35C3: Hackerkonferenz zeigt Rechten den Mittelfinger

Der diesjährige Chaos Communication Congress mit seiner klaren Haltung gegen Rechts war eine politische Demonstration. Rechtsradikale und AfD-Versteher sind genervt von der größten Gesellschaftskonferenz des Landes. Der CCC hat also alles richtig gemacht. Ein kleiner Rückblick.

CC-BY 2.0 leahoswald

Man sollte den Chaos Communication Congress als politische Aktion begreifen. Für fünf Tage eignen sich Hacker:innen und Aktivist:innen einen der größten Veranstaltungsorte des Landes an und machen ihr eigenes Ding. Das alles geschieht ohne Sponsoren und Fördergelder. Es gibt keine Firmen oder Ministerien, die dieser Community etwas von außen auferlegen können. Keine Zwänge von jemandem – außer den Teilnehmenden selbst – zu gefallen oder Kompromisse einzugehen.

Der Kongress ist damit ein Paradebeispiel für die Selbstorganisation alternativer Communities. Er zeigt: Wir können die größte Gesellschaftskonferenz des Landes veranstalten. Wir laufen mit unterschiedlichen Themen in der Tagesschau und in allen großen Medien. Wir verstecken unsere politische Haltung nicht. Unsere Inhalte sind relevant. Mit uns ist in politischen Auseinandersetzungen zu rechnen. Und zwar im ganz, ganz großen Stil.

Ganz groß war auch der Kongress in diesem Jahr. So groß wie noch nie. Mehr als 16.000 Teilnehmende aus der ganzen Welt trafen sich mehrere Tage lang, um über die Zukunft zu sprechen, zu streiten und zu verhandeln. In fast 200 Vorträgen auf den großen Bühnen und in unzähligen selbstorganisierten Workshops. In Assemblies und auf dem mittlerweile riesigen Campingplatz vor dem Messezentrum. Mit Kindern und Jugendlichen. Mit Lötkolben und Riesenlego. Mit Klimaschützern und Seenotrettern.

Schon Wochen vor dem ersten Kongresstag reisen die ersten Aufbauenden an, die letzten verlassen am Wochenende Leipzig. Doch auch in dieser Größe bleibt der Congress unkommerziell, fühlt sich weiterhin sehr frei an und fährt eigene Wege in Sachen Sicherheit.

Wachstum, Politisierung, Diversität

Dabei setzt der Kongress seine Strategie des Wachstums und der Vielfältigkeit fort. Noch nie haben so viele Frauen beim Chaos Communication Congress auf den großen Bühnen gesprochen: Zwar sind es immer noch nur 28 Prozent, aber der Trend ist eindeutig. Beim Publikum pendelt sich die Frauenquote offenbar leider bei rund 20 Prozent ein, wovon „kleinerdrei“ nach einer Schätzung ausgeht. Sollten die Zahlen stimmen, gibt es hier also noch einiges zu tun.

Doch Vielfältigkeit bemisst sich nicht nur nach Quoten. Es geht auch um die verhandelten Themen. Und so kann man sich mittlerweile über Theater und Digitalisierung genauso auf dem Kongress informieren wie über Geschlechterungerechtigkeiten in der Medizin. Dass Gendervorträge und ein Hackerkongress hervorragend zusammenpassen, belegte Sarah Hiltner mit ihrem Talk auf unterhaltsamste Weise.

Hing über dem Eingang und erregte rechte Gemüter: eine Antifa-Fahne. Alle Rechte vorbehalten @taktv6

Bei soviel Politik und Diversität kam es erwartbar zu kleineren Scharmützeln über die politische Ausrichtung des Kongresses. Mit dem Motto „Refreshing Memories“ hatte der 35C3 an die Weimarer Republik erinnert. Dass es den Veranstalter:innen auch inhaltlich wichtig war, gegen Rechtsradikale, Rassisten und Nazis ein Zeichen zu setzen, zeigte sich nicht nur an der großen Antifa-Flagge am Eingang, die während der ganzen Veranstaltung hängen blieb, sondern auch in zahlreichen Talks mit antirassistischer, feministischer und sozialer Ausrichtung. Das kam, außer bei ein paar lautstarken Bloggern und rechtsradikalen Trollen, insgesamt sehr gut an. Im Gegensatz zu den Krakeelern und Twitter-Trollen, die den CCC wegen seiner Haltung zu diskreditieren suchten, gab es auch kritische Zwischentöne zu den Schwierigkeiten einer Politisierung.

Dennoch: Zeichen setzen und Gesicht zu zeigen, das ist eben nicht nur eine Redewendung, sondern erfordert praktisches Handeln, die der 35C3 auch so deutlich wie lange nicht mehr umsetzte. „Das Hackerherz schlägt links“ titelte das Neue Deutschland, und das nicht erst seit Leipzig. Die Sprecher des Chaos Computer Clubs verwiesen auf die lange linke und progressive Tradition des Vereins. Wer sich mit der Geschichte des CCC beschäftigen möchte, der kann mit diesem Podcast anfangen.

In die Debatte um die klare Haltung gegen Rechts mischten sich Klagen rund um die Aussage „Früher war mehr Technik“. Doch auch die ist kaum haltbar, wie ein Blick auf den 15C3 oder diese aktuelle Aufzählung zeigt. Denn selbstverständlich gibt es weiterhin extrem viele technisch hochkarätige Vorträge, die bei Nicht-Technikern und Programmierunkundigen nur ahnungsloses Achselzucken auslösen, auf dem Kongress aber Säle mit tausenden Plätzen füllen. Dass auf die Vermittelbarkeit von Themen bei gleichzeitiger Verzauberung des Publikums geachtet wird, ist dennoch wichtig: So ist der größte Saal voll gefüllt, als starbug die letzte Bastion der Biometrie hackt und Joscha Bach wieder einmal im Schweinsgalopp in die Welt der Computer und Gehirne entführt. Gleichzeitig werden scheinbar dröge Themen wie der ZDF-Fernsehrat oder die Informationsfreiheit mit soviel Humor aufbereitet, dass sie aus der Nische herauskommen und begeistern. Man kann den 40 Menschen, die in unterschiedlichen Content-Teams die Vorträge aus mehr als 650 Einreichungen ausgesucht und betreut haben, (fast) nur gratulieren für dieses vielfältige Programm auf dem 35C3.

