WEBVTT

00:00:00.460 --> 00:00:07.000
<v Anna Biselli>Ich habe auf Aufnahme gedrückt und ich hoffe, alles funktioniert.

00:00:08.340 --> 00:00:09.540
<v Anna Biselli>Hallo Fio, was machst du gerade?

00:00:10.520 --> 00:00:15.860
<v Lucas Fiola>Hallo, ich bin das erste Mal hier im Podcast und ich glaube relativ frisch im Netzpolitik.org-Team.

00:00:16.840 --> 00:00:18.740
<v Anna Biselli>Und Daniel, woran arbeitest du gerade?

00:00:19.660 --> 00:00:25.880
<v Daniel Leisegang>Ich bin gerade halb durch mit Kommentaren zum Medizinregistergesetz.

00:00:26.100 --> 00:00:28.480
<v Daniel Leisegang>Das klingt langweilig, es steckt aber eine Menge drin.

00:00:45.760 --> 00:00:49.720
<v Anna Biselli>Okay, damit hallo und herzlich willkommen zu OffOn, dem Podcast von Netzpolitik.org.

00:00:49.940 --> 00:00:52.020
<v Anna Biselli>Heute mit einer Folge Off the Record.

00:00:52.110 --> 00:00:56.040
<v Anna Biselli>Das heißt, wir nehmen euch mit hinter die Kulissen von Netzpolitik.org.

00:00:56.160 --> 00:01:03.720
<v Anna Biselli>Ich bin Anna Biselli. In dieser Ausgabe lernt ihr Fio kennen, der neu im Team ist und unseren Auftritt in Social Media aufmöbelt.

00:01:04.339 --> 00:01:11.640
<v Anna Biselli>Außerdem dabei ist Daniel, der uns von seinem Besuch auf dem Digitalgipfel erzählt.

00:01:12.000 --> 00:01:21.600
<v Anna Biselli>Aber bevor wir ans Eingemachte gehen, kommen wir zur ersten Rubrik unseres Podcasts, den Hausmitteilungen.

00:01:22.680 --> 00:01:41.020
<v Anna Biselli>Und da gibt es heute gar nicht so super viel zu sagen. Ich glaube, das Wichtigste in Bezug auf die nächsten Wochen ist, dass falls auch ihr sowie größere Teile unseres Teams in Hamburg auf den 39C3 geht, dass ihr uns da treffen könnt.

00:01:41.120 --> 00:01:49.320
<v Anna Biselli>Zum einen halten einige Menschen von uns Vorträge, beispielsweise Chris erzählt was zu ihren Recherchen über Ausländerbehörden,

00:01:50.120 --> 00:01:53.700
<v Anna Biselli>Konz wird einen Vortrag halten, andere Leute sind auch da.

00:01:53.920 --> 00:01:58.740
<v Anna Biselli>Vielleicht gibt es auch einen Podcast auf dem Kongress, das kündigen wir euch noch extra an.

00:01:59.150 --> 00:02:05.040
<v Anna Biselli>Und wahrscheinlich wird es auch wieder ein Leserinnen-Treffen geben, den Termin dazu findet ihr dann in der Programmvorschau,

00:02:05.270 --> 00:02:08.440
<v Anna Biselli>die wir kurz vor Weihnachten veröffentlichen.

00:02:09.000 --> 00:02:27.000
<v Anna Biselli>Und die zweite Hausmitteilung, die ist so halb Haus, halb Raum Mitteilung. Wir sind heute zum ersten Mal mit Kameras im Raum. Also ihr kennt ja vielleicht dieses Selfie, das wir öfter vergessen als machen, das wir vorm Podcasten immer machen wollen und dann manchmal doch nicht machen.

00:02:27.480 --> 00:02:34.240
<v Anna Biselli>Dieses Mal können wir das nicht so richtig vergessen, weil wir sind umgeben von zwei Kameras.

00:02:34.520 --> 00:02:39.040
<v Anna Biselli>Und vielleicht seht ihr dann Ausschnitte, wie wir hier versuchen, konzentriert einen Podcast zu machen,

00:02:40.220 --> 00:02:45.360
<v Anna Biselli>auf Social Media und vielleicht ja auch im Text auf der Seite.

00:02:45.740 --> 00:02:48.840
<v Anna Biselli>Mal schauen, je nachdem, wie es wird. Wir probieren das mal aus.

00:02:51.060 --> 00:02:53.180
<v Anna Biselli>Das waren aber schon die Hausmitteilungen.

00:02:53.220 --> 00:03:02.840
<v Anna Biselli>Wir kommen zum Thema des Monats, nämlich, ich habe es schon gesagt, dem Digitalgipfel, der dieses Mal nicht Digitalgipfel hieß, sondern, wie hieß der Daniel?

00:03:04.240 --> 00:03:09.280
<v Daniel Leisegang>Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität. Ich habe es, glaube ich, mehrfach falsch geschrieben, bis ich es endlich mal drin hatte.

00:03:12.020 --> 00:03:23.520
<v Anna Biselli>Und für Menschen, die jetzt vielleicht noch nicht so viel mit Digitalgipfeln oder Gipfeln zur europäischen Souveränität zu tun hatten, was ist das?

00:03:24.160 --> 00:03:31.460
<v Daniel Leisegang>Ja, das ist eigentlich was Neues und was Altes zugleich. Also die vergangenen Jahre gab es immer den Digitalgipfel, der fand in verschiedenen Städten statt.

00:03:31.540 --> 00:03:49.900
<v Daniel Leisegang>Ich glaube seit 2006, wenn ich so aus dem Kopf krame. Wir waren noch bei einigen und die Zivilgesellschaft war auch eingeladen, aber in der Regel war das so ein Schaufenster, Bühnenspektakel, wo dann alles aufgefahren wurde, was in den Ministerien gerade in Planung ist zum Digital Großthema, Querschnittsthema heißt es ja immer.

00:03:51.320 --> 00:04:00.080
<v Daniel Leisegang>Und jetzt aber ein Novum. Also der Gipfel in diesem Jahr war zum ersten Mal transeuropäisch, mag man fast sagen.

00:04:00.210 --> 00:04:05.060
<v Daniel Leisegang>Also er wurde gezogen von einer deutsch-französischen Lokomotive, besetzt von Merz und Macron.

00:04:05.900 --> 00:04:16.280
<v Daniel Leisegang>Und das Thema war digitale Souveränität, eben ausgelöst durch die US-amerikanische Debatte mit Blick auf Trump und wie man damit umgeht und darauf reagiert.

00:04:16.579 --> 00:04:24.400
<v Anna Biselli>Okay, aber war das jetzt eher so eine Lokomotive, so Deutsche Bahn mäßig, so mit Weichenstörungen und Zugausfall oder war das eher so, also was war das für eine Lokomotive?

00:04:24.520 --> 00:04:38.560
<v Daniel Leisegang>Also es kam viel Rauch raus, das auf jeden Fall. Und ein bisschen heiße Luft, aber eben nicht nur. Und das macht es inhaltlich tatsächlich auch sehr spannend, weil dort eben auch angekündigt wurde, dass man jetzt endlich ins Machen kommen wollte und das eben gemeinsam macht.

00:04:39.400 --> 00:04:51.460
<v Daniel Leisegang>Und da haben beide sehr abgestimmt und auch die MinisterInnen, die dort vor Ort waren, sehr abgestimmt den Weg geebnet, was eben einen Tag drauf dann auch verkündet wurde in der EU, der digitale Omnibus, über den wir auch sehr breit berichtet haben.

00:04:51.520 --> 00:05:17.380
<v Daniel Leisegang>Im Grunde genommen haben sie angekündigt, wir wollen jetzt mal richtig der Wirtschaft die Leinen ablegen, damit sie endlich loslegen kann. Thema KI bis Quantenforschung, ich weiß nicht was. Und da ging es dann hauptsächlich darum, den Weg zu bereiten für die Deregulierung und die verschleppte KI-Verordnungsumsetzung, die dann am nächsten Tag von der Kommission verkündet wurde. So würde ich das Programm da lesen.

00:05:17.820 --> 00:05:34.080
<v Anna Biselli>Okay, aber was sind denn da für Leute? Also wie viele Leute sind da? Da stehen da nur Menschen im Anzug auf einer Bühne und erzählen wichtige Sachen. Also wenn man das jetzt so gar nicht vor Augen hat, wie sieht es denn da aus? Was macht man da den ganzen Tag? Du warst ja den ganzen Tag da.

00:05:34.280 --> 00:05:49.740
<v Daniel Leisegang>Ich war den ganzen Tag da. Es ist vorne ein großes Zelt aufgebaut, da geht man erstmal rein, da gibt es eine Sicherheitsüberprüfung, sehr umfassende Art. Dann kommt man rein und da gibt es dann mehrere Räume mit großen Bühnen, Zuschauerraum. Alles sehr neonfarben, bunt, ausgeleuchtet, es wirkt sehr professionell.

00:05:50.420 --> 00:05:58.300
<v Daniel Leisegang>Und es sind viele Anzugträgerinnen und Blazer- und Hosenanzügeträgerinnen vor Ort, das schon.

00:05:58.300 --> 00:06:02.140
<v Daniel Leisegang>Und es gab dann auch eine Ecke, da hat sich die Zivilgesellschaft versammelt.

00:06:02.140 --> 00:06:06.380
<v Daniel Leisegang>Die war weniger auf den Bühnen vertreten als vielmehr im Zuschauerinnenraum.

00:06:06.380 --> 00:06:09.320
<v Daniel Leisegang>Das war in den vergangenen Jahren zumindest das Bemühen gleich groß.

00:06:09.320 --> 00:06:13.040
<v Daniel Leisegang>Aber ich würde auch sagen, da waren dann mehr Menschen auf der Bühne, die aus der Zivilgesellschaft waren.

00:06:13.040 --> 00:06:19.140
<v Daniel Leisegang>Diesmal wirklich Vertreterinnen der Kommission, großer Tech-Unternehmen, Telekom, Schwarzgruppe, KI.

00:06:20.300 --> 00:06:38.600
<v Daniel Leisegang>Start-ups bis Großunternehmen. Also es war, man hat sich die Hände gereicht, man hat gesagt, wie wichtig es ist, dass es jetzt endlich losgeht und am Ende wurde skarniert durch den Auftritt eben auch sehr pompös tatsächlich, also groß mit Flaggen im Hintergrund und Pressekonferenz, zwei Keynotes von Macron und Merz, die dann eben auch da nochmal ganz klar sagten, was jetzt Programm sein soll.

00:06:39.140 --> 00:07:06.480
<v Anna Biselli>Okay, aber welche Rolle hat denn jetzt, wir haben ja jetzt zum ersten Mal so einen richtigen, also einen vorrangigen Digitalminister und nicht mehr einen Verkehrsdigitalminister oder irgendwas mit Digitalminister. Was hat der da für eine Rolle gespielt? Weil wenn ich so jetzt irgendwie erstmal höre, Digitalgipfel oder Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität, dann denke ich mir ja, der ist ja dann bestimmt auch, spielt ja auch eine Rolle. Und jetzt sagst du, okay, Macron und Merz, aber was ist denn da passiert?

