Sebastian Hey Chris, woran arbeitest du gerade? Chris Ich habe mich gerade beschäftigt mit der Kriminalisierung von Sexarbeit. Also konkret, es gibt einen Vorstoß in Schweden, dass dort eben nicht nur der Kauf von sexuellen Dienstleistungen im direkten Kontakt illegal werden soll, sondern auch online. Und dazu habe ich mir einen Gesetzentwurf angeschaut. Sebastian Und du Thomas, woran arbeitest du gerade? Tomas Ich recherchiere dem aktuellen oder dem neuen EU-Justizkommissar Michael McGrath nach. Der war jetzt unlängst in den USA, hat sich dort mit zahlreichen Leuten aus der US-Regierung getroffen und über Sachen geredet, die nicht öffentlich bekannt sind. Da interessiert mich in erster Linie, wie es mit dem transatlantischen Datenaustausch künftig weitergehen soll. Da hat die Trump-Administration ein sehr wichtiges Aufsichtsgremium praktisch handlungsunfähig gemacht, was irgendwie die Grundlage für einen rechtssicheren Austausch von Daten bedeutet. Ja, und wenn dieses Kontrollgremium einfach nicht arbeiten kann, dann stellt sich die Frage, ob Datentransfer zu Facebook, Google oder sonstigen US-Unternehmen überhaupt legal ist. Das hat ja der Europäische Gerichtshof mehrfach gekippt und die Chance besteht, dass es ein weiteres Mal scheitert. Sebastian Ja, ich habe die Tage ein Konzept entwickelt, um genau diesen Podcast hier etwas anders zu gestalten. Es ist also jetzt sehr meta, wenn ich sozusagen im Podcast über diesen Podcast spreche. Also legen wir einfach los. Und damit willkommen zu Off On, dem Podcast von Netzpolitik.org. Heute mit einer Folge Off the Record. Das heißt, wir nehmen euch mit hinter die Kulissen unserer Arbeit. Wir kämpfen für eure digitalen Freiheitsrechte. Finanziert von euch, also den Menschen, die uns hören und lesen. Ich bin Sebastian Meineck, Redakteur bei Netzpolitik.org. Genau wie die anderen beiden am Mikrofon. Chris und Thomas, hallo nochmal. Hallo. Hey. In dieser Folge probieren wir ein bisschen etwas Neues aus, nämlich Rubriken. Lasst euch einfach mal überraschen. Und ganz am Ende, da beantworten wir eure Fragen. Wir haben nämlich per Mastodon gefragt, was ihr schon immer von uns wissen wolltet. Aber zuerst kommen wir zum Thema des Monats. Chris Ja, genau. Eine der neuen Rubriken, die wir eingeführt haben, ist das Thema des Monats. Eine Sache, die uns als Redaktion besonders beschäftigt hat im vergangenen Monat. Und dieses Mal geht es um Trumps Zollpaket, das er mit Pappschild in der Hand im Rosengarten angekündigt hat. Und den Handelskrieg, den er damit weltweit lostreten könnte. Wenn es um dieses Thema geht in unserer Morgenkonferenz, dann wandern alle Augen typischerweise zu dir, Thomas. Aber vielleicht um alle erstmal so ein bisschen mit an Bord zu holen, was hat der Zollkrieg von Trump denn überhaupt mit Netzpolitik zu tun? Das ist die erste Frage. Tomas Das ist eine sehr gute Frage, denn vordergründig eigentlich nicht viel. Das Thema ist eigentlich nur deswegen aufgekocht, weil Trump eben aus nicht wirklich restlos geklärten Gründen diesen Handelskrieg eröffnet hat. Zur Erinnerung, eigentlich wollen die USA auf alle Importe aus der EU einen Zollaufschlag von 20 Prozent einführen. Fürs Erste ist das jetzt mal ausgesetzt oder halb ausgesetzt. Es dürfte aber in der einen oder anderen Form wiederkommen. Netzpolitisch relevant ist das deswegen, weil die USA vor allem im digitalen Bereich so ein großes Handelsbilanzdefizit mit den USA haben. Sprich, im Unterschied zu anderen wirtschaftlichen Sektoren importieren wir viel, viel mehr im Bereich der digitalen Dienstleistungen aus den USA in die EU als umgekehrt. Das ist schon eine ganz schöne Summe, das sind 100 Milliarden Euro im Jahr. Das heißt, falls dieser Handelskrieg weitergeht oder in