Kultur

Studie: Gewaltspiele vermindern nicht die Empathie

(Symbolbild) Foto: CC-BY-NC-ND-2.0 flickr/Melvin E

So genannte Killerspiele vermindern nicht die Empathie-Fähigkeit ihrer Konsumenten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover in einer nun veröffentlichten Vergleichsstudie. Der Tagesspiegel fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet sie in die Debatte um Gewalt in Spielen ein.

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Zwei Gruppen mit je 15 Teilnehmern sollten für die Studie Fragebögen ausfüllen und einen Hirnscan absolvieren. Die Gruppe, welche regelmäßig Gewaltspiele spielt, ist demnach genauso empathisch wie Menschen aus der Gruppe, die keine solche Spiele spielt.

Sowohl beim Fragebogen als auch bei der Hirnscan-Untersuchung gab es keine Unterschiede zwischen Spielern und Nichtspielern. Das heißt, in der Kernspin-Untersuchung waren bei beiden Gruppen jene Hirnareale aktiv, die mit Mitgefühl verknüpft sind. Die Spieler waren – in dieser Hinsicht – völlig normal.

Computerspiele wie „World of Warcraft“ wurden in der Vergangenheit für Attentate verantwortlich gemacht. Innenminister Thomas de Maizière brachte zudem „Counterstrike“ mit dem Amoklauf von München im vergangenen Jahr in Verbindung.

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12 Kommentare
  1. Toll das mal wieder ohne groß zu recherchieren WoW als „Killerspiel“ dargestellt wird. Dann nehmt doch wenigstens als Beispiel CoD oder CS. Ansonsten ist dies ja genau das, was wirkliche Spiele Experten seit Jahren versuchen zu erklären.

    1. Im Text ist zudem von „Gewaltspielen“ die Rede. Der Vorwurf, WoW sei gewaltverherrlichend ist ja nun auch so alt, wie die ganze Killerspiel-Debatte um Counterstrike. Ob er gerechtfertigt ist, ist nochmal eine andere Frage – und genau damit beschäftigt sich ja die Studie.

      Interessanterweise steigt gegenwärtig das Interesse an der Erforschung des Phänomens „Computerspiele“. Einerseits durch Studien wie die hier vorgestellte, die die soziale Komponente untersuchen; andererseits gibt es aber auch Studien, die der Professionalisierung dienen sollen, und bei denen dann Eye-tracking u.ä. an Probanden getestet wird. Auch gibt es an deutschen Hochschulen immer mehr Interessensgruppen/Vereine/…, die sich der Professionalisierung und Verbreitung von Computerspielen bzw. dem sog. eSport verschrieben haben.

  2. >>Gewalt kann in gewisser Weise durch Medienkonsum „inspiriert“ sein, dieser ist jedoch, anders als im traditionellen Aggressionsmodell, nicht die Ursache.<< das Relevante zuletzt,

    Sehr schön auch das "alte" Artikel verlinkt wurden.

    Sarkastisch anmerke: Alles Neuland für die Herren Politiker. zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche Netz Geschichten. Irgendwie wuppen die nicht den Spagat… würden sie doch mehr auf die hören denen Technischer Verstand als Ruf voraus eilt… *Sarkasmus off *.
    Darum freu ich mich um so mehr wenn ich im Fernsehen mehr hören kann was hinter den Dingen steht. Ich hab den Verdacht ihr habt den Spagat geschafft. :D

  3. Ich bin so froh, dass Computergewaltspiele erst eine relativ neue Erfindung sind. Man stelle sich nur vor, wie sonst die Geschichte der Menschheit von Gewalt und Kriegen durchzogen wäre. Zum Glück blieb uns das erspart. Was hätte da alles passieren können.

    Das sieht man ja auch daran, dass sich Kinder, bevor solche Computerspiele erfunden wurden, im Karneval immer nur als Biene Maja und nie als Cowboy oder Indianer verkleidet haben.

    Jetzt muss man natürlich vorsichtig sein. Man sollte zur Sicherheit Anti-Gewalt-Teams durch die Wälder schicken und sie Stöcke einsammeln lassen, die möglicherweise der Form nach beim Spielen als Pistole oder Schwert missbraucht werden könnten.

    „So wunderful that the kids have skipped those violent computer games and enjoy playing out in nature…“: http://wumo.com/wumo/2015/08/29

    1. Naja, für die Persönlichkeitsentwicklung tun ein paar blaue Flecken manchmal Wunder… Da schlägt doch tatsächlich jemand zurück und es tut richtig weh…

  4. Was ist mit dem neoliberalen Wettbewerbsgedanken der in solchen Spielen in die Köpfe unserer Kinder gepflanzt wird…
    Wäre das nicht ein guter Grund diese Spiele zu verbieten ?

  5. Ursächlich waren es Killerspiele ,sagt Thomas de Maiziere 😁 Aber nur um von der eigenen Inkompetenz abzulenken 😁😎✌ Haben die Herrschaften überhaupt schon mal eigene Fehler eingesehen 👎👌😁

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