00:07:07.440 --> 00:07:29.880
<v Daniel Leisegang>Eigentlich war das Programm zweigeteilt. Also den Vormittag hatten die Digitalministerin das Wort, also die französische Amtskollegin von Carsten Wildberger war da, er persönlich war da. Die haben erstmal Vorträge und Pressekonferenzen gegeben und am Nachmittag war dann eher noch, wenn man so will, die Dramaturgie so gebaut, dass dann eben die Regierungschefs dann nochmal vor Ort waren, beziehungsweise der Präsident aus Frankreich.

00:07:31.100 --> 00:07:50.800
<v Daniel Leisegang>Und ich hatte den Eindruck, dass sie unisono alle in die gleiche Richtung schon argumentierten. Also Deutschland, Frankreich ziehen nicht immer an dem gleichen Strang, aber an dem Tag war es schon so, dass sie insgesamt eben die Botschaft ausgegeben haben, jetzt geht's los, die Regulierung müssen wir jetzt kappen, damit wir loslegen können.

00:07:50.980 --> 00:08:07.600
<v Daniel Leisegang>Frankreich hat das eher aus der Perspektive gemacht, wir müssen jetzt unsere nationalen KI-Firmen fördern. Deutschland hat das eher im Sinne gemacht von, wir müssen gleich im Wettbewerb global mitziehen können. Und man traf sich halt auf der Ziellinie, würde ich sagen, indem es eben darum geht, was dann eben am nächsten Tag verkündet wurde, nicht wie Macron und Merz das wollten.

00:08:07.640 --> 00:08:09.720
<v Daniel Leisegang>zwölf Monate Verzögerung der KI-Verordnung,

00:08:09.880 --> 00:08:11.840
<v Daniel Leisegang>sondern die Kommission hat dann sogar 16 vorgegeben,

00:08:12.060 --> 00:08:12.920
<v Daniel Leisegang>bis zu 16 Monate.

00:08:13.680 --> 00:08:15.680
<v Daniel Leisegang>Das heißt, ja, es war letztlich

00:08:15.920 --> 00:08:16.340
<v Daniel Leisegang>ein Programm.

00:08:17.940 --> 00:08:19.640
<v Daniel Leisegang>Also solche Konferenzen,

00:08:20.380 --> 00:08:21.740
<v Daniel Leisegang>ich frage mich dann immer, wenn ich auf solchen

00:08:21.840 --> 00:08:23.940
<v Daniel Leisegang>Konferenzen bin, wofür sind die eigentlich gedacht?

00:08:24.240 --> 00:08:25.580
<v Daniel Leisegang>Und ich würde sagen, sie sind dafür gedacht,

00:08:25.660 --> 00:08:27.620
<v Daniel Leisegang>damit die Medienvertreterinnen die Bilder liefern,

00:08:27.800 --> 00:08:29.700
<v Daniel Leisegang>um dann eine politische Botschaft in der Tagesschau zu

00:08:29.820 --> 00:08:31.880
<v Daniel Leisegang>versenden, wenn man es mal so auf einen Punkt bringen will, würde ich sagen.

00:08:32.060 --> 00:08:33.219
<v Anna Biselli>Perfekte Überleitung, Daniel.

00:08:33.419 --> 00:08:35.400
<v Anna Biselli>Du warst ja zwar nicht in der Tagesschau,

00:08:35.640 --> 00:08:42.219
<v Anna Biselli>Aber du warst ja auch eine dieser Medienvertreterinnen, die Botschaften gesendet haben und zwar für Phoenix.

00:08:43.380 --> 00:08:47.560
<v Anna Biselli>Wie lief das denn ab? Du hast ja mehrmals am Tag Dinge in Kameras gesagt.

00:08:48.120 --> 00:08:54.060
<v Daniel Leisegang>Ja, das kam relativ überraschend. Phoenix hatte am Vortag angerufen und gefragt, ob ich bereit wäre, die Pressekonferenzen einzuordnen.

00:08:54.300 --> 00:09:02.620
<v Daniel Leisegang>Also die hatten Interesse daran, dass jemand vor Ort ist und dann eben, wenn die Pressekonferenzen der Digitalministerin waren oder eben der Regierungschefs des Präsidenten des Französischen,

00:09:03.300 --> 00:09:07.180
<v Daniel Leisegang>dass man dem beiwohnte und dann schnell rausrannte zu der Kamera,

00:09:07.230 --> 00:09:10.500
<v Daniel Leisegang>die da den ganzen Tag aufgebaut war mit einem armen Kameramenschen,

00:09:10.660 --> 00:09:12.360
<v Daniel Leisegang>der wirklich den ganzen Tag bitterlich froh.

00:09:12.430 --> 00:09:14.000
<v Daniel Leisegang>Der kam nämlich nicht rein, das war das Problem.

00:09:14.190 --> 00:09:17.440
<v Daniel Leisegang>Also der Kameramann stand die ganze Zeit vor dem Gebäude.

00:09:17.530 --> 00:09:19.120
<v Daniel Leisegang>Ich habe dann ab und zu einen Kaffee vorbeigebracht

00:09:19.260 --> 00:09:21.200
<v Daniel Leisegang>und ihm versucht, gute Laune zu machen.

00:09:21.920 --> 00:09:23.840
<v Daniel Leisegang>Aber im Grunde stand er wirklich die ganze Zeit neben seinem Auto

00:09:24.040 --> 00:09:27.380
<v Daniel Leisegang>oder saß im Auto Gott sei Dank dann auch und hat darauf gewartet,

00:09:27.520 --> 00:09:31.280
<v Daniel Leisegang>dass eben die großen Herrschaften dann irgendwann vor die Kamera traten,

00:09:31.380 --> 00:09:33.260
<v Daniel Leisegang>sagten, damit er die Kamera anschalten konnte.

00:09:33.460 --> 00:09:34.220
<v Daniel Leisegang>Dann wurde die Leitung,

00:09:35.180 --> 00:09:36.800
<v Daniel Leisegang>vermutlich nach Bonn, ich weiß gar nicht, wo

00:09:36.920 --> 00:09:38.860
<v Daniel Leisegang>Phoenix genau sitzt, Köln, Köln vermutlich sitzt,

00:09:39.900 --> 00:09:40.960
<v Daniel Leisegang>dass die dann gelegt wurde

00:09:42.359 --> 00:09:42.920
<v Daniel Leisegang>und dann

00:09:43.240 --> 00:09:44.920
<v Daniel Leisegang>wurden drei Fragen gestellt und dann habe ich

00:09:45.000 --> 00:09:45.680
<v Daniel Leisegang>das einordnen dürfen.

00:09:46.530 --> 00:09:48.660
<v Anna Biselli>Ja, wir haben das hier verfolgt. Ich weiß noch, nachdem

00:09:48.780 --> 00:09:50.820
<v Anna Biselli>du mittags gesagt hast, dass es so kalt war, haben wir dann

00:09:51.000 --> 00:09:52.900
<v Anna Biselli>irgendwie abends nochmal geguckt und du hattest dann tatsächlich so eine

00:09:53.000 --> 00:09:54.960
<v Anna Biselli>rote Nase und wir hatten so das

00:09:55.040 --> 00:09:56.700
<v Anna Biselli>Gefühl, es könnte auch auf einem Weihnachtsmarkt

00:09:56.860 --> 00:09:59.080
<v Anna Biselli>aufgenommen sein, weil es war dann schon so dunkel und im Hintergrund

00:09:59.160 --> 00:10:01.340
<v Anna Biselli>waren so verschwommene Lichter, die hatten auch Buden

00:10:01.360 --> 00:10:28.820
<v Anna Biselli>Ich fand das von der ganzen Stilistik her ganz spannend. Aber nochmal zurück zum Inhalt, was ich glaube, der vorletzte Digitalgipfel, auf dem ich war. Ich glaube, das war der in Jena. Da war ich selber auf so einer Diskussionsbühne und da erinnere ich mich noch daran, da hat dann ein Mensch aus einem, nach seinen Angaben, mittelständischen Unternehmen, hat dann irgendwie gefordert, also hat sich aus dem Publikum gemeldet und hat dann gefordert,

00:10:29.420 --> 00:10:38.800
<v Anna Biselli>ja man müsse doch das mit der Regulierung jetzt endlich mal sein lassen und man soll erst mal die Produkte machen und erst mal loslegen und dann hinterher regulieren.

00:10:39.640 --> 00:10:52.200
<v Anna Biselli>Und damals hatte ich das Gefühl, ja es gab vielleicht ein paar Menschen in einer ähnlichen Situation wie er, die das irgendwie gut fanden, aber ich hatte eher das Gefühl, das war so ein bisschen so ein betretenes Schweigen und das fand man jetzt nicht so konsensfähig.

00:10:52.400 --> 00:11:00.940
<v Anna Biselli>Zumindest war das damals meine Wahrnehmung. Und jetzt stellt sich da der Digitalminister hin und sagt selber, was hat er gesagt, Product First oder so?

00:11:01.380 --> 00:11:02.640
<v Daniel Leisegang>Regulation Second kann sein.

00:11:02.740 --> 00:11:20.200
<v Anna Biselli>Regulation Second. Also das war so eine Losung, ich weiß nicht, was die genauen Worte waren. Und das fand ich schon irgendwie ziemlich krass, dass man jetzt innerhalb von wenigen Jahren von sowas, was man zwar fordern kann, wo man jetzt aber auch nicht irgendwie so eine fruchtbare Diskussion drum hat, zu so einem, weiß ich nicht, so dem politischen Claim irgendwie kommt.

00:11:20.260 --> 00:11:23.300
<v Anna Biselli>Und das finde ich schon so ein bisschen schwierig.

00:11:23.620 --> 00:11:25.000
<v Anna Biselli>Und ich frage mich dann auch immer so, weiß ich nicht.

00:11:25.590 --> 00:11:30.600
<v Anna Biselli>Das heißt ja auch, dass man selber in seiner Rolle als Digitalminister

00:11:31.010 --> 00:11:34.220
<v Anna Biselli>oder als welcher Minister auch immer man gerade ist,

00:11:34.300 --> 00:11:39.580
<v Anna Biselli>dass man selber diesen Gestaltungsspielraum mehr oder weniger komplett an die Wirtschaft abgibt

00:11:39.740 --> 00:11:42.760
<v Anna Biselli>und dass man sich überhaupt nicht mehr fragt, wie will man denn,

00:11:42.880 --> 00:11:47.460
<v Anna Biselli>dass so eine digitale Welt funktioniert, sondern man lässt erst mal laufen

00:11:47.610 --> 00:11:49.480
<v Anna Biselli>und dann guckt man sich im Nachhinein die Probleme an.

00:11:49.600 --> 00:11:51.720
<v Anna Biselli>Ich fand das irgendwie sehr bedenklich tatsächlich.

00:11:52.519 --> 00:11:56.160
<v Daniel Leisegang>Also wenn man Carsten Wildberger auf der Bühne sieht oder auch in Interviews liest, was er so sagt,

00:11:56.180 --> 00:12:00.640
<v Daniel Leisegang>er ist einfach sehr, sehr fest davon überzeugt, dass KI einen großen Vorteil für uns alle bringen wird

00:12:00.760 --> 00:12:03.060
<v Daniel Leisegang>und auch ein enormes Wachstumspotenzial birgt.