der einen oder anderen Form wieder neu aufflammen wird, dann muss sich natürlich die EU zumindest überlegen, welche potenziellen Waffen oder Schwerter hat sie in der Hand, um potenziell zurückzuschlagen. Und da würde sich genau dieser Bereich anbieten, weil man da US-Unternehmen, wenn man es denn wollen würde, empfindlich schaden kann. Chris Trotzdem erinnere ich mich, bevor du diesen allerersten Beitrag für uns darüber geschrieben hast, haben wir erst mal im Team in der Morgenkonferenz diskutiert und auch ein bisschen gezögert. Warum war das so? Tomas Naja, zum einen ist es halt ein sehr, sehr komplexes Thema. Es gibt einen ganzen Haufen legitimer Gründe, sich kritisch mit Freihandelspolitik auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist das Handeln von Donald Trump, um das vorsichtig zu formulieren, sehr erratisch. Also es ist wirklich nicht völlig klar, was jetzt dahinter steckt. Es ist nicht klar, ob das jetzt irgendwie so eine Hauchentscheidung ist, ob das eine langfristige Verhandlungsstrategie sein soll, ob es darum gehen soll, irgendwie Industrie wieder in die USA und Produktion in die USA zurückzuholen. Da ist es natürlich sehr, sehr schwer, unter diesen Umständen eine faktenbasierte Analyse vorzunehmen. Was steckt jetzt eigentlich dahinter? Was sind die Regeln oder in welchem Universum befinden wir uns überhaupt? Und wie kann man auf bestimmte Sachen strategisch möglichst gut antworten? Wenn jetzt eben diese Hintergründe nicht ganz offensichtlich klar sind, tut man sich da natürlich schwer, das Chris einzuschätzen. Und wie kam es dann dazu? Weil du hast den Text, du hast ja einen sehr umfassenden Text dann tatsächlich geschrieben. Also wie bist du dann dazu gekommen, dass in dieser ganzen Gemengelage, die du gerade beschrieben hast, du dann doch in der Lage warst, etwas zu schreiben? Tomas Das Thema ist sehr, sehr wichtig. Wir können uns nicht davor drücken. Auch wenn es schwierig und manchmal kompliziert ist, kommen wir schlicht und einfach nicht umhin, uns das anzusehen. Und das könnte nämlich, falls es wirklich irgendwo in diesem Digitalbereich zu einer Auseinandersetzung zwischen der EU und USA kommen sollte, dann kann das ganz dramatische Auswirkungen auf die gesamte Netz und Digitalpolitik Europas und natürlich auf einer globalen Ebene haben. Chris Ich erinnere mich, nachdem das dann angekündigt wurde, hat sich ja auch Ursula von der Leyen erstmal aufgeplustert. Es war dann die Rede davon, die EU habe selber ja durchaus Waffen in der Hand. Du hast es eben auch erwähnt, sagen, womit könntest du sie zurückschlagen? Und in dem Zuge ging dann auch die Debatte um die Digitalsteuer wieder los. Ich ahne es schon, dass du vielleicht bei so einer sehr vereinfachten Frage dir die Haare raufen wirst. Aber Digitalsteuer, ist das eine gute Idee oder eine schlechte Idee? Tomas Also eine einfache Antwort auf diese komplizierte und gar nicht dumme Frage gibt es jetzt so nicht. Prinzipiell ist es so, dass diese Debatte jetzt auch nicht neu ist. Die hat Europa jetzt vor fünf, sechs Jahren ziemlich ausführlich diskutiert. 2019 ist es dann für das erste Mal offiziell gestorben, weil sich die EU schlicht und einfach nicht einigen konnte. Es gab so vereinzelte internationale Anläufe wie in Österreich oder Frankreich. Aber das ist natürlich ganz etwas anderes, als wenn man sich die gesamte EU auf eine Digitalsteuer einigen könnte. Grundsätzlich ist dieser Wunsch nach einer Digitalsteuer natürlich komplett nachvollziehbar. Wir haben es im Digitalbereich mit Riesenkonzernen wie Apple, Amazon, Meta und so weiter zu tun, die jedes Jahr atemberaubende Gewinne einfahren, aber in der EU kaum Steuern zahlen. Das liegt natürlich am sogenannten Handelsherkunftslandprinzip, Also