Linkschleuder

Real-Supermärkte mit Gesichtsanalyse

Gesichtsanalyse: Wer schaut wie lange auf Werbebildschirme im Supermarkt? (Symbolbild) CC0 Allef Vinicius

Die Supermarktkette Real hat in 40 von 285 Filialen eine Gesichtserkennung installiert, die überprüft, wer auf Werbebildschirme schaut. Das System analysiert Geschlecht und Alter und speichert nach Informationen von Real diese Informationen samt der Dauer des Blickkontaktes ab. Die Supermarktkette hat keine datenschutzrechtlichen Bedenken, da sie ja Schilder mit der Aufschrift „Dieser Markt wird videoüberwacht“ habe. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar fordert laut Spiegel Online, dass die Supermärkte die genaue Art der Videoüberwachung auszeichnen müssten.

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18 Kommentare
  1. Klar, „Wir videoüberwachen sowieso“ legitimiert natürlich zu jedem Zweck. Das denkt sich die Polizei, das denkt sich die Privatwirtschaft und wir Bürger? Wir freuen uns wie Lumpi, der gerade ein Würstchen bekommt und scheren uns nicht darum und werden eingeknastet, wenn wir die Kamera zur „falschen Zeit am falschen Ort“ zücken. Alles klar.
    Als Bürger hat man kaum noch die Wahl, diesem Schwachsinn zu entgehen. Klar kann man jetzt Real-Supermärkte boykottieren, aber wenn die das machen, machen es morgen alle. Und dann? Bestellt man künftig die Lebensmittel bei Amazon, ebenfalls mit Tracking und wird von der Kamera verfolgt, wenn man im Park oder Wald spatzieren geht. Auf der Straße kann man inzwischen sowieso davon ausgehen, dass überall Kameras aufzeichnen. Fühle ich mich deswegen sicherer? Kein Stück, das Gegenteil ist der Fall. Der übergriffige Staat ist omnipräsent, ebenso die Privatwirtschaft mit ihrem Werbefanatismus.

    Besch*** neue Welt, zum Glück werde ich alt. Bald geht mir das am A**** vorbei, dann kann die Folgegeneration diesen Planeten gerne an die Wand fahren.

    Als Bürger habe ich auf jeden Fall gesteigertes Interesse daran, zu jeder Zeit und an jedem Ort permanent von Kameras und künftig dann wohl auch von Lauschmikrophonen abgefilmt und abgehört zu werden. Vor allem von staatlichen Organisationen und der Privatwirtschaft.
    Ich merke selbst, wie sehr ich mein Leben verändert und eingeschränkt habe aufgrund dieser ganzen Überwachungssch****. Und garantiert nicht zum für mich „Guten“.

    Widerlich!

    1. Ich durchlebe genau das Gleiche.

      Es gibt IMHO interessante Parallelen zwischen Massenüberwachung und Massenwerbung zu entdecken – und Synergien, wie man sieht. Aus beiden wird nun ein perfekter Sturm gebraut.

  2. Netzstecker ziehen geht leider nicht mehr aber gegen eine Kamera auf Augenhöhe sollte effektiver Widerstand ist sehr einfach sein.

  3. Real „will“ installieren? Das ist schon längst geschehen! Der Testbetrieb in 40 Filialen läuft bereits seit vergangenen Herbst, so steht es zumindest im verlinkten Spiegel-Artikel.

  4. Gut – ein Supermarkt in welchem ich schlichtweg nicht mehr einkaufen gehen werde.
    So muss es also erst wieder des Kunden Portemonnaie richten.

    1. Ich meide diese Supermärkte schon lange, wenn auch aus anderen Gründen. Aber glaubst du ernsthaft, dass das die breite Masse interessiert? Hauptsache man bekommt alles möglichst billig. Da mehr interessiert heute die Masse nicht.

  5. Wer zu lange auf UnkrautEx und Zucker geschaut hat,
    bekommt dann Besuch von der Polizei.
    PreCrime als Entschuldigung für die totale Kontrolle.

    P.S. Männer, die als Frauen verkleidet sind (Titelfoto),
    finde ich in diesem Zusammenhang etwas irritierend.