00:12:03.260 --> 00:12:05.340
<v Daniel Leisegang>Und die Unternehmen machen da gehörig Druck.

00:12:05.800 --> 00:12:13.920
<v Daniel Leisegang>Und was spürbar wurde gerade auch so zum Ende des Tages, ist die geopolitische oder die geoökonomische Zwangslage,

00:12:14.040 --> 00:12:15.340
<v Daniel Leisegang>in der man sich da offenbar sieht.

00:12:15.700 --> 00:12:20.400
<v Daniel Leisegang>Also eingefärcht zwischen den USA auf der einen Seite und China auf der anderen Seite,

00:12:20.740 --> 00:12:29.700
<v Daniel Leisegang>versucht Europa eben nicht mehr, ich würde sagen, mit einem alternativen, eher datenschutzgestärkten Modell sich dort zu platzieren,

00:12:29.900 --> 00:12:31.260
<v Daniel Leisegang>sondern tatsächlich mitzulaufen.

00:12:31.440 --> 00:12:36.300
<v Daniel Leisegang>Also als wäre man in einem Rennen schon eine halbe Runde abgeschlagen und müsste man jetzt nochmal alles geben,

00:12:36.480 --> 00:12:42.180
<v Daniel Leisegang>alles reinpumpen, alle Kräfte entfesseln, die der Markt gerade zur Verfügung hat, bloß nicht hemmen.

00:12:42.740 --> 00:12:44.320
<v Daniel Leisegang>Und dann könnte man dieses Rennen noch gewinnen.

00:12:44.440 --> 00:13:06.140
<v Daniel Leisegang>Und ich fand, das wurde im Laufe des Tages immer klarer, dass dort einfach eine Abkehr und sogar eine Umkehr von dem risikobasierten Regulationsmodell, was die KI-Verordnung ja war, die wurde ja explizit im Vorfeld diskutiert und ins Leben gerufen, weil man sagte, wir wollen die Risiken bändigen, bevor sie überhaupt Wirkung zeigen.

00:13:06.460 --> 00:13:31.880
<v Daniel Leisegang>Und jetzt dreht man praktisch auf dem Absatz um und rennt in die entgegengesetzte Richtung. Und ich glaube, das ist wirklich diese Mischung aus KI, Zauberbude, wird alles wunderbar neu machen und wir müssen in diesem Wettrennen unbedingt mithalten, koste es, was es wolle. Und das wird auch so gesagt, das wird ganz explizit gesagt und das fand ich schon sehr deutlich und relativ erschreckend, mit welcher Einhelligkeit das da vertreten wurde.

00:13:32.420 --> 00:13:42.140
<v Anna Biselli>Okay, Fio, du hast die Gelegenheit. Was wolltest du schon immer mal über den Digitalgipfel zur europäischen Souveränität wissen? Hält dir eine Frage ein?

00:13:42.720 --> 00:14:06.300
<v Lucas Fiola>Wenn ich so spontan darüber nachdenke, dann frage ich mich tatsächlich, wie kann dieser Glaube daran, dass jetzt so ein Rennen noch zu gewinnen sei, in dieser Form artikuliert werden, wenn wir eigentlich wissen, ein Europa, was so divers aufgestellt ist, was auch Regulierung angeht, ich meine alleine ein einheitliches Policy Paper zu entwickeln, was irgendwie für ganz Europa gilt, ist quasi unmöglich.

00:14:07.020 --> 00:14:17.300
<v Lucas Fiola>Wie soll ein Rennen gewonnen werden gegen eine USA, die praktisch der Regulierung den Kampf angesagt hat und alles den privaten Tech-Unternehmen überlässt?

00:14:17.720 --> 00:14:36.640
<v Daniel Leisegang>Ja, das ist eine gute Frage und das war auch, ich weiß noch, mittlerweile ist die Debatte so ein bisschen abgeebbt, aber damals oder also vor wenigen Wochen, als der Gipfel stattfand, war ja noch das große Thema KI-Blase kam ja noch oben drauf. Also du hast völlig recht und das war ja damals die Frage, ist das eine Sache von Tagen, Wochen oder noch Monaten, bis sie platzt, aber alle sind sich einig, sie wird platzen.

00:14:37.160 --> 00:14:50.500
<v Daniel Leisegang>Und dann stellt sich eine Riege an PolitikerInnen auf die Bühne durchweg zusammen mit UnternehmensvertreterInnen und sagt, das Ding muss jetzt passieren und mit voller Kraft und ich weiß es nicht. Ich kann mir das nicht erklären.

00:14:51.080 --> 00:14:57.600
<v Lucas Fiola>Ich habe so ein bisschen das Gefühl, erinnert ihr euch noch an diese Debatte rund um Flugtaxis und Bavaria One und deutsche Innovation?

00:14:58.140 --> 00:14:59.620
<v Anna Biselli>Darüber konnte man besser lachen.

00:14:59.880 --> 00:15:06.820
<v Lucas Fiola>Genau, da konnte man besser drüber lachen, aber letzten Endes fühlt es sich ähnlich an. So unglaublich weltfremd und auch realitätsverweigernd.

00:15:07.040 --> 00:15:30.300
<v Daniel Leisegang>Ja, es ist sogar noch mehr als damals. Ich erinnere mich manchmal an die Debatte um Blockchain. Blockchain war auch so ein Zaubermittel, was überall als Gewürz dazukommen musste und obendrauf. Das ist sogar nochmal eine Spur härter. Also wirklich nochmal, das ist das Allzweckmittel, was jetzt tatsächlich uns alle erretten soll. Das ist wirklich der feste Glaube und das wird auch nicht mehr sachlich diskutiert.

00:15:30.400 --> 00:15:44.960
<v Daniel Leisegang>Da geht es nicht mehr darum, was sind Rechenzentren, was brauchen wir tatsächlich, welche Folgekosten hat das und ganz zuletzt die Frage, ist das überhaupt gesellschaftlich gewünscht, ist das sinnvoll, das kommt da alles nicht mehr vor. Dafür ist kein Raum, der ist nicht gewollt.

00:15:48.620 --> 00:15:55.360
<v Anna Biselli>Okay, Überleitung hart, aber ich greife das Wort auf Raum. Wir gehen über zur nächsten Kategorie, der Maschinenraum. Total elegant.

00:15:59.120 --> 00:16:07.260
<v Anna Biselli>Bevor wir in den großen KI-Rand einsteigen und dann nicht mehr rauskommen, dann wird es nämlich nichts mehr mit der Folge, die halbwegs eine halbe Stunde lang sein soll.

00:16:08.300 --> 00:16:20.140
<v Anna Biselli>Genau, Maschinenraum, das ist die Kategorie, in der wir darüber erzählen, was gerade so intern bei Netzpolitik.org passiert und was uns besonders beschäftigt.

00:16:20.180 --> 00:16:42.040
<v Anna Biselli>Es gab ein weiteres Stichwort Wettrennen, beziehungsweise wir machen ein Wettrennen gegen das Jahresende und gegen das Jahresende rennt unser Spendenbalken, der euch vielleicht schon aufgefallen ist, falls ihr in den letzten zwei, drei Wochen, würde ich sagen, unsere Seite besucht habt. Weiß jemand von euch gerade, wie der Spendenbalken steht?

00:16:42.480 --> 00:16:43.760
<v Daniel Leisegang>Ich glaube 39 Prozent.

00:16:44.120 --> 00:16:49.620
<v Lucas Fiola>Ja, also als ich das letzte Mal gesehen habe, war knapp so zwischen 35, 36 Prozent.

00:16:49.900 --> 00:16:51.060
<v Lucas Fiola>Wahrscheinlich ist er jetzt ein bisschen höher.

00:16:51.260 --> 00:16:53.680
<v Lucas Fiola>Ich glaube heute Morgen waren 38, 39, irgendwas in der Richtung.

00:16:53.820 --> 00:16:57.740
<v Anna Biselli>39 stimmt, wir haben den 11. Dezember 15.12 Uhr.

00:16:58.320 --> 00:17:00.260
<v Anna Biselli>Der Spendenbalken steht bei 39 Prozent.

00:17:00.720 --> 00:17:02.420
<v Anna Biselli>Das ist in Geld ausgedruckt.

00:17:03.140 --> 00:17:07.160
<v Anna Biselli>Uns fehlen noch ungefähr 270.000 Euro bis zum Jahresende,

00:17:08.199 --> 00:17:11.040
<v Anna Biselli>um unsere Arbeit gut zu finanzieren.

00:17:11.280 --> 00:17:29.980
<v Anna Biselli>Und da seid ihr alle aufgerufen, uns zu unterstützen. Das kann man wie üblich machen unter netzpolitik.org.spenden oder dieses Jahr auch unter der Kampagnen-Domain. Und da kommt Fios Einsatz, nämlich netzpolitik.org.digitalfights.

00:17:30.680 --> 00:17:34.620
<v Anna Biselli>Genau. Und was hat es mit Digital Fights auf sich, Fio?

00:17:35.160 --> 00:17:50.600
<v Lucas Fiola>Ich glaube, dieser Slogan, we fight for your digital rights, der begleitet Netzpolitik ja schon seit Jahren und Jahrzehnten. Das habe ich mir zumindest sagen lassen. Und dieses Motto ist ja so aktuell und wichtig wie eigentlich zu Gründungszeiten.

00:17:50.920 --> 00:18:07.820
<v Lucas Fiola>Und in diesem Rahmen haben wir die Überlegung gehabt im Kampagnenteam, wie geht es weiter und wie kann man vor allen Dingen nach einer sehr, sehr starken und bunten und aussagekräftigen Kampagne im letzten Jahr jetzt darauf aufbauen.

00:18:07.920 --> 00:18:26.760
<v Lucas Fiola>Und daher kam die Idee, wir befinden uns in Digital Fights. Wir haben große Debatten und Abwehrkämpfe geführt. Dieses Jahr war die Chatkontrolle wieder so omnipräsent wie lange nicht mehr. Wir haben große Leaks durch die Data Broker Files aufgearbeitet.

00:18:27.540 --> 00:18:32.960
<v Lucas Fiola>Und man hat das Gefühl, ja im digitalen Raum passiert gerade vieles zum Negativen.

00:18:33.050 --> 00:18:47.520
<v Lucas Fiola>Und in diesem Rahmen haben wir dann gedacht, wir können ja diese ganzen einzelnen Abwehrkämpfe, die wir da führen, auch in verschiedene Worte packen, die eigentlich die Diversität und Breite, was Netzpolitik.org ausmacht, beschreibt.

00:18:47.700 --> 00:18:50.440
<v Lucas Fiola>Und daher kam dann diese Idee, Wortspiele daraus zu machen.

00:18:50.610 --> 00:18:55.780
<v Lucas Fiola>Also Digital Fights, aber auch Digital Riots oder Digital Roots.

00:18:55.850 --> 00:18:56.620
<v Lucas Fiola>Wo kommen wir her?

