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Der netzpolitische Wetterbericht vom #35c3

Der netzpolitische Wetterbericht fasste auf dem 35. Chaos Communication Congress zahlreiche der relevantesten politischen Debatten zur Digitalisierung auf nationaler und europäische Ebene zusammen.

Mehr Licht im Tunnel als am Ende. CC-BY 2.0 Yves Sorge

Auf dem 35c3 in Leipzig habe ich in einem Talk im Rahmen eines netzpolitischen Wetterberichtes über einige der relevantesten politischen Debatten gesprochen, die im vergangenen Jahr gelaufen sind und weitgehend noch andauern: Netzpolitischer Wetterbericht 2018. Die Höhen und Tiefen der deutschen und europäischen Netzpolitik.

Video-Aufzeichnung des Vortrags:

Aus der Programmankündigung:

Das Jahr 2018 bot wieder zahlreiche Beispiele für einen netzpolitischen Wetterbericht. Die Große Koalition lief sich mit der Bundesregierung warm und am Ende des Jahres droht man den Überblick über zahlreiche Kommissionen und Arbeitsgruppen zur Digitalisierung zu verlieren.

Die gute Nachricht ist: Netzpolitik ist angekommen und geht nicht mehr so schnell weg. Die schlechte Nachricht ist: Beispiele für eine bessere Netzpolitik, Wert auf den Schutz und Ausbau von Grund- und Verbraucherrechte legt, gibt es leider eher weniger.

Während die Urheberrechtsrichtlinie wahrscheinlich Uploadfilter und Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene verankert, bringen die Innenminister Uploadfilter gegen Terrorpropaganda voran.

Die ePrivacy-Verordnung hatte im Parlament zu viele Fans von Verbraucherrechten, deshalb wurde sie jetzt im EU-Rat gestoppt. Der Skandal um Cambridge Analytica führte dazu, dass Geschäftsmodelle und Datenschutz bei Facebook und Co in der Öffentlichkeit stärker diskutiert wurden und nebenbei erblickte die Datenschutzgrundverordnung das Licht der Öffentlichkeit. Fast alles in der Netzpolitik dreht sich derzeit um Künstliche Intelligenz, wobei immer noch unklar ist, was sich Politikerinnen und Politiker darunter vorstellen, wenn sie davon sprechen. Irgendwas mit Arbeitsplätzen auf jeden Fall, vielleicht auch noch was mit Ethik und Regulierung. Je nach Perspektive.

Dafür gibt es natürlich mehr Überwachung. Es gibt neue Behörden und Agenturen für den Bau von Staatstrojanern und am Bahnhof Südkreuz wurden erfolgreich/erfolgslos biometrische Videoüberwachungssysteme getestet, die demnächst überall ausgerollt werden könnten. Neue Polizeigesetze bringen mehr Überwachungsbefugnisse auf Länderebene.

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus diesem Jahr. Es ist viel passiert in 2018 und die längeren Linien helfen dabei, einen Blick in die Debatten des kommenden Jahres zu werfen.

Alternativ zum Video gibt es hier die MP3 und drüben bei media.ccc.de diverse weitere Formate.

2 Ergänzungen
  1. Bitte noch mal korrekturlesen.

    dre ->der
    bietete -> bot
    wurde sich gestoppt -> wurde sie gestoppt

    […]Die schlechte Nachricht is: […]

    Liest sich halt holprig so.

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