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Diese 7 Dinge muss die Breitbandmessung können

Die Bundesnetzagentur entwickelt derzeit eine installierbare Version der Breitbandmessung. Damit soll sich einfach nachweisen lassen, wenn ein Netzbetreiber nicht die zugesicherte Internetgeschwindigkeit liefert. Wir zeigen euch, was die Software können muss.

Je einfacher die Breitbandmessung, umso öfter wird gemessen – und umso größer und besser die Datenbasis. CC0 Veri Ivanova

Bereits jetzt lässt sich über breitbandmessung.de die Geschwindigkeit des eigenen Internetanschlusses ermitteln, allerdings nur mit einem Browser. Eine installierbare Version, an der die Bundesnetzagentur (BNetzA) derzeit arbeitet, soll die Messungen künftig deutlich einfacher machen. Mit den zertifizierten Testergebnissen lässt sich anschließend nachweisen, dass der eigene Netzbetreiber gegebenenfalls nicht die vertraglich vereinbarte Leistung erbringt – die Regel und nicht die Ausnahme in Deutschland.


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Nun zeigt aber die Erfahrung, dass deutsche Netzbetreiber alles daran setzen, verbraucherfreundliche Lösungen zu verhindern oder möglichst zu verwässern. Zuletzt hat sich das im Jahresbericht der BNetzA gezeigt, der Verstöße gegen die Netzneutralität dokumentiert hat.

Netzbetreiber blockieren Breitbandmessung

Daraus ging unter anderem hervor, dass einige Netzbetreiber illegalerweise bestimmte Webseiten blockiert haben. Auf Nachfrage teilte uns die BNetzA mit, dass die Anbieter Eifelnet und SkyDSL (siehe Update) nicht irgendwelche obskuren, semi-legalen Webseiten blockiert haben, sondern ausgerechnet die Testseite der BNetzA:

In zwei Fällen hatten sich Betroffene an die Bundesnetzagentur gewandt und mitgeteilt, dass die Internetseite der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur über den Anschluss des jeweiligen Anbieters nicht erreichbar sei.

Wenn Netzbetreiber also schon verhindern wollen, dass ihre Kunden auf das offizielle Messtool der BNetzA zurückgreifen, um ihre Internetgeschwindigkeit zu überprüfen, ist unsere Sorge nicht ganz unbegründet, dass der installierbaren Version grundlegende Funkionen fehlen werden. Und je umständlicher und unpraktischer die Software ausfallen wird, umso weniger Nutzer werden Messungen anstellen, was wiederum den Netzbetreibern hilft.

Software soll unser Leben einfacher machen

Deshalb haben wir sieben offensichtliche und grundsätzliche Punkte zusammengestellt, die die Software aus unserer Sicht erfüllen muss. Wir gehen davon aus, dass die BNetzA das Testverfahren an sich bereits abgeklopft hat und dass dieses weitgehend der Browser-Variante entspricht.

  1. Open Source. Damit lässt sich einerseits überprüfen, was die Software genau macht. Andererseits macht es die Portierung auf andere Plattformen, beispielsweise OpenWrt, einfacher, wenn Freiwillige Zugang zum Quelltext haben.
  2. Unter gängigen Betriebssystemen lauffähig. Darunter verstehen wir Betriebssysteme, die verbreitet sind und vom jeweiligen Hersteller unterstützt werden – also mindestens Windows 7, OS X 10.9 und Ubuntu 12.04.
  3. Schlank und ressourcenschonend. Die Software sollte ständig im Hintergrund laufen können, ohne unnötig den Rechner zu belasten. Idealerweise sollte sie optional auch als Hintergrunddienst ohne grafische Bedienoberfläche funktionieren.
  4. Vollautomatisch. Software ist dazu da, uns das Leben einfacher zu machen – insbesondere, indem sie uns stupide, wiederkehrende Aufgaben abnimmt. Sie muss also durchgängig automatisierbar sein. Das soll valide Messungen sicherstellen, die dann direkt in den Jahresbericht der Breitbandmessung einfließen: also etwa täglich mindestens zehn Messungen zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Zudem sollte die Software von selbst erkennen, wenn man nicht zu Hause ist beziehungsweise das Netzwerk wechselt, entsprechend nachfragen und die Messung gegebenenfalls abbrechen und zu einem späteren Termin wiederholen. Selbstverständlich sollte all dies konfigurierbar sein.
  5. Übersichtlich. Nutzer sollten auf einen Blick erkennen können, wie es um die Qualität ihrer Internetverbindung bestellt ist. Sollte die Messung ergeben, dass der Netzbetreiber nicht die vertraglich zugesicherte Leistung erbringt, dann sollte das die Software klar ersichtlich anzeigen: beispielsweise mit einem rot markierten Testergebnis, samt einem Link zu einer Troubleshooting-Webseite sowie zur Schlichtungsstelle der BNetzA.
  6. Offene Formate. Die lokal vorliegenden Messergebnisse sollten bereits innerhalb der Software anschaulich dargestellt werden, beispielsweise in einer kalendarischen Ansicht oder einer Kartenansicht. Damit die Ergebnisse aber nicht verstauben und auch von anderen für beliebige Visualisierungen genutzt werden können, müssen die Ergebnisse in einem offenen, standardisierten Format exportierbar sein.
  7. Datensparsam. An die BNetzA übermittelte Datensätze sollten so minimal gehalten sein wie nur möglich und selbstverständlich in anonymisierter Form gespeichert werden.