00:18:56.940 --> 00:19:18.780
<v Lucas Fiola>Stichwort Dezentralisierung und Fediverse. Welche Alternativen gibt es zum Status Quo? Aber auch Digital Lights, also welche besonderen Herausstellungsmerkmale gibt es? Und daraus entstanden diese ganzen Wortspiele rund um Digital Fights. Und ich glaube, das ist im Augenblick die Kampagne und die greift so ein bisschen die Arbeit der letzten Jahre, aber auch Jahrzehnte auf.

00:19:19.880 --> 00:19:42.620
<v Anna Biselli>Genau und auch in dieser Kampagne könnt ihr euch natürlich total ernste und überhaupt nicht unterhaltsame Videos von uns angucken, wie wir uns sehr ernst nehmen dabei darüber zu reden, wie wir so arbeiten. Dieses Jahr gibt es ja ein besonderes Setting in den ganzen Videos, das eher so ein Verhör-Setting ist. Wie kam es denn zu der Idee? Weißt du das noch?

00:19:43.420 --> 00:20:08.480
<v Lucas Fiola>Ja, das war letzten Endes tatsächlich eine Überlegung, wie schaffen wir es, unsere Arbeit zu präsentieren, ohne dass man am Ende den klassischen Erklärbär hat, der erklärt, ja, weil liebe Leute da draußen, Chatkontrolle ist ein Problem und wir müssen das euch erklären, sondern wir wollten davon wegkommen und gleichzeitig ein Szenario schaffen, in dem unsere RedakteurInnen die Chance bekommen, ihre Arbeit auch selbstständig zu präsentieren.

00:20:09.120 --> 00:20:32.280
<v Lucas Fiola>Und da dachten wir eben, wo kann man das machen, als in einer dystopischen Zukunft, in der es letzten Endes darum geht, was wäre, wenn es Netzpolitik.org nicht gäbe. Und da haben wir dann eine ominöse Autorität geschaffen in Form einer selbstgebauten Kamera und die führt dann sehr kritische Dialoge mit unseren RedakteurInnen über die jeweiligen Themen.

00:20:32.620 --> 00:20:53.080
<v Anna Biselli>Ein Teil der Kamera ist quasi auch historisch und falls ihr sie erkennt, dann schreibt uns bitte eine E-Mail an postcast.netzpolitik.org. Ihr bekommt dann ganz besondere Anerkennung. Ich bin gespannt, ob jemand die Kamera in den Videos noch von früher erkennt.

00:20:54.040 --> 00:20:58.600
<v Anna Biselli>Wie war denn das für dich? Du bist ja noch gar nicht so lange im Team. Wie lange bist du jetzt?

00:20:58.980 --> 00:21:00.580
<v Lucas Fiola>Ich bin seit Anfang September dabei.

00:21:00.900 --> 00:21:15.740
<v Anna Biselli>Anfang September. Und du bist ja ins Team gekommen, um uns dabei zu unterstützen, unsere Social-Media-Arbeit überhaupt mal auf den Gleis zu bekommen, weil wir da glaube ich alle nicht so besonders Spezial-ExpertInnen sind.

00:21:15.980 --> 00:21:35.240
<v Anna Biselli>Wie war denn das für dich überhaupt, in das Team zu kommen? Und wir sind jetzt, würde ich sagen, fast alle nicht so diese klassischen Social-Media-Auskenner. Hattest du das Gefühl, das ist irgendwie schwierig, irgendwie zu vermitteln, dass man sich darum auch kümmern muss? Oder was war dein Eindruck?

00:21:36.400 --> 00:21:58.280
<v Lucas Fiola>Tatsächlich nicht. Ich habe natürlich gemerkt, dass es eine große und sehr berechtigte Skepsis gibt. Ich bewege mich da ja quasi mit meiner Arbeit in einem quasi alltäglichen Widerspruch. Irgendwo stehen wir vor dieser Notwendigkeit, über Social Media Leute zu erreichen mit aber letzten Endes einer starken Kritik an Plattformmonopolen etc.

00:21:59.060 --> 00:22:21.520
<v Lucas Fiola>Und natürlich gibt es bei einigen RedakteurInnen Vorbehalte Instagram zu nutzen als Plattform. Selbstverständlich und ich meine, alle können das nachvollziehen. Und ich glaube, wenn man dann anfängt, so eine Plattform dann aber zu relativieren und zu sagen, aber wir müssen da trotzdem hin, dann ist man ganz schnell in Grundsatzdiskussionen, die natürlich auch ein bisschen um die Identität von Netzpolitik.org sich kreisen.

00:22:21.780 --> 00:22:36.940
<v Lucas Fiola>Und wenn du da neu dazukommst, dann gibt es da unter Umständen Vorbehalte, aber ich hatte immer das Gefühl, dass die Redaktion mich da weitestgehend offen und sehr willkommen geheißen hat und auch mich hat machen lassen.

00:22:37.360 --> 00:22:52.360
<v Lucas Fiola>Und das ist ja ein Prozess und ich würde das auch als solchen begreifen und gleichzeitig dürfen wir nicht davor wegschrecken, uns auch der Kritik zu stellen, auf diesen Plattformen präsent zu sein, also auch selbstkritisch zu sein und das ertrage ich quasi auch in meiner widersprüchlichen Rolle, glaube ich, an der Stelle.

00:22:56.900 --> 00:23:11.640
<v Anna Biselli>Und hattest du vorher Berührungspunkte mit den Plattformen, denen wir so ein bisschen näher sind als vielleicht Instagram? Also gerade so Mastodon und andere dezentrale Alternativen oder das Fediverse?

00:23:12.740 --> 00:23:38.740
<v Anna Biselli>Oder wie nimmst du das wahr, jetzt wo du es wahrscheinlich ein bisschen mehr mitkriegst, was auf welcher Plattform irgendwie wie funktioniert? Was sind denn da so die Unterschiede? Also wir versuchen ja schon Sachen auch auf allen möglichen Plattformen zu posten, dass man sie auch auf der Webseite angucken kann, dass man jetzt nicht Instagram benutzen muss, um irgendwie so ein Video zu sehen. So die Sachen, die man basal an Zugang schaffen kann, damit niemand dazu gezwungen ist. Aber wie erlebst du so diese Plattformen in ihrer Unterschiedlichkeit?

00:23:40.440 --> 00:23:55.020
<v Lucas Fiola>Also ich kannte die Plattform weitestgehend vorher. Ich war auch inaktiver Nutzer von Mastodon beispielsweise. Aber was ich schon merke, ist, dass es natürlich komplett unterschiedliche Zielgruppen sind. Und ich glaube, da darf man sich auch oder muss man sich ehrlich vormachen.

00:23:56.020 --> 00:24:13.480
<v Lucas Fiola>Auf Instagram tummelt sich natürlich eine vermeintlich weitestgehend junge Zielgruppe, aber ich habe tatsächlich mir die Daten von unserem eigenen Account jetzt angeguckt. Dank der sehr intensiven Meta-Datenauswertung kann man ja relativ genau gucken, wer uns folgt, wer mit unseren Beiträgen interagiert.

00:24:13.560 --> 00:24:26.280
<v Lucas Fiola>Und tatsächlich ist es überraschend, weil unsere Zielgruppe sich eigentlich in der Altersspanne überwiegend zwischen 25 und 45 bewegt auf Instagram und das relativ erfolgreich.

00:24:26.560 --> 00:24:44.680
<v Lucas Fiola>Und ich glaube, dieser Zielgruppe, eine andere Plattform wie Mastodon, die ja eher von ihrer Struktur Twitter, dem ehemaligen Twitter ähnelt, die dort zu erreichen oder sie zu überzeugen, das ist dahingehend schwer, weil Instagram einen ganz anderen Zweck erfüllt.

00:24:45.260 --> 00:24:49.520
<v Lucas Fiola>nämlich einen viel audiovisuelleren Zweck, als machst du dann ein Gluesky, das beispielsweise können.

00:24:50.200 --> 00:24:57.780
<v Lucas Fiola>Und die Fediverse-Alternativen, die es gibt, die Instagram nachkommen sollen, die sind Stand jetzt so klein,

00:24:58.060 --> 00:25:04.920
<v Lucas Fiola>dass es, glaube ich, schwierig ist, Menschen davon zu überzeugen, anstelle von Instagram diese Plattformen zu nutzen.

00:25:04.950 --> 00:25:10.800
<v Lucas Fiola>Da reden wir einfach von Netzwerkeffekten. Und selbst medienkritische junge Leute wissen das und benutzen dann trotzdem Instagram,

00:25:11.340 --> 00:25:16.680
<v Lucas Fiola>weil sie sich eben in diesen Netzwerkdynamiken befinden und es schwer ist, da auszubrechen.

00:25:17.020 --> 00:25:22.060
<v Daniel Leisegang>Ich fand einen Punkt ganz interessant, was ich schon so gemerkt habe in den letzten Wochen, wo wir zusammengearbeitet haben,

00:25:22.780 --> 00:25:28.900
<v Daniel Leisegang>dass so die Arbeit, die du da machst, ja und du sagst, es verfolgt einen anderen Zweck, auch sich zurückspiegelt ja zu uns.

00:25:29.920 --> 00:25:37.500
<v Daniel Leisegang>Also diese stärkere visuelle Aufarbeitung geht ja einher zum Beispiel mit einer anderen Art der Vermittlung der Inhalte.

00:25:38.540 --> 00:25:44.120
<v Daniel Leisegang>Und ich merke, dass es selber uns ganz gut tut, tatsächlich mal bestimmte Dinge runterzubrechen auf diese Ebene.

00:25:44.360 --> 00:25:50.060
<v Daniel Leisegang>Oder dass wir jetzt überlegen, wie können wir eigentlich, du sprachst vorhin erklärbär Texte, wir überlegen ja erklärbär Videos zu machen,

00:25:50.920 --> 00:25:57.520
<v Daniel Leisegang>wo wir auch einfach schauen und erproben, ob wir unsere Inhalte, die mitunter ja auch technisch anspruchsvoller sind,

00:25:58.720 --> 00:26:01.760
<v Daniel Leisegang>dass wir versuchen, das dann anders mal darzustellen. Und darauf freue ich mich vor allem.

00:26:01.880 --> 00:26:04.340
<v Daniel Leisegang>Also mal zu schauen, wie wird das eigentlich in den nächsten Wochen und Monaten,

00:26:04.540 --> 00:26:09.100
<v Daniel Leisegang>wenn wir Themen wie biometrische Videoüberwachung eben nicht in Texten erklären,

00:26:09.340 --> 00:26:12.500
<v Daniel Leisegang>wo beispielsweise Martin in andere Städte fährt und sich das anschaut,

00:26:12.590 --> 00:26:16.060
<v Daniel Leisegang>sondern wenn man dann plötzlich das nochmal begleitet mit audiovisuellen Inhalten.

00:26:16.420 --> 00:26:17.640
<v Daniel Leisegang>Das finde ich sehr spannend an der Stelle.

00:26:18.480 --> 00:26:19.280
<v Lucas Fiola>Ich glaube auch.

