Linkschleuder

Facebook weitet Gesichtserkennung aus

Gesichtserkennung dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. (Symbolbild) CC-BY 2.0 Mario Mancuso / Montage: netzpolitik.org

Seit Dienstag lässt Facebook alle hochgeladenen Bilder von einer Gesichtserkennungssoftware durchleuchten. Wird eine Person erkannt und zugeordnet, so benachrichtigt Facebook diese über den Upload. Nutzer aus Europa und Kanada sind von der Überwachungsfunktion vorerst ausgeklammert, weil es in diesen Ländern Datenschutzbedenken gibt.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Facebook verkauft die Funktion als Verbesserung der Privatsphäre, weil die Nutzer so mehr Kontrolle über ihre Fotos bekämen. Das Feature würde die Nutzer ermächtigen, auch Bilder zu finden, von denen sie sonst nichts wüssten, sagt Facebooks Head of Privacy gegenüber Wired. Auf der anderen Seite sind Benachrichtigungen für das Geschäft von Facebook gut, weil sie Aktivität herstellen und so für mehr Klicks und Interaktionen sorgen.

Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation kritisiert, dass die Funktion erst einmal für alle User angeschaltet sei. Sie fordert statt einem Opt-Out eine Opt-In-Funktion, damit Nutzer tatsächlich die freie Wahl haben, und nicht erst danach suchen müssen, wie sie die automatisierte Erkennung ausschalten können. Weil die Funktionalität standardmäßig an sei, könnte Facebook die Gesichtserkennung auf einen Schlag für mehr als eine Milliarde Nutzer ausrollen.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
16 Kommentare
  1. Facebook verkauft die Funktion als Verbesserung der Privatsphäre, weil die Nutzer so mehr Kontrolle über ihre Fotos bekämen. Das Feature würde die Nutzer ermächtigen, auch Bilder zu finden, von denen sie sonst nichts wüssten, …

    Das glauben auch nur die Allerdümmsten. Wie soll ein Facebook Nutzer, der bisher keine Bilder von sich selbst veröffentlicht hat, nach Fotos mit seinem Konterfei suchen, ohne nicht schließlich doch ein Foto von sich selbst hochzuladen? Und jene, die glauben es sei von Vorteil für sie selbst werden dazu verleitet qualitativ gute Fotos an Facebook zu geben, damit die Erkennung überhaupt erfolgreich ist.

    Facebook will an noch bessere Bilder von den Nutzer kommen, und hat dazu eine verdummende Story erzählt.

    Wieder wird es die nützlichen Idioten treffen, und irgendwie hoffe ich dabei, dass Evolution langfristig noch funktioniert.

  2. Wo bleibt denn der Aufschrei von wegen Überwachung? Bei der anwendungsgleichen Software am Bahnhof Südkreuz arbeitet ein ähnlicher Algorithmus im Hintergrund. Nur hier werden ausschliesslich gesuchte Personen gefiltert – und nicht alle.

  3. Betroffen sind natürlich ausnahmslos alle Bilder, denn Facebook kann ja einem Bild erst dann einen opt-out zuordnen, wenn es erkannt hat, wer drauf ist. Opt-out (oder fehlender opt-in) bedeuten also nur, dass dem User nicht Bescheid gegeben wird. Facebook selbst nimmt die Analyse trotzdem vor.

  4. Gerade wir in Deutschland, mit den relativ weitreichenden Rechten am eigenen Bild sollten dies doch positiv sehen. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat sie eine relevante Funktuion, das Erkennen von möglicherweise unrechtmäßig weil ohne Zustimmung veröffentlichte Fotos einer Person.

  5. Wer an seinem Android Phone einmal per PC in das Verzeichnis `.face´ schaut, findet dort Dateien ohne Extension. Mit einem Bildbetrachter geöffnet sieht man aus Aufnahmen extrahierte Gesichter. Die werden sicher auch nicht nur aus Spaß an der Technik erzeugt und etwas versteckt gespeichert.