Über weitere Vorschläge freuen wir uns in den Kommentaren.

Update, 28.Juli: SkyDSL betont, dass die Testseite breitbandmessung.de für ihre Kunden grundsätzlich erreichbar gewesen sei. Allerdings konnten diese den „Test vorübergehend nicht vollständig“ durchführen, da „die Bundesnetzagentur ihren (closed source) Test auf eine neue Websocket-Version aktualisiert und die Provider darüber nicht informiert“ habe. Nach dem Hinweis durch die BNetzA habe man die Inkompatibilität mit der von SkyDSL eingesetzten Accelerator-Hardware „innerhalb weniger Tage“ beseitigt, teilte uns die Pressestelle von SkyDSL mit.

Zudem unterstützt SkyDSL ausdrücklich unsere Forderung, dass offiziell eingesetzte Software der BNetzA Open Source sein sollte. „Wäre dies der Fall, wäre der von Ihnen beschriebene Fall nicht zu Stande gekommen“, so der SkyDSL-Sprecher.

Update, 29.August: Auch eifel-net weist die Aussage der BNetzA zurück, die Testseite blockiert zu haben. „Dies würde einen Eingriff in die Netzneutralität bedeuten“, teilte uns Michael Bergeritz, Geschäftsführer der eifel-net, mit. Ein Bürgermeister einer bayrischen Gemeinde hätte vor mehr als einem Jahr die Testseite für einen Publicity-Stunt missbrauchen wollen, der sich jedoch in Folge als unwahr erwiesen habe. „Daher wurde auch zu keinem Zeitpunkt seitens der Bundesnetzagentur ein Bußgeld erwogen geschweige denn verhängt“, so Bergeritz.

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24 Kommentare
    1. Darum die Forderung nach Open Source.
      Was das Programm tut wäre dann im Quelltext vollständig nachvollziehbar.

      Und wenn es dazu kommen würde, dass die BNetzA ein solches Programm quelloffen zur Verfügung stellt, würde sich der CCC der Überprüfung sicher annehmen.
      (Und dann ein „sauberes“ vorkompiliertes Programm zur Verfügung stellen.)

      Im Anbetracht des Gesetzes zum Bundestrojaner ist definitiv keine Bundesbehörde vertrauenswürdig und es wäre fahrlässig irgendwelche Programme von dort zu beziehen.

      Diese Aussage sollte man dennoch nicht als definitives „Ja“, zu ihrer Frage auffassen.
      Es würde sich aus Sicht der Behörden jedenfalls anbieten.

        1. Ubuntu 14.04 wäre noch richtig als Mindestunterstützung. Diese wird noch bis April 2019 mit Updates versorgt. Die Unterstützung von 12.04.5 ist im April diesen Jahres ausgelaufen.

  1. Und was passiert wenn die Netzbetreiber ebenfalls den Quellcode lesen?

    Richtig, sie stimmen ihre HW/SW darauf ab, siehe Autoindustrie, Kühlschränke und so weiter….

    D.h. der Anschluss wäre in der Messung schnell aber bei allen anderen Sachen langsam.

