Kultur

Diese und viele andere Vorträge auf dem 34C3 solltet ihr sehen

Wir haben uns ein bisschen durch das Programm des 34. Chaos Communication Congress gewühlt und ein paar Vorschläge aus dem Bereich zusammengestellt, über den netzpolitik.org gewöhnlich berichtet. Viel Spaß in Leipzig!

Es gibt nicht nur Vorträge auf dem Kongress: Lichtinstallation auf dem 33C3. CC-BY-SA 2.0 Gerald Grote

Wie jedes Jahr möchten wir einige Vorträge auf dem Chaos Communication Congress empfehlen, die aus netzpolitischer Sicht spannend sind. Das Programm ist umfangreich und bestimmt haben wir zahlreiche Vorträge in dieser kleinen Auswahl vergessen, zumal gerade auch die technischen Vorträge und Hacks große Freude bereiten. Bitte schaut also auch viele andere Vorträge an, die hier nicht in den Empfehlungen stehen. Denn eigentlich ist das Schöne ja, dass man immer wieder überrascht wird. Zu empfehlen sind auch die zahlreichen selbstorganisierten Workshops, die überall auf dem Gelände stattfinden. Und wer nicht direkt in Leipzig ist: Alle großen Vortragsräume werden live gestreamt.


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Mittwoch 27.12.

Um 11:30 Uhr hält unser Redakteur Ingo Dachwitz seinen Vortrag über die „Die Lobbyschlacht um die ePrivacy-Verordnung“, ein Thema, das viele klassische Medien kaum beachten, obwohl es eine große Bedeutung für die Privatsphäre aller europäischen Internetnutzer hat. Um 14:15 Uhr geht es dann weiter mit dem Netzpolitischen Wetterbericht, in dem Markus Beckedahl einen Ausblick auf die Themen der kommenden Jahre geben wird.

Fast zeitgleich gibt Katika Kühnreich unter dem Titel „Gamified Control?“ einen Einblick in das chinesische Social Scoring System. Um 16:30 Uhr interviewt Constanze Kurz den langjährigen Bundestagsabgeordneten Hans-Christian Ströbele zum Thema „Die Lauschprogramme der Geheimdienste“. Zeitgleich gibt Mahsa Alimardani mit dem Vortrag Tightening the Net in Iran einen Überblick zu Zensur und Überwachung im Iran. Um 19:45 Uhr gibt es noch einmal einen Rückblick zum aufsehenerregenden PC-Wahl-Hack. Gleichzeitig wirft alebey einen Blick auf die Rolle der Medien bei der Bundestagswahl und den Erfolg der AfD. Um 21:15 Uhr werfen die Aktivisten von epicenter.works einen Blick auf die Sprache der Überwacher. Um 22:00 Uhr geht die Reise dann nach Saudi-Arabien: Noujoum wirft in „Catch me if you can: Internet Activism in Saudi Arabia“ einen Blick auf den Aktivismus im Land. Und wer dann noch wach ist, kann sich um 01:00 Uhr den Film „All Creatures Welcome“ ansehen, der auf den unterschiedlichsten Events des Chaos Computer Clubs entstanden ist.

Donnerstag 28.12.

Am zweiten Tag um 11:30 Uhr zeigt der Datenmagier Michael Kreil Social Bots, Fake News und Filterblasen. Gleichzeitig laufen die Lightning Talks, das sind Kurzvorträge, die immer wieder überraschend gut sind. Um 12:45 Uhr spricht Hendrik Heuer über Beeinflussung durch Künstliche Intelligenz. Um 15:15 Uhr gibt die Digitale Gesellschaft CH einen Überblick zur Netzpolitik in der Schweiz. Um 16:30 Uhr heißt es dann „Internet of Fails“. Im Vortrag geht es um das Internet der Dinge und was dabei schiefgehen kann. Ab 19 Uhr könnt Ihr auf der Teahouse-Bühne mit Julia Krüger über Algorithmen, Künstliche Intelligenz und ihre mögliche Regulierung diskutieren. Um 21:00 Uhr dann spricht der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar über „Trügerische Sicherheit“ und wie Überwachung unsere Sicherheit gefährden kann. Um 23:30 Uhr geht es in „All Computers are Beschlagnahmt“ um das Verbot von Indymedia linksunten.

Freitag 29.12.

Um 13:45 Uhr spricht Anja Dahlmann über die Regulierung autonomer Waffen. Zeitgleich spricht Molly de Blanc über Digital Rights Management in History and implications of DRM. Um 14:00 Uhr startet der Vortrag Policing in the age of data exploitation von Privacy International zu neuen Überwachungsformen. Um 14:30 Uhr gibt Thomas Lohninger ein Update zur Netzneutralität in Europa. Zeitgleich erklärt Arturo Filastò Neuerungen in OONI: Let’s Fight Internet Censorship, Together! beim Monitoring von Zensur. Um Zensur geht es um 15:15 Uhr auch in „Internet censorship in the Catalan referendum“. Und natürlich gibt es auch einen Vortrag zur Blockchain: „cryptocurrencies, smart contracts, etc.: revolutionary tech?“ beginnt um 16:30 Uhr. Um 18:30 Uhr gibt es einen Vortrag der Electronic Frontier Foundation zur Wahrung der Privatsphäre an Grenzen. Um 19:45 Uhr stellt das Zentrum für politische Schönheit mit „Tiger, Drucker und ein Mahnmal“ die letzten Aktionen vor. Um 22:15 Uhr gibt es dann einen Rückblick auf Projekte beim G20-Gipfel unter dem schönen Titel „Ein Festival der Demokratie“. Um 23:30 Uhr wird die Snooper’s Charter analysiert, das härteste Überwachungsgesetz, das jemals in einer Demokratie verabschiedet wurde.

Samstag 30.12.

Um 12:15 Uhr gibt Arne „Frag den Staat“ Semsrott unter dem Titel „Schreibtisch-Hooligans“ einen Einblick in die Arbeit des letzten Jahres. Achtung, seine Vorträge sind oft sehr lustig. Gleich im Anschluss dazu kann man sich um 13:00 Uhr über italienische Überwachung kundig machen, um dann um 13:45 Uhr die Automatisierung der Landwirtschaft zu bestaunen. Um 14:30 Uhr gibt es dann gleich zwei sehr spannende Möglichkeiten: entweder der Vortrag über Anti-Überwachungscampaigning in den Niederlanden oder Max Schrems zu Privacy Shield. Und dann geht der 34C3 auch schon fast zu Ende.

Sehr empfehlenswert ist auch die Rights&Freedom-Stage von EDRi und FSFE, deren Fahrplan sich hier findet. Dort gibt es fast stündlich Workshops und Diskussionen zu vielen netzpolitischen Themen.

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