen. Und bei uns hat es dann natürlich entsprechend länger gedauert. Und das hat mich so ein bisschen geärgert und habe den Eindruck, dass es vielleicht auch nicht ganz unbeabsichtigt war, dass wir da nicht mit eingeladen waren. Unter anderem, weil wir einen Teil des Gesetzentwurfs, den strafrechtlichen Teil vorher ja schon veröffentlicht haben, vorab geleakt haben. Vielleicht hat das mit reingespielt, aber ich fand es trotzdem einfach nicht so elegant, auch von der Pressestelle, Grüße gehen raus. Ingo Dachwitz War auch ein Freitag dann, oder? Chris Köver Genau. Ingo Dachwitz Auch ein klares Zeichen für, es soll jetzt mal nicht so viel Berichterstattung geben, außer das, was wir steuern können. Chris Köver Ja und das Framing, die Berichterstattung hat dann so weit funktioniert, würde ich sagen, als dass das Framing auch erstmal sehr positiv war und die Kritik an bestimmten Aspekten, die wir dann vielleicht hatten, ja erst dann nachgeschoben kam. Gut, dann machen wir mal weiter mit unseren Hausmitteilungen. Auch das ist eine feste Rubrik hier im Podcast. Wir geben euch mal ein bisschen durch, was gerade bei uns so passiert. Wir haben zu vermelden, dass wir einen neuen Praktikanten haben, Dennis. Der hat Anfang April bei uns angefangen zu arbeiten und war schon sehr produktiv. Unter anderem hat er einen sehr lesenswerten Text über Seiten wie Polymarket geschrieben. Also das sind Seiten, auf denen man so Wetten abschließen kann, auf zukünftige gesellschaftliche Ereignisse, unter anderem, wann Jesus wahrscheinlich zurück auf die Erde kommt. Das kann ich sehr empfehlen, wenn ihr den noch nicht gelesen habt. Außerdem haben wir noch eine sehr positive Nachricht. Unser Kollege Timur, der gerade das Volatariat bei uns in der Redaktion macht, hat das Recherchestipendium von Netzwerk Recherche gewonnen. und wird ab Herbst für drei Monate in der Rechercheredaktion der Taz arbeiten. Ingo Dachwitz Cool, wusste ich auch noch gar nicht. Chris Köver Ja, Hausmitteilungen auch für uns selbst hier irgendwo zu vermelden. Ich finde, da können wir sehr stolz drauf sein. Mega. Außerdem ist unser neuer Transparenzbericht erschienen. Da sage ich jetzt nicht allzu viel zu, könnt ihr nachlesen auf der Webseite. Vielleicht aber nur so viel. Wir sind mit den Spenden etwas unter den Erwartungen, unter dem Soll geblieben. Wir sind uns nicht ganz sicher, woran es liegt. Aber vielleicht ist es ja auch ein ganz guter Anlass für euch, um, wenn ihr euch in der Lage seht, vielleicht nochmal eine Spende rüberzuschieben. Außerdem ist noch was passiert. Und zwar ist die Doku zur Recherche rund um die Data Broker, ein Fernsehdoku endlich erschienen. Ingo, erzähl doch mal ein bisschen was dazu. Ingo Dachwitz Ja, kein Off-the-Record-Podcast ohne irgendwas zu Data Brokern. Genau, am 7. April, kurz nach Ostern, ist die Doku, große Doku 45 Minuten, die Story im ersten Gefährliche Apps im Netz der Datenhändler erschienen, die unsere tollen KollegInnen vom Bayerischen Rundfunk gemacht haben, mit denen wir seit zwei Jahren zu Data Brokern recherchieren. Sebastian und ich dürfen dort sehr prominent durch den Film führen beziehungsweise immer wieder Dinge einordnen von den Recherchenberichten mit Aufnahmen bei uns aus dem Büro und auf dem Weg zur Arbeit. Auf dem Fahrrad. Auf dem Fahrrad, ja. Und das ist total schön. Anschauempfehlung, ich bin total happy mit dem Film. Eine etwas längere Fassung ist schon vorher bei Arte erschienen. Und die werden auch online irgendwie gut geklickt. Das ist auch total cool. Und jetzt gerade die Deutsche Welle hat zu unserer Überraschung da irgendwie auch noch Übersetzungen in verschiedenen Sprachen, unter anderem Englisch, Spanisch und so weiter, rausgehauen. Und die haben jetzt irgendwie über eine Million Views bereits. Das ist total cool. Chris Köver Und es gibt auch relativ viel Resonanz, oder? Also nur von dem, was ich so mitbekomme, was auch an Mails immer wieder mal reinkommt, an unsere Kontaktadresse scheinen sich ja recht viele Leute, die die Doku gesehen haben, jetzt auch bei euch zu melden, oder? Ingo Dachwitz Voll, auf jeden Fall. Auch auf Instagram ist das von allen Seiten irgendwie ziemlich gut bespielt worden. Also von uns, aber auch von Arte und BR24. Und tatsächlich hat, wie wir lesen