    Aber die ganze Liste ist eh utopisch und wird nie so kommen…

    1. Aber genau das kann man nur mit OpenSource verhindern.
      Ein zweifelnder User zieht sich die Source, baut sich die Software selber. Mit einer FAQ/Anleitung vom CCC oder Anderen aus der Zivilgesellschaft kann man so Sicherstellen, das der Test ohne Schmu abläuft.

      Gegen den Vermuteten Betrug durch die Provider kann man ebenfalls gegenwirken, in dem man die Testdaten und Testserver ranomisiert, völlig zufällig macht.
      Da kann dann auch eine Peer2Peer TestTorrent einer Knoppix DVD dazugehören.. z.B.
      Ebenso kann man eine Solche Testroutine auch in die Router einbauen …

      Und ich möchte den Shitstorm nicht erleben, wenn da win Provider „VW“ spielt….
      Den TestCase kann man sicherlich sehr zufällig machen… so das ein Test auch wie ein Unternhmen mit ein paar Mitarbeitern und intensivem Surfen in der Mittagspause aussieht …
      Ebenso lassen sich auch so ziemlich automatisch die Peering Strecken finden und testen …

      Wenn die Bundesregierung das bereitstellt als BLOB/Binary Only wird es eben von PRovidern disassembliert und erst recht der Testfaker online gehen…

      1. Eine Anpassung des ISP an den Test, kann man nie ausschließen. Da der Test ja nicht nur der Überprüfung des individuellen Anschlusses dient, sondern auch dem Benchmarking, kann man nicht unterschiedliche Testserverstandorte verwenden. Da geht die Vergleichbarkeit flöten.
        Das ist auch nicht so schlimm, da der Test ja „nur“ zeigen soll, welche Leistungsfähigkeit die Infrastruktur des ISP hat und eben nicht, welche Geschwindigkeit Ende-zu-Ende über das Internet erreicht (werden) wird. Peering ist eben nicht Bestandteil des Internetzugangsangebotes gemäß EU-NN-Verordnung.

        Von daher ist das potentialle Risiko eines Betruges (Adaption der ISP-Infrastruktur auf den Test), als gering anzusehen. Was soll das groß bringen?

        Das Problem für den Endkunden – Testergebnis super, aber Youtube-Video ruckelt wegen unterdimensioniertem Peering – kann durch einen solchen Breitbandtest gar nicht erfasst werden. Das muss bei Verdacht mit einer individuellen ISP-Lösung überprüft werden. Da droht dann das Shitstorm-Potential für den ISP und sollte entsprechend Druck aufbauen.

        Gleiches gilt auch, wenn Protokolle unterschiedlich behandelt werden. breitbandmessung.de misst halt nur die Volllast unter TCP per HTTP-Streams. Was bei anderen Konstellationen tatsächlich passiert, weiß man nicht. Wäre dann eine Netzneutralitätsverletzung. Das kann man über einen Breitbandtest aber nicht ermitteln.

  2. Die breitbandmessung.de ist leider nicht aussagekräftig. Ich habe über einige Tage zusätzlich mit meinen eigenen Servern (in Deutschland, unterschiedliche Rechenzentren) die Bandbreite an meinem privaten Anschluss getestet. Im Durchschnitt waren meine Messergebnisse im Download ca. 6 MBit/s besser und im Upload ca. 1 MBit/s.

    Was bringt also breitbandmessung.de, wenn die dort ermittelten Werte eben *nicht* der vom Provider zur Verfügung gestellten Bandbreite entsprechen?

    1. Woher weißt du denn was „die vom Provider zur Verfügung gestellte Bandbreite“ ist? Was war denn das Referenzsystem, dass zur Überprüfung diente bzw. für eine mögliche Eichung der Breitbandmessung genutzt werden kann?
      Spannend wäre auch, was denn der Provider mit MBit/s meint, welches OSI-Layer, also auf welche Payload sich seine Angabe bezieht. Da gibt es unterschiedliche Sichtweisen bei den Providern.

      1. @Gerhard: Seit der TK-Transparenzverordnung müssen Betreiber in die Verträge reinschreiben, was die maximale, normalerweise zur Verfügung stehende und minimale Übertragungsgeschwindigkeit ist. An diesen Angaben müssen sie sich messen lassen.

        1. Eben, da diese Werte aber potentiell zu einem Sonderkündigungsrecht führen können, ist es naheliegend aus Sicht des ISP eine Überprovisionierung vorzunehmen. Wenn also ein Test einen höheren Wert misst, als im Vertrag angegeben, bedeutet dies nicht automatisch, dass der Test unzuverlässig ist.

