Nutzerrechte

Wie Microsoft Europa kolonialisiert

Verwaltungen, Behörden, Regierungen: Alle setzen sie auf Microsoft Windows. Dass der US-Konzern dabei politisches Mitspracherecht gewinnt, Vertragsbedingungen diktiert und im Quellcode einige Überraschungen bereithält, wird gern ausgeblendet. Eine sehenswerte ARD-Reportage rollt das Thema auf.

Journalist Harald Schumann (links) untersuchte Microsofts Monopolstellung. Hier lässt er sich ein Hamburger Rechenzentrum zeigen, das der staatlichen Verwaltung dient. Zur Sicherheit ist die genaue Lage geheim. „Gegen die offene Flanke Microsoft schützen die Zäune und Schranken aber nicht.“ ARD

Hohe Lizenzkosten, ein fragwürdiger Umgang mit sensiblen Daten und nicht zuletzt Sicherheitskatastrophen wie WannaCry im letzten Jahr: Die Argumente gegen die Nutzung von Microsoftprodukten wie Windows sind zahlreich. Geht es nicht um Privatrechner, sondern solche in Krankenhäusern, Finanzämtern oder Ministerien scheint es noch unverantwortlicher, diese zu ignorieren. Warum also setzen fast sämtliche Verwaltungen Europas immer noch auf Microsoft?


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

In einer knapp 45-minütigen ARD-Dokumentation stellt das Journalistenteam Investigate Europe das sogenannte Microsoft-Dilemma vor. Der aufwändig recherchierte Beitrag erzählt, wie Microsoft nach wie vor seine Monopolstellung behält: mit gezieltem Lobbyismus und durch die Trägheit von Institutionen.

Der Staat verliert die Kontrolle über seine IT

Die Monopolstellung Microsofts ist stark: „Jeder ist betroffen“, urteilen die Journalisten, „die Abhängigkeit reicht tiefer als die Verwendung von Word oder Excel“. Tausende Spezialprogramme der Finanzämter und anderer Behörden seien alle von Windows abhängig. Auch Martin Schallbruch, der bis 2016 IT-Direktor der Bundesregierung war, sieht Probleme, die sich in Zukunft noch verstärken werden: „Kontrollfähigkeit und Steuerungsfähigkeit des Staates im Hinblick auf seine eigene IT nimmt immer weiter ab.“

Eine Alternative ist mit Linux eigentlich vorhanden. Warum steigen die europäischen Staaten also nicht im großen Stil um, um sich von der Abhängigkeit zu befreien? Rafael Laguna von Open-Xchange vergleicht die Situation mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien. Auch da sei die Skepsis groß gewesen, doch mittlerweile gäbe es Tage, an denen unser Strom fast vollständig aus erneuerbaren Energien stamme. Vor allem der Staat müsse Anreize zur Veränderung bieten. Viele Entscheider in der IT würden sich zudem finanziell selbst schaden, wenn sie das Monopol Microsofts aktiv angingen.

Die Forderung nach Windows bricht Europarecht

Während die großen Internetunternehmen wie Facebook, Amazon und Google verstärkt auf Open-Source-Software setzten, liefern sich die Staaten Europas immer wieder dem Microsoft-Monopol aus. Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz zu den Konditionen der Verträge zwischen Bund und Microsoft werden „wegen Konzerngeheimnissen“ nur geschwärzt herausgegeben. Microsoft ist also in der Lage, den Staat daran zu hindern, seine Bürger zu informieren, beispielsweise über die genauen Kosten der Software. Das US-Unternehmen diktiert den Ländern Europas die Vertragsbedingungen.

Mathieu Paapst hat sich lange mit der Praxis der Auftragsvergabe beschäftigt und schätzt diese als klar rechtswidrig ein. ARD

Dabei ist schon die Auftragsvergabe ein Bruch von Europarecht: Ab 130.000 Euro Auftragswert fordert das Gesetz eine zwingende öffentliche Auftragsausschreibung. Der eigentliche Konkurrenzkampf findet aber in der Praxis allerdings nur zwischen verschiedenen Microsoft-Lizenz-Zwischenhändlern statt. Die Staaten Europas verweisen auf die EU-Kommission, die es selbst nicht besser macht. Mathieu Paapst, Fachanwalt für IT und Vergaberecht, urteilt: „Selbst die EU-Kommission ist ‚locked-in‘, so abhängig, dass sie meint, ohne die Microsoftsoftware nicht funktionieren zu können.“

Alternativen erfolgreich weg-lobbyiert

Linux in öffentlichen Verwaltungen sei nicht praktikabel, fehlerbehaftet und unsicher – in München räumte das Projekt Limux mit diesen Vorurteilen auf. Dann wurde Dieter Reiter (SPD) Oberbürgermeister, nicht mehr in einer rot-grünen, sondern einer rot-schwarzen Koalition. Er holte eine neue Microsoft-Zentrale nach München und prompt folgte auch die Rückkehr der Stadtverwaltung zu Windows. Er selbst bestreitet einen Zusammenhang, es ginge darum, die IT „schlagkräftiger und effektiver“ zu machen. War das nicht eigentlich das Argument gegen Windows?

Das Pilotprojekt und der Umstieg galten eigentlich als großer Erfolg. Ein anonymer Mitarbeiter der städtischen IT-Abteilung sieht für die Rückkehr „keinen technischen Grund. Es ist Politik“. Der erneute Umstieg wird jedenfalls sehr teuer. Der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), der das Projekt damals maßgeblich angetrieben hatte, kann die Entscheidung nicht nachvollziehen:

Ich bin überrascht, dass die gewonnene Unabhängigkeit, um die uns viele beneideten, jetzt nichts mehr wert sein soll. Wir haben uns damals für die Unabhängigkeit von einem amerikanischen Konzern entschlossen, dessen Umgang mit der Macht wir schon selber gespürt haben.