00:26:19.450 --> 00:26:24.180
<v Lucas Fiola>Und ich glaube, das wird auch, ist generell ja eine, man muss es als Spielwiese begreifen.

00:26:24.310 --> 00:26:26.580
<v Lucas Fiola>Und wir sind ja gerade auch in einem Stadium, das auszuprobieren.

00:26:26.740 --> 00:26:30.940
<v Lucas Fiola>Und wir sind ja auch immer offen dazu zu erkennen, Instagram erfüllt keinen Zweck mehr

00:26:30.940 --> 00:26:35.140
<v Lucas Fiola>oder Meta verschlimmert die ohnehin schon schwierigen Bedingungen,

00:26:35.240 --> 00:26:36.580
<v Lucas Fiola>auf diesen Plattformen zu arbeiten.

00:26:36.720 --> 00:26:39.620
<v Lucas Fiola>Und dann kann man ja das auch kritisch so reflektieren.

00:26:40.220 --> 00:26:43.820
<v Lucas Fiola>Aber ja, ich sehe das auch, da wird noch viel passieren.

00:26:44.680 --> 00:26:45.960
<v Anna Biselli>Okay, wir sind gespannt.

00:26:46.320 --> 00:26:48.820
<v Anna Biselli>Wahrscheinlich seht ihr davon noch einiges.

00:26:49.260 --> 00:26:50.840
<v Anna Biselli>Und dann gucken wir mal,

00:26:50.990 --> 00:26:55.580
<v Anna Biselli>ob wir uns in einem Jahr über ganz andere Plattformen unterhalten

00:26:55.760 --> 00:26:58.220
<v Anna Biselli>oder unseren großen LinkedIn-Durchbruch feiern

00:26:58.540 --> 00:27:01.220
<v Anna Biselli>oder was auch immer bis dahin noch passiert ist.

00:27:09.280 --> 00:27:14.260
<v Anna Biselli>Wir gehen mit einer starken Spendenempfehlung weiter in die nächste Kategorie,

00:27:14.440 --> 00:27:16.840
<v Anna Biselli>nämlich in unsere Selbstreflexion.

00:27:16.960 --> 00:27:18.680
<v Anna Biselli>Wir nennen es Blattkritik.

00:27:19.720 --> 00:27:21.580
<v Anna Biselli>Das ist die Kategorie, in der wir darüber reden,

00:27:21.720 --> 00:27:25.840
<v Anna Biselli>was bei uns vielleicht in den letzten Wochen nicht so gut gelaufen ist

00:27:25.860 --> 00:27:28.440
<v Anna Biselli>oder auch, was gut gelaufen ist.

00:27:29.900 --> 00:27:33.620
<v Anna Biselli>Wir sitzen ja jetzt hier nicht nur mit den schreibenden Menschen

00:27:34.430 --> 00:27:35.960
<v Anna Biselli>aus der Redaktion zusammen.

00:27:36.210 --> 00:27:39.520
<v Anna Biselli>Deshalb bin ich ganz gespannt, Fiu, hast du uns ein Beispiel mitgebracht

00:27:39.570 --> 00:27:40.540
<v Anna Biselli>und wenn ja, welches?

00:27:41.800 --> 00:27:44.520
<v Lucas Fiola>Ich glaube, aus meiner eigenen Arbeit merke ich,

00:27:44.640 --> 00:27:46.940
<v Lucas Fiola>wenn jemand versucht, Dinge grafisch zu erklären

00:27:47.100 --> 00:27:50.060
<v Lucas Fiola>und ich habe versucht, die Chatkontrolle zu visualisieren.

00:27:51.140 --> 00:27:53.020
<v Anna Biselli>Wie funktioniert die Chatkontrolle?

00:27:53.900 --> 00:28:07.720
<v Lucas Fiola>Dass es nicht nur darum geht, wie liest man Grafiken und wie erstellt man diese Grafiken, sodass sie alle verstehen, sondern wie schafft man es, einen technischen Sachverhalt so zu erklären, dass Menschen es verstehen.

00:28:08.700 --> 00:28:19.280
<v Lucas Fiola>Und dann sind wir in dem Fall daran gescheitert, dass ich erkannt habe, es gibt ja nicht nur diesen einen Weg der Chatkontrolle und die zahlreichen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen und das noch in verständlicher Art.

00:28:19.820 --> 00:28:21.200
<v Lucas Fiola>das frisst sehr viel Kapazitäten

00:28:22.010 --> 00:28:24.080
<v Lucas Fiola>und entsprechend musste dieses schöne Schaubild

00:28:24.180 --> 00:28:26.040
<v Anna Biselli>dann leider weichen und es hat es nie geschafft.

00:28:26.230 --> 00:28:27.060
<v Anna Biselli>Ich glaube, ich war schuld.

00:28:27.370 --> 00:28:29.840
<v Anna Biselli>Aber ich finde auch, das zeigt,

00:28:31.900 --> 00:28:33.140
<v Anna Biselli>ich finde, das war ganz wichtig.

00:28:33.270 --> 00:28:33.960
<v Anna Biselli>Also das war jetzt,

00:28:34.940 --> 00:28:36.380
<v Anna Biselli>das hat erstmal nur dich betroffen leider,

00:28:36.510 --> 00:28:38.860
<v Anna Biselli>aber eigentlich ist das eine total gute Erkenntnis irgendwie,

00:28:39.780 --> 00:28:40.840
<v Anna Biselli>was auch so ein bisschen wahrscheinlich

00:28:41.010 --> 00:28:42.460
<v Anna Biselli>die Quintessenz zur Chat-Kontrolle ist,

00:28:42.540 --> 00:28:43.680
<v Anna Biselli>dass eigentlich niemandem klar ist,

00:28:43.690 --> 00:28:45.280
<v Anna Biselli>wie das eigentlich genau funktionieren soll.

00:28:45.420 --> 00:28:46.540
<v Anna Biselli>Das heißt, du hättest diese Aufgabe

00:28:46.770 --> 00:28:47.980
<v Anna Biselli>überhaupt nicht bewältigen können,

00:28:48.440 --> 00:28:51.800
<v Anna Biselli>Weil nämlich überhaupt nicht klar ist, wie zur Hölle das denn überhaupt gehen soll.

00:28:51.820 --> 00:28:57.980
<v Anna Biselli>Und ich finde, das können wir jetzt leider nicht mit der Social-Media-Welt teilen, weil wir das Bild eben nicht so nutzen können.

00:28:58.100 --> 00:29:00.680
<v Anna Biselli>Aber eigentlich trifft das den Kern des Ganzen schon ganz gut.

00:29:00.880 --> 00:29:03.940
<v Anna Biselli>Deshalb würde ich sagen, es ist gar nicht so doof gelaufen.

00:29:03.980 --> 00:29:06.900
<v Anna Biselli>Ich finde, du bist auf die Quintessenz gestoßen.

00:29:08.200 --> 00:29:11.220
<v Anna Biselli>Jetzt können sich immerhin noch unsere Podcast-Hörerinnen mit darüber freuen.

00:29:11.500 --> 00:29:12.620
<v Anna Biselli>Vielleicht ist das dann doch noch gut.

00:29:12.960 --> 00:29:16.180
<v Daniel Leisegang>Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, in Brüssel mal Menschen zu fragen, ob sie das mal aufmalen.

00:29:16.260 --> 00:29:20.960
<v Daniel Leisegang>Vielleicht werden sie schneller, aber der Erkenntnis, dass das Ding einfach nicht taugt, die Idee, die sie da haben.

00:29:21.360 --> 00:29:22.200
<v Daniel Leisegang>Mal's mal auf, bitte.

00:29:24.700 --> 00:29:25.720
<v Anna Biselli>Das ist keine schlechte Idee.

00:29:26.420 --> 00:29:27.960
<v Anna Biselli>Ja, und was ist super gelaufen?

00:29:29.120 --> 00:29:33.520
<v Lucas Fiola>Besonders gut lief einfach tatsächlich das Feedback der Leute.

00:29:33.800 --> 00:29:42.420
<v Lucas Fiola>Man hat gemerkt, dass viele, die uns eh verfolgen, gemerkt haben, dass wir versuchen, visuell ansprechender zu arbeiten.

00:29:42.500 --> 00:29:43.760
<v Lucas Fiola>Und das kam ganz positiv an.

00:29:44.060 --> 00:29:52.100
<v Lucas Fiola>Und ich freue mich generell, dass die Spendenkampagne Stand jetzt mit tollem Feedback verknüpft ist, wo Leute sagen, ihr macht so wichtige Arbeit.

00:29:52.420 --> 00:29:59.200
<v Lucas Fiola>Und das fühlt sich gut an, an der Stelle zu wissen, dass das, was man macht, auch Wertschätzung erfährt.

00:29:59.520 --> 00:30:02.820
<v Anna Biselli>Das heißt nicht nur monetäre Unterstützung, sondern auch die ideelle Unterstützung.

00:30:02.960 --> 00:30:10.960
<v Anna Biselli>Ich freue mich tatsächlich auch, weil gerade so das Jahresende auch so eine Zeit ist, wenn Menschen auch einfach den Spendenaufruf teilen und dann vielleicht noch was dazu schreiben.

00:30:11.220 --> 00:30:13.560
<v Anna Biselli>warum das vielleicht irgendwie wichtig ist, uns zu unterstützen,

00:30:13.840 --> 00:30:15.940
<v Anna Biselli>finde ich das auch immer wieder sehr, sehr cool.

00:30:16.180 --> 00:30:19.020
<v Anna Biselli>Und das motiviert einen dann auch, weiterzumachen.

00:30:19.820 --> 00:30:23.320
<v Anna Biselli>Daniel, was ist bei dir gut oder nicht so gut gelaufen?

00:30:23.900 --> 00:30:25.920
<v Daniel Leisegang>Also ich glaube, wenn ich so auf den letzten Monat schaue,

00:30:25.930 --> 00:30:29.340
<v Daniel Leisegang>dann würde ich sagen, die Berichterstattung zum digitalen Omnibus,

00:30:29.340 --> 00:30:30.640
<v Daniel Leisegang>den wir schon erwähnt haben, fand ich gut.

00:30:30.880 --> 00:30:33.760
<v Daniel Leisegang>Also gerade so mit dem League noch vor dem Gipfel, dann der Gipfel,

00:30:33.910 --> 00:30:35.700
<v Daniel Leisegang>dann was danach kam, dann die Analyse,

00:30:36.430 --> 00:30:38.860
<v Daniel Leisegang>die Stimmen, die wir eingeholt haben aus der Zivilgesellschaft.

00:30:39.300 --> 00:30:43.300
<v Daniel Leisegang>Also ich habe den Eindruck, da waren wir sehr nah dran und haben das auch gut vermitteln können.

00:30:43.680 --> 00:30:47.460
<v Daniel Leisegang>Und ich hatte, und ich will jetzt hier nicht billige Medienschelte machen an der Stelle,

00:30:47.540 --> 00:30:50.100
<v Daniel Leisegang>aber ich hatte den Eindruck, dass es nicht viele gemacht haben.

00:30:50.460 --> 00:30:53.620
<v Daniel Leisegang>Und das, obwohl das Thema extrem wichtig ist.