          Ein ISP darf mehr liefern, als im Vertrag steht.

          Will man aber messtechnisch eine Zuverlässigkeit oder Aussagekraft nachweisen, muss man dies über den Vergleich mit einem geeichten oder zumindest vertrauenswürdigen Referenzsystem machen.

          Darum ging es mir.

  3. Paar Überlegungen:

    Dann muss aber auch sichergestellt sein, dass nur das gemessen wird, was auch Gegenstand des Vertrages ist: Transport der Daten bis zum passiven Netzabschlusspunkt (denn da endet ja bekanntlich das Netz des Providers). Alles dahinter ist nicht mehr das Netz des Providers und damit auch nicht mehr seine Verantwortung. Dass muss die Software mit erfassen.

    Andersherum endet die Verantwortlichkeit des Providers am Ende seines Netzes in anderer Richtung. Wenn das Routing zwischendrin lahm ist (weil das Netz eines der am Transport beteiligten anderen Unternehmen lahmt [und mit dem muss der ISP nichtmal einen Vertrag haben]), dann ist das auch nicht der Verantwortlichkeitsbereich des ISP. Dass muss die Software auch erfassen.

    Man könnte dann auch noch überlegen, auf welcher ISO/OSI-Schicht denn erfüllt werden muss.

    An den vorstehenden Punkten krankt (leider) auch schon das aktuelle Verfahren der BNetzA.

    1. Die breitbandmessung.de richtet sich nach den Vorgaben von BEREC, den europäischen Regulierern (http://berec.europa.eu/eng/document_register/subject_matter/berec/reports/4602-monitoring-quality-of-internet-access-services-in-the-context-of-net-neutrality-berec-report). Grob gesagt bedeutet das, dass ein Internetzugangsdienst eine Verantwortlichkeit hat für die Infrastruktur des ISP bis hin ins Internet. Also einen Schritt raus. (Technisch gesehen: Der Messserver darf nicht innerhalb des Autonomous System des ISP stehen.) Der Messserver darf also nicht im Netz des ISP stehen, sondern im Internet, aber direkt an dem Netz des ISP, so dass der „Fremdnetzanteil“ keinen signifikanten Einfluss hat. Peering ist also raus aus der Messung. BEREC empfiehlt, den nationalen IXP zu benutzen. Breitbandmessung.de steht im DECiX. Scheint mir sehr fair zu sein, da ja jeder Provider dahin gute Peerings hat.

      Was OSI-Schichten angeht, so empfiehlt BEREC die Messung auf Basis der TCP Payload mittels HTTP-Streams. (Gab es gerade eine Public Consultation zu: http://berec.europa.eu/eng/document_register/subject_matter/berec/public_consultations/7093-draft-net-neutrality-regulatory-assessment-methodology). Man kann dann auf IP Payload umrechnen, wenn gewünscht.

      Insofern entspricht die breitbandmessung.de zumindest den europäischen Vereinbarungen der europäischen Regulierungsbehörden.

      Ein ISP kann natürlich seine Geschwindigkeitsangaben im Rahmen der Vertragsfreiheit auf beliebige OSI-Referenzlevel festlegen. Da gibt es bestimmt eine entsprechende Vielfalt. Die Transparenzverordnung schreibt da keinen verbindlichen Standard zur Messung vor. Müsste halt transparent angegeben werden. Ich kenne bisher keine präzisen Angaben von ISPs in den Verträgen. Da steht immer x Mbit/s ohne das entsprechend zu definieren. Der Verbraucher weiß also nicht genau was da gemeint ist.

      Das scheint leider europäisch oder national bisher nicht verbindlich vorgegeben zu sein. Also darf jeder ISP machen was er will. Der Gesetzgeber wollte wohl keine einheitliche Regelung.

  4. 1&1 liefert bei uns 30 – 40 statt der versprochenen 50 Mbit. Mit testmy.net gemessen. Die oben verlinkte Breitbandmessung scheint nach meinem Wireshark-Protokoll überwiegend in Bulgarien zu sitzen, nach München gingen nicht so viele Pakete. Mit den 30 – 40 Mbit bin ich zufrieden und bei unter 20 frage ich beim Provider nach, ob er irgendwelche Probleme hat. Eine Software, egal ob open source oder closed source würde ich als überflüssig ansehen.