Was in Deutschland vorerst scheiterte, wird anderswo in Europa noch schrittweise ausprobiert: Die Verwaltung Roms steigt schrittweise auf Linux um, das italienische Militär von Microsoft Word auf Libre Office. Die Gendarmerie Frankreichs tauschte über die Office-Pakete hinaus auch die Betriebssysteme. Aber auch hier drängt das Innenministerium wohl wieder auf die sachlich schwer zu begründende Rückkehr. Etienne Gonnu von der NGO April moniert den privilegierten Zugang Microsofts, unter anderem zu eigentlich regierungsexklusiven E-Mail-Adressen. Eine klare Trennung von staatlicher Verwaltung und Microsoft verschwimme zunehmend. Auch geschwärzte Verträge sind hier die Praxis.

Public Money, Public Code

Geschätzt 200 Euro koste die Windows-Lizenz alleine pro Arbeitsplatz und Jahr, auf Europa hochgerechnet könne also ein zweistelliger Milliardenbetrag durch einen Umstieg eingespart werden. Eigene, quelloffene Software könnte damit erheblich gefördert werden. Ähnliches fordert eine Initiative verschiedener NGOs schon seit längerem.

„Die Schuld für WannaCry liegt auch bei Microsoft“

Anfang 2017 wütete weltweit die Schadsoftware WannaCry, nur auf Windowsrechnern. Der Sicherheitsfehler wurde von Seiten Microsofts jahrelang nicht bemerkt, eventuell sogar bewusst nicht geschlossen. Die Sicherheitslücke, die den Trojaner möglich machte, war zumindest der NSA bekannt. Der amerikanische Geheimdienst nutzt diese Hintertür jahrelang, bis vermutlich ein Mitarbeiter das Geheimnis verkaufte und WannaCry entstand. Auch die Probleme mit der PC-Wahl-Software vor der letzten Bundestagswahl verdeutlichen die typischen Sicherheitsprobleme von Closed Source Software.

Jan Philipp Albrecht (Grüne Europafraktion) fordert eine Öffnung der Ausschreibungen für die genutzte Software, um quelloffenen Lösungen überhaupt eine Chance zu geben. ARD

Am eigenen Rechner kann man auf quelloffene Software setzen. Ohnmächtig ist man dennoch, wenn sensible Daten wie Patientenakten, Steuerdaten und vieles mehr beispielsweise in Behörden auf Windowsrechnern bearbeitet werden. Spätestens seit Snowdens Enthüllungen sollten Regierungen hier deutlich misstrauischer sein. Die Frage der Journalisten ist berechtigt: „Muss der Staat angesichts solcher Gefahren nicht auf Offenlegung des Quellcodes für all seine Software bestehen?“

Im EU-Parlament scheint zumindest manchen das Problem bewusst zu sein: Jan Philipp Albrecht ist einer von ihnen. Er wünscht sich ein europäisches Alternativ-Modell offener Standards. Quelloffenheit ist auch als ein zwingendes Kriterium für staatlich genutzte Software denkbar.

Grundsätzlich ja, praktisch nein

Die Macher des Beitrags zeigen deutlich, dass sie für quelloffene Software sind, und haben dafür gute Argumente. Das einzige, was für die Position Microsofts spricht, scheint die Macht der Gewohnheit.

Bezeichnend für die Lage: Harald Schumann konfrontiert Peter Batt, den derzeitigen IT-Direktor der Bundesregierung, mit dem Bundestags-Beschluss pro Open Source und contra Monopolstrukturen.

Batt: „Das sind alles Grundsätze, die wir seit jeher verfolgen.“
Schumann: „Aber gleichzeitig wird jetzt ein neuer Konditionenvertrag mit Microsoft ausgehandelt, oder?“
Batt: „Ja natürlich, wie sollte es anders sein?“

39 Kommentare
  1. Bei besten Willen Linux kann Windows niemals ersetzen. Linux ist wahrscheinlich das größte freie Programm, macht aber bsp. bei gNewSence nur 5% des Quellcodes aus. Was Sie meinen ist natürlich GNU/Linux. Dies ist schonmal 20% (5% Linux-kernel, 15% GNU) des Quellcodes von gNewSence. Auch kommt die Freiheits-philosophie von GNU, sowie auch der Gedanke etwas wie GNU/Linux zu schreiben. Bitte verwenden Sie GNU/Linux und Freie Software statt Linux und Open-source-software. (Quelle für die %-Zahlen ist das Buch „Frei wie in Freiheit“.)

    1. Auch ich bin der Meinung, dass man das System „GNU/Linux“ nennen soll. Aber bitte macht das nicht an der Quantität fest! Am Kernel Linux arbeiten mittlerweile viele Großunternehmen mit. Die haben mit Sicherheit die größere Manpower. Und der Kernel Linux ist mittlerweile auch ziemlich groß, ja ich würde fast schon sagen, zu groß.

      Ein fundamentaler Unterschied zwischen beiden Gruppierungen liegt jedoch in der Einstellung zur Freiheit, genauer gesagt den Nutzerrechten. Aus diesem Grund sollte man das GNU-Projekt nicht verschweigen, sondern würdigen. Das GNU-Projekt arbeitet seit 1984 an der Erstellung eines freien Betriebssystemes…

      1. Das Beharren auf “GNU/Linux” kommt vor allem von Richard Stallman, der anscheinend nicht so recht damit fertig wird, dass Linux so erfolgreich ist und sich praktisch niemand mehr für sein GNU-Projekt interessiert. Das GNU-Projekt sollte eigentlich mal das werden, was Linux heute ist, ist aber irgendwann praktisch zum Erliegen gekommen. Natürlich verwendet Linux diverse Software aus dem GNU-Projekt, aber rein mengenmäßig ist dieser Anteil inzwischen relativ gering, und auch das GNU-Projekt hat sich seinerzeit mit beiden Händen bei anderen freien und Open-Source-Softwareprojekten bedient.

