Was vom Tage übrig blieb: Locations, Glotze & obszönes Spielzeug

Sony sperrt die Mediacenter-Software Kodi aus, Stalker kaufen US-Ortungsdaten und die Technikmesse CES verbietet angeblich frevelhaftes Sexspielzeug. Die interessantesten Reste des Tages.

Blick aus dem Büro am 9. Januar 2019: Der Winter regiert.

Sony-Fernseher blockieren offenbar Mediacenter Kodi (standard.at)
Das beliebte Open-Source-Programm lässt sich auf neueren AndroidTV-Geräten des Herstellers nicht mehr installieren oder ausführen. Der Elektronikhersteller Sony hat offenbar Maßnahmen gegen die freie Mediacenter-Software Kodi ergriffen.

I Gave a Bounty Hunter $300. Then He Located Our Phone (Motherboard US)
Für 300 US-Dollar können Stalker, Kopfgeldjäger und sonstige zwielichtige Gestalten den aktuellen Aufenthaltsort eines beliebigen Handys in den USA herausfinden. US-Mobilfunkanbieter verkaufen diese Daten an Datenbroker, diese wieder an andere, bis sie auf dem Schwarzmarkt landen.

A women’s sex toy won an award from CES, until they stole it back (The Verge)
Erst hat die Technologiemesse CES das Startup Lora DiCarlo mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Dann zog sie den Preis zurück und verbannte das Produkt, den Vibrator Osé, von der Messe. Begründung: „unmoralische, obszöne, frevelhafte“ Einreichungen seien nicht zugelassen. Dass in vergangenen Jahren VR-Pornos und Sexspielzeug für Männer auf der Messe präsentiert wurde, schien dagegen unproblematisch.

Geheime Daten und verschwundene Akten im BVT (Die Presse)
In der Affäre um den österreichischen Geheimdienst BVT enthüllte ein Zeuge im parlamentarischen Untersuchungsausschuss neue, brisante Details. Die konservative Regierungspartei ÖVP habe eine geheime Datenbank über Politiker, Spitzenbeamte und Justizmitarbeiter geführt und an den Spionagechef des BVT weitergegeben. Die Datenbank enthielt offenbar sensible Daten aus dem Wählerregister, die nicht weitergegeben werden dürfen.

Das Ende der Zugeständnisse (zeit.de)
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt bei den Gelbwesten-Protesten auf Härte und Repression. Annika Joeres macht in ihrem Artikel auf die heute schon heftige Bewaffnung der französischen Polizei aufmerksam, die mit ihren Granaten und Gummigeschossen schon zahlreiche Demonstranten verletzt haben. Außerdem will Macron nun eine Regelung gegen Fußball-Hooligans auch gegen politische Demonstranten anwenden: Wer einmal auffällig geworden ist, darf sich Demonstrationen nicht mehr nähern, ohne eine Strafe zu riskieren.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links & kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

5 Ergänzungen

  1. Da wäre erwähnenswert, dass die österreichische Post politische Einstellungen verkauft. Um Smartphonedaten zur Ortung zu kaufen kann man auch bei diversen „App-Anbietern“ nachfragen. Sogar hier wird man von vgwort mit Sitz in den USA verfolgt.

Ergänzung an Einhorn Ergänzung abbrechen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.