sprich für solche Unternehmen, insbesondere solche, die aus dem EU-Ausland stammen, gelten immer die Regeln und die Gesetze und Steuersätze natürlich des jeweiligen Landes, wo sie sich angesiedelt haben. Und da gibt es Länder, ganz prominent ist da Irland zu nennen, die ihre gesamte Steuer und überhaupt ihre Budgetpolitik darauf ausgerichtet haben, solche digitalen Unternehmen bei sich angesiedelt zu wissen. Das bedeutet für sie natürlich Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, ganz tolle BIP-Statistiken, mit denen Irland sehr gut aussteigt. Aber das schadet natürlich, so ein Wettlauf nach unten schadet dann letztlich schon der gesamten EU, oder zumindest könnte man das zum Vorwurf machen. Das zweite grundsätzliche Problem ist, dass die EU selbst keine Steuern erheben kann. Also das ist eine Sache, die immer noch den einzelnen EU-Staaten selbst überlassen bleibt. Die EU hat da gar keine Gestaltungskompetenz in diesem Bereich. Das heißt, es müssten sich da wirklich die EU-Länder selbst darauf einigen und sich darauf ein Mindestmaß einigen. Und das ist, wie gesagt, beim letzten Anlauf gescheitert. Was noch als grundsätzliches Problem natürlich dazukommt, ist, dass es ganz entscheidend ist, wie diese Digitalsteuer selbst dann konkret ausgestaltet wäre. Also es schwirren ganz, ganz viele unterschiedliche Ansätze jetzt in der Debatte herum. Es ist immer noch eine sehr diffuse Sache, es ist eine sehr große Projektionsfläche, wo unterschiedliche Akteurinnen unterschiedliche Vorstellungen haben, was jetzt wirklich eine Digitalsteuer ist, auf welche Produkte sollte man das anwenden. Sollen nur Umsätze davon betroffen sein oder nur Gewinne? Da gibt es ganz, ganz unterschiedliche Ansätze, ganz zu schweigen davon, wie hoch sollte die überhaupt sein. Also derzeit wird ein Steuersatz von circa 5 Prozent debattiert, 2019 waren das circa 3 Prozent. Also da gibt es ganz, ganz viel Handlungsspielraum, der jetzt in den nächsten ein, zwei, drei Jahren wahrscheinlich immer wieder neu ausgespielt und ausgereizt werden wird. Also das wird natürlich die weitere Debatte zeigen. Prinzipiell gibt es da aber eben auch Ansätze, die mit der Digitalstar selbst nicht direkt etwas zu tun haben, aber doch in diese Debatte eingebracht werden. Also beispielsweise läuft schon seit über einem Jahr diese Debatte um eine sogenannte Datenmaut, sprich, dass insbesondere US-amerikanische Konzerne, die viel Datentransfer verursachen, in irgendeiner Art und Weise dann besteuert würden, weil sie einfach sehr viel Datenlast erzeugen auf europäischen Netzen. Und diese Einnahmen könnte dann, so geht die Überlegung der bisherigen Kommissionsüberlegungen, dass damit beispielsweise der europäische Breitbandausbau finanziert werden könnte. Chris Also das wäre dann für YouTube oder Netflix, die keine Hardware verkaufen, aber eben für ein großes Datenvolumen sorgen und dann darüber besteuert werden können. Tomas Genau, das ist so eine Überlegung, die natürlich komplett andere Anreize setzen würde für Unternehmen, wie sich das Internet bisher verhalten hat. Ob es bestimmte Bitraten im Angebot gibt, ob es bestimmte Qualitätsmindestvorgaben gibt, die die Unternehmen für sich jetzt privat aushandeln, aber natürlich sich dann vielleicht genötigt fühlen würden, die Qualität schlechter zu machen. Updates werden verzögert ausgespielt. Das bisherige Modell des Internets könnte sich dadurch spürbar ändern. Das gilt aber natürlich auch für Digitalsteuer selbst. Die könnte auch spürbare Folgen haben. den erfahrungsgemäß reichen Unternehmen Mehrkosten schlicht und einfach an die Kundinnen weiter. Was jetzt auch nicht notwendigerweise schlecht ist, kann man jetzt auch nicht so mit richtig und falsch beantworten. Es ist