konnten, kürzlich das erste Mal der Digitalausschuss des Bundestags über das Thema berichtet. In nicht öffentlicher Sitzung, nicht berichtet, sondern beraten in nicht öffentlicher Sitzung. Deshalb wissen wir da noch nicht viel, beziehungsweise können nicht viel dazu sagen. Aber das könnte durchaus auch ein Effekt der Doku sein, dass sich jetzt auch der Bundestag mal mit dem Thema beschäftigt. Chris Köver Das ist doch sehr erfreulich. So, jetzt aber zu unserem Thema des Monats, dem Relaunch, also der vielleicht größten Hausmitteilung von allen, die wir diesmal haben, dem Webseiten-Relaunch. Ich konnte es selber nicht so richtig glauben, aber es waren jetzt wirklich neun Jahre. Neun Jahre lang hat sich unsere Website optisch nicht so wahnsinnig verändert. Und seit dem 25. April haben wir jetzt aber ein neues Design und auch ein paar andere sehr relevante Neuerungen. Anna, warum ist das so? Warum hatten wir überhaupt einen Relaunch oder brauchten den? Anna Biselli Wir haben schon länger darüber diskutiert, dass wir mal so einen, wir haben es Rebrush genannt, das heißt eigentlich müsste man mal ein paar Sachen auf der Seite so gerade ziehen, weil es hat sich ja nicht gar nichts verändert, sondern es haben sich immer so graduell Dinge verändert. Das heißt, der Ticker kam beispielsweise dazu und dann kamen irgendwie immer mehr Seiten dazu und das hat dazu geführt, dass es am Ende nicht mehr so richtig gut einheitlich aussah. Dann haben die Schriftgrößen nicht gepasst und dann manche Sachen waren auch einfach nicht mehr zeitgemäß und dann haben wir gedacht, naja, wir könnten doch mal irgendwie über die Seite gehen und all das irgendwie schöner machen. Also quasi neu anmalen oder nochmal sorgfältig anmalen und haben aber dann gemerkt, so okay, aber vielleicht machen wir auch einen, in Anführungszeichen, richtigen Relaunch, weil uns eigentlich noch ein paar andere Sachen stören, nämlich, dass wir nicht so super flexibel sind damit, wie wir Seiten aufbauen. Das merken wir immer, gerade wenn wir mal Inhalte produzieren, die nicht reiner Text sind, dann kommen wir relativ schnell an Grenzen und da wollen wir vielleicht auch technisch ein bisschen was machen und haben dann gesagt, okay, wahrscheinlich ist es sinnvoller, wirklich einen kompletten Relaunch zu machen und die Seite einmal neu, zumindest vom Aussehen und der ganzen Mechanik her aufzuziehen, damit wir damit auch quasi gut in die nächsten Jahre gehen können. Und ich glaube auch, dass die Seite neun Jahre gehalten hat. Das ist ein ziemlich gutes Zeichen. Und das hoffe ich, wünsche ich mir tatsächlich auch für die neue Seite, mit der wir, glaube ich, viel auch spielen können und die wir auch anpassen können, damit die dann nicht neun Jahre lang gleich aussieht, sondern dass sie uns neun Jahre lang hoffentlich auch mindestens gut begleitet. Chris Köver Ja, in der Vergangenheit ist es deutlich häufiger gewesen. Da war selten so viel Zeit zwischen den Veränderungen. Das war ja vor meiner Zeit. Ich erinnere mich tatsächlich nicht an die vorangegangenen Relaunches, weil ich vor sieben Jahren bei Netzpolitik.org war. Ingo Dachwitz Ich habe ja auch nur einen mitgemacht, den vor neun Jahren. Ich habe vor zehn Jahren hier angefangen und da haben wir gerade schon kurz drüber gesprochen im Vorgespräch, dass wir uns gar nicht mehr so im Detail erinnern können. Was mir noch sehr präsent ist, ist, dass wir damals die Kategorien als Ordnungselement auf der Webseite stark eingeführt haben. Wir hatten davor irgendwie recht viele Kategorien und haben die dann runtergedampft und haben recht viel ausgehandelt. Was sind eigentlich unsere Kategorien und haben gedacht, das könnte ein tolles Ordnungselement sein, um unsere Startseite zu strukturieren, um NutzerInnen jenseits von Tags, die wir ja auch vergeben, von denen ich bis heute nicht weiß, wie viel sie eigentlich genutzt werden von Leuten, aber ein Ordnungselement zu geben und haben dann viel darum gerungen, was ist jetzt die Kategorie Nutzerrechte oder Verbraucherschutz oder Verbraucherrechte oder was auch immer oder NutzerInnenrechte, was kommt da rein? wie sind die Kategorien Öffentlichkeit und Demokratie abgegrenzt und so weiter. Und am Ende haben wir uns recht viel Arbeit mitgemacht. Also jedenfalls