00:30:53.780 --> 00:31:00.460
<v Daniel Leisegang>Also wenn man sich anschaut, wie hoch die KI-Verordnung gehalten wurde und wie sie jetzt, ja,

00:31:01.460 --> 00:31:05.680
<v Daniel Leisegang>geschreddert wird sie noch nicht, aber wie sie zumindest zurückgehalten wird und wie das eingedämmt wird,

00:31:06.240 --> 00:31:07.860
<v Daniel Leisegang>dann ist das eine erstaunliche Diskrepanz.

00:31:08.280 --> 00:31:11.860
<v Daniel Leisegang>Und da waren wir nah dran und das freut mich sehr.

00:31:12.340 --> 00:31:13.280
<v Anna Biselli>Was freut dich denn nicht?

00:31:15.880 --> 00:31:18.260
<v Daniel Leisegang>Ich glaube, ich habe darüber nachgedacht, ob ich ein Negativ-Fallspiel habe.

00:31:18.320 --> 00:31:19.260
<v Daniel Leisegang>So direkt habe ich das nicht.

00:31:19.360 --> 00:31:25.960
<v Daniel Leisegang>Ich merke so zum Jahresende, wir sind jetzt so, also zum Jahresende zieht man ja so Resümee.

00:31:26.200 --> 00:31:30.160
<v Daniel Leisegang>Und wir sind jetzt so ein knappes Jahr unter Schwarz-Rot und einer Regierung März.

00:31:30.160 --> 00:31:31.940
<v Daniel Leisegang>Und es hat sich enorm viel verändert.

00:31:32.180 --> 00:31:36.080
<v Daniel Leisegang>Und ich merke, dass ich zum Jahresende sehr darüber nachdenke, was sich eigentlich verändert hat.

00:31:36.280 --> 00:31:53.580
<v Daniel Leisegang>Nicht nur der Ton, sondern auch mit welcher Geschwindigkeit und mit welchem Nachdruck und auch zum Teil mit welcher Bulldozer-Mentalität Grundrechte geschleift werden und gleichzeitig Repressionen nochmal durch die Tür gedrückt werden.

00:31:53.680 --> 00:31:57.140
<v Daniel Leisegang>dass ich selber, wenn ich das so mit dem Jahresanfang vergleiche,

00:31:57.160 --> 00:31:58.000
<v Daniel Leisegang>schon ein bisschen erschrocken bin,

00:31:58.420 --> 00:32:02.000
<v Daniel Leisegang>wie das zum Teil fast,

00:32:02.650 --> 00:32:05.140
<v Daniel Leisegang>also wie das spürbar ist, aber gleichzeitig auch nicht.

00:32:05.440 --> 00:32:07.360
<v Daniel Leisegang>Also wie man sich fast dran gewöhnt und wie schnell das geht.

00:32:08.220 --> 00:32:10.440
<v Daniel Leisegang>Und ich glaube, das ist so meine Sorge mit Blick aufs nächste Jahr.

00:32:10.800 --> 00:32:12.960
<v Daniel Leisegang>Und was ich so gerade zum Jahresende nochmal feststelle,

00:32:13.060 --> 00:32:14.540
<v Daniel Leisegang>bei mir sind einige Sachen noch auf dem Tisch.

00:32:14.750 --> 00:32:17.460
<v Daniel Leisegang>Unter anderem eben dieses am Anfang genannte Medizinregistergesetz.

00:32:17.760 --> 00:32:20.380
<v Daniel Leisegang>Das klingt, und das ist symptomatisch für die Zeit,

00:32:21.040 --> 00:32:22.820
<v Daniel Leisegang>ein wenig so, als wäre es eine Randnotiz,

00:32:22.980 --> 00:32:24.820
<v Daniel Leisegang>was irgendwo da in Berlin passiert.

00:32:24.980 --> 00:32:27.660
<v Daniel Leisegang>Aber wenn man dann reinschaut, dann stellt man fest,

00:32:27.720 --> 00:32:30.700
<v Daniel Leisegang>da wird KI, da werden Überwachungsmittel,

00:32:31.000 --> 00:32:32.840
<v Daniel Leisegang>da wird immer wieder sowas reingestreut.

00:32:33.000 --> 00:32:35.140
<v Daniel Leisegang>Und man muss mittlerweile, also mein Eindruck,

00:32:35.240 --> 00:32:36.620
<v Daniel Leisegang>immer noch mehr aufpassen als früher.

00:32:36.880 --> 00:32:39.640
<v Daniel Leisegang>Was wird da eigentlich gerade in welcher Anzahl durch die Tür gedrückt?

00:32:40.280 --> 00:32:42.820
<v Daniel Leisegang>Und das scheint mir gerade in der Frequenz enorm hoch.

00:32:44.120 --> 00:32:45.800
<v Daniel Leisegang>Und ich merke selber,

00:32:45.840 --> 00:32:48.120
<v Daniel Leisegang>das kann aber auch mit dem Jahresende zusammenhängen,

00:32:49.540 --> 00:32:52.060
<v Daniel Leisegang>dass das gerade an so einem Punkt ist, wo ich mich frage,

00:32:52.300 --> 00:32:53.500
<v Daniel Leisegang>wie lange geht das eigentlich?

00:32:54.170 --> 00:32:56.600
<v Daniel Leisegang>Also sinnvoll, wie lange kann man eigentlich sinnvoll Themen bearbeiten,

00:32:56.650 --> 00:32:58.720
<v Daniel Leisegang>wenn sie mit dieser Frequenz so kommen?

00:32:59.960 --> 00:33:02.300
<v Daniel Leisegang>Und gerade ist die Frequenz da sehr hoch.

00:33:02.780 --> 00:33:04.120
<v Daniel Leisegang>Es geht alles in die ähnliche Richtung,

00:33:05.000 --> 00:33:07.820
<v Daniel Leisegang>was so aus BMI vor allem kommt, aus dem Bundesinnenministerium.

00:33:08.140 --> 00:33:09.260
<v Daniel Leisegang>Aber das finde ich so, das ist schon,

00:33:09.880 --> 00:33:11.840
<v Daniel Leisegang>das ist nicht was, was nicht gut gelaufen ist,

00:33:11.990 --> 00:33:14.840
<v Daniel Leisegang>aber wo ich merke, da ist ganz schöner Druck im Kessel.

00:33:15.400 --> 00:33:16.500
<v Anna Biselli>Ja, es ist auch interessant.

00:33:16.650 --> 00:33:17.880
<v Anna Biselli>Ich habe auch letztens daran gedacht,

00:33:18.000 --> 00:33:20.140
<v Anna Biselli>dass ich ja ungefähr vor einem Jahr mit Chris zusammen

00:33:20.160 --> 00:33:23.160
<v Anna Biselli>auf dem Kongress einen Talk gehalten habe zur autoritären Wende.

00:33:25.580 --> 00:33:26.820
<v Anna Biselli>Und das war vor einem Jahr.

00:33:27.500 --> 00:33:31.420
<v Anna Biselli>Und das ist so rückblickend, war das damals schon total schockierend.

00:33:31.450 --> 00:33:33.860
<v Anna Biselli>Und wenn ich das jetzt aber von damals irgendwie mit dem vergleiche,

00:33:33.940 --> 00:33:40.620
<v Anna Biselli>was heute so passiert, wirkt das auch total viel länger her irgendwie.

00:33:40.900 --> 00:33:42.600
<v Anna Biselli>Und das ist schon irgendwie krass.

00:33:44.020 --> 00:33:46.960
<v Anna Biselli>Aber da schließe ich gleich an mit meinem Beispiel, was nicht so gut lief.

00:33:47.860 --> 00:33:55.320
<v Anna Biselli>Mich hat total erstaunt, vor allem in der mangelnden Außenwahrnehmung,

00:33:55.640 --> 00:33:59.720
<v Anna Biselli>sowohl quasi von dem, was an Reaktionen von Lesenden kam,

00:33:59.730 --> 00:34:03.460
<v Anna Biselli>aber auch was irgendwie anging, wie viele andere Medien das Thema aufgegriffen haben,

00:34:03.620 --> 00:34:08.700
<v Anna Biselli>war so die ganze Berichterstattung zum neuen MAD-Gesetz, die ich gemacht habe.

00:34:08.800 --> 00:34:09.820
<v Anna Biselli>Das finde ich total krass.

00:34:10.010 --> 00:34:12.580
<v Anna Biselli>Also das heißt, wir haben jetzt ein neues Gesetz für den MAD,

00:34:12.820 --> 00:34:18.260
<v Anna Biselli>das heißt den Militärischen Abschirmdienst und damit ein neues Geheimdienstgesetz.

00:34:18.600 --> 00:34:22.419
<v Anna Biselli>Und da steht eine krasse Befugniserweiterung für den MAD drin und ziemlich viele neue Sachen.

00:34:23.580 --> 00:34:28.500
<v Anna Biselli>Und es ist auch der Auftakt für quasi eine ganze Reihe an Geheimdienstreformen.

00:34:29.220 --> 00:34:36.200
<v Anna Biselli>Das heißt, wir werden in den nächsten Monaten auch noch neue Gesetze für den BND bekommen.

00:34:36.440 --> 00:34:37.580
<v Anna Biselli>Das ist wohl schon in der Mache.

00:34:38.500 --> 00:34:40.600
<v Anna Biselli>Und wie es mit dem Verfassungsschutz aussieht, weiß ich gerade nicht.

00:34:40.720 --> 00:34:43.860
<v Anna Biselli>Aber ich würde auch davon ausgehen, dass da einiges neu gemacht wird.

00:34:43.960 --> 00:34:46.220
<v Anna Biselli>Das heißt, eigentlich hat man so eine ziemliche Signalbegründung.

00:34:46.340 --> 00:34:48.980
<v Anna Biselli>Und es interessiert niemanden.

00:34:49.220 --> 00:34:50.520
<v Anna Biselli>Und ich finde das total krass.

00:34:50.600 --> 00:34:53.399
<v Anna Biselli>Also das finde ich, ist überhaupt nicht gut gelaufen.

00:34:53.679 --> 00:34:55.899
<v Anna Biselli>Ich weiß nicht, wie viel ich dagegen hätte tun können.

00:34:55.899 --> 00:34:59.980
<v Anna Biselli>Ich habe versucht, darüber zu berichten und über die Kritik an dem Gesetz zu berichten.

00:35:01.440 --> 00:35:04.240
<v Anna Biselli>Und aufgegriffen wurde das irgendwie überhaupt nicht.

00:35:04.280 --> 00:35:07.440
<v Anna Biselli>Und ich habe das Gefühl, das Thema ist unglaublich untergegangen.

00:35:07.640 --> 00:35:10.440
<v Anna Biselli>Und das hat mich schon sehr geärgert.

00:35:10.580 --> 00:35:16.140
<v Anna Biselli>weil ich glaube, das hat wesentlich mehr Bedeutung als jetzt für den MAD selbst,

00:35:16.460 --> 00:35:23.320
<v Anna Biselli>sondern das gibt uns auch so eine Art Vorahnung, was wir in den nächsten Geheimdienstgesetzen so zu erwarten haben.