natürlich keine schlechte Sache, wenn Nationalstaaten ein Budget zur Verfügung haben, um halt wichtige Investitionen in die Infrastruktur, in die Wirtschaft, was auch immer zu tätigen, in die Bildung. Ja, also, aber das lässt sich jetzt halt natürlich nicht wirklich sagen, solange wir keine konkreten Vorschläge auf dem Tisch liegen haben. Chris Ein weiterer Hebel, den die EU ja hätte, sind Gesetze, die sie sich geschaffen hat über die vergangenen Jahre. Und da ist jetzt einiges Tempo reingekommen, weil wir jetzt gerade Ende April gesehen haben, da wurden große Strafen verhängt nach dem Digital Markets Act. Da ging es um Meta und Apple, die zusammengenommen jetzt glaube ich 700 Millionen Euro Strafe zahlen sollen. Worum ging es dabei nochmal genau? Wofür sind diese 700 Millionen Euro Strafe vorgesehen? Tomas Also prinzipiell sind das zwei unterschiedliche Fälle, aber im Kern geht es jeweils darum, dass diese dominanten Unternehmen ihre Marktmess missbraucht haben sollen. Im Fall von Apple, das 500 Millionen Euro bezahlen soll, geht es darum, dass es einen App Store nicht ausreichend geöffnet hat für den Wettbewerb. Bei Meta geht es um das sogenannte Pay-or-OK-Modell. Meta hat seine Nutzerinnen vor seine Scheinwahl gestellt, sich entweder vollständig tracken und überwachen zu lassen oder einen monatlichen Betrag für eine datensparsame Variante auszugeben. Dieses Modell hat Meta inzwischen leicht angepasst, nachdem die Kommission sich da beschwert hat. Aber für einen bestimmten Zeitraum gab es ein Modell, das aus Sicht der Kommission nicht mit dem DMA vereinbar war. Und dafür soll Meta jetzt eben diese Strafe von 200 Millionen Euro bezahlen. Chris Und wie bewertest du das? Also diese DMA-Strafen, die wir da jetzt sehen, ist das jetzt schon Teil des Handelskrieges? Ist das Teil der Antwort der EU auf die Zollpolitik von Trump oder ist das eine ganz normale Durchsetzung von Gesetzen, die sowieso passiert wäre? Tomas Das ist im Prinzip Interpretationssache. Grundsätzlich kann man sagen, dieses Thema auch der DME selbst und auch diese Digitalsteuer, das hat alles mit dieser zunehmend wachsenden Übermacht von einigen wenigen monopolistisch agierenden Unternehmen zu tun, wo es sich mehr oder weniger der ganze Welt schwer tut, schon seit Jahrzehnten da irgendwie die richtigen Maßstäbe anzusetzen. Wie viel Freiheit lässt man zu? Wie viel reguliert man? Wo schöpft man Gewinne oder Umsätze ab? Der DMA war im Grunde auch so ein bisschen eine Antwort auf den gescheiterten Anlauf einer Digitalsteuer. Die EU hat sich damals gedacht, wenn wir es nicht schaffen, diese Digitalsteuer zu erheben, dann sollten wir zumindest in einem anderen Bereich, der politisch durchsetzbar war, ganz offensichtlich, irgendwie bestimmte Regeln erlassen, damit diese Riesenunternehmen nicht einfach schalten und walten können, wie sie das bisher gemacht haben. Insofern spielt sich das alles in diesem Bereich ab. Allerdings ist es ganz offensichtlich, dass dieser DME einen ganz, ganz langen Prozess auf der legislativen Ebene durchlaufen hat. Da gab es jahrelang Verhandlungen in der EU. Das war alles noch vor Donald Trump. Also sprich, dieses Gesetz selbst hat eigentlich mit Trump vordergründig nichts zu tun. Jetzt ist es natürlich ein Teil der Verhandlungsmasse Also bei solchen Entscheidungen kommt immer Politik ins Spiel Das lässt sich nicht ganz auseinander dividieren Aber prinzipiell würde ich sagen Aus meiner Sicht sieht es doch eher danach aus Dass es einfach ein geltendes Gesetz ist Dass die Kommission jetzt mehr oder weniger stringent durchzusetzen versucht Man sieht das auch indirekt daran dass es da zahlreiche Medienberichte im Herbst und im Winter gab, dass die EU-Kommission eben aus Rücksicht auf die