Voller Saal „Adams“ bei einem Vortrag des Satirikers und EU-Abgeordneten Martin Sonneborn. Alle Rechte vorbehalten Fabian Hoemcke

Einfach ein angenehmer Ort

Was immer wieder im Vergleich zu anderen großen Festivals auffällt, ist wie lösungsorientiert und rational die Teilnehmer:innen des 35C3 den Herausforderungen von Massenveranstaltungen entgegentreten. Das reicht von der Einsicht, dass kluges Agieren in Warteschlangen zu einer kürzeren Wartezeit führt und damit gemeinwohlorientiert ist, bis hin zur perfekten Organisation bei der Platzvergabe in überfüllten Veranstaltungsräumen. Das macht den Kongress zu einem sehr angenehmen Ort, weil viele Leute ihr Ego hinten anstellen, damit alle einen schöneren Kongress haben.

Oder um es in den Worten von Christian zu sagen:

Ich mag den Congress weil hier 4 Tage lang Menschen miteinander umgehen wie ich mir das allgemein in unserer Gesellschaft wünschen würde. Man behandelt andere wie man selbst behandelt werden möchte, man tritt eher einen Schritt zurück als auf seiner Meinung zu beharren und das Wohl des anderen ist einem genauso wichtig wie das eigene. Als kleinsten gemeinsamen Nenner ist man sich über grundlegende Dinge wie Menschenrechte einig und lehnt gruppenbezogene Diskriminierung ab.

Ein erschreckendes Ausmaß an Professionalität

Der Chaos Communication Congress hat mittlerweile allerdings ein fast schon erschreckendes Ausmaß an Professionalität erreicht. Das liegt auch an der Leipziger Messestättenverordnung, die in Sachen Sicherheit und Brandschutz zu den härtesten der Welt gehört – und den Kongress in ein enges Korsett presst. So war von verschiedener Seite zu hören, die Verordnung würde Chaos und Spontanität abwürgen, während Organisationsfetischisten Oberwasser bekämen. Dabei sollten die Teilnehmenden doch auch auf dem Kongress lernen, Regeln und Autoritäten kritisch zu hinterfragen, witzelt einer, der schon lange dabei ist mit Verweis auf die Hackerethik.

Doch das ist Kritik auf hohem Niveau, denn der Kongress ist und bleibt ein Raum der Freiheit. Ein wichtiger Termin, der Hacker:innen aus Technik, Medien, Kultur und sozialen Bewegungen zusammenbringt, deren Vernetzung sowie gemeinsame Projekte fördert und so letztlich die demokratische Zivilgesellschaft stärkt. In Zeiten einer erstarkenden rechtsradikalen und autoritären Bewegung ist diese pluralistische, professionelle, und progressive Veranstaltung wichtiger denn je.

71 Ergänzungen
  1. „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“ –Ignazio Silone

    Ich sag nur „All Creatures Welcome“

      1. Druck von außen verhindert erstrecht, dass Teile einer Gruppe umdenken. Und wenn man sich für moralisch überlegen hält, muss man seine hohen Ideale auf jeden anwenden. Noch mehr Opportunismus ist nicht die Lösung unserer Probleme.

    1. Das angebliche Zitat in seinen zig Variationen ist ja mittlerweile auch so ein Marker, bei dem gleich alle Achtung-Fascho-Alarmglocken schrillen.

      1. Kämpfen nicht die Spacken von 4chan, Idiotäre, Pedigioten und Co. gegen den kommenden Islamofaschismus?
        Da hat Ignazio Silone doch eh voll ins Schwarze getroffen.

    1. Völlig zu Recht- das NP-Büro schafft mit zehn Leute viel, viel mehr, als die rechten Deppen mit Hundertausenden. Rechte denken auch, kaputt machen sei eine Leistung. Man wird es ihnen beibringen, notfalls auf die harte Tour.

      1. Meinungsfreiheit lässt sich nicht nur partiell erhalten. Zensurmechanismen werden, einmal eingeführt, immer ausgebaut. Netzpolitik.org deswegen als Ermöglicher von Rechtspopulismus und Propagandakanälen wie RT hinzustellen, ist auf jeden Fall eine unverschämte Verkürzung.

  2. > gegen Rechtsradikale, Rassisten und Nazis ein Zeichen zu setzen

    ja, ok, prima. Davon gibt es aber eher wenige.

    Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass sich die Zeiten geändert haben und eine Spaltung der Gesellschaft bewusst betrieben wird, um von den eigentlich Schuldigen für Zerstörung und Ausbeutung abzulenken.

    Es ist ein Unterschied, ob man eine politische Einstellung stillschweigend als Zusammengehörigkeitsgefühl wahr nimmt oder polternd gegen andere vor sich her trägt.

    1. Davon gibt es mehr als einer Demokratin lieb sein kann. Eine rechtsradikale Partei in allen Parlamenten, rassistische Einstellungen bis in die Mitte herein, der Diskurs seit 2015 von nur einem Thema dominiert…

      Gut, dass Zeichen wie auf dem 35C3 dagegen und für die Menschenrechte gesetzt werden.