        Sowohl die „Vier Freiheiten“ der Free Software Foundation (FSF, Organisation hinter GNU) als auch die gängigen Definitionen dafür, was als Open-Source-Software gilt (Debian Free Software Guidelines bzw. Open Source Definition der Open Source Initiative), stellen die Rechte der Benutzer in den Vordergrund, Einblick in den Quellcode der Software nehmen zu dürfen, die Software modifizieren und in originaler oder modifizierter Form weiterverteilen zu dürfen. Software, die diese Bedingungen nicht erfüllt, gilt weder als „frei” im Sinne der FSF noch als “Open Source” im Sinne der Open Source Initiative. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die FSF bei ihrer eigenen Software auf einer Lizenzierung besteht, bei der auch die Lizenznehmer die Software im Quellcode weiterverteilen *müssen*, wenn sie sie überhaupt weiterverteilen. Zahlreiche andere freie bzw Open-Source-Software-Projekte verwenden Lizenzen, die eine Weitergabe erlauben, aber nicht zur Pflicht machen.

      2. Du sagst es Sogar die Weltraumbehörde NASA verwendet Ubuntu Jedes Kind kann Linux Mint benutzen Man darf ja Microsofts frühe Jahre nicht abstreiten Zumal es ohne dem das alles nich geben würde Jedoch heute würde ich niemals mit Windows ins Netz gehen Kannste dir die Kugel geben

        1. > Sogar die Weltraumbehörde NASA verwendet Ubuntu
          Diese Behauptung ist falsch!
          Die NASA [1] verwendet immer noch Debian GNU/Linux.

          > Jedes Kind kann Linux Mint benutzen
          Die Frage ist doch nicht, ob man dieses kaputte Frickelprojekt benutzen kann. Sondern, ob man nicht lieber gleich zum Original Debian GNU/Linux greift.
          Denn das Linux Mint Projekt fixt nicht einmal schwere Sicherheitslücken, sondern verschiebt diese auf das nächste Release.
          Leider sind solche gravierende Sicherheitsmängel wohl der „Fangemeinde“ der Klicker Distributionen nicht bekannt, oder einfach interessieren niemanden.
          Und da sind wir bereits beim Kernproblem der der Klicker Distributionen.
          Wenn man sich eigentlich nicht für das System interessiert, oder wie in vielen Fällen einfach überfordert ist.
          Warum wechselt man dann eigentlich zu Linux?
          Wenn a) die Freiheit des System nicht interessiert, b) die Systeminterna irrelevant sind und c) man eigentlich ein Windows mit Linuxkernel möchte?
          Sind solche Patienten nicht immer noch besser bei Windows und/oder MACOSX aufgehoben?

          Das Original ist ebenfalls nicht das Canonical Universum egal in welcher Geschmacksrichtung, da dort zum Beispiel Nutzer [2] bespitzelt werden, oder das Patchmanagement vernachlässigt wird.

          [1] https://heise.de/-1860798
          [2] https://www.pro-linux.de/-0h216408

    2. Mir als Endanwender sind solche eher ideologisch gefärbten Argumente egal.
      Linux ist (als Software) erstmal kostenlos. Eventuell kostet Software die darauf aufsetzt und Wartungsverträge.
      Im Unternehmenseinsatz geht Linux ohne weiteres.
      Ich arbeite in einer relativ kleinen Firma mit 27 Rechnerplätzen und dort wurde von Anfang an Linux verwendet. Es gibt keinen einzigen Rechner auf dem ein MS-Produkt läuft.
      Für uns wäre es eine erhebliche Umstellung zu MS-Produkten zu wechseln.
      Viele unserer Makros und Spezialsoftware würde so unter Windows nativ nicht funktionieren.
      In einer VM ginge es grundsätzlich aber warum eine VM unter Windows installieren wenn man das selbe bei besserer Funktionalität und kostengünstiger unter Linux bekommt.

      1. Mhm, wir haben hier Spezialsoftware die nur unter Linux läuft.
        Ich denke das es darauf ankommt wie die Firma angefangen hat und sich deren IT entwickelt hat.
        Gerade die ganzen Büro- und Buchhaltungsprogramme sind doch 0815 und ersetzbar, solange es ein Emigrationsformat gibt was reibungslos funktioniert.
        Will man seine Basis wechseln macht man das schrittweise und/oder betreibt beide Strukturen über eine gewisse Zeit parallel.
        GIS-Systeme und komplexe Datenbanken sind da bei einer Umstellung nicht ganz ohne.
        Sehr kompliziert ist so ein Wechsel immer bei Produktionsanlagen wo jede Stunde Stillstand gleich ins Geld geht.

  2. „Linux in öffentlichen Verwaltungen sei nicht praktikabel, fehlerbehaftet und unsicher “
    1. Weil alles auf Windows ausgelegt ist. Es hat auch bestimmt keiner darauf geachtet, das irgendwelche Standards verwendet werden, damit das neu programmieren einfacher wird oder das man Software verwendet die mehrere Platformen Unterstützt.
    2. „Macht der Gewohnheit.“
    Einzigste Grund warum da keiner umsteigt. Die gängigen Linux distros sind alle nicht weit weg von Windows.
    3. Mehr fehlerbehaftet wenn schon Zehntausende Leute drüber geschaut haben als die paar hundert bei Microsoft? Und was heißt unsicher. Die meisten Viren und Malwaren tummeln sich auf Windows und wurden zudem meistens vom User „hereingelassen“. Man sollte an der allgemeinen Sicherheit der Behörden arbeiten. Wie kann es sein das im Jahre 2018 Rechner durch Email Anhänge befallen werden?