neue Trump-Administration irgendwie zurückstecken wird und die DMA-Durchsetzung oder DSA-Durchsetzung, dieses sozusagen verwandte Gesetz über Inhaltemoderation und generell über Online-Dienste, dass diese Durchsetzung der neuen Regeln nicht konsequent durchziehen wird. Bislang ist das nicht eingetreten, wobei es natürlich immer Interpretationsspielraum gibt. Man könnte den Punkt machen, die Strafen hätten viel höher ausfallen sollen oder Apple hätte noch größere Öffnungsmaßnahmen setzen müssen. Zumindest ist aber jetzt mal ein erster Aufschlag. Offensichtlich ist es so, dass die EU-Kommission bislang nicht eingeknickt ist. Aber rechtskräftig ist es noch nicht. Das wird uns noch eine Weile beschäftigen. Chris Ja, vielen Dank. Vielen Dank dir für die Einordnung. Sehr, sehr gern. Sebastian Ja, und die Links zu einigen Artikeln, die Thomas erwähnt hat, packen wir natürlich in die Shownotes. Zeit für die Rubrik Maschinenraum, in der wir mehr Transparenz über uns als Organisation schaffen. Das sind dieses Mal nur ein paar kleinere News, was so im letzten Monat bei uns passiert ist. Einmal, wer unseren netzpolitischen News-Sticker per ASS-Feed abonniert hat, der dürfte es schon gesehen haben, denn der sieht nun viel schicker aus als vorher. Wir hatten euch in unserem Wochenrückblick nach Feedback gefragt und einiges davon auch umgesetzt. Zum Beispiel findet ihr im Feed-Titel jetzt einen Anreißer der News und die Quelle ist in eckigen Klammern. Für alle, die ASS-Feed-Menschen sind oder es noch werden wollen, der Link ist netzpolitik.org. Außerdem, wer unsere Seite aufmerksam verfolgt, hat den neuen Namen vielleicht schon gesehen. Unser aktueller Praktikant ist Christoph Bock. Laut seiner Bio auf der Seite studiert der Physiker mit Schwerpunkt Quantentechnologien. Seinen ersten Artikel, den legen wir euch auch einfach mal in die Shownotes. YouTube weicht Richtlinien gegen Hassreder auf. Und zu guter Letzt, wir suchen eine neue Person, die uns in der Redaktion verstärkt. Und zwar in Form eines Wohlos, ein Volontariat, also eine journalistische Ausbildung. Interessant für alle, die unseren Beruf erlernen wollen. Bewerben kann man sich bis zum 19. Mai. Losgehen würde es am 1. September. Auch dieser Link zur Stellenausschreibung, der kommt in die Shownotes. Und jetzt machen wir Platzkritik. So nennen das JournalistInnen, wenn sie sich selbst kritisieren. Ich glaube, alle, die den Job machen, kennen das. Aber es ist ziemlich ungewöhnlich, das in einem öffentlichen Podcast. zu machen. Nicht umsonst heißen wir aber off the record. Ich würde also sagen, wir probieren das jetzt einfach mal aus. Thomas, Chris, was habt ihr mitgebracht? Ich Chris fange mal mit dem Loben an. Das ist immer ein bisschen einfacher. Ich fand, was sehr gut gelaufen ist im vergangenen Monat ist, es gibt ja immer so Nachrichtengroßlagen, nenne ich das mal. Das war konkret jetzt in der vergangenen Zeit, der Koalitionsvertrag war da und wir haben uns mit dem gesamten Team drangesetzt und haben sehr, sehr schnell das hinbekommen, die netzpolitischen Teile in diesem Koalitionsvertrag zu analysieren und aufzuschreiben. Und ja, das hat einfach sehr gut geklappt. Da haben wir alle gut zusammengearbeitet und das sind auch so Situationen, die ich persönlich immer sehr cool finde. diese, ja, wenn sowas passiert und man dann einfach schnell gemeinsam so einen Text auf die Beine stellt und das hat in diesem Fall sehr gut funktioniert. Im Großen mit dem Koalitionsvertrag und im Kleinen später nochmal bei einem Thema, zu dem du, Sepp und ich arbeiten, nämlich den Alterskontrollen. Tomas Da hat die EU Chris so ein neues Konzept vorgelegt für eine App, mit der Alterskontrollen im Internet durchgeführt werden sollen. Und auch da haben