  3. Warum muss die Frauenquote bei 50% sein, für Teilnehmer und Vortragende, wenn Frauen sich für die Sachverhalte nicht interessieren?
    Frauen zu unterstellen, sie könnten sich nicht selbst entscheiden, welche Veranstaltungen sie besuchen wollen, ist schon ein bisschen diskriminierend. Aber vielleicht kann man ja einfach den CCC mit dem Bundesverband praktizierender Tierärzte zusammenlegen, dann löst man das „Problem“ elegant auf einen Schlag.

    Und warum soll etwas bereits gut sein, wenn der politische/ideologische Gegner sich darüber beschwert? „Alles richtig gemacht“ , weil andere sich beklagen? Das ist doch ein sehr beschränkter Blick auf die Welt, der dazu einlädt, Selbstreflektion untergehen zu lassen, so lange sich nur genügend „Gegner“ über den eigenen Unsinn aufregen. Die Kritik Anderer definiert die eigene Unfehlbarkeit? Komischer Ansatz.

    Kein Mensch braucht Rechtsradikale oder die AfD. 2019 sind drei Landtagswahlen, bei denen es nicht reichen wird, Männer zu diskriminieren und AfD Wählern (oder, weiter gehend, „Sympathisanten“ ) ex cathedra ihre Minderwertigkeit vorzuwerfen. Das hat in den USA mit dem „basket of deplorables“ nicht funktioniert, das wird hier auch nicht funktionieren.

    1. Dein 1. und 2. Absatz lässt sich ganz einfach beantworten:

      Wenn der 35C3 Frauen abschreckt, ist das ein Problem, und zwar ein Problem mit der Qualität der Veranstaltung.

      Wenn der 35C3 Rechte abschreckt, ist das kein Problem, sondern ein Qualitätsmerkmal der Veranstaltung.

      1. Sehr schlechte Qualität mein lieber. Datenschutz und Co. interessieren beide Seiten. Die eine davon auszuschließen nur weil sie, in anderen bereichen anderst denken ist einfach nur armseelig.

  4. Das jüngste Opfer der political correctness:

    Der CCC

    Die Zeiten wo ich mir jedes Video des Congresses im Netz angesehen habe sind endgültig vorbei.

    Schade.

  5. Ich muss ehrlich sagen, dass mich die zunehmende politisierung meiner Hobbies so langsam ziemlich fremd fühlen lässt.
    Wenn ich den n3C besucht habe, dann weil ich mich mit anderen über Technik, Tools und andere shenanigans austauschen wollte. Es interessiert mich nicht, ob ich da mit Mann, Frau oder irgendwas dazwischen geredet habe. Mich hat der Inhalt interessiert.
    Es stört mich nicht, dass man zusätzliche Slots anbietet und dort über feministische oder ähnliche Themen Beiträge laufen lässt; wer Lust hat da hinzugehen und zuzuhören kann das gerne machen. Aber was mich stört sind diese ganzen Leute die scheinbar der Meinung sind _alles_ muss politisiert werden.
    Schade.
    Ich wünsche dem CCC allen Erfolg der Welt, denn er hat es verdient.

    1. Volle Zustimmung.

      Eine gewisse Repraesentation von Politik ist unvermeidlich und auch erwuenscht. Aber vielleicht atmen wir alle mal gemeinsam durch und drehen den Knopf mal wieder runter von 11. Wenn jemand Anstoss an der Antifa Flagge nimmt, weil es auch einen gewaltbereiten Teil der Antifa gibt, dann heisst das nicht, das derjenige automatisch ein Nazi ist. Und umgekehrt, nur weil Nazis Anstoss an der Flagge nehmen, heisst das nicht, dass die Flagge automatisch gut und richtig fuer den Congress ist. Und zu allerletzt: Nur weil so unpolitische Heinis wie ich die Flagge nicht gleich runterreissen, solltest Du, lieber Markus, mich nicht gleich als Teil deiner Filter-blase vereinnahmen.

      All power to you dich beim Congress aeussern zu duerfen, aber ich zuck weiter mit den Achseln.

      1. Doch, klar ist alles gut, was Nazis schadet. Und klar ist jeder, der ein Problem mit der Antifa hat, ein Faschist. Der Mindfuck, den die Rechten betreiben, ist zu billig. Niemand fällt darauf rein. Wir wissen, was Haltung haben bedeutet. Sich selbst der Lächerlichkeit preisgeben, das beherrschen die Rechten total.

        1. Maximalindoktriniert, gratuliere.
          Du scheinst nicht zu wissen, was Faschismus bedeutet, warum redest du dann davon.
          „Eure“ Haltung koennt „ihr“ fuer euch behalten, wir marschieren nicht mehr unter den Bannern der selbsternannten Gralshueter um im Namen des moralisch Guten die Welt zu verbessern.
          Stell dir vor es ist kein Krieg aber alle gehen hin.

      2. Herzlichen Dank für den Kommentar. Gerade die politische Vereinnahmung aller Anwesenden hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl. In Kombination mit der ständigen Wiederholung von Verhaltenskodizes (Flaschen einsammeln, Aufstehen zur Defragmentierung, durch die Tür rein / durch die Tür raus etc.) empfinde ich einen starken sozialen Anpassungsdruck und weniger Freiheit, mich selbst zu entfalten.
        Kann man anders sehen und ich möchte den anderen Teilnehmern ihr Freiheitsempfinden auf dem Kongress auch lassen, weil ich weiß, wie wenig solche Räume es gibt.

        Allerdings komme ich trotz und nicht wegen dieses Subtextes sehr sehr gerne wieder zum Kongress, weil ich ihn inhaltlich (und ja in Teilen auch politisch) für extrem spannend und wichtig halte. Ich würde mir nur wünschen, dass man nicht gleich einen Stempel auf die Stirn bekommt, wenn man sich über die zunehmende Politisierung nicht freut.