    1. 1 Alle hinreichend komplexen Systeme sind unsicher oder zu teuer zu verifizieren. Bei closed source kann man natürlich noch weiter an der Sicherheit sparen, da niemand reinschaut bzw. Fehler/dreckigen Code verstecken.
      2 Inkorrekt: Marktmacht bei Vorinstallation von Computersystemen, die eigentlich wettbewerbswidrig sein sollte. Umsteigen selber verhindert nur begrenzt Dummheit anderer Anwender, welche durch Schulen propagiert wird/entsprechend verstärkt wird.
      3 Liegt eher am Verbreitungsgrad, generellem Systemdesign und Nutzercommunity. Auffinden von Fehlern und Ausnutzen im linux-kernel ist ungleich teurer [beschränkter Nutzerkreis oder viele Personen schauen über codebase], zudem gibt es etliche Sicherungsmöglichkeiten (sandboxing).

      Zur Frage: Beschissener Code wegen zu wenig Geld/Zeit und/oder zu hoher Komplexität der Funktionalität.

      Zum depressiv werden: WebAssembly als „besseres/schnelleres javascript“ ist die neuste Einfallslücke/tracking-tool, was mittlerweile standardmäßig aktiviert ist.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Webassembly

  3. Microsoft und Windows sind aus vielen Perspektiven zu kritisierten. Aber „WannaCry“ ist keiner davon. WannaCry war nur so groß, weil Windows so weit verbreitet ist. Alle anderen Betriebssysteme haben ähnlich gravierende Lücken. Sie sind nur nicht so profitabel. Hätten wir alle GNU/Linux, wäre WannaCry2 darauf. Schade, von netzpolitik.org hätte ich erwartet, das sowohl zu verstehen als auch zu erklären.

    1. Bei einem offenem weitverbereiteten Betriebssystem würde eine solche Lücke sicherlich schneller entdeckt, bzw. könnte nicht so lange geheimgehalten werden.

  4. „Entschleunigung“ lautet das neue Zauberwort.

    Schreibmaschinen haben früher den Frauen das Arbeitsleben schwer gemacht. Dank der Computer schmerzen nun nicht nur die Handgelenke, sondern auch der Mausarm. Und die Augen brennen. Doch noch viel mehr rauchen die Hirne. Ständig Neuerungen, die alles noch viel schwieriger machen. Da biste mit 40, spätestens 50 weg vom Fenster. Und Zeit für ein gemütliches Schwätzchen ist schon längst nicht mehr da. Mehr Geld ist auch nicht auf dem Konto. Ganz im Gegenteil. Krankengeld gibt es im äußersten Fall 1 1/2 Jahre und Frührente bekommt kaum noch jemand. Nur in Urlaub fahren wir alle weiterhin gerne. Daran klammern wir uns fest. Auch wenn es zuhause doch viel schöner ist, sein könnte, wäre da nicht die ständige Anspannung, der Stress. Doch Microsoft sei dank. Trost ist in Sicht, wunderschöne Bilder, aus den entlegendsten Gegenden der Welt. Kurze Fluchten im Alltag. Vom „Glücksdruck“, dem Druck zur guten Laune, der die Menschen spaltet in Zufriedene und Unzufriedene, reden nur ganz wenige.

    Dennoch: Be happy war gestern.

    1. Eigentlich gar nicht so Off Topic dein Post. Denn letztendlich ist die von dir geschilderte Situation, mit eine Auswirkung des im Film angesprochenen Monopols. Abfluss von staatlichen Mitteln, die besser beim Bürger aufgehoben wären.

  5. Ein beliebtes Argument für Windows und gegen Linux (oder GNU, oder freie Software oder was auch immer) lautet sinngemäß: „Die Angestellt sind geübt und geschult mit Windows und den dortigen Programmen, ein Wechsel wäre zu aufwändig.“
    Da ja 2020 der Support für das noch vielfach verwendete Windows 7 ausläuft, könnte ja der Aufwand zur Umgewöhnung auf ein freies Betriebssystem genutzt werden.

    1. Windows hat sich in den letzten 20 Jahren in seiner Bedienung weitaus radikaler geändert als Linux. Eigentlich ist von jeder Version zur nächsten irgendwas anders, und das Aussehen wird sowieso alle paar Jahre umgekrempelt. Und was die Anwendungsprogramme angeht, sind Programme wie LibreOffice weitaus näher an der “Tradition” dran als Microsoft Office, wo auch immer mal wieder die Konzepte gründlich umgestoßen werden. Seinerzeit stöhnten die Leute über die Einführung der “Ribbons”, aber natürlich werden bei der Migration von Microsoft Office X auf Microsoft Office X+1 die Trainingskosten trotzdem mit €0 veranschlagt.

    1. Was ist daran schlecht recherchiert? Er deckt sich mit unseren Recherchen und Berichterstattung seit 15 Jahren. Einen Mangel sehen wir auch: Der Drehtür-Effekt zwischen Politik / Öffentlicher Hand und Microsoft-Lobbyisten hätte noch deutlich besser herausgestellt werden können.

      1. Das Beispiel „Wannycry“ und damit direkt der Aufhänger des Beitrages ist ein denkbar schlechtes Beispiel. Die Lücke war zu dem Zeitpunkt bereits zwei Monate gefixt und Updates verfügbar. Kaum ein größeres Unternehmen mit funktionierenden Prozessen war betroffen. Endnutzer auch nur in begrenztem Umfang. Und an Beispielen wie Heartbleed und anderen Lücken sieht man das auch in Open Source Software über einen langen Zeitraum Sicherheitslücken existieren kann. Ein Unternehmen oder Endnutzer der seine Systeme nicht regelmäßig aktualisiert ist also anfällig egal ob es sich um Open Source handelt oder nicht.