    1. Watz schrieb: P.S. Männer, die als Frauen verkleidet sind (Titelfoto), ▒
      finde ich in diesem Zusammenhang etwas irritierend.
      Pack dich und deine Lookistische und Sexistische Scheiße und sieh zu dass du Land gewinnst, sonst wirds blutig!

  6. OK Leute paar Punkte:

    1.) Hättet ihr davon nicht erfahren würdet ihr weiterhin dort einkaufen. Also tut nicht so als ob euch das WIRKLICH ernsthaft schockiert.

    2.) Ey, an diesen Monitoren gehe ich nicht ma vorbei. Ich gehe immer nur in die Süßigkeiten, Alk, Fleisch – und Getränkeabteilung hin und die Monitore sind da nicht aufgestellt, die sind eher bei der Tupperware und TV und Batterien – in dem in meiner Hood dem real zumindest. Und da steht nur wer reinschaut wird erfasst. Und selbst wenn nicht, ey, da sind überall Kameras. Und die Daten werden eh nicht mit irgendwas verknüpft von z.B. Datenbanken mit Namen usw.

    3.) Bevor hier ein Sturm im Wasserglas ausbricht, wie wärs wenn ihr euch so schlau wie ich anstellt und einfach ma Real selber anschreibt hm ? Gesagt getan, hier die Antwort – noch am selben Tag:

    info@real-kundenservice.com

    Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 01.06.2017. Gerne möchten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anfrage folgendes mitteilen:

    real,- stellt dem Unternehmen Echion AG aus Augsburg in 40 ausgewählten Testmärkten die Möglichkeit zur Verfügung, eine Blickkontakterfassung von Werbebildschirmen im Kassenbereich zu testen. Dabei ist pro Bildschirm im Bereich der Kassen eine Kamera direkt über dem Bildschirm installiert. Die Kamera erfasst alle „Blickkontakte“ des Bildschirms.
    Die aufgenommenen Bilder werden rein automatisch ausgewertet und dann sofort wieder verworfen. Die Bilder sind nur für jeweils ca. 150 Millisekunden im Speicher und werden weder übertragen noch gespeichert. Es werden lediglich Metadaten zum eigentlichen Bild übertragen. Das Recht am eigenen Bild wird daher nicht berührt. Die Erkennung der Personen erfolgt komplett anonym. Das System erkennt lediglich z.B. einen Mann von ca. 45 Jahren. Das System weiß jedoch zu keinem Zeitpunkt, wer diese Person ist. Die entstandenen Daten sind hinterher keiner Person zuzuordnen. Es entstehen folglich keine personenbezogenen Daten im Sinne des BDSG.
    Das dabei eingesetzte Produkt ADPACK von der IDA Indoor Advertising GmbH wurde demzufolge im Mai 2016 von der ePrivacyseal GmbH geprüft, datenschutzrechtlich für unbedenklich erklärt und daher mit dem ePrivacy-Siegel zertifiziert. Mit dem eingesetzten System verfolgt Echion das Ziel, zum einen die Qualität der ausgestrahlten Werbefilme zielgruppenorientiert anzupassen. Zudem kann das Unternehmen Echion so gegenüber weiteren potenziellen Werbekunden auf Basis einer qualitativen Analyse die Werbewirksamkeit des Mediums TV in der Kassenzone besser belegen.

    Mit freundlichen Grüßen

    real,- Kundenservice
    (Unsere Rufnummer: 0800 503 5418)

    4.) Und @Netzpolitik: Bei solchen Berichten IMMER dazu aufrufen – direkt oder indirekt – die Firmen, Behörden, Leute usw. anzuschreiben. Postet ein Impressum oder direkt die email Adresse, damit die Leser von selbst drauf kommen dort ne Mail zu senden oder was per Kontaktformular oder ruft direkt auf, dass die Leser sich dahin mal wenden. Gerade was Politiker und Partei Entscheidungen angeht. Auch die Erwähnung der Möglichkeit des Austritts aus den Parteien sowie das Deabonnieren der Zeitschriften und Zeitungen der Springer – und Bertelsmanpresse sei immer wieder mal zu erwähnen

    1. Ein Post ohne Namen, Respekt „Real Verteidiger“ schön was Real behauptet und du glaubst das auch schön alles?. Wahrscheinlich denkst du auch, dass durch ein Software Update die Diesel jetzt wieder sauber sind…