        1. @grrr
          „In Kombination mit der ständigen Wiederholung von Verhaltenskodizes (Flaschen einsammeln, Aufstehen zur Defragmentierung, durch die Tür rein / durch die Tür raus etc.) empfinde ich einen starken sozialen Anpassungsdruck und weniger Freiheit, mich selbst zu entfalten.“

          Man kann natürlich auch Geld dafür ausgeben, dass man bezahltes Reinigungspersonal bezahlt und dieses die Flaschen sammelt, Ticketpreise würden dann natürlich steigen.
          Zur Defragmentierung und getrennte Türen für Ein- und Ausgang: Anzahl der Tickets reduzieren oder mehr Zeit zwischen den Talks lassen (und damit die Anzahl der Talks reduzieren) könnte man natürlich machen, dann wäre es einfacher, dass rechtzeitig alle Menschen zum Platz kommen, ohne diese dazu anzuhalten, sich so zu verhalten, dass möglichst wenig Zeit verschwendet wird.

          Alles geht aber in Richtung elitärerer Veranstaltung, also „Freiheit“ im Sinne der real existierenden FDP.

          1. @B.
            Ich habe weder gefordert, dass professionelles Reinigungspersonal beauftragt werden soll, noch dass die Anzahl der Tickets und erst recht nicht dass die Anzahl der Talks reduziert werden sollen.

            Es ist meines Erachtens auch nicht anzunehmen, dass ein Umgang mit den Herausforderungen Sauberkeit, Kapazität Kongress und Kapazität Talks nur auf die Art, wie der Kongress aktuell verfährt, oder eben durch die von dir beschriebenen Maßnahmen angegangen werden können.

            Aber darum ging es mir ja auch gar nicht, daher will ich nicht weiter auf den Strohmann einschlagen. Mir ging es darum, dass sich die Veranstaltung für mich (Achtung: super subjektiv!) nicht so frei anfühlt, wie immer propagiert wird. Ich empfinde auf der Veranstaltung einen starken Konformitätsdruck, den man innerhalb der Bubble natürlich nicht wahrnimmt. Ist ganz normal und überall so, aber man sollte nicht die Augen verschließen und behaupten, dass das auf dem Kongress anders ist.

      3. Wieso sollte ein demokratisch denkender Mensch Probleme mit aktivem und deutlich gezeigtem Antifaschismus haben? Es sollte doch das Gegenteil angenommen werden. Dass man es als demokratisch Gesinnter es mehr als begrüßt, wenn die Ablehnung deutlich nach außen gestellt wird. Wenn schon das Grundgesetz implizit zum Widerstand gegen jede Form des Faschismus‘ aufruft. Es gibt mehr als nur einen Anlass dafür.

  6. hab geschaut, seit dem sind andere kommenater veroeffentlicht worden, meiner nicht
    „Ein erschreckendes Ausmaß an Professionalität“…
    sucht man in diesem Artikel vergebens aber sei es drum.

    Interessant ist aber folgender Satz:
    „Keine Zwänge von jemandem – außer den Teilnehmenden selbst – zu gefallen oder Kompromisse einzugehen.“ Keine Zwaenge?

    -Geschlechterquoten:
    Das ist Sexismus, scheinen aber weder die Mitglieder des CCC noch der Autor zu verstehen.
    Was soll man von dieser – ach so wichtigen – „Gesellschaftskonferenz“ da erwarten koennen? Nichts.

    -Haltung zeigen:
    Vollkommen „ungezwungen“ fuegt sich der CCC dem Mantra des „Haltung“ zeigen, das dieser Tage weitverbreitet ist, siehe Artikel. Eine treffende Bezeichnung waere Konformitaet. Damit ist der CCC dann wohl auch im Mainstream angekommen, schade drum.

    Ob den Teilnehmern das alles so gefaellt ist fraglich, muessen sie doch zusehen, wie die „aktivistische Linke“ das Ruder uebernommen hat.

    Heile Welt auf dem CCC, so wie auf allen linksliberalen Grossveranstaltungen. Man gibt sich tolerant und weltoffen, redet von diversitaet und pluralitaet, schafft jedoch eine politische monokultur. Mit Kritikern braucht man sich nicht abgeben, man aechtet sie lieber als #AfD-Versteher, Gratulation.

    1. Ich persönlich wünsche mir viel mehr solcher „linksliberalen Großveranstaltungen“!

      Die Kombination links-liberal ist 1000x besser als die anderen drei Alternativen (rechts-liberal, links-radikal, rechts-radikal).

      1. Bernhardt Kolbe dann können Sie froh sein dass, Ihre Ansichten mit der Veranstaltung übereinstimmen.
        Jedoch haben Sie eine Alternative vergessen: neutral-liberal. Halte ich persönlich für das allerbeste.

        1. Wer politische Neutralität sucht, der ist sowohl in der Netzpolitik-Szene als auch in Hacker-Szene fehl am Platz. Und sollte auch besser keine LUGs oder sonstigen Stammtische aufsuchen.

          Sogenannte Neutralität ist letztendlich immer geheuchelt. Sicher gibt viele Weltbilder, die sich nicht eindeutig links oder recht zuordnen lassen, oder Elemente aus beiden mischen. Aber neutral ist das sicher auch nicht. Ich bevorzuge Menschen und Veranstaltungen, die mit ihrer Haltung offen und transparent umgehen.

    2. Sieh es doch mal so:
      Es wird wohl kaum jemand ernsthaft bezweifeln, dass sich in der AfD auch rechts-extreme und rechts-radikale Menschen befinden bzw. diese Leute die AfD wählen, weil die AfD die am weitestens rechts liegende, und gleichzeitig aufgrund ihrer Größe eine einflussreiche, wählbare Partei ist.

      Es wird wohl kaum jemand ernsthaft bezweifeln, dass sich in der Linken auch links-extreme und links-radikale Menschen befinden bzw. diese Leute die Linke wählen, weil die Linke die am weitestens links liegende, und gleichzeitig aufgrund ihrer Größe eine einflussreiche, wählbare Partei ist.