im Laufe der Jahre stellte sich dann raus, dass die Kategorien sehr an Bedeutung verloren haben. Die gab es dann immer noch so als Strukturelement auf der Startseite. Aber die Kategorie Kultur zum Beispiel, die irgendwie einfach bei uns unterrepräsentiert ist, kommt eher selten vor, dass wir darüber berichten, statt dann auf der Startseite irgendwie recht weit unten. Und da waren dann irgendwie Monate alte Artikel. Da waren dann keine aktuellen Artikel mehr drin. Und sie sind dann auch nicht trennscharf gewesen. Es haben sich dann auch Dinge verändert. Öffentlichkeit, das ist irgendwie so unsere Auffangkategorie für alles Mögliche. Anna Biselli Das, was früher Deutschland war. Ganz früher gab es auch die Kategorie Deutschland, wo wir alles reingestopft haben, was wir nicht irgendwie zuordnen konnten. Ich glaube, Öffentlichkeit ist quasi das neue Deutschland. Ingo Dachwitz Genau. Und das war aber auf jeden Fall schon der letzte Relaunch, war auch mit Palasthotel, glaube ich, der erste, den wir mit Palasthotel gemacht haben. Und das war, also ich finde es auch ein gutes Zeichen jetzt erstmal für diese Agentur, dass die uns dann echt schönes und alle Leute, die damals im Team das mitgemacht haben, ein echt schönes Design, das relativ lange gehalten hat, modern, viel Weißraum und so weiter, das ja heute fast auch noch ein bisschen sozusagen optisch stilbildend ist für die Seite, oder? Also der aktuelle Relaunch ist ja eher optisch behutsam, finde ich, gemacht worden, oder? Also es gibt klare Weiterentwicklungen von dem, wie es vorher war, aber es ist jetzt nicht so ein krasser Bruch. Wenn man sich anguckt, der Relaunch von 2014 oder 2013 sozusagen, da sah die Webseite einfach noch so krass Web-zweinullig aus, irgendwie vollgeklatscht mit irgendwelchen Dingern. Es gab ein tolles Plug-in, das ich bis heute übrigens auch vermisse auf der Startseite, das die meistgelesenen und meistkommentierten und zuletzt kommentierten Artikel dargestellt hat, wo Leute dann direkt gesehen haben, was wird am meisten kommentiert, da gehe ich jetzt auch mal drauf hin. Aber Anna, du hast einige davor noch mitgemacht, oder? Anna Biselli Ich habe noch mit dem Theme von 2011 gearbeitet. Dann gab es den Relaunch 2014 und jetzt sind wir im Hier und Jetzt. Aber ich glaube, dass es früher mehr Relaunches gab, liegt auch so ein bisschen daran, dass ja ganz am Anfang viel selbst gebaut wurde und dass es ja auch noch nicht so krass komplex war. Das heißt, es gab jetzt noch keine Inhalte, die sich über 20 Jahre lang aufgebaut haben, die man dann irgendwie portieren und im besten Fall nicht kaputt machen will. Das heißt, da wurde einfach, glaube ich, auch noch selber viel an Themes geschraubt und Leute haben das intern gemacht. Und dann hat man das eben auch öfter gemacht. Wir haben es versucht, diesmal noch die ersten Themes der Seite zu finden. Die sind verschollen. Also das heißt, alles, was vor 2007, glaube ich, war. Falls ihr da noch Screenshots habt, also von diesem Theme, das vor dem komischen grünen Theme kam, das aussah wie eine Naturheilpraxis. Falls ihr da von den ganz, ganz, ganz frühen Tagen Screenshots habt, schickt sie mir bitte. Ich wäre extrem daran interessiert, das konnten wir leider nicht mehr rausfinden. Chris Köver Ja, und wenn ihr jetzt dafür brennt, diese ganzen Optiken auch nochmal nachzuvollziehen, es gibt eine sehr schöne Insta, einen Insta-Post unseres Redakteurs Fio, in dem die unterschiedlichen Designs nochmal auf entsprechenden Geräten visualisiert sind. Und ich würde sagen, den verlinken wir am besten in den Shownotes. Aber Anna, du hast gerade schon gesagt, das war jetzt weitaus mehr als einfach nochmal drüber pinseln und ein bisschen neu anmalen auf der Seite. Was hat sich denn verändert, vielleicht auch unter der Haube verändert und nach welchen Prinzipien seid ihr dabei vorgegangen bei dem neuen Design? Anna Biselli Ich glaube, ein wichtiges Prinzip, das uns geleitet hat, ist, dass wir versucht haben, Barrieren abzubauen. Wir hatten ja vorher, das war auch mal eine Weile, glaube ich, damals sehr modern, dieses Grau als Schriftfarbe. Und vieles war so ein bisschen schwammig und irgendwie vom Kontrast her schwer. Das heißt, wir haben uns an vielen Punkten die Frage gestellt, okay, wie