  7. Eine Liste der 40 Märkte wäre hilfreich um genau jene Märkte zu meiden.
    Aber genau deshalb wird Sie vermutlich nicht rausgerückt, könnte ja Umsatzeinbußen nach sich ziehen, wenn man erst an der Kasse merkt das man gescannt wird. – wenn man es merkt, ich glaube nicht, daß der Hinweis so prominent plaziert ist, dass man ihn sehen muss.
    Ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren, schickt mir die Liste der Läden und ich gehe dann mal gucken ob meine Vermutung stimmt.

    1. Filialen? Der Scheißkonzern wird komplett boykottiert. Und wenn sie keine Schilder machen wollen, dann muss man sie eben selber ausdrucken* und prominent plazieren. Wäre ohnehin mal eine Maßnahme, da nachzuhelfen.

      * Vorsicht, kleine gelbe Punkte.

      Noch beunruhigender: die Post macht mit.

      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fuer-gezielte-Werbung-Deutsche-Post-testet-Displays-mit-Gesichtserkennung-3682944.html

      Mal ganz allgemein:

      Ich könnte wegen der ganzen Werbung (teilweise entlang von Verkehrswegen zum zwangsweisen Konsum plaziert) schon mehr kotzen, als ich essen kann. Und jetzt das.

      „Werbung, die einen interessiert“ – schön und gut. Und wenn man gar nicht an Scheiß-Gehirnwäsche interessiert ist, prinzipiell nicht? Weil man sie für sich selbst aus mentalhygienischen Gründen ablehnt und moderne (Neuro-/personalisierte/Zwangs-)Massenwerbung ihrer breit streuenden toxischen Wirkung auf die Gesellschaft wegen für ächtenswert hält?

      Weil man geblickt hat, dass an penetranter und ungefragter mentaler Kolonisierung durch Marken und ihre Meme nichts, aber auch gar nichts in Ordnung ist? Dass es nicht in Ordnung ist, verkauft zu werden, weder von der Stadt noch von Konzernen, bei denen man (evtl. mangels Alternativen) Kunde ist? Dass jeder und jede Einzelne eigentlich gefragt werden müsste, ob und wann dauernde Schreibversuche ins Hirn die Schmerzgrenze überschreiten?

      Und/oder wenn man es eine unverschämte Grenzüberschreitung findet, durch technische Anlangen und Konzerne „gekannt“ zu werden?

      Wenn es nach IDA und co. (und den „Außenwerbungs“-Spezialisten, die gewisse Städte in tumb auf und ab scrollende Dauerwerbesendungen verwandeln) geht, besteht die Antwort sinnbildlich gesprochen in einem höhnischen Grinsen, während der Kopf bis zum Eintreten bleibender Schäden unter Wasser gehalten wird.

      Eine sadistische Branche, für die unser Inneres nichts als eine ausbeutbare Ressource ist. Für die Städte Konsumentenfarmen sind und die Überwachungsgesellschaft ein probates Experimentierstudio.

      Ich hasse sie. Ich kann nur hoffen, dass es noch weiteren Menschen so geht (die aus der Narkose aufgewacht sind). Denn die Mehrheit wünscht sich offenbar, derart behandelt zu werden.

      Ein perfekter Sturm. Das wird jetzt nicht mehr ablassen. Wer sich zu schützen sucht, kriegt heute dumme Blicke (Sonnenbrille, Hoodie *und* Kragen? Du bist ja soooooo paranoid) und Kommentare ab (ich hab doch nichts zu verbergen, das sind doch keine personenbezogenen Daten, stell dich nicht so an). Morgen ist es vielleicht illegal. Wer sich gar zu wehren sucht, muss gar nicht auf die Zustimmung derer hoffen, die es persönlich weniger stört.

      Werbung + Überwachung? Beides für sich genommen schlimm (und dreist) genug.

      Alle roten Linien werden nun überschritten. Die Möglichkeiten, etwas Anderes (oder sich gar *dagegen*) zu organisieren, sind bereits stark eingeschränkt.

      Eine Zukunft, in der es von Vorteil ist, dumm und angepasst zu sein.

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