        Des Weiteren ist auch der Punkt Blackbox nicht wirklich wahrheitsgemäß. Auch Microsoft bietet mit dem Transparency Center Zugang zu seinen Quelltexten an. Genutzt wird das durch Behörden vermutlich genauso wenig wie Sie den Quellcode von Open Source Projekten analysieren und fixen.

        Das Facebook, Google und Co. Open Source einsetzen ist ebenfalls kaum mit einem Endkunden oder einer Behörde vergleichbar.. warum liegt ja wohl auf der Hand. Personal, Knowhow, Geld, ..

        1. Die MS-Vertreter hier argumentieren auf der Ebene „Open Source ist auch nicht perfekt, ätsch!“ haben aber zu den relevanten Punkte Vendor-Lock-In, Lobbyismus, Wirtschaftlichkeit, Verletzung der in der EU selbst gesetzten Regeln, Sichtheitsrisiken und Zusammenarbeit von MS mit der NSA und anderen Geheimdiensten nichts zu sagen.

        2. Microsoft bietet vielleicht “Zugang zu seinen Quelltexten” an, aber nicht jedem und anschließend drüber reden, was man so alles gesehen hat, darf man auch nicht.
          Der große Unterschied zu Open-Source-Software ist, dass deren Quellcode allgemein zugänglich ist. Darum ist es auch irrelevant, dass Unternehmen X gar nicht dazu kommt, höchsteigenhändig den Quellcode einer Open-Source-Software zu analysieren – oft tun das unabhängige Experten, die proaktiv Fehler finden und beheben, noch bevor sie zu Problemen werden. Proprietäre Anbieter wie Microsoft werden dagegen alles daran setzen, Fehler zu vertuschen und kleinzureden, solange keine Exploits in freier Wildbahn existieren.

  6. Diese Sendung strotzt nicht gerade vor gut recherchiertem Inhalt oder einem Willen zur objektiven Betrachtung. Gemeinhin bezeichnet man so etwas heute wohl als Populismus. Traurig, dass sowas vom ÖR kommt und traurig, dass netzpolitik.org völlig unreflektiert und offenbar ebenso frei von tieferer Sachkenntnis darauf einsteigt!
    Natürlich wird MS großes Interesse haben, maximalen Umsatz zu generieren. Auf der anderen Seite wird MS aber auch längst erkannt haben, dass die Umsätze nicht so ganz selbstverständlich sind und daher entsprechende Bindungen erzeugen. Nur: man macht es ihnen seit langem auch verdammt leicht, ihre Produkte an dieser Stelle zu verkaufen!
    Die Behauptung MS wäre schuldig an Wannacry ist obendrein nur eine Halbwahrheit. Hauptursachen sind eher mangelnde Wartung der Systeme und veraltete Software.
    Weglassungen können einen Eindruck zwar radikal umkehren, aber immerhin hat man dann nicht gelogen…

    Lesenswert ist der Kommentar von M. Geuß aka Dr. Windows: https://www.drwindows.de/news/kommentar-zur-tv-sendung-das-microsoft-dilemma-die-verpasste-gelegenheit

  7. Uff, das ist aber mal wieder ein extrem schlechter Report der ARD. Hier wird so viel vermischt und weg gelassen, man weiss kaum wo anfangen.

    1. Bitte immer differenzieren zwischen Betriebssystem und Applikation.

    2. Der erste Schritt weg von MS wäre in meinen Augen, sämtliche Applikationen durch solche auszutauschen, die ohne Qualitätsminderung sowohl auf Windows als auch Linux laufen. Diese Applikationen müssen so weiter entwickelt werden, dass sie mit den Windows Programmen ernsthaft konkurrieren können.
    Warum nutzt kaum jemand Open Office oder Libre Office oder was anderes? Weils scheisse ist! Es funktioniert halt einfach nicht so gut wie MS Office. Wäre es anders würde die Wirtschaft ja MS nicht ständig das Geld hinterher werfen, die sind ja auf Kostenreduktion scharf, nutzen aber trotzdem MS Office.
    Der GLEICHWERTIGE Austausch von SAP durch eine Open Source Lösung ist alleine schon ein Mamut Projekt.

    3. Die IT der Behörden und Grossunternehmen hat keine Linux Kompetenz. Eine wirklich heterogene IT Umgebung mit (man legt sich ja nicht auf einen Anbieter fest) vielen Linux-Distributionen würde IT Abteilungen völlig überfordern, die haben ja heute noch nicht die Migration von Windows XP zu Windows 7 oder 10 komplett geschafft. Und die sollen Ubuntu/Debian, CentOS und andere Distributionen parallel koordinieren können? Das ich nicht lache!

    4. Microsoft bietet einen klaren Standard. Ja, MS ist kacke, aber die unterschiedlichen Linux-Distributionen und Applikationen haben ein so unterschiedliches Leistungsniveau, das können Politiker und Fachbeamte doch gar nicht beurteilen. Die bekommen eine Elbphilharmonie oder einen BER Flughafen nicht sauber definiert und überwacht – da soll das Pflichtenheft für eine heterogene IT Landschaft mit zig oder hunderten von Modulen sauber erstellt werden können? Daher ist der gemeinsame Nenner, MS als Basis zu nehmen, absolut nachvollziehbar und logisch.

    Ich hätte es gerne anders aber es ist völlig illusorisch damit in der Politik anzufangen, bei der nur fachfremde Menschen entscheiden. Die Frage ob Linux oder Windows ist eine klare Glaubensfrage und kein Linux Anhänger wird eingestehen, dass eine MS Lösung evtl. besser wäre.
    Bis in der freien Wirtschaft nicht wenigstens 20% der Arbeitsplätze durch Linux ersetzt worden sind, brauchen wir echt nicht weiter reden wie die Behörden auf Linux wechseln sollen.