kriegen wir das denn vom Kontrast her so, dass es gut lesbar ist, dass es irgendwie für viele Menschen zugänglich ist. Schriften sind auch größer geworden an bestimmten Punkten. Das war so eine der Kernfragen, die wir uns gestellt haben. Deswegen ist auch quasi das Blau, das man am meisten auf der neuen Seite sieht, nicht mehr das alte, relativ helle Blau, sondern wir haben es einen Ticken dunkler gemacht, damit es eben von den Kontrasten her gut passt und dass man damit auch hoffentlich gut arbeiten kann. Das ist so die eine Sache, die uns geleitet hat. Die andere Sache, die wir wollten, ist, wir wollten näher an den WordPress kehren, damit wir im Zweifelsfall auch in Zukunft besser kompatibel sind und dass man nicht, wenn sich bei WordPress quasi was ändert, dass man dann selber die Sachen, die man für die Seite gebaut hat, aufwendig hinterher portieren muss. Und damit haben wir auch viele neue Funktionalitäten gewonnen, ohne dass wir sie extra selbst entwickeln müssen. Das heißt, das klingt erstmal vielleicht ein bisschen widersinnig. Wir wollen quasi zurück zu dem, was WordPress so im Kern mitbringt, aber das ist tatsächlich, hat sich als sehr, sehr sinnvoll erwiesen, weil in der Zwischenzeit bei WordPress viele Dinge passiert sind und sich viele Dinge auch verbessert haben. Sei es jetzt eine Audio- oder eine Video-Integration oder sei es eben die Responsivität, das heißt, dass eben Inhalte out of the box ohne, also man muss es immer nochmal testen und man muss es immer nochmal im Hinterkopf behalten, aber dass man jetzt ohne viel basteln, dass man die trotzdem gut einfach so für mobile Bildschirme anpassen kann. Und ich glaube, da hat sich eben auch in der Leserinnenschaft in den letzten neun Jahren viel getan. Das heißt, heute besuchen uns wahrscheinlich, genaue Zahlen haben wir leider nicht, aber besuchen uns mit Sicherheit viel, viel mehr Menschen auf mobilen Endgeräten mit eher kleineren Bildschirmen als das früher der Fall war. Und ich glaube das Letzte, wir haben Dark Mode. Das ist etwas, was uns Leute immer wieder geschrieben haben, dass sie sich das wünschen und dass sie das unbedingt haben wollen. Und das war schon immer so auf der Liste und jetzt ist er einfach da. Und obwohl ich ehrlich gesagt kein großer Dark Mode Fan selber bin, merke ich, dass ich es auf meinem Mobilgerät selber benutze und ich finde es eigentlich auch ganz cool. Ingo Dachwitz Viele Leute fallen es ab. Aber die Frage, wie lesen uns eigentlich Leute und wie viel mobil werden wir genutzt, finde ich total spannend. Also vielleicht, liebe HörerInnen, wenn ihr das jetzt hört, sagt doch mal Bescheid, schickt uns mal eine Mail am podcast.netzpolitik.org über was für ein Gerät ihr uns eigentlich so lest. Chris Köver Ja, und schreibt uns gerne auch, wie ihr die Neuerungen findet. Uns ist bewusst, Neuerungen tun auch immer weh. Es gibt liebgewonnene Gewohnheiten. Das haben wir jetzt auch schon alles zurückgemeldet bekommen. Aber vielleicht gibt es ja jenseits des Dark Mode auch noch weitere Dinge, über die ihr euch besonders freut. Wir freuen uns darüber, das zu hören. Schreibt uns. Genau, der Dark Mode wird von außen abgefeiert. Ich kann aber vielleicht auch so viel verraten, als ihr die neuen Möglichkeiten vorgestellt habt im Wochenmeeting, diese verschiedenen Elemente, die wir jetzt eben auch zum Beispiel in Beiträge einbauen können, wurde an mehreren Stellen so freudig aufgeschrien und leichter Jubel ist ausgebrochen. Ich habe auf jeden Fall schon meinen persönlichen Favoriten, auf den ich mich ganz besonders freue, den sage ich gleich, aber sag du doch erstmal Ingo, gibt es irgendein neues Element, das dir jetzt schon Freude bereitet oder wo du eben besonders froh bist, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, das einzusetzen? Ingo Dachwitz Also ich finde es super cool, dass wir jetzt eine funktionierende Suche haben. Das finde ich großartig. Also auf der Seite quasi, dass man nicht, wenn man Inhalte sucht, erstmal zu Suchmaschine XY gehen muss und dann site.netzpolitik.org und dann Dinge findet, sondern dass man jetzt Dinge auf unserer Seitenintern Suche finden kann. Finde ich sehr angemessen fürs Jahr 2026. Chris Köver Anna, was ist dein persönliches Highlight? Und sag nicht, du