    1. Ein zweischneidiges Schwert!

      Auf der einen Seite wäre es Toll zu wissen, wer Bilder seines Kindes in’s Internet stellt, meine Frau hat es ihrer Verwandtschaft und ich meiner, das Posten unserer Kinder explizit untersagt, diese Posten z.B. ohne Unterlass Peinlichkeiten ihrer Kleinkinder bei FB.
      Ich bedaure diese Kinder schon heute!
      Irgendwer wird diese Peinlichkeiten Ausgraben/Entdecken und dann wird der Schulhof zur Hölle werden!

      Die Andere Seite ist ja, wie hier schon erwähnt wurde, das für den Vergleich biometrisch relevante Bilder in die Obhut FBooks übergeben werden muss, damit dieses Funktioniert!
      Diese mögen zwar nicht unvorteilhaft sein, dienen aber Dritten z.B. für diverse Auswertungen und auch Tests.
      Tests mit biometrischen Bildern, so wie es der Herr De Maizière machen wird, eine der nächsten Stufen wird sein, das sein Innenministerium das Bildarchiv der Meldeämter plündern wird, nur für den Test versteht sich, ob seine geliebte Software mit diesen Bildern genau so gut umgehen kann, wie mit den Bildern von Terrorverdächtigen, die von einem V-Mann dazu erwählt wurden!
      Dann von dieser „Rasterliste“ herunter zu kommen, wird dann schwer sein und evtl. wird man irrtümlicherweise in die echte Terrordatenbank mit übernommen, hat dann den Verfassungsschutz an der Backe und muss seine Unschuld beweisen, wie Andrej Holm, der des öfteren hier schon als mahnendes Beispiel her halten musste!
      Der Mann und seine Familie waren evtl. auch nur eine „Testgruppe“, um die psychologischen Auswirkungen einer Dauerobservierung zu protokollieren, so als Referenz für den Ernstfall!

      1. Ach, noch lustiger ist der Gedanke, wenn du jemanden suchst!
        Du erstellst einen Fakeaccount mit Bildern der Personen, als Familie getarnt versteht sich, die du suchst, dann wartest du, wie eine Spinne in ihrem Netz!

        In Europa nicht möglich, aber mit einem Amerikanischen Account, darfst du dir das erlauben!

        1. Nun, einer hat einen Fake Account erstellt und „Frank Drebbin“ aus Deutschland besuchte die so in den Hintern gefakte Person!
          Klar stellte sich das Ganze als Irrtum heraus, aber da sieht man doch, wie nachlässig unsere Polizei recherchiert, selbst wenn sie die Möglichkeiten haben!
          Komisch ist dann auch, das unsere Polizei reale „Radikalisierte“ frei rumlaufen lässt und wie schnell sie reagieren, sobald einer auf dem Schirm erscheint, der sich nicht unter ihrem Schirm befindet!

        2. Hui, jetzt haben sie meinen Kommentar frei geschaltet und dafür deinen, Desmond, gelöscht!
          Habe ich gesehen und auch durchgelesen, der war doch nicht so unbekannt wie in dem von mir geposteten Artikel, aber ist schon krass, was manchmal so abgeht!
          Schien aber auch etwas persönliches in der Luft gelegen haben!

          BTW., ist dir schon mal aufgefallen, das sobald kein Redakteur da ist, es auch keine Bewegung bei den Kommentaren gibt?

          1. Jupp, das mit der Betriebslosigkeit ist mir auch schon aufgefallen, bin zwar nicht so oft hier, aber ich fühle mich schon komisch dabei, wenn ich zu verschiedenen Themen meine Kommentare schreibe und ich viel Zeit dazu habe, bis es wieder Bewegung in den Kommentaren gibt!

            Ich möchte nicht bösartig erscheinen, aber da ist doch einiges Mysteriös!
            Gucken wir mal, wie Lange es dauert, bis dieser Kommentar verschwindet!

Schreibe einen Kommentar zu Thebarz Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.