    1. Das ist der springende Punkt: Die profitgeile und hochflexible Privatwirtschaft ist der trägen öffentlichen Verwaltung doch angeblich immer um Längen voraus.
      Also dann bitte auch hier: Mal schön voraus traben und mit Super-Linux Profite, Qualität und Effizienz steigern. Eine Umstellung von 20% der Arbeitsplätze ist da noch gar nichts, mindestens 50% auf Sicht von 5 Jahren müsste der alternativlose Sog des so erfolgreichen Super-Linux schon auf seine Seite ziehen können (München hatte schließlich auch 2003 – 2009 alle Arbeitsplätze auf OpenOffice.org und WollMux umgestellt).

      Wenn die Träumer dann wieder wach sind, machen wir eine bisschen Realitätskunde: Die Linux-Fans aus der Privatwirtschaft haben Münchens Linux-Einführung gefeiert und später dann Münchens Rückkehr zu Windows bitter getadelt – im eigenen Laden haben sie aber NIX gemacht – oder vielleicht ist ja der Geheimtipp „NIX“ gerade das allergünstigste Linux-Derivat ? (gerne auch in den Versionen kostNIX – taugtNIX – des Kaisers neue Kleider lassen grüßen)

      Bei so viel kognitiver Dissonanz fällt dann auch nicht auf, dass München sich zwar Hauptstadt nennt, aber weder gleichbedeutend mit dem Freistaat ist noch mit der Bundesrepublik – es ist schlicht und einfach eine Kommune, genauso wie die im Artikel genannte Kommune Rom und Östereichs Hauptstadt Wien. In der Stadtverwaltung Wien (noch ein paar Nummern größer als München) ist die Linux-Manie schon etwas früher und unspektakulärer als in München eingeschlafen.

      Alles was im öffentlichen Bereich landesweit (also zu den o.g. Kommunen: in ganz Deutschland, Bayern, Italien bzw. Österreich) verbindliche Normen setzen und damit echte Sog-Wirkung anstoßen könnte, ist auf höheren Ebenen angesiedelt – denen gegenüber sind Kommunen Zwerge, die nichts zu melden haben. Wenn ihr Linux-Vorkämpfer euch so auffällig nur an Kommunen abarbeitet, aber gegenüber EU, Bund und Ländern so schläfrig-desinteressiert seid wie in Sachen Umstieg der DAX-Konzerne, dann träumt halt schön weiter.

      München wollte nicht nur zeitlich Vorreiter sein, sondern hatte mit WollMux und anderen Gratis-Vorlagen gezielt Nachahmer anlocken wollen, indem es ihnen einen guten Teil der Umstellungsarbeiten bzw. -kosten abnimmt – hat die pfiffige Privatwirtschaft diesen Service genutzt bzw. vermisst sie ihn jetzt? Das dröhnende Schweigen spricht Bände.

      Warum verzichtet die Excel-Experten so ungern auf VBA? Konnte Münchens Erfahrungsbericht aus Linux-Zeiten (2012; heute noch abrufbar unter https://www.wollmux.net/wiki/images/f/f9/Makro_Kochbuch.pdf ) zum Thema „Anwendungsprogrammierung mit OpenOffice.org“ sie nicht in Begeisterung versetzen? Lesen wir mal auf Seite 11 (von 256):
      „Doch auch dieses System hat natürlich Nachteile: Der Verlust des ,Wissens‘ der Sachbearbeiter/innen am Arbeitsplatz. Dort hatte sich teilweise ein hohes Maß an EDV-Wissen angesammelt (VBA, MS Office), das mit der Umstellung komplett auf der Strecke bleibt. ,Wissen‘ wird nun zentralisiert, die Programmierung vor Ort untersagt. Dadurch steigen die bürokratischen Wege (bei Anpassung, Neuerstellung etc.) und es sinkt im gleichen Maße die Flexibilität (der Abteilung, der Mitarbeiter/innen). Unter Abwägung aller Vor- und Nachteile muss jedoch in größeren organisatorischen Einheiten (wie beispielsweise der LHM) der Zentralisierung Vorrang eingeräumt werden – dieser Weg ist für das Gesamtgebilde der bessere.“

      Das klingt wie ein dreifaches Hoch auf Planwirtschaft und Planerfüllung. Marktwirtschaft geht anders: In jedem besser sortierten Buchladen finde ich zwei Regale Bücher zum Thema Excel-VBA-Programmierung – zur LibreOffice-Programmierung findet sich kein einziges.
      Über Google bessert sich die Situation nur unwesentlich: Ein paar Bücher, aber alle vom gleichen Autor Thomas Krumbein, der auch den oben verlinkten Münchner Erfahrungsbericht aus 2012 verfasst hat. Wo bei VBA Scharen von Experten publizieren, scheint bei der LibreOffice-Programmierung ein einzelner Tausendsassa das Feld zu beherrschen – bei seiner schon in München gezeigten Vorliebe für Zentralisierung darf er halt nie krank werden, damit (seinen eigenen Worten folgend) der Laden nicht „komplett auf der Strecke bleibt“.

      1. Um eine kleine Organisation wie eine Kommune von Win/MSOffice nach Linux/LibreOffice rüberzumigrieren, braucht es erst mal ordentlich technischen Sachverstand, und der kostet auch erst mal eine Stange Geld. Technik-Freaks aber sind nicht unbedingt Verwaltungsexperten, auch wenn sie auf ihrem PC gelegentlich mal einen Behördenbrief hinbekommen haben und ganz stolz darauf sind. Gestärkt durch so viel Erfahrung, erklären sie uns Bürokraten mit väterlicher Milde, dass man auch als einzelne Kommune die MS-dominierte bisherige Welt problemlos im Namen des Fortschritts verlassen könne, weil doch LibreOffice weiterhin mit MS-Office ganz einfach Datenaustausch treiben könne: über das universale PDF-Format.