      Und ebenso wie eine linke Gruppe oder Veranstaltung gewisse Antifa und deren Methoden toleriert oder gar akzeptiert, so tolerieren oder gar akzeptieren rechte Gruppen gewisse Menschen mit Antifa-ähnlichen Methoden.

      Trotzhaltung wird durch gegenseitige Beleidigungen verstärkt und es ist mMn. mindestens naiv zu Glauben, dass durch Diffamierungen auch nur eine Person ihre Position ändern würde. Damit wird kein Konsens oder Kompromiss erreicht… sofern diese überhaupt eine gewollte Option sein sollten.

      Um einen Kompromiss zu akzeptieren, braucht es eine fundamentale innere Einstellung: „Es ist rational zu denken, dass die eigene Position die richtige ist. Aber es ist fatal zu denken, dass die eigene Position nicht falsch sein kann.“

      Es wäre schön, wenn man das Nichtvorhandensein dieser Einstellung bei seinem Gegenüber direkt sehen könnte, denn dann kann man sich jedwede Diskussion sparen, weil es keinen Mittelweg geben wird, sondern nur deine vollständige Assimilierung durch die ideologische Position des Gegenübers oder der status quo das Ergebnis sein wird.

      1. Das Problem ist, dass die meisten Leute Heuchler sind. Wenn es sie selbst betrifft, schreien sie nach Meinungsfreiheit, gleichzeitig unterdrücken sie die Meinung anderer. Sie fordern Toleranz gegenüber ihren eigenen Ansichten ein, sind aber nicht tolerant gegenüber anders läufiger Meinungen.

        Und das ganze schaukelt sich ja leider immer weiter hoch. Jetzt wird gegenseitig gehackt und private Daten veröffentlicht. Veranstaltungen des politischen Gegners werden lautstark gestört usw…

      2. “ dass sich in der AfD auch rechts-extreme und rechts-radikale Menschen “

        „auch“ ? Sehr amüsant. Wer also kein Faschist und Nazi ist, der kann die gemeinschaftliches Handeln mit Nazis und Faschisten rechtfertigen? Dissoziative Identitätsstörung?

  7. Sehr gut, nieder mit dem Nazi-Pack, „besorgten Bürgern“ (oder wie sie sich noch so nennen)!

    Menschen werden Menschen bleiben – egal wie viel von welcher DNA.

    1. „Menschen werden Menschen bleiben“
      Nicht wenn sie mit einem Messer im Bauch am Boden liegen, oder vom Laster überrollt sind. Dann sind sie nämlich tot. Dann kommt jegliche Besorgnis zu spät. Aber hey hauptsache es war kein rechter.

  8. Es wäre wünschenswert, wenn C3 sich für Objektivität und Wahrheit interessieren würde, anstatt eine falsche Ideologie gegen eine andere falsche Ideologie zu setzen.

    Auf dem linken Auge blind zu sein ist nicht besser, als auf dem rechten Auge blind zu sein.

    1. Mit Bezug auf „Auf dem linken Auge blind zu sein ist nicht besser, als auf dem rechten Auge blind zu sein.“:

      Der CCC ist nicht auf dem linken Auge blind, der CCC *ist* links. Genauer: Der CCC war schon immer politisch, und in diesem Spektrum schon immer eher auf der linken als auf der rechten Seite angesiedelt.

      Das kann man mögen oder nicht. Aber es macht keinen Sinn, plötzlich politische Neutralität oder sogar apolitisches Handeln vom CCC zu erwarten. Das wäre die Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es nie gab.

      Schon der Gründungsmythos, die „tuwat,txt“, ist in erster Linie politisch und erst in zweiter Linie technisch. Streicht man „Computer“ aus der Hackerethik, kommt ein ziemliches linkes Programm heraus. Zumindest nach heutiger Bedeutung von „links“. Damals hätte man das eher „progressiv“ oder „alternativ“ genannt.

      Klar schreckt der CCC damit einige seiner Sympathisanten ab. Aber wenn man sich die Kommentare hier so ansieht, scheint das genau die richtige Sorte von Charakteren abzuschrecken: Charaktere, die sich oberflächlich als rein unpolitische Technik-Fans gerieren, aber sofort in Rage geraten, wenn es effizienz-steigernde Rituale gibt (echte Technokraten würden das lieben!), wenn Feminismus oder Antifa-Ideen eine Bühne gegeben wird (wirklich Unpolitischen wäre das egal!).

      1. Das der CCC links steht ist fuer mich kein Problem. Dass man aber von der Antifa-Flagge begruesst wird, die auch einen Teil gewaltbereiter Antifaschistischer Menschen repraesentiert, oder solche die es fuer legitim halten private Daten von Nazis ins Netz zu stellen, ist schon etwas problematisch. Die Hacker-ethik gilt nicht ploetzlich nicht mehr nur weil es gegen Rechts geht. Entweder wir nehmen das ernst, auch wenn es Nazis betrifft, oder es ist nichts wert. Das ist so wie 99% Rechtstaat immer noch kein Rechtsstaat ist.

        Koennen wir uns darauf einigen, dass der CCC weiter gewaltfrei bleiben sollte und private Daten zu schuetzen sind? Selbst wenn es um schlechte Menschen geht?

        1. Dass der CCC für Gewaltfreiheit steht, wird doch nicht durch eine Antifa-Fahne, die irgendwer aufgehängt hat, in Frage gestellt. Die Fahne ist doch vielmehr nur ein klares Symbol für „Wir stellen uns gegen Nazis“.