weißt wahrscheinlich, welches ich meine. Sag nicht das. Ich weiß, ehrlich gesagt... Okay, dann sprich frei. Ingo Dachwitz Sag du doch deins. Chris Köver Genau, Chris, sag du das mal. Das ist ein bisschen ein Running Gag, seit ich hier arbeite, weil es jedes Mal wieder heißt, vor allem wenn wir Interviews führen, aber sehr, sehr oft kommt auf, diese Information schreiben wir am besten in einen Kasten. Es gab aber nie die Möglichkeit, einen Kasten in unsere Beiträge einzubauen. Infokasten. Diese Möglichkeit für einen Infokasten haben wir jetzt und ich freue mich jetzt schon persönlich sehr, sehr doll darauf, das erste Mal einen Infokasten in einen Beitrag einfordern. Hätte ich eben auch schon fast gesagt, ja. Anna Biselli Ja, stimmt, der Running Gag Info. Ich weiß, dass ich, dazu muss ich was erzählen, ich glaube, als ich hier angefangen habe, also vor wirklich über zehn Jahren, haben wir in einem Pad Infokästen ausformuliert, weil wir der Meinung waren, dass die bald kommen. Das heißt, wir haben Texte erstellt für Infoboxen, die es aber dann nie gab. Doch jetzt, zwölf Jahre später. Ingo Dachwitz Aber hey, Infobox, Vorratsdatenspeicherung. Anna Biselli Ja, das ist irgendwie, also leider gibt es diese Texte wahrscheinlich nicht mehr. Das ist schade, sonst könnten wir heute nochmal gucken, was wir damals in der Infobox geschrieben hätten. Aber ja, mein Lieblingsfeature, ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht. Ich glaube, was mich am meisten freut, ist, dass die Seite einfach so klar wirkt. Sei es dadurch, dass die Schrift jetzt endlich mal wirklich schwarz ist, sei es dadurch, dass irgendwie diese komischen grauen hinterlegten Kästen nicht mehr da sind, die lange vorher die Seite bestimmt haben. Ich glaube, die neue Klarheit gefällt mir einfach sehr gut und was, glaube ich, so an Features, was wir jetzt schon benutzt haben, weil wir haben ja noch nicht viele Texte mit der neuen Seite produziert und eben auch jetzt nicht angefangen, irgendwelche Texte extra zu produzieren, damit wir mal zeigen können, was die Seite kann, sondern es kommt so nach und nach. Aber was ich beim Bauen von Seiten gemerkt habe, ist, es ist einfach, es dauert nicht mehr ewig und ist kein Gefrickel mehr, irgendwo ein Video einzubinden und zu sagen, welches Vorschaubild da angezeigt werden soll. Also so ganz Banalitäten, sobald man weg vom Text geht und mal irgendwas anderes machen will, ist es einfach kein riesiger Aufwand und kein Gefrickel mehr, das beim nächsten Update irgendwie auseinanderfällt, weil es dann doch nicht mehr passt. Ich glaube, das ist einfach eine krasse Arbeitserleichterung und macht uns das Leben, glaube ich, auf Dauer leichter, wenn die Eingewöhnungsphase vorbei ist. Chris Köver Ja, da bin ich auch gespannt. Ich habe auch noch nicht so wahnsinnig viele Beiträge gebaut seitdem. Ingo Dachwitz Ich habe noch gar keinen. Warte, ich schiebe das jetzt vor mir. Ein bisschen Sorge davon, dass ich in zwei Wochen dann nochmal frage, kann mir jemand helfen, wie das geht? Chris Köver Kann mir bitte den Beitrag jemand zusammenstellen. Irgendwann wird es peinlich. Anna, den Titel Chief Relaunch Officer habe ich mir gerade offensichtlich ausgedacht, aber du hast ja tatsächlich eine sehr zentrale Rolle gespielt in diesem ganzen Prozess. Was genau war denn deine Aufgabe und gleichzeitig warst du nicht alleine? Wer war da noch beteiligt und wie habt ihr so zusammengearbeitet dabei? Anna Biselli Ich glaube, am Ende sind wir alle irgendwie beteiligt. Also ich glaube, es gab ja verschiedene Formate im Laufe dieser Zeit, beziehungsweise ab dem Zeitpunkt, wo wir uns dann wirklich entschieden haben, einen richtigen großen Relaunch zu machen. Und wir haben ja vor über einem Jahr schon beispielsweise auf der Redaktionsklausur da auch drüber gesprochen und angefangen zu sammeln und zu schauen, was wollen wir denn von der neuen Seite, was wollen wir an der alten Seite auch behalten. Das finde ich auch immer ganz wichtig. Das heißt, was gefällt uns von der Funktion, von der Mechanik her so gut, dass wir es nicht aufgeben wollen. Es hat quasi angefangen im Gesamteam mehr oder weniger, das heißt in einer sehr großen Gruppe. Und dann hat sich eben eine kleinere Gruppe gefunden mit insgesamt, glaube