00:35:23.560 --> 00:35:25.640
<v Anna Biselli>Das fand ich bedauerlich.

00:35:26.760 --> 00:35:30.660
<v Anna Biselli>So zu dem Thema, was, glaube ich, gut gelaufen ist, habe ich zwei Sachen.

00:35:30.700 --> 00:35:34.340
<v Anna Biselli>Zu der einen kann ich noch nicht ganz so viel sagen, zu der anderen ein bisschen mehr, weil sie schon erschienen ist.

00:35:35.120 --> 00:35:48.340
<v Anna Biselli>Wir haben am Mittwoch eine Recherche zu Bundesdomains veröffentlicht und da habe ich mir und ein Sicherheitsforscher hat sich angeguckt,

00:35:48.340 --> 00:35:59.260
<v Anna Biselli>was denn passiert, wenn beispielsweise Behörden sich umbenennen oder Behörden irgendwelche Kampagnen beenden und dann die Domains, die dazugehören, aufgeben und nicht weiter registrieren.

00:35:59.400 --> 00:36:01.580
<v Anna Biselli>was dann passiert, wenn sich die andere Leute registrieren

00:36:01.720 --> 00:36:05.340
<v Anna Biselli>und die für nicht so erwünschte Dinge benutzen.

00:36:05.410 --> 00:36:09.000
<v Anna Biselli>Und ich muss sagen, es hat einfach tatsächlich sehr viel Spaß gemacht,

00:36:09.280 --> 00:36:09.960
<v Anna Biselli>irgendwie zu graben.

00:36:09.990 --> 00:36:11.880
<v Anna Biselli>Dann gab es dazu noch eine kleine Anfrage.

00:36:12.220 --> 00:36:13.980
<v Anna Biselli>Und da kamen dann noch mehr Beispiele raus,

00:36:14.160 --> 00:36:15.020
<v Anna Biselli>was dabei schiefgehen kann.

00:36:15.200 --> 00:36:19.180
<v Anna Biselli>Das dann auf so einer früheren Kampagnenseite zu einem Impfbuch,

00:36:19.400 --> 00:36:21.500
<v Anna Biselli>dass dann plötzlich Casino-Werbung erscheint.

00:36:21.660 --> 00:36:24.040
<v Anna Biselli>Und eine Seite, wo es mal um Kinderlieder ging,

00:36:24.160 --> 00:36:25.780
<v Anna Biselli>verteilt jetzt fleißig Schadsoftware.

00:36:25.840 --> 00:36:27.220
<v Anna Biselli>Das ist alles nicht schön und erfreulich.

00:36:27.380 --> 00:36:34.900
<v Anna Biselli>Aber tatsächlich fand ich das extrem nett, diese ganzen Sachen zu recherchieren und zu gucken, was da alles passiert.

00:36:35.859 --> 00:36:49.500
<v Anna Biselli>Kein schönes Ergebnis, aber vielleicht denkt ja nochmal irgendjemand darüber nach, ob der Ansatz, keinerlei Regeln dafür zu haben, wie man mit so alten Domains umgeht, zumindest bundesweit, ob das wirklich der richtige Ansatz ist.

00:36:49.650 --> 00:36:51.340
<v Anna Biselli>Und genau eine andere Sache, über die ich mich sehr gefreut habe.

00:36:51.430 --> 00:36:55.260
<v Anna Biselli>Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben, was vielleicht auch ein bisschen peinlich ist, ein Archiv besucht.

00:36:56.320 --> 00:37:04.500
<v Anna Biselli>Und warum ich das Archiv besucht habe, das erzähle ich euch, glaube ich, nächstes Jahr, weil zumindest ist ein Artikel dazu im Januar geplant.

00:37:04.720 --> 00:37:07.120
<v Daniel Leisegang>War es denn so, wie du es dir vorgestellt hast, ein Archivbesuch?

00:37:07.180 --> 00:37:12.120
<v Anna Biselli>Es war mega schön. Also das war ein ehrenamtliches Archiv, kein besonders großes Archiv. Es war jetzt nicht ein Bundesarchiv oder so.

00:37:12.650 --> 00:37:22.540
<v Anna Biselli>Und da war ein Mensch, der schon in Rente ist und das ehrenamtlich macht und einfach sich sehr, sehr viel Arbeit damit gemacht hat, mit mir da die Sachen rauszusuchen, die ich vorher aufgeschrieben hatte.

00:37:22.680 --> 00:37:27.420
<v Anna Biselli>Da gab es so eine Excel-Liste, auf der konnte man eben gucken, was sie so da haben, zu welchen Themen.

00:37:27.700 --> 00:37:34.300
<v Anna Biselli>Und dann wurde ganz viel in Ordnern gesucht und eben nicht nur Bücher oder wirklich offizielle Dokumente,

00:37:34.450 --> 00:37:40.260
<v Anna Biselli>sondern tatsächlich auch viel Konversation und viele Dinge, die mit Schreibmaschine auf Butterbrotpapier getippt waren und so.

00:37:40.820 --> 00:37:42.460
<v Anna Biselli>Und das war einfach extrem cool.

00:37:42.670 --> 00:37:50.339
<v Anna Biselli>Und ich war sehr froh, dass es dieses Archiv, das da von engagierten Menschen betrieben wird und gepflegt wird, existiert.

00:37:51.020 --> 00:37:53.380
<v Anna Biselli>Und fand das echt, weiß ich nicht.

00:37:53.400 --> 00:37:56.100
<v Anna Biselli>Ich habe es ein bisschen bereut, dass ich noch nie in meinem Leben vorher im Archiv war.

00:37:56.100 --> 00:37:57.280
<v Anna Biselli>Ich glaube, ich habe einfach das Falsche studiert.

00:37:57.300 --> 00:38:00.780
<v Anna Biselli>Wenn man so Informatik studiert, dann sind die ganzen Quellen jetzt noch nicht so super alt.

00:38:01.700 --> 00:38:05.880
<v Anna Biselli>Zumindest, wenn man sich jetzt nicht mit historischen Phänomenen beschäftigt,

00:38:06.000 --> 00:38:07.240
<v Anna Biselli>dann muss man immer nicht in Archive gehen.

00:38:07.260 --> 00:38:08.840
<v Anna Biselli>Da kann man meistens irgendwie ins Internet gehen.

00:38:09.660 --> 00:38:10.200
<v Anna Biselli>Schade eigentlich.

00:38:10.700 --> 00:38:13.160
<v Anna Biselli>Ist mir was entgangen im vorigen Leben.

00:38:13.800 --> 00:38:15.860
<v Daniel Leisegang>Du kannst ja noch einen Ehrenamt machen, wenn du Rentnerin bist.

00:38:17.000 --> 00:38:20.300
<v Anna Biselli>Nee, mein Ehrenamt wird ja jetzt, dass ich irgendwie Briefe beim Weihnachtsmann beantworte.

00:38:20.460 --> 00:38:21.660
<v Anna Biselli>Darüber haben wir doch letztens schon geredet.

00:38:22.600 --> 00:38:23.840
<v Anna Biselli>Das ist jetzt mein Ziel.

00:38:24.940 --> 00:38:26.800
<v Anna Biselli>Wunschzettel von Kindern beantworten oder so.

00:38:26.980 --> 00:38:29.560
<v Anna Biselli>Vielleicht schreibt auch mal einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann.

00:38:29.660 --> 00:38:32.100
<v Anna Biselli>Ich gucke mal, ob man sich da irgendwo bewerben kann, dass man da mitmachen kann.

00:38:36.240 --> 00:38:39.880
<v Anna Biselli>Weg vom Weihnachtsmann hin zum Postfach.

00:38:40.720 --> 00:38:44.880
<v Anna Biselli>Das ist die Kategorie, in der wir Fragen von HörerInnen beantworten.

00:38:45.020 --> 00:38:57.080
<v Anna Biselli>Und wenn ihr auch Fragen an uns habt und wollt, dass die mal hier in aller Öffentlichkeit beantwortet werden, dann schreibt uns doch gerne auch eine Mail an podcast.netzpolitik.org.

00:38:57.170 --> 00:39:09.180
<v Anna Biselli>Und wir haben eine Liste, die ist erquicklich lang, aber da kommen alle Fragen rauf und wir arbeiten die dann in ein bisschen willkürlicher Reihenfolge ab.

00:39:09.500 --> 00:39:12.500
<v Anna Biselli>Dieses Mal habe ich zwei Fragen mitgebracht.

00:39:13.720 --> 00:39:16.720
<v Anna Biselli>X-Key fragt uns, warum Berlin?

00:39:18.960 --> 00:39:21.180
<v Daniel Leisegang>Welcher Hinsicht? Warum wir in Berlin sind?

00:39:21.740 --> 00:39:22.940
<v Anna Biselli>Da steht, warum Berlin?

00:39:24.900 --> 00:39:27.760
<v Anna Biselli>Das frage ich mich jedes Mal, wenn ich hierher pendle.

00:39:29.260 --> 00:39:32.480
<v Daniel Leisegang>Es wäre ich interessiert, ob die Person X-Key aus Berlin kommt oder nicht.

00:39:32.660 --> 00:39:34.800
<v Daniel Leisegang>Und ob das eine Frage ist, die von außen gestellt wird oder von innen.

00:39:35.980 --> 00:39:38.240
<v Daniel Leisegang>Warum Berlin? Ich vermute mal, warum sind wir in Berlin?

00:39:38.980 --> 00:39:40.720
<v Daniel Leisegang>netspartig.org. Interpretier das, wie du willst.

00:39:40.940 --> 00:39:42.880
<v Anna Biselli>Es gibt hier kein richtig oder falsch. Okay, ich versuche mal

00:39:43.020 --> 00:39:45.120
<v Daniel Leisegang>diesen Ansatz. Also sagen wir mal, warum bin ich froh,

00:39:45.250 --> 00:39:46.780
<v Daniel Leisegang>in Berlin zu sein als

00:39:47.440 --> 00:39:49.020
<v Daniel Leisegang>Redaktion, mit der Redaktion,

00:39:49.120 --> 00:39:50.200
<v Daniel Leisegang>mit uns allen hier.

00:39:51.900 --> 00:39:53.020
<v Daniel Leisegang>Ich mag, wenn Menschen

00:39:53.120 --> 00:39:54.940
<v Daniel Leisegang>nach Berlin kommen, dann gewöhnen sich

00:39:55.090 --> 00:39:56.700
<v Daniel Leisegang>daran, dass sie ein Buch in die S-Bahn mitnehmen.