wir uns einfach sehr schnell dieses Dokument angeschaut, was dazu geschrieben und hatten das dann innerhalb von kürzester Zeit auf der Seite. Sebastian Wo wir auch die Ersten waren, muss man dazu sagen, die über das Konzept geschrieben haben. Genau, Chris ja, das waren die guten Sachen. Was hat nicht so gut geklappt? Ich glaube, das ist so ein konstanter Schmerzpunkt von mir, ist die Bebilderung von Artikeln. Finde ich oft sehr schwierig und ich versuche gerade selber weniger KI-Illustrationen einzusetzen oder darauf zurückzugreifen, womit ich aber meine Optionen auch wieder noch weiter beschränkt habe und stehe dann oft vor dem Problem, wie ich einen Artikel bebildere. Und das klappt dann mal schlechter, mal besser. Jetzt konkret bei dem Beitrag gestern zu OnlyFans fand ich, hat es so mittelgut funktioniert. Ich habe dann irgendwie ein Foto von OnlyFans-Creatorinnen gefunden, die aber eigentlich nichts mit dem Land zu tun hatten, Schweden, sondern aus den USA waren. Und das sind so Kompromisse, die wir dann ständig machen. Ist jetzt nichts, was total vergeigt, was ich jetzt voll vergeigt hätte, aber etwas, was einfach oft zu Problemen führt mit der Bebilderung der Artikel, finde ich. Sebastian Etwas darüber, wir auch mal fast eine eigene Folge machen könnten. Also Chris eine eigene Rubrik Sebastian Maschinenraum, wie wir mit Bebilderungen umgehen und welche Möglichkeiten wir da haben. Tomas Was mir im vergangenen Monat sehr positiv aufgefallen ist, das hat eben auch mit dem Thema zu tun, was wir jetzt vorhin schon besprochen haben. Nämlich in diesem ganzen Themenkomplex rund um diesen Zollkrieg, rund um Steuerpolitik, Digitalsteuer und so weiter. Da ist etwas noch aufgepoppt, was wir in unserem Gespräch außen vor gelassen haben, nämlich die Debatte rund um digitale Souveränität. Da hatten wir im letzten Monat, einfach weil dieses Thema sehr relevant geworden ist, mehrfache sehr exzellente Interviews, auch Grundlagentexte über auch diesen sehr diffusen Begriff, der auch sehr viel mit Bedeutung aufgeladen ist, aber auch immer wieder als Projektionsfläche dient, der auch immer wieder von rechtsextremen, europanationalistischen Politikerinnen aufgegriffen wird. Aber gleichzeitig gibt es natürlich Abhängigkeiten von sehr großen Tech-Unternehmen, die man möglicherweise doch ein bisschen abbauen will. Und ja, rund um diesen ganzen sehr komplexen, aber sehr spannenden und vor allem sehr relevanten Begriff hat vor allem Esther Menhardt, unsere geschätzte Kollegin, sehr, sehr coole Artikel veröffentlicht. Markus Heute hat einen sehr ausführlichen, ausgeruhten Grundlagentext geschrieben. Und trotz dieser zehntausenden Zeichen ist das Thema immer noch nicht erschöpfend durchdiskutiert. Also auch das wird natürlich für uns immer noch relevant bleiben. Und eine Debatte, die wir schon seit Jahren verfolgen und auch begleiten, aber jetzt einen weiteren Fokus und weitere Augen darauf gelegt haben. Also das hat mir sehr, sehr gut gefallen. Ich bin schon sehr gespannt und bin auch sehr froh darüber, dass da mehrfach in der Redaktion aus unterschiedlichen Perspektiven ein kritischer Blick auf diese Debatte gelenkt wird. Sebastian Ja, ich habe einen Aspekt mitgebracht, wo ich mich gefragt habe, ob wir vielleicht hätten sogar schneller sein sollen oder müssen. Mein erster Reflex, als die CDU ihre Ministerinnenposten bekannt gegeben hat, war, dass ich mich gefragt habe, alles klar, was machen die neuen Gesichter für Digitalpolitik? Was ist von denen zu erwarten? Und da haben wir geliefert zuerst einen Artikel über Carsten Wildberger aus dem Digitalministerium und einen Tag später, also heute zum Zeitpunkt der Aufzeichnung am Dienstag, ein Artikel über Alexander Dobrindt. Beides genau das, was