ich, fünf Leuten, die sich den Hut aufgezogen haben, den Relaunch auch von unserer Seite zu organisieren. Und dann hat natürlich eine große Rolle gespielt auch Palast Hotel, die kam ja schon zur Sprache, das ist kein Hotel, sondern das ist die Agentur, die schon unseren letzten Relaunch gemacht hat und auch seit einigen Jahren unser WordPress betreut. Und die haben, glaube ich, den Großteil der Arbeit gemacht. Die haben vor allem die ganze technische Arbeit gemacht. Die haben uns aber auch geholfen, erstmal die richtigen Fragen zu stellen und dann darauf auch Antworten zu finden, die wir dann teilweise in dem kleinen Team abgestimmt haben, teilweise nochmal rückgesprochen haben mit Leuten aus anderen Teilen des Teams, wenn die das eben betroffen hat. Das heißt, ich glaube, das war so eine Sache, die eigentlich alle irgendwann mal beschäftigt hat, in unterschiedlichen Arten und Weisen. Das heißt, manche Leute waren da dauerhaft mit beschäftigt, manche Leute waren dann eben zu den entsprechenden Feedback-Runden oder Workshops damit beschäftigt. Und das, was ich vor allem, glaube ich, gemacht habe, ist Tickets zu schreiben. Das heißt, so ein bisschen die Schnittstelle zu bilden zwischen unserem internen Team und Palasthotel. Das heißt, ich habe sehr viel Zeit im Ticketsystem verbracht und habe vorhin auch nochmal nachgeguckt. Insgesamt gab es zu dem Relaunch 163 Tickets. Davon sind momentan 23 noch offen. Das heißt, das sind Sachen, die uns entweder nachher aufgefallen sind, die ihr gemeldet habt. Das heißt, auch irgendwie das Feedback aus der Leser-Innenschaft war total großartig und Leute haben sich auch wirklich viel Zeit genommen, glaube ich, um uns auch ausführliche Rückmeldung zu geben mit Sachen, die auseinandergefallen sind, die kaputt sind. Und um uns da das Leben leicht zu machen, das auch einfach so weiterzugeben, das wird jetzt nach und nach noch gefixt. Das heißt, ich glaube, ich bin eher so Chief Ticket Officer von unserer Seite aus und der Rest ist, glaube ich, eine Gruppenleistung. Chris Köver Hoffentlich nicht mehr so lange. Aber wie lange hat denn der ganze Prozess gedauert? Also es klang ja jetzt auch schon an, dass es jetzt keine Aktion von zwei Wochen war. Wann habt ihr angefangen? Anna Biselli Wir haben vor ungefähr elf Monaten angefangen, technisch daran zu arbeiten. Das heißt wirklich dann auch mit Palasthotel daran zu arbeiten. Wir haben, ich glaube, die Entscheidung, dass wir einen Relaunch machen wollen, wann ist die gefallen nach der vorletzten Gesamtklausur? Das heißt wahrscheinlich irgendwann so Ende 2024? Dann haben wir uns in der Redaktion vor allem Gedanken gemacht Anfang 2025, haben dann irgendwann im Frühjahr 2025 angefangen, uns mit Palasthotel dazu zu koordinieren. Und ich glaube, das erste Ticket ist jetzt so elf Monate her. Das heißt, ein gutes Jahr. Ingo Dachwitz Kannst du, Chris, darf ich auch eine Frage stellen? Ich bin als Sidekick heute dabei. Aber könnt ihr das sagen, wie viel Arbeitszeit da draufgegangen ist? Also ich meine, wir haben das intern ja auch ein bisschen besprochen. Es ist ja auch Geld dafür in die Hand genommen, ordentlich sozusagen, weil das einfach was kostet. Kannst du da eine Zahl draufpacken? Anna Biselli Nee, momentan noch nicht. Ich glaube, die letzten, also Palast Hotel sagt uns sehr genau, wie viel Zeit sie darauf verwendet haben. Meine eigene Zeit habe ich in der Hinsicht nicht getrackt. Und ich glaube, das war auch sehr phasenabhängig. Das heißt, es gab halt Zwischenphasen, wo von unserer Seite aus nicht so viel Zeit dafür draufgegangen ist. Aber natürlich gerade so im Endspurt, wie das halt immer so ist. Ich glaube, die letzten zwei Wochen vor dem Relaunch habe ich wenig anderes gemacht. als das zu koordinieren. Und ich musste ja nicht mal technisch was umsetzen und ich will gar nicht wissen, welche Arbeit da bei Palast Hotel gelandet ist, um all diese Dinge, die wir uns wünschen und dann einfach formulieren, auch wirklich dann funktional zu machen. Chris Köver Was würdest du sagen, hat so die meiste Zeit oder dich auch die meisten Nerven gekostet? Da gab es so einen Moment zwischendurch, wo du mal dachtest, scheiße, warum machen wir das überhaupt? Anna Biselli Scheiße, dachte ich oft. Warum machen wir das überhaupt