Kultur

Studie: Wie Dating-Portale unsere Gesellschaft ändern könnten

Rassisten müssen jetzt ganz stark sein: Eine Studie findet erste Anzeichen dafür, dass Online-Dating die Diversität einer Gesellschaft vertiefen könnte. Seit Einführung der Plattformen steigen gemischte Partnerschaften in den USA stärker an als statistisch erwartet.

Eine neue Studie gibt erste Anhaltspunkte dafür, dass Online-Dating gesellschaftliche Diversitöt stärken könnte. (Symbolbild) CC-BY-NC 2.0 Saulo Cruz

Seit mehr als fünfzig Jahren haben Wissenschaftler untersucht, wie Menschen in Beziehungen kommen. Lange Zeit war die verbreiteste Variante das Kennenlernen über Freunde – sowohl für heterosexuelle als auch homosexuelle Paare. Weitere Varianten sind Nachbarschaft, gemeinsame Arbeit, Kennenlernen in Bars, der Kirche oder auch über familiäre Netzwerke. Online-Dating hat dies verändert.


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Die Art und Weise, wie Paare zusammenkommen, ändert sich. Alle Rechte vorbehalten Ortega, Hergovich

Ein Artikel in MIT Technology Review beschreibt eine Studie (PDF), die sich mit dem Zusammenkommen von Paaren beschäftigt. Im Artikel heißt es:

Heute sind Dating-Plattformen auf Platz zwei bei den heterosexuellen Paaren, bei homosexuellen Paaren ist es mit Abstand die verbreiteste Form des Kennenlernens.

Waren bei den klassischen Formen des Kennenlernens Verbindungen zwischen den zukünftigen Partnern nötig, entstehen durch das Online-Dating vollkommen neue Verbindungen.

Statistik „interracial marriage“ in den USA. Rot gestrichelt: Gründung von Match.com, grün OKCupid, lila Tinder. Alle Rechte vorbehalten Ortega, Hergovich

Laut den Wissenschaftlern Josue Ortega von der University of Essex in Großbritannien und Philipp Hergovich von der Universität Wien könnte dies die Diversität in einer Gesellschaft dramatisch verändern. In ihrer Untersuchung konnten sie sowohl in Modellen als auch bei der Betrachtung demographischer Statistiken feststellen, dass das Aufkommen von Online-Dating mit der Vermischung von Ethnien (beispielsweise interracial marriage) korreliert.

Seit der Einführung der ersten Dating-Plattformen wie match.com im Jahr 1995 steigt die Zahl solcher Paare signifikant an. In den Jahren nach der Gründung von Tinder 2012 ist ein weiterer steiler Anstieg in den Statistiken zu sehen. Die Daten beweisen nicht, dass Dating-Plattformen der Grund für diese Stärkung der ethnischen Diversität sind, sondern untermauern nur die Hypothese der Wissenschaftler. Die verweisen zusätzlich darauf, dass die online zustandegekommenen Verbindungen und Ehen stabiler sind als die klassisch entstandenen Beziehungen.

7 Kommentare
      1. Tja, wo sind die nicht-kommerziellen, dezentralen Lösungen, bei denen die Betreiber die Daten der Nutzer nicht entschlüsseln können?

        Gibt’s das?
        Wer nutzt es?
        Wer stellt den Service unentgeltlich zur Verfügung?
        Wer bezahlt anonym diesen Service?

  1. Ich finde es etwas bedenklich wie Journalisten immer mehr ungeprüft Preprints übernehmen. Das sind Artikel die nicht peer reviewed sind und damit noch deutlich Fehleranfälliger als Wissenschaftliche Arbeite eh schon sind, absolut nicht für Populärwissenschaft geeignet. Es ist absolut sinnvoll dass sich entsprechende Experten heute so austauschen (und aufgrund der Ignoranz der Verlage und der inherenten Probleme des Peer-Review auch sonst absolut großartig), aber ihr als Journalisten solltet echt die Finger davon lassen, auch wenn euch dadurch die ein oder andere Story entgeht (und zumindest darauf hinweisen, das hier ist wirklich Unnötig [nicht das Thema, das Niveau]).

    1. das hier ist wirklich Unnötig
      …es ist doch nur ein Artikel, der kurz und knapp über die Ergebnisse einer Studie berichtet. Warum findest Du das niveaulos?

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