wir tun sollten. Wir beantworten in den Artikeln, was ist zu erwarten von diesen Figuren. Und ich hatte mich gefragt, hätten wir vielleicht sogar zumindest bei der Personalie Dobrindt früher sein können, indem wir uns noch früher vorbereitet hätten. Sein Name war ja schon recht früh im Gespräch gewesen. Seine Historie ist offen recherchierbar. Ich glaube, außerhalb stört das vielleicht nicht so viele Leute und die sind einfach froh, es dann zu lesen, wenn es kommt. Aber ich hatte mich gerade gefragt, waren wir da vielleicht ein bisschen zu langsam unterwegs? Und auch diese Links packe ich in die Shownotes. Das werden lange Shownotes in dieser Folge, fällt mir gerade auf. Wir kommen zur letzten Rubrik, zur Rubrik Postfach, auf die ich mich besonders gefreut habe, nämlich Fragen von euch, LeserInnen und HörerInnen. Danke an alle, die auf Mastodon schon mitgemacht haben. Ich habe alle Fragen gespeichert. Dieses Mal besprechen wir ein paar davon. Die erste Frage kommt von Philipp Engstrand und er will wissen, hört ihr Radio bei der Arbeit und wenn ja, welches? Thomas, Chris. Tomas Also ich überhaupt nicht. Also generell Radio, wenn da auch Menschen sprechen, mich irritiert das. Ich kann mich da nicht konzentrieren. Und was Musik betrifft, auch das kommt für mich eigentlich nicht in Frage. Das hat mit meiner eigenen psychologischen Konzentration offenbar zu tun. Denn entweder ist die Musik so schlecht, dass ich mich nicht darauf konzentrieren muss. Dann will ich aber diese Musik nicht hören, weil sie schlecht ist. Oder sie ist sehr, sehr gut. Dann kann ich mich aber nicht aufs Schreiben konzentrieren, weil ich doch der Musik zuhören soll. Oder muss, weil ich mich gar nicht wehren kann dagegen. Eine unbestechliche Logik, Thomas. Sebastian Und wie ist es bei dir? Mir Chris geht es genauso. Genau das Gleiche. Ich kann unmöglich irgendetwas mit Text hören, während ich gleichzeitig Text entweder selber produzieren soll oder verarbeiten soll, indem ich Artikel von anderen Leuten lese oder Gesetzstexte lese. Insofern geht das einfach nicht. Und auch Musik, da gibt es ja ganz unterschiedliche Typen. Aber mir persönlich hilft es nicht bei der Konzentration. Und ich bin total fein damit, einfach nichts zu hören bei der Arbeit oder Umgebungsgeräusche zu haben oder so. Sebastian Ja, in Wahrheit hörst du ja nicht wirklich nichts, sondern das, was ich höre. Und ich bin sehr dankbar, dass du das, ich würde sagen, nicht nur tolerierst, sondern auch echt okay findest. Bei uns im Büro läuft sehr häufig einfach ein braunes Hintergrundrauschen. Ein Geräusch, das mich wahnsinnig entspannt bei der Arbeit. Selbstverständlich machen wir das für die Podcast-Aufnahme aus. Aber sonst ist es immer an. Also genau, keine Musik, aber das kommt an einem Radio noch am nächsten. Chris Ich vermisse es auch ein bisschen. Also wenn ich mal alleine im Büro sitze und du nicht da bist, dann fehlt auf jeden Fall was. Also auch neben dir fehlt da noch was, nämlich dieses Hintergrundrauschen. Sebastian Aber schon zuerst das. Du kannst es gerne auch nur für dich anmachen. Das Gerät steht Chris ja dauerhaft. So weit bin ich noch nicht, aber vielleicht komme ich da noch hin. Sebastian Die zweite Frage kommt von X-Key. X-Key will wissen, wie geht es Thomas? Okay, wie geht's? Tomas Mir geht's gut. Danke, danach frage Hallo an X-Key. Sebastian Ich hoffe, dir geht's Tomas auch gut. Sebastian Und nächste Frage kommt von Johanna. Gibt es bei euch eine signifikante Menge an Menschen, die Videospiele spielen und gibt es noch LAN-Partys bei euch? Also von der Netzpolitik.org LAN-Party wurde mir zumindest nichts überliefert. Wisst ihr Chris da mehr? Nee, also zumindest in den sieben Jahren, die ich jetzt hier bin, habe ich auch