    Die Diskussion um Linux ist überflüssig. 90% aller PC-Nutzer setzen Windows ein. Auf keinen Fall, weil es schlechter als Linux wäre. Davon immerhin noch fast 10% WinXP (ich persönlich finde es auch sehr gut, bei den jüngsten Kryptotrojanerangriffen wurden umgerechnet so weinige XP wie Win 10 zerlegt, nebenbei sind WinXP und Win7 die letzten nicht schnüffelnden Windows), 8 % der Nutzer teilen ihre Daten lieber mit Apple. !% aller Nutzer verwendet Linux und 1% andere Betriebssysteme. Wenn man so eine dauerhaft messende Software entwickelt, kann man das auf Microsoft und Apple beschränken, die Linux-Gemeinde würde sich von sowas vermutlich veralbert vorkommen, egal wie man es macht diese Software würde die zur Verfügung stehende Bandbreite weiter verringern.

    Zum Surfen an sich braucht man nicht allzuviel Bandbreite. Das ist eher was für Nanosekundentrader der Börsen, Streamer von Multimediainhalten und Spieler. Zu gut deutsch, das Theater um Bandbreiten geht an der Realität vorbei. Viele wären zufrieden, wenn sie wenigstens 25 Mbit hätten. Selbst das leisten die Provider oft nicht. Damit meine ich nicht einen, sondern alle namenhaften Provider.

    Statt über Bandbreiten zu sinnieren hielte ich es für angemessener eine Aufklärungsaktion über den Nutzen von meinetwegen Noscript und Adblockern auch für höhere Übertragungsraten nachzudenken. M.E. dürften unnötige scripte, Werbung und Verbindungen zu Datensammlern die Bandbreiten der sowieso nicht gerade verwöhnten deutschen Internetnutzer zusätzlich einschränken. Wenn man wirklich relativ sicher surfen sein will, muss man den Tor oder VPN benutzen und damit ist man beim Download/Upload ziemlich angeschmiert. Es ist peinlich, dass man heutzutage aufgrund der fast überall als normal angesehenen Schnüffelei zu derartigen Mitteln greifen muss.

    Der untere Absatz sind die Dinge, die ich für verbesserungswürdig halten würde. Nicht noch eine Software, die den Staatsschnüfflern einen Freifahrtschein für ihre bestimmt wundervollen Trojaner bieten könnte. Auch open source ist alles andere als fehlerfrei.

    1. Die Software sollte nicht für Linux erscheinen? Hallo? Gehts noch? Selbstverständlich sollte sie das, wie soll ich denn sonst nachweisen (zertifiziert), dass mein Anschluss zu langsam ist?

      Mir persönlich würde der Source reichen sowie eine Anleitung wie ich diesen mit Linux, BSD & Co. compileren kann – also alle, so vorhandenen, Abhängigkeiten mit auflisten.

      Viele User können ihre Software jedoch nicht selbstständig compilieren – auch wenn sie Linux nutzen. In diesem Sinne spreche ich mich für offiziell unterstützte Dateien für alle Systeme aus.

  5. Welcher TCP Congestion Control Algoritmus soll denn verwendet werden? Welches Active Queue Management nimmt der Heimrouter vor? Welche LAN Switches sind zwischen Laptop und Heimrouter? Das sind alles Variablen, die das Testergebnis deutlich beeinflussen, gerade bei höheren Bandbreiten. Mehr als ein grober Richtwert kann da nicht rauskommen.

  6. Interessant. SkyDSL hat eine Middleware im Netz (Accelerator Hardware) die auf Anwendungsebene mit den Paketen der Endkunden rumspielt. Und dann anscheinend Websocket-Pakete verwirft.
    Und dann verlangt der Provider noch, dass Webseitenbetreiber ihre Entwicklungen gefälligst mit den ISPs abzustimmen haben.
    Nice. Das ist ja bei der Netzneutralität ganz vorne. ;)
    Wer weiß was der da noch so an den Inhalten rumfummelt.

    Mich wundert, dass das hier gar nicht kritisch gesehen wird, wenn ein ISP fett DPI macht.

    1. Gut, dass ich bis hier gelesen habe, denn genau das fiel mir auch auf. Oder: Warum nutzt der Test nicht TLS um zu verhindern, dass so eine ISP-Entlastungs-Hardware zum Einsatz kommt?

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