00:39:56.840 --> 00:39:58.820
<v Daniel Leisegang>Als es noch kein Smartphone war, habe ich mich daran gewöhnt. Mittlerweile hat man

00:39:58.860 --> 00:40:00.840
<v Daniel Leisegang>ein Smartphone, weil die Wege sehr lang sind. Dennoch sind die Wege

00:40:00.870 --> 00:40:02.200
<v Daniel Leisegang>hier sehr kurz, wenn man mal

00:40:02.920 --> 00:40:04.600
<v Daniel Leisegang>zu anderen Organisationen muss, wenn man zu

00:40:05.020 --> 00:40:07.000
<v Daniel Leisegang>Pressekonferenzen möchte, wenn man auch mal in die Bundestag

00:40:07.260 --> 00:40:08.940
<v Daniel Leisegang>geht und dort Menschen trifft

00:40:08.960 --> 00:40:11.180
<v Daniel Leisegang>unterhält. Insofern ist das schon mal ein großer Vorteil,

00:40:11.320 --> 00:40:12.960
<v Daniel Leisegang>würde ich sagen. Und wir selber

00:40:13.160 --> 00:40:14.660
<v Daniel Leisegang>sind ja auch in einem Haus, wo dann noch andere

00:40:15.420 --> 00:40:16.960
<v Daniel Leisegang>Organisationen sind. Insofern sind die Wege dann

00:40:17.859 --> 00:40:18.980
<v Daniel Leisegang>noch kürzer. Ich würde sagen,

00:40:19.100 --> 00:40:21.260
<v Daniel Leisegang>das ist für mich einer der wesentlichen

00:40:21.420 --> 00:40:23.040
<v Daniel Leisegang>Gründe, warum Berlin sinnvoll ist.

00:40:23.640 --> 00:40:25.180
<v Daniel Leisegang>Da wir aber auch digital arbeiten,

00:40:25.380 --> 00:40:26.940
<v Daniel Leisegang>müsste man das wahrscheinlich nicht mal tun.

00:40:27.520 --> 00:40:29.140
<v Anna Biselli>Aber ich glaube, in Berlin dauert doch alles eine halbe

00:40:29.280 --> 00:40:30.980
<v Anna Biselli>Stunde. Also zumindest ich mache das so, wenn ich von

00:40:31.180 --> 00:40:33.100
<v Anna Biselli>Berlin nach Berlin irgendwie muss, dann gehe ich immer eine halbe

00:40:33.220 --> 00:40:34.900
<v Anna Biselli>Stunde früher los. Meistens

00:40:35.120 --> 00:40:37.160
<v Anna Biselli>funktioniert das. Selten ist man

00:40:37.120 --> 00:40:39.100
<v Anna Biselli>zu spät, manchmal ist man zu früh, aber ich finde

00:40:39.300 --> 00:40:41.040
<v Anna Biselli>halbe Stunde ist quasi der Abstand in Berlin, egal

00:40:41.140 --> 00:40:43.340
<v Anna Biselli>von wo nach wo. Ja, wenn man vom Weißensee

00:40:43.400 --> 00:40:45.040
<v Daniel Leisegang>nach Neukölln muss, fahre ich nicht ganz, das stimmt,

00:40:45.220 --> 00:40:47.080
<v Daniel Leisegang>aber in der Regel ist das so, aber ich habe in

00:40:47.180 --> 00:40:49.120
<v Daniel Leisegang>Frankfurt studiert und da konnte ich in 15 Minuten

00:40:49.220 --> 00:40:50.980
<v Daniel Leisegang>mit dem Fahrrad durch die ganze Stadt fahren, da war ich

00:40:51.060 --> 00:40:53.320
<v Daniel Leisegang>von Ost nach Westen in 15 Minuten. Also insofern

00:40:53.420 --> 00:40:55.040
<v Daniel Leisegang>war das schon mal eine Verdopplung. Vom Gefühl

00:40:55.300 --> 00:40:56.900
<v Anna Biselli>her war es sehr viel weiter. Okay, aber Fio, du

00:40:57.080 --> 00:40:59.380
<v Anna Biselli>plädierst gegen Berlin oder du verstehst es auch nicht?

00:40:59.440 --> 00:41:01.140
<v Lucas Fiola>Ich finde, Daniel hat das gut

00:41:01.579 --> 00:41:03.220
<v Lucas Fiola>zusammengefasst, nur ich glaube, wenn man

00:41:03.320 --> 00:41:05.160
<v Lucas Fiola>nicht in Berlin heimisch ist, dann

00:41:05.560 --> 00:41:08.800
<v Lucas Fiola>ist es umso anstrengender natürlich ein Pendelleben zu führen

00:41:08.970 --> 00:41:12.100
<v Lucas Fiola>zwischen Zügen und Städten, die mit B anfangen.

00:41:14.900 --> 00:41:17.000
<v Anna Biselli>Okay, wir haben eine zweite Frage und zwar

00:41:18.200 --> 00:41:19.640
<v Anna Biselli>Lord Siegelbewahrer fragt,

00:41:20.250 --> 00:41:22.480
<v Anna Biselli>wie viele Mitarbeiter des Monats gibt es

00:41:22.700 --> 00:41:24.400
<v Anna Biselli>und dürfen die sich auch selbst küren?

00:41:25.620 --> 00:41:28.380
<v Lucas Fiola>Ich glaube, dann würde sich jeder bei uns kategorisch selbst küren.

00:41:28.780 --> 00:41:30.360
<v Anna Biselli>Echt? Hältst du es für so ich bezogen?

00:41:30.630 --> 00:41:31.300
<v Anna Biselli>Das glaube ich nicht.

00:41:31.620 --> 00:41:33.420
<v Lucas Fiola>Nein, weil wir einfach so grandiose Arbeit machen.

00:41:33.420 --> 00:41:34.780
<v Anna Biselli>Ah, weil wir so grandiose Arbeit machen.

00:41:35.080 --> 00:41:45.680
<v Anna Biselli>Okay, ja, das, also wir haben keine Bildergalerie, in der wir die Fotos der Mitarbeitenden des Monats aufhängen.

00:41:46.080 --> 00:41:52.920
<v Anna Biselli>Ich glaube, was dem am nächsten kommt, ist, wir haben so eine Kategorie in unseren Teammeetings, die nennt sich Lob und Freude.

00:41:53.400 --> 00:42:03.940
<v Anna Biselli>Und in dieser Kategorie darf man bis zu drei Dinge sagen, über die man sich im Kontext mit der Arbeit in der vergangenen Woche gefreut hat oder ob man jemanden loben möchte.

00:42:04.160 --> 00:42:11.460
<v Anna Biselli>Und da gibt es ab und zu auch überraschende Lobeshymnen auf einzelne Personen im Team,

00:42:11.700 --> 00:42:19.220
<v Anna Biselli>die beispielsweise die Kisten, Getränke mal weggeräumt haben und das Leergut weggebracht haben.

00:42:21.340 --> 00:42:23.940
<v Anna Biselli>Oder weiß ich nicht, wofür gibt es noch so Lob bei uns?

00:42:23.960 --> 00:42:26.560
<v Daniel Leisegang>Es gab am Anfang mal Lob für jemanden, der gerade dazukam.

00:42:26.560 --> 00:42:30.500
<v Daniel Leisegang>Der hat dann den seit Jahren brachliegenden Seifenspender im Bad repariert.

00:42:30.640 --> 00:42:32.480
<v Daniel Leisegang>Das gab sofort eine Lobeswelle.

00:42:32.880 --> 00:42:36.800
<v Daniel Leisegang>Viele das tatsächlich, ja weiß nicht, gefrustet nicht haben,

00:42:37.040 --> 00:42:38.500
<v Daniel Leisegang>sie freuten sich, dass es plötzlich ging.

00:42:39.380 --> 00:42:41.820
<v Anna Biselli>Ja, total. Also ich glaube, das kommt dem am nächsten, oder?

00:42:42.780 --> 00:42:45.860
<v Daniel Leisegang>Ja, ich muss gerade daran denken, gestern lief im Chat eine Anrede

00:42:46.020 --> 00:42:48.140
<v Daniel Leisegang>an unseren IT-Menschen Christoph.

00:42:48.880 --> 00:42:51.320
<v Daniel Leisegang>Das war, ich glaube, wenn ich es richtig zusammenkriege,

00:42:51.400 --> 00:42:55.020
<v Daniel Leisegang>du ehrenvoller Herr über unser aller Netze oder dergleichen.

00:42:55.280 --> 00:42:57.100
<v Daniel Leisegang>Und das fand ich eine sehr schöne Ansprache,

00:42:57.240 --> 00:43:00.280
<v Daniel Leisegang>wie man die IT ansprechen kann, wenn man ein Problem hat.

00:43:00.960 --> 00:43:02.460
<v Anna Biselli>Wir reden natürlich immer so miteinander.

00:43:05.480 --> 00:43:11.220
<v Anna Biselli>Okay, ich hoffe, das beantwortet eure Fragen, Lord Siegelbewahrer und X-Key.

00:43:12.280 --> 00:43:15.740
<v Anna Biselli>Und damit sind wir auch am Ende unseres Podcasts.

00:43:15.870 --> 00:43:20.140
<v Anna Biselli>Vielen Dank, Theo, und vielen Dank, Daniel, dass ihr dabei wart.

00:43:20.210 --> 00:43:23.280
<v Anna Biselli>Und vor allem auch danke euch, liebe Hörerinnen, dass ihr zugehört habt.

00:43:23.390 --> 00:43:25.400
<v Anna Biselli>Und danke auch für eure Unterstützung.

00:43:29.440 --> 00:43:39.480
<v Anna Biselli>Denn Off the Record ist wie der ganze Rest, den wir bei Netzpolitik.org machen, durch Spenden finanziert und dieser Podcast ist nur deswegen möglich, weil uns Leute unterstützen.

00:43:40.160 --> 00:43:50.400
<v Anna Biselli>Wenn ihr uns spendet, ermöglicht ihr nicht nur euch selbst, unsere Seite zu lesen, unseren Podcast zu hören, sondern ermöglicht das eben auch anderen, die weniger Geld haben.

00:43:50.960 --> 00:43:54.820
<v Anna Biselli>Netzpolitik.org hat nämlich keine Paywall und muss nicht bezahlt werden.

00:43:54.970 --> 00:44:01.340
<v Anna Biselli>Also jede Spende ist also auch eine Art Soli-Abo für alle, die sich für unsere Inhalte interessieren.

00:44:02.040 --> 00:44:05.960
<v Anna Biselli>Wir freuen uns neben Spenden aber auch, wenn ihr uns anderswie unterstützen wollt,

00:44:06.090 --> 00:44:11.540
<v Anna Biselli>indem ihr beispielsweise diesen Podcast weiterempfehlt oder auf den gängigen Plattformen bewertet,

00:44:11.820 --> 00:44:17.040
<v Anna Biselli>damit die Plattformen den eben nach ihren Regeln, die sie so haben, auch sichtbar machen.

00:44:17.660 --> 00:44:21.740
<v Anna Biselli>Ich hatte es schon gesagt, unter podcast.netzpolitik.org könnt ihr uns Fragen einreichen.

00:44:21.800 --> 00:44:30.880
<v Anna Biselli>Ihr könnt uns aber auch gerne Feedback dalassen, was ihr uns immer schon mal sagen wolltet, was ja euch im Podcast gefällt oder auch was euch nicht gefällt.

00:44:31.120 --> 00:44:35.060
<v Anna Biselli>Dementsprechend vielen Dank euch und bis zum nächsten Mal. Tschüss.

00:44:35.660 --> 00:44:35.880
<v Lucas Fiola>Ciao.

00:44:36.160 --> 00:44:36.360
<v Lucas Fiola>Ciao.