          1. So hab ich das auch interpretiert. Aber warum muss ich da erst raetseln? Ein Banner mit „Wir stellen uns gegen Nazis“ waere doch viel klarer, insbesondere wenn es direkt am Eingang haengt. Warum muss es die Antifa Fahne sein, die unter anderen auch Menschen repraesentiert, die es ok finden Gewalt anzuwenden oder private Daten zu veroeffentlichen? Woher weiss ich denn dann, dass der CCC nicht inzwischen bei „Private Daten schuetzen, es sei denn es sind die von Nazis“ angekommen ist?

            Ich weiss, darauf kann keiner eine Antwort geben. Aber es stoert mich etwas, dass das als grosser Erfolg gefeiert wird, wenn man die Moeglichkeit gehabt haette eine wirklich klare Stellung zu beziehen anstatt unreflektiert Fahnen aufzuhaengen, die alles moegliche heissen koennen.

  9. Es wäre wünschenswert, wenn C3 sich für Objektivität und Wahrheit interessieren würde, anstatt eine Ideologie gegen eine andere Ideologie zu setzen.

    Auf dem linken Auge blind zu sein ist nicht besser, als auf dem rechten Auge blind zu sein.

  10. Ey Leute! Computer-Technologie wird größtenteils in Amerika entwickelt und in China gebaut. Was benutzen jetzt die, die keine Ausländer mögen?
    Robotron? ;-)

  11. Das Problem ist, dass die meisten Leute Heuchler sind. Wenn es sie selbst betrifft, schreien sie nach Meinungsfreiheit, gleichzeitig unterdrücken sie die Meinung anderer. Sie fordern Toleranz gegenüber ihren eigenen Ansichten ein, sind aber nicht tolerant gegenüber anders läufiger Meinungen.

    Und das ganze schaukelt sich ja leider immer weiter hoch. Jetzt wird gegenseitig gehackt und private Daten veröffentlicht. Veranstaltungen des politischen Gegners werden lautstark gestört usw…

  12. Die Vorträge wurden auf youtube eingestellt. Sie lassen sich dort nachsehen. Das macht einerseits die Entwicklung der xxC3 untereinander nach Interessengruppen bewertbar. Andererseits ist ein Vergleich mit anderen youtubern und den xxC3 möglich. Kann jeder selbst machen und danach den CCC und Netzpolitik.org bewerten. Nach Altersgruppen geht es auch. Auf Facebook sind eher Ältere, auf whatsapp und instagram Jüngere unterwegs.

    Wenn man das jetzt mit diversen Rechten Seiten in diesen (a)sozialen Medien vergleicht (die ganz gewiss schon reichlich durch die neuen Gesetze reduziert wurden), kann man ersehen, wie hoch der Mittelfinger der (Netzpolitik.org- und Antifa-) Veranstaltung zu bewerten ist.

    1. Bei den Vorträgen vom CCC auf Youtube, wurde die Kommentarfunktion unter manchen Videos gesperrt. Das gilt gerade für kontrovers diskutierte Themen. Wie dem auch sei, ich finde das ist nicht im Sinne der Meinungsfreiheit. Man könnte meinen das gerade der CCC und Co. aber für jene stehen. Doppelmoral?

      1. Frag doch mal die Menschen, die wegen ihrer Vorträge auf Youtube Beleididigungen, Bedrohungen, Morddrohungen und ähnlichem ausgesetzt sind, wie toll die Meinungsfreiheit ist. Es ist auch Doppelmoral laut Meinungsfreiheit zu schreien und dann die nächste Vergewaltigungsphantasie als Kommentar abzusetzen.

        Im Übrigen gibt es die Videos alle auf https://media.ccc.de ohne dass ein Großkonzern Geld damit verdient.

        1. Artikel oder Videos ohne Kommentarfunktion lassen keine direkte, leicht zu findende Kritik zu. Das stört mich an spiegel.de, aber dafür liebe ich eben auch Netzpolitik.org und Welt.de – dass man immer Leute lesen kann, die Gegenargumente zum Artikel bringen können. Und das ganz ohne die zurecht von Mona monierten Kommentare.

          Das braucht Moderation und das bedeutet Arbeit und dafür muss jemand bezahlt werden. Klar ist das Abschalten von Kommentaren der einfachste Weg, aber damit opfert man die berechtigte Kritik. Die Rechten müssen mit der Kritik der mangelnden Abgrenzung zu Rechtsextremistischradikalen genauso umgehen lernen, wie die Linken mit Linksextremistischradikalen. Ein friedliches Zusammenleben findet mMn. in der Mitte statt, weil wir so weit weg von Links und Rechts sind und normale politische Schwankungen uns nicht in die Politik der Extremisten führen.

          Wenn ich die Antifa Flagge unkommentiert bzw. durch Kommentare unkritisiert hier auf „Netz“politik.org sehen würde, dann weiß ich nicht, wie ich dann über die Verantwortlichen denken würde.

          Aber solange sie Kritik zulassen, solange werde ich Netzpolitik lesen!

  13. Es gibt Taten und Verhalten, die es wert sind, bekämpft zu werden. Der CCC wendet sich u.a. gegen staatliche Überwachung und eben auch gegen Rechts. Beides zu recht. In das Spektrum fällt noch viel mehr an Unrecht, auch wenn Rassismus eine wesentliche Teilmenge ist. Der CCC sollte sich generell gegen Unrecht aussprechen, z.B. auch gegen jegliche Mauern und Schießbefehle (früher vom Neuen Deutschland auch „Grenze“ und „administrative Anordnung“ genannt).
    Bleiben wir aber mal beim Rassismus. Bekämpfe ich Rassismus, indem ich Rechten den Mittelfinger zeige? Die Botschaft wendet sich mehr nach innen als nach außen. Ja, die Rechten bleiben dem Kongress fern. Und sie bleiben rechts. Ein Mensch, dessen Kampf gegen Rassismus mich mehr und sehr beeindruckt, ist Daryl Davis. Bei Davis hängen Dutzende abgelegte Kutten ehemaliger KKK-Anhänger. Wie viele Kutten hängen bei der Antifa? Davis sieht die Menschen hinter der Ideologie und baut Brücken zu ihnen, ohne sich selbst zu verbiegen. Der Mittelfinger ist keine Brücke.