keine miterlebt, wenn ihr sie nicht geheim irgendwo ausrichtet, in der Besenkammer oder so. Tomas Ich habe Anekdoten gehört, dass es tatsächlich zu gemeinsamen Spielerlebnissen gekommen sein soll, haben soll, aber ich habe da selbst nie mitgemacht, habe es auch nie selbst erlebt. Sebastian So, und außerhalb von Netzpolitik.org Videospiele, würde mich wundern, wenn nicht, aber wie ist es mit euch beiden? Spielt ihr eigentlich? Tomas Nein, nicht wirklich. Chris Ich bin auch sehr resistent, also ich bin wirklich sehr resistent gegen den Sog von Videospielen. Ich glaube, ich habe seit, weiß ich nicht, den Tetris-Zeiten, die schon länger zurückliegen und dem Gameboy nicht mehr so wahnsinnig viele Videospiele gespielt. Tomas Bei mir ist es nicht unähnlich. Also bei mir ist es auch eine Art Selbstschutz. Also ich habe als Teenager gemerkt, dass das eine enorme Sogwirkung entfalten kann, Computerspiele. Aber mich dann, ich dann, was weiß ich, also nach einer Runde, mehreren Stunden des Spielens, komme ich dann irgendwie total frustriert und leer heraus, hat mir einfach nie eine Befriedigung, nur Sucht erzeugt. Dann habe ich irgendwann mal die Finger davon gelassen. Sebastian Also ich ziehe sehr viel Befriedigung aus Computerspielen. Ich bin gerade viel unterwegs auf Board Game Arena, ein Portal für virtuelle Brettspiele. Meine aktuellen Lieblingsspiele sind Forest Shuffle zum Beispiel, Mischwald auf Deutsch mit inzwischen rund 300 Partien. Also es hat es mir wirklich angetan, meiner Meinung nach, ein Spiel, das den Klassiker Race for the Galaxy obsolet macht, für alle die Kartenspiele mögen. Und ganz neu entdeckt habe ich Space Space, ein Open Drafting Würfelspiel. Ich finde gerade digitale Brettspiele haben eine Sogwirkung, mit der man noch gut klarkommen kann, um den Begriff aufzugreifen. Tomas Sebastian, ich habe eine Nachfrage. Dein Waldspiel, ist das so eine Art ökologische Variante des gerade in Deutschland sehr weit verbreiteten Logistikspiels für Transport und Frachtunternehmen? Oder um was geht es da? Sebastian Es gibt ein Logistikspiel für Transport und Frachtunternehmen. Ich glaube, Tomas das ist sogar in Deutschland sehr, sehr berühmt und beliebt. Sebastian Es ist tatsächlich eine Welt, ein Wald, den man aufbaut mit Tieren, mit Bäumen, mit Pflanzen und Pilzen, die miteinander interagieren und im Rahmen von aufregenden Kombinationen dann besonders gut punkten. wenn man besonders geschickt spielt. Chris Aber es ist ja jetzt fast ein bisschen geschummelt. Klar, digitale Brettspiele, aber ich denke noch nicht an digitale Brettspiele als erstes. Sebastian Und Kartenspiele. Chris Ich Sebastian glaube, die Welt des Gamings ist größer, als man unter klassischen Games versteht. Chris Gut, Sebastian gelegentlich spiele ich auch mal GTA Online. Ja, von mir aus. Chris Aber wir haben offensichtlich keinen Plan, Thomas. Und Sebastian das war es mit den HörerInnen. Fragen für diese Ausgabe. Die anderen sind nicht vergessen und schickt uns auch gerne mehr davon. Ernst oder lustig an podcast.netzpolitik.org An diese Mailadresse Podcast.netzpolitik könnt ihr uns auch Feedback zur Folge schicken, gerade jetzt mit diesen neuen Rubriken. Habt ihr gerne zugehört? Gibt es Sachen, die ihr auch gerne noch drin hättet? Ich wäre gespannt darauf, von euch zu lesen. Wir veröffentlichen bei netzpolitik.org alles kostenlos und ohne Werbung. Also dieser Podcast und alles andere wird mit Spenden finanziert. Mit euren Spenden kämpfen wir für die digitalen Freiheitsrechte von uns allen. Deshalb, wenn ihr das könnt, unterstützt uns bitte unter netzpolitik.org slash spenden. Liebe Chris, lieber Thomas, danke, dass ihr dabei wart. Bis zum nächsten Mal. Tomas Danke für die Einladung Chris Danke. Tschau.