nicht so oft? Ich glaube, das, was mich die meisten Nerven gekostet hat, ich glaube, das kann ich auch erzählen, ist, wir hatten auf der Staging-Instanz, das heißt auf der Instanz, wo wir, also auf dem WordPress, auf dem wir alles getestet haben, wir haben uns ja so einen Spiegel-Wordpress gemacht, um das neue Design zu testen. Und da hatten wir einen Bug, der dazu geführt hat, dass irgendwie Abstände in Absätzen in alten Artikeln so groß war. Und dann gab es aber diesen Bug, der ließ sich aber lokal nicht reproduzieren. Und dann waren wir ganz optimistisch, dass der dann am Tag, an dem wir den Relaunch live machen wollten, auch nicht mehr auftritt. Das war ein Fehler. Natürlich trat er auf, wie man das irgendwie, selbst wenn man kamermäßig einfach vorher wissen kann. Kann man sich jetzt vorstellen, jemand hat auf den Knopf gedrückt und dann ging die Seite live? Nee, nee, nee, nee, sowas nicht. Wir haben um neun Uhr morgens am Samstag haben wir die Seite in den Wartungsmodus gelegt und haben uns vorher noch eine schöne Wartungsseite gebastelt. Chris Köver Teletext, sehr gut angekommen. Anna Biselli Genau, damit Leute wenigstens ein bisschen Spaß haben, werden sie uns nicht sehen. Und genau, dann haben wir angefangen, oder vor allem Palast Hotel hat dann angefangen, die Sachen zu portieren. Das heißt, das neue Theme auf die Live-Instanz rüberzuziehen. Und es gab noch ein paar Sachen, vieles lief automatisiert, weil die Menschen da auch das geskriptet haben. Einige Sachen musste man aber noch manuell nachziehen. Das heißt so Dinge wie Formulare musste man irgendwie noch manuell rüberziehen. Wir hatten eine sehr lange Liste, was wir alles tun müssen, in welcher Reihenfolge. Und auf dieser Liste stand dann eben auch, ja gucken, ob dieser Bug auf dem Live-System auftritt. Und dann war die Antwort ja. Und dann haben wir erstmal eine Weile gebraucht, oder vor allem Palasthotel. Wir waren irgendwie am Zug und hatten eine Weile gebraucht, irgendwie zu finden, woran es liegt. Und wir haben es am Ende gefunden. Aber natürlich war das so, ah Mist, vielleicht hätten wir es doch lieber irgendwie vorher gesucht. Wäre nicht so optimistisch in die Sache reingegangen. Das wird sich schon einfach erledigen. Aber am Ende war das auch alles gut. Und die Seite konnte dann nachmittags live gehen. Das ist alles nichts Dramatisches. Aber ich dachte so, oh mein Gott, das hätten wir doch ahnen können. Ingo Dachwitz Ich bin ja an dem Samstag mittags hierher gekommen, um anzustoßen auf den Nylon. Nichts machen, aber dann mitfeiern, wenn es ihn gibt. Und es hieß so, ja, wenn es gut läuft, so 12, 12.30 Uhr. Und ich bin natürlich zu spät gewesen, bin so Viertel vor eins, eins da gewesen. Habe ich gedacht, scheiße, hoffentlich verpasse ich den Moment nicht. Und kam mir rein und Leute, also Daniel, Anna und Markus, starten noch sehr konzentriert auf ihre Rechner. Chris Köver Du warst so mit Partytröte in der linken und Flasche Sekt in der rechten. Ingo Dachwitz Und hattest so eine Hurra-Kappe auf. Jedenfalls von der Stimmung her. Und dann habe ich auch gedacht, verdammt, hätte ich auch mal meinen eigenen Rechner noch mitbringen können. Dann hätte ich mich jetzt noch mal ein bisschen nützlich machen können. Aber habe ich nicht. Und dann haben wir einfach mit den anderen sozusagen, die auch noch darauf warteten, während fleißig gesucht und repariert wurde, dann irgendwann sind wir dazu übergegangen, dass wir Livestream anmachen. Parallel Livestream von Timmy in Pöhl, also der Wahl. und parallel dazu dann noch der Livestream vom schwedischen Fernsehen Elchwanderung. So, wo auf beiden Livestreams passierte nichts. Auf unserer Webseite passierte nichts. Und irgendwann haben wir... Chris Köver An dem Tag, was war, wurde Timmy da schon... Nee, Timmy wurde noch nicht abgeschlossen. Timmy hatte sich freigeschwommen und lag dann wieder da. Er lag dann wieder da. Es kam dann zwischendurch mal irgendwie so ein Schiff und hat da irgendwie so, Ingo Dachwitz ich weiß nicht, ich hab's ehrlich gesagt nicht genau gecheckt, hat da irgendwie so Sandsäcke oder sowas gebracht. Also irgendwelche Vorbereitungsarbeiten. Aber es war dann wirklich so, dass das Wettrennen irgendwann dann splitscreen, drei Dinge gleichzeitig passiert das