  14. @ Funky buddha

    Übel ist das undifferenzierte Zusammenrühren von nicht definierten Begriffen und der Aufruf zum „Kampf“. „Das hatten wir schon mal“ – könnte man dazu sagen. Und so verkehrt sich der Aufruf von Funky in sein glattes Gegenteil und er selbst findet sich selbst in der Ecke wieder, die er bekämpfen will.

    „Rechts“ ist grob gerastert ein politisches Meinungsbild, das im demokratischen Diskurs zulässig, vertretbar und zu achten ist. Man kann anderer Meinung sein, es zu bekämpfen führt zu Meinungsterror. Abzulehnen sind Rechtsradikale – ebenso wie Linksradikale, weil sie nicht abwägen und nicht am Diskurs teilnehmen.

    „Rassismus“ wird inzwischen für jede Art von Diskriminierung gebraucht – völlig unbeachtlich der Tatsache, dass „Diskriminierung“ nach Art. 2 GG sehr wohl eine Grundrechtsausübung sein kann. Nur wegen der im AGG genannten 6 Kriterien darf der Bürger andere nicht diskriminieren. Wegen des Tatoos auf der Haut oder dem Knopf im Ohr darf er das sehr wohl! Das ist sein Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit.

  15. Also ich bin trotzdem der Meinung, dass der CCC vor allem in die Technik-Ecke gehört. Das kann ja auch gerne politisiert werden, da Technik und digitale Infrastrukturen ein entscheidendes Zukunftsthema sind, denen sich Politiker bis jetzt nicht sonderlich stark gewidmet haben. Aber Diskussionen über „Rechts“ gehören meiner Meinung nach nicht als ein zentrales Thema auf CCC-Tagungen. Und es ist ein zentrales Thema, wenn im Eingangsbereich bereits ein Statement durch eine Flagge gesetzt wird und zusätzlich Workshops und Diskussionsgruppen darüber debattieren. Am Ende verkommt der CCC zu einer parteiähnlichen Gruppe, die sich bei ihren Treffen nur noch über politische Themen und anderen Parteien und deren Unterstützer unterhalten – also nichts anderes mehr machen, als das, was CDU, SPD, AFD, Grünen, Linke, etc… tun. Gibt es echt nicht interessantere Themen auf einer „Technik“-Konferenz?

  16. Puh, jetzt geht es mit bestimmten Aktionen und Dingen also auch so richtig los beim CCC.

    Bei den Piraten hat es auch mit dem hissen einer Antifa-Fahne angefangen und dann ging es richtig los. Ich hoffe dieses bleibt dem CCC erspart, aber ich befürchte es wird anders laufen. Es gibt zuviele die ein Interesse haben an einem geschwächtem oder gar in Auflösung befindlichen CCC. Mir kommt es so vor als wie man versucht den CCC zu langfristig zerlegen. Es läuft das Programm Spaltung.

    Zum Begriff Haltung zeigen ist ja ok, kein Mensch braucht den „Rechten“ Scheiss, allerdings sehe ich immer wieder wie genau die sich so als „progressiv“ oder „links“ outen die selben verabscheunngswürdigen Methoden anwenden. Die Menschen haben unter beiden Lagern nichts zu lachen.

    Viel Glück CCC auf eurem weiteren Weg. Seit und bleibt wachsam.

    Zum Artikel: Na ja fand ich jetzt nicht so den Brüller, Selbstbeweihräucherung. Irgendwie habe ich den Eindruck auf netzpolitik gibt es zwar viel mehr Artikel die Qualität lässt aber auch deutlich nach, auch ein Grund warum ich nur noch selten verbeischaue. Auch hier zuviel „Haltung“. :-)

  17. Die (leider) sehr wenigen Frauen, die ich in meiner technikaffinen Blase wahrnehme, sind nun gerade nicht diejenigen, die nach einer Quote rufen. Ich habe bereits zweimal konkret nachgefragt, weil ich zunehmend das Gefühl habe, dass immer mehr Bereiche des Alltagslebens politisch aufgeladen werden. Je mehr Frauen ich auf dem CCC sehe, desto besser – aber wenn Frauen sich z.b. mehr für Medizin als für Computer interessieren, wohnt jedem Versuch, dies politisch ändern zu wollen, ein totalitärer Impuls inne. Und wenn sich der CCC statt des Mittelfingers z. B. darauf verständigen würde, AfD-Versteher grundsätzlich zu inkludieren, könnte man den einen oder die andere vielleicht auch wieder für unsere Demokratie zurück gewinnen: überzeugen durch Argumente, nicht durch Armauskugeln…

  18. Ich finde, dass der Diskussion rund um die AfD viel zu viel Raum gewährt wird, zumal sie zur Zeit als „Demokratische Partei“ legal im Bundestag sitzt.
    Schlimmer finde ich, dass nicht über wirkliche Entscheidungsträger aus CDU, CSU und SPD diskutiert wird, die sich nicht um die Rechte der Bürger kümmern.
    https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2018-2021_Bund_final.pdf