        Bürokraten können sich aber leider oftmals nicht damit begnügen, sich gegenseitg ihre stolzen Werke in einer (PDF-)Endversion zuzumailen. Manchmal muss man den auswärtigen Kollegen eine Roh-Version senden, die dann hin und her wandert, um vom jedem Empfänger noch ein paar Änderungen verpasst zu bekommen. Gerne enthalten solche Dokumente Dutzende Seiten – und jede Menge spezielle (MS-)Formatierungen, die irgendeinem Gremium zuliebe unbedingt drin bleiben müssen.

        So richtig lustig bzw. peinlich kann es werden, wenn man auswärts zu einem Vortrag in die gemeinsame PowerPoint-Präsentation ein paar Folien einbauen darf, die man aber nur als Impress-Folien liefern kann. – Sorry, wir sind schon auf die Gratis-Software umgestiegen, ihr müsst eure schöne interaktive MS-PP-Präsentation leider mal schnell in eine etwas steife PDF-Datei verwandeln, sonst wird das nichts mit dem öffentlichen Demonstrieren von Gemeinsamkeiten.

        Auch wenn Kommunen klein sind: Sie haben ein breites Feld verschiedenster Aufgaben wie kaum ein DAX-Konzern. Viele dieser Bereiche sind Nischen-Aufgaben, für die es wenig Auswahl an entsprechender Nischen-Software gibt. Das beste Fachprogramm ist oft dasjenige, das am längsten am Markt und am weitesten verbreitet ist. Und dessen Anbieter daher bisher noch nie einen Grund hatte, eine andere Office-Anbindung zu liefern als eben zu MS-Office. Gerne will der Anbieter sich den Anbindungs-Wunsch der fortschrittlichen LibreOffice-Kommune anschauen – und fühlt gleich vor, was dieses Zusatz-Feature der Kommune denn wert ist. Kein Wort davon, dass das Feature ja auch weiteren Umsteigern zugute kommen wird / kann / könnte – wer zuerst kommt, zahlt zuerst!
        Denn die Kommune ist hier Pionier nicht eines Massen-, sondern eines Mini-Marktes.
        Der Umstieg in die Gratis-Welt kostet da leicht ein Vielfaches der ersparten Kauf-Standardsoftware – und wir reden da von real abfließendem Geld, nicht nur von kalkulatorisch in Geld bezifferten internen Anlaufschwierigkeiten.

        Ihre geballte Kompetenz können die Technik-Freaks von der zentralen kommunalen IT dann ausleben, wenn sie in die Abteilungen gehen und eruieren, bis wann sie Excel rausschmeißen können. Mein damals schon seit 10 Jahren gepflegtes VBA-Progrämmchen zum täglichen Zusammenführen der einzelnen Sachbearbeiter-Dateien in eine einzige Stammdaten-Datei? Kein Problem, das werden unsere IT-Leute in nächster Zukunft in ein Calc-Makro überführen!
        Ein Jahr später: noch keine Rückmeldung, aber solange uns keiner Excel wegnimmt, tut uns das Warten nicht weh. Zwei Jahre später: Nachfragen erübrigen sich, unsere Kommune bläst zum Rückzug. Die halbherzige Migration wird rück-migriert und der IT-Chef findet auswärts eine neue Herausforderung. Gut gemeint ist halt noch lange nicht gut gemacht.

  8. Krass ist ja schon, mit wie wenig Angestellten im IT-Bereich unglaubliche Summen erwirtschaftet werden. Die dafür vorallem eines können müssen, die Klappe halten, was Grundrechtsverletzungen angeht. Oder sehe ich das falsch?

  9. Ach, Klicki Bunti Software ist Billiger zu Administrieren, Administratoren die selbstständig Fehler finden und Lösungen erarbeiten können, sind Teuer, kosten quasi Geld, was die Verwaltungen nicht ausgeben möchten!
    Der Berater sagt „Mit unserer Software brauchen Sie keinen Fachmann, da reicht ein billiger Student!“ und wenn man was klemmt, rufen Sie unsere Hotline an!“, dann noch die Milchmädchenrechnung das ein Admin 3-5 Tausend im Monat, die Software nur 10 Tausend im Jahres Abo (inclusive 24/7 Support) kostet und schon ist die Sache schon gelaufen!

  10. Gute Intention des Beitrages wird durch Simplifizierung der Fakten verwässert.
    Quellcode propritärer Systeme ist für staatliche Organisationen immer einsehbar, sogar Bedingung für den Einsatz in sicherheitsrelevanten Bereichen und geschwärzte Verträge muss sich eine Behörde bieten lassen, ist aber natürlich bei angemessener Verhandlung einfach zu umgehen.

    Das Problem ist nicht Microsoft, SAP usw. sondern Behörden, welche sich nicht angemessen verhalten!!!

  11. Linux hat keine Nutzerakzeptanz…..wie sagte mal eine Moderatorin eines Privaten TV Senders wie ihr ein Ubuntu Linux vorgestellt wurde….irgendwie fehlt da der Glamor Faktor…….letzlcih schafft MICROSOFT gut bezahlte Arbeitsplätze…..in der Linux Comnunity müsste ich meiner Familie jeden Tag trocken Brot geben……die Konzerne sind ja so böse….aber das sie auch bezahlte Jobs schaffen leuchtet vielen Modernisirungsverlierern nicht ein!