erste, was in Schweden, dass da irgendwann mal eine Elch kommt, passiert was bei Timmy oder passiert was auf der Webseite, passiert was auf Netzpolitik.org. Und Netzpolitik.org hat das Rennen gemacht am Ende. Anna Biselli Ja, ich muss aber auch sagen, es war auch wirklich das Einzige, was irgendwie die Sache verzögert hat. Und ich finde, es war einfach vom Palasthotel aus super gut vorbereitet und der Rest lief einfach super reibungslos. Ich meine, es hat die Sache verzögert, es war aber auch wirklich kein Drama. Ingo Dachwitz Es war schon ein bisschen Anspannung da. Anna Biselli Man kriegt so Herzklopfen, weil man sich denkt, oh Mann, was ist, wenn wir das jetzt nicht finden? Dann gehen wir halt mit großen Absätzen raus, dass am Ende jetzt geht die Welt davon auch nicht unter. so. Aber ich finde, das war schon echt ein insgesamt smoother Prozess und ich weiß auch noch, dass ich irgendwie morgens zu Christoph, der da war, irgendwie gesagt hat, boah, ich hoffe, irgendwas nicht Dramatisches geht schief, damit man dieses Gefühl von irgendwas muss doch schief gehen abgehakt hat. Das ist so wie beim Kofferpacken. Das habe ich auch immer, wenn ich meinen Rucksack oder meinen Koffer packe, um irgendwo hinzufahren, bin ich froh, wenn ich merke, dass ich irgendeine Kleinigkeit vergessen habe, damit ich nichts Großes vergessen habe. Und dann denkt man sich so, okay, das ist jetzt irgendwie abgehakt, das jetzt überwunden, davon ist die Welt nicht untergegangen und der Rest ist schon okay. Und ich muss auch sagen, es lief dann auch wirklich gut und ich fand auch das Feedback extrem nett und freundlich und positiv formuliert. Ich meine, du hast ja auch schon gesagt, so eine Umstellung ist immer nicht einfach und man gewinnt ja auch die Seite, so wie sie aussieht, lieb und gewöhnt sich daran, das ist so ein bisschen so ein Zuhause. Aber ich finde, Leute haben wirklich gute Kritik vorgebracht, haben sie auch respektvoll vorgebracht und das hat sich für mich ehrlich gesagt im Vergleich zu den letzten Relaunches auch nochmal Ingo Dachwitz krass verbessert, weil da habe ich mir... Das sah schon anders aus, ne? Ich habe mir in Vorbereitung nämlich die Anna Biselli Kommentare durchgelesen, um mich so ein bisschen mental darauf einzustimmen, was denn kommen könnte an Kommentaren, weil das ist ja nicht immer so leicht, wenn man davon unvorbereitet getroffen wird, dachte ich mich, ich bereite mich vor und dachte so uiuiuiuiui, das war aber vom Ton her schon ganz schön krass teilweise, was da kam und das war diesmal gar nicht. Also ich finde das wirklich sehr, sehr cool, wie Leute da ihre Anregungen, Kritik, aber auch ihre Freude vorgebracht haben. Chris Köver Ja, die Debattenkultur im Internet wird immer besser. Genau, bekanntermaßen. Wir haben den Relaunch über die Bühne gebracht, ganz ohne schamanische Gesänge, Auspendeln oder andere Hilfsmittel. Also eigentlich alles super gelaufen, würde ich sagen. Vielen Dank euch beiden für diese Einblicke. Ingo Dachwitz Also vor allen Dingen danke an Anna, Markus, Daniel, Ole und so weiter, die da so viel Arbeit mit dem Relaunch hatten. Chris Köver Naja, auch das, das ganze Team, alle, die daran mitgearbeitet haben. Und danke auch an euch, liebe Hörerin, dass ihr zugehört habt. Und danke an alle Menschen, die uns unterstützen an dieser Stelle nochmal, die uns im letzten Jahr oder in diesem Jahr mit Spenden unterstützt haben. Denn dieser Podcast ist wie alles andere, was wir bei Netzpolitik.org machen, nur möglich dank eurer Spenden. Wir haben keine Paywall, wir haben keine Werbung, bei uns gibt es auch kein Tracking. Wir finanzieren uns durch Spenden und sind darauf angewiesen. Und jede Spende ist auch eine Art Soli-Abo, weil ihr damit ja nicht nur uns lesen könnt, sondern auch dafür sorgt, dass andere Leute uns lesen und hören können, auch wenn sie gerade vielleicht nicht in der Lage sind, etwas zu spenden. Ihr könnt uns aber auch auf anderen Wegen unterstützen, empfehlt uns weiter in sozialen Medien, in eurem Freundeskreis und bewertet auch diesen Podcast gerne, damit die Empfehlungsalgorithmen uns ebenfalls weiterempfehlen. Wir hören uns demnächst wieder. Vielen Dank an euch beide, dass ihr da wart. Ingo, Anna. Danke dir. Danke auch. Tschüss. Ingo Dachwitz Ciao.