    Da könnte man ja mal nachsehen, was da so im Argen liegt

    364 Beschäftigtendatenschutz
    888 Kinder- u Medienschutz
    1530 IT Sicherheit
    1607 flächendeckende digitale Infastruktur von Weltklasse
    1625 Infrastruktur
    1713 Digitale Selbstbestimmung
    1714 Digitalpakt, Cloud, Open Eduvational
    1786 Digitale „Arbeit 4.0“ (E-Akte – 2028 Vorgangsverwaltung)
    1838 Beschäftigtendatenschutz
    1885 Freier sicherer Dartenaustausch
    1887 Datenaustausch EU/US-Privacy-Shield
    1892 Mittelstand Digitalisierung, IT-Sicherheit
    1907 Industrie 4.0, Digitalisierung in der Fläche
    1956 „Sicheres Leben“ online
    1969 IT-Sicherheit, BSI, Cyber
    1980 Verschlüsselung für jedermann (PGP/SMIME)
    1990 Gütesiegel IT Sicherheit, Produkthaftung, Cyber-Schäden
    2035 Elektronischer Personalausweis
    2051 IT Beauftragter der Bundesregierung
    2063 Daten- „Rohstoff“, „Treibstoff“ für Innovation, Datenschutz
    2073 E-Privacy-Verordnung
    2078 Europäische Datenschutzregelung
    2086 EU-Datenschutz-Grundverordnung
    2103 E-Health
    2128 Car- Ridesharing, eTicket
    2140 Autonomes Fahren (Datenschutz, Datensicherheit)
    2173 Digitales Europa (Freizügigkeit von Daten, E-Privacy))
    2181 Mediendienste, Urheberrecht
    2198 Netzneutralität
    2212 Upload Filter, E-Privacy
    2218 5G
    2225 Grundrechteschutz, Grundrechtecharta
    2295 Datenaustausch (Schülerdaten)
    2572 Industrie 4.0, IT Sicherheit
    2637 Weltraumgesetz
    2745 Digitalisierung (EU-Datenschutz), E-Privacy)
    2880 E-Government (2901)
    2890 Erleichterung der Datenübergabe (Behörden, Digitalisierungspakt, Datenschutz)
    3092 Elektron. Kommunikation der Bürger mit Finanzamt)
    3209 Sicherheit IT-Systeme (Finanzmärkte)
    3666 Haftungsregelung autonomer Systeme
    3670 Digitales Straßengesetz
    3674 Digitale Testfelder (Strasse, Schiene, Wasser)
    3680 eTicket (ÖPNV)
    3685 i-KFZ (Fahrzeugzulassung)
    3693 Schutz der Daten der Bürger bei automatisiertem Fahren
    4719 E-Health
    4735 Die Daten sind Eigentum der PatienInnen
    5765 Bundeskriminalamt als zentrales Datenhaus (Polizei, Justiz)
    5857 E-Evidence
    5868 Datensicherheit (IT Sicherheitsgesetz 2.0)
    5922 Sicherheitsarchitektur
    5963 Datenerhebung und -speicherung Verfassungsschutz
    5996 Befugnisse (BSI, Darknet, Angriffe)
    6075 Datenschutz (DS-GVO)
    6083 Stiftung Datenschutz
    6129 Strafverfolgug Cyberraum
    6150 Rechtsfolgen der Digitalisierung (Identitätsprüfungen, Vererbbarkeit, Netzwerkdurchsetzung)
    6175 Digitale Eigentum
    6208 Urheberrecht
    6325 Verbraucherschutz (Bewertungen, Netzneutralität, Netzzugang)

    Denn das kommt wie auf Schienen ….

  19. „35C3: Hackerkonferenz zeigt Rechten den Mittelfinger“

    Ich sag doch schon immer:
    „Diese Hacker sind das Problem, die Bösen die Illegales tun und
    auf das Einhalten unserer tollen Gesetze pfeifen, ja sogar zu deren
    Brechen aufrufen, den Mittelfinger zeigen.
    Jetzt steht sogar hier klipp und klar schon in der Überschrift, das sie auf das
    Einhalten des Rechts pfeifen!“

    Fängt jetzt auch Netzpolitik.org heise-like mit dem Click-baiten an?

  20. Ich wohne dort, wo der CCC meint, es gäbe keine Hacker/Computerversteher und verfolge das alles, seit bald dreißg Jahren… nunja, es gibt einen Hackerspace bei uns aber da hängen Lunix-Poster rum und sie saufen gerne elitäres Bier am Uni-Stammtisch… nicht meine Welt aber hey – ein guter Indikator.
    Es war doch schön dieses Jahr! Watt wollter denn noch? ^^
    Das Gepresse auf die Frauenquote und das empfindliche Gehabe sobald es um das Thema geht, dass den Planeten am meisten Bewegt und vorwärts bringt, halte ich auch für zu weit linkes Geholze aus der Männer hassenden Feministenglanzabteilung aber noch einmal hey – wir lieben doch alle Menschen.^^ In meinem letzten Job im ÖD mit stark Datenschutz relevanten Hintergrund arbeiteten 8 Frauen im Team und neben mir ein Mann, den ich charakterlich garnicht als solchen betrachte und ich durfte gehen, weil sie schon teilweise dreißig Jahre fest- und ich nur befristet (dreimal verlängert!) eingestellt war und sagen wir mal durch Pech in der Kindheit zu nicht optimal in das Werbebild passenden Geschöpfen gehöre. Hat da jemand auf die Männerquote gepocht und nicht von Arbeitgeberseite gegen mich diskriminiert? Ist doch alles POV! Lasst doch den Dingen einfach ihren Lauf!
    Aber eins ist schon immer klar: Rechte Gesinnung ist gegen ‚unsere‘ Natur! Das war und ist kein Geheimnis. Wenn die Antifa-Flagge provoziert hat, wurde das gesteckte Ziel erreicht. Das sollte ja bei den Kernleuten null Unterschied machen… wir können ja nichts dafür, dass die Östereicher und die Schweizer uns ihren Müll über die Grenze werfen und er bei uns aufgeht wie ein gut gewärmter Hefeteig! Oder doch? ^^
    sry an die Ösis und Schweizer… war nur gut gemeinter Humor, den ihr auch direkt verstehen solltet
    Tschö Welt, LG

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