    1. Alle Personen in meinem privaten Umfeld, denen ich Linux (Ubuntu) installiert hatte, nachdem ihr Windows streikte, haben Linux sehr schnell akzeptiert und haben Windows nicht vermisst.
      Und das Arbeitsplatz-Argument zeigt, dass du die Reportage nicht gesehen hast.

  12. Microsoft kann man nur offline verwenden Und da nur Windows 7 Das hat die besten Tools Linux kann jeder ganz simple auf dem Usb Stick verwenden ICH WARNE STRIKT DAVOR MIT WINDOWS INS INTERNET ZU GEHEN Man erstelle sich einen Stick mit Unetbootin und Mint 17.2 Firefox mit noscript und ublock Opera developer um andere dinge zu tun

  13. Ach ja und dass Microsoft Mitarbeiter eine Mailadresse des franz. Verteidigungsministeriums haben ist auch leicht und logisch zu erklären.
    Selbst bei einem kleinen aber sicherheitsbewussten IT Unternehmen wie dem in dem ich arbeite dürfen externe Mitarbeiter ihre Geräte nicht anschliessen.
    Die bekommen unsere Hardware und ein Konto mit Mailadresse von uns, damit alle Mailkorrespondenz in unserem Haus durch unsere Mailinfrastruktur geht.
    Gut, man könnte wie bei uns ein Gastkonto nehmen mit Gast23@firma.de, aber grundsätzlich ist es nicht unüblich, externen Mitarbeitern interne Mailadressen zu verpassen

  14. Ich kenne mich mit Windows zwar nur noch relativ schlecht aus (da ich es schon lange nicht mehr nutze), ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass Linux-Distributionen weitaus sicherer sind. Die Anzahl an gefundenen Sicherheitslücken oder ihre Einstufungen zu vergleichen halte ich dabei für unseriös, da ein Vergleich auf dieser Basis nur unter der Annahme funktioniert, dass die Sicherheitsmechanismen der Systeme identisch wären und dass in beiden Systemen in gleichem Umfang und in gleicher Weise (z.B. mit gleicher Kompetenz) nach Sicherheitslücken gesucht würde und dass diese Sicherheitslücken alle klassifiziert und veröffentlicht würden. Das dürfte aber gerade in Anbetracht der unterschielichen Quelloffenheit ziemlich realitätsfern sein. Eine erhöhte Anzahl an bekannt gewordenen Sicherheitslücken ist gerade eines der Versprechen von Open-Source, das die Sicherheit (sowohl Security als auch Safety) erhöhen soll. Das Argument zu nutzen um Closed Source positiv darzustellen (wie ich es aus einem der Kommentare verstanden zu haben glaube) finde ich ziemlich absurd.

    Es gibt ganz andere Gründe, wieso ich der festen Überzeugung bin, dass die gängigen Linux-Distributionen bedeutend sicherer sind:
    – Aus verlässlicher Quelle weiß ich, dass privilege escalations unter Windows sehr einfach durchzuführen sind. Ich habe generell den Eindruck, dass privilege escalations unter Linux als relativ schwerwiegende Fehler gelten und unter Windows zum Teil sogar als Feature verkauft werden (besonders weil sie die Abwärtskompatibilität erhöhen).
    – Eine wirksame MAC (Mandatory Access Control) ist mir unter Windows zumindest nicht bekannt. Unter Linux ist sie schon seit Langem vorhanden und auch gar nicht mal so selten im Einsatz und ist umfangreich erforscht. Und da ich sie auch selbst schon öfters genutzt habe, weiß ich, dass sie sehr einfach auf bisher nicht erfasste Anwendungen erweiterbar ist, solange man weiß was die Software für Privilegien benötigt. Die bekanntesten Varianten dürften dabei SELinux und AppArmor sein. AppArmor ist unter Ubuntu beispielsweise für ein paar Anwendungen standardmäßig aktiv.
    – Windows hat sehr gefährliche system calls. Dazu gehören insbesondere Read- und WriteProcessMemory). Mit den Funktionen kann man auf den Speicher anderer Programme im laufenden Betrieb praktisch beliebig zugreifen. Angeblich kann man sogar ohne privilege escalation den Speicher des Kernels lesen und überschreiben. Und das sind sogar noch die harmloseren Funktionen, die von Virenscannern immerhin ab und an erkannt werden. Diese Erkennung kann man jedoch auch umgehen. Kann man solche Funktionen aufrufen, kann man damit praktisch jeden Sicherheitsmechanismus umgehen.
    – Unter Windows werden Anwendungen auch heute noch sehr häufig einfach ungeprüft von Webseiten geladen. Linux-Distributionen setzen für gewöhnlich auf Paketverwaltung, die die Herkunft und Integrität der Anwendungen ziemlich gut sicherstellt. Und da es für diese Paketquellen häufig auch eine Variante gibt, aus der man den Quellcode laden und selbst (automatisch oder manuell) kompilieren kann, sind sie sogar halbwegs auf Manipulation seitens der Betreiber kontrollierbar.

    Häufig wird behauptet, dass Linux nur deshalb sicherer sei, weil Windows stärker verbreitet sei und somit ein beliebteres Ziel sei. Dem muss ich vehement widersprechen. Windows wird auf Desktop-Systemen von Privatnutzern öfter eingesetzt. Insgesamt und insbesondere bei Servern ist das allerdings keineswegs der Fall. Und diese Systeme sind für Angreifer sicherlich bedeutend attraktiver. Supercomputer (die einzige Gruppe an Systemen, zu denen ich eine glaubwürdige Statistik kenne) werden sogar zu über 90% mit Linux betrieben. Von Smartphones und IoT mal ganz abgesehen. Die Behauptung, dass Windows häufiger genutzt würde, ist in dieser allgemeinen Form also völlig falsch.

Schreibe einen Kommentar zu Nutzer Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.