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Sammlung von Briefen Alan Turings entdeckt

Skulptur von Alan Turing vor seinem Porträt in Bletchley Park, Großbritannien. CC-BY-NC-ND 2.0 NelC

In Großbritannien wurde ein bemerkenswerter Fund für die Geschichte der Mathematik und der Informatik gemacht: Korrespondenzen und Briefe von Alan Turing sind überraschend an der Universität von Manchester entdeckt worden, an der er einige Jahre forschte und lehrte. Sie waren mehr als dreißig Jahre lang unbeachtet verstaut. Der Großteil betrifft sein akademisches Leben an der Uni und einige politische Positionen. Insgesamt umfasst der Fund knapp 150 Briefe, über die der Guardian berichtet.


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Der 1912 geborene und 1954 verstorbene Mathematiker, dessen Todesumstände nicht gänzlich geklärt sind, spielte eine entscheidende Rolle bei der Entschlüsselung von kriegswichtigen Nachrichten Deutschlands durch die Briten im Zweiten Weltkrieg. Er gilt durch seine Forschungen zur künstlichen Intelligenz und zur Berechenbarkeit als Vordenker und als Begründer der theoretischen Informatik. Er schuf mit der universellen Turing-Maschine im Jahr 1936 ein mathematisches Modell eines speicherprogrammierten Digitalrechners, obwohl es noch Jahre dauern sollte, ehe der Computer erfunden werden wird. 2014 wurde Turing im Film The Imitation Game mit Benedict Cumberbatch porträtiert und damit einem größeren Publikum bekannt.

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4 Kommentare
  1. Ich bin ja durchaus dafür, solche Sachen aufzuheben und zu bewahren.

    Wer weiß, vielleicht werden sich in hunderten von Jahren auch mal Historiker für die Tweets von heutigen Präsidenten interessieren… Naja, wer weiß, vielleicht auch nicht.

    1. Die Tweets verwahrt die Library of Congress schon seit 2011, also die öffentlich sichtbaren. Was Historiker angeht, wäre vielleicht das Ausdrucken eine gute Methode für Langzeitarchivierung. Es dürften aber stapelweise pro Tag sein..

    1. Bisher sind nur ein paar Beispiele in dem Guardian-Artikel benannt, etwa Bemerkungen Turings über die Vereinigten Staaten wegen einer geplanten Reise dahin. Außerdem ist angegeben, dass es berufliche Korrespondenz und kaum private Briefe sind. Ich vermute, da werden sich jetzt erstmal ein paar Forscherköpfe drüberbeugen.

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