Chaos Communication Congress: Rätsel um mysteriöses Video gelöst

Seit längerem kursiert das Gerücht, dass es auf dem Hacker-Congress „kein Spiel“ geben würde.
Deshalb werden offenbar noch Beiträge gesucht.

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von André-Marcel Merkle Casasola. Als Spiele-Forscher und Revolutionär untersucht er revolutionäre Bewegungen auf spielerische Umtriebe.

Der letzte Ticketverkauf für den 33. Chaos Communication Congress (33C3) ist abgeschlossen. Auch in diesem Jahr war, wie in den vorangehenden Jahren, der Andrang groß und die Schlange lang. Doch dieses Mal gab es eine Überraschung für die Wartenden.

Während sich die Zeit in der virtuellen Warteschlange am vergangenen Freitag in die Länge zog, erschien ein mysteriöses Video. Zwei Menschen werden beim „Mensch ärgere dich nicht“ von einer Gestalt in Kapuze unterbrochen. Sie erhalten Schlüssel mit der Losung There Is No Game.

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Bereits in den verganenen Wochen waren immer wieder mehrdeutige Hinweise darauf aufgetaucht, dass es auf dem Hacker-Congress „kein Spiel“ geben würde. Verbreitet wurden sie durch den Twitteraccount @isnogame, der nur CCC-nahen Accounts folgt und den Hashtag #th3r3isnogam3 zu etablieren sucht.

Im neusten Video, das an ästhetisch ähnliche Videos anschliesst, werden in Dreipixelschrift mehrere Botschaften kurz eingeblendet. Darunter ein Passwort: collaborate3.

Wir haben das Passwort auf der Webseite thereisnogame.de eingegeben und konnten einen Blick hinter die Kulissen der sonst eher schweigsamen Website werfen.

Dort ist ist die Rede von Collaboration, von Teilen, von Community und dem systemischen Stillstand. Garniert wird das Ganze mit Zitaten von bekannten Vertretern der Community, wie zum Beispiel Daniel Domscheit-Berg:

“Wenn ich so überlege, die ganze Masse an Menschen die mittlerweile zum Beispiel zum Congress kommt im Dezember, so, das sind über 10.000 Leute. Wenn die sich zusammen tun würden, die könnten alles verändern, was sie verändern wollen und es gäbe überhaupt niemanden, der das stoppen könnte, davon bin ich vollkommen überzeugt.”

Die Botschaft am Ende ist eindeutig: There is no game – There is action.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Hacker dazu aufrufen, die Welt zu verändern – oder zumindest den Grundstein dazu zu legen. Und für dieses vermeintliche Spiel, werden offenbar noch Beiträge gesucht: Rätsel, Quests, Challenges, Schnitzeljagden – alles, was das Spieler*innenherz begehrt und Kollaboration weckt.

Game on.

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11 Ergänzungen

  1. Nicht schön, das beim „verändern der Welt“ und der Nerd-„Revolution“ (oder sollte ich besser Revolte schreiben?) offenbar nur diejenigen mitmachen können bzw. sollen, die auf der unfairen Verkaufsplattform ein Ticket für den überfüllten 33C3 ergattern konnten. So produziert der CCC eher Spaltung als Geschlossenheit. Vorschläge für einen verteilten Kongress hat es schon seit einiger Zeit gegeben. Diese Ideen sind jedoch nicht genutzt worden.

      1. Doch. Wir haben dezentrale Modelle für gesellschaftliche Partizipation zu nutzen versucht. Und sind dafür von den Sprechern des CCC genauso kritisiert worden, wie für angeblich traditionsbelastete zentrale aber immer zugangsneutrale Lösungen (FsA). Ich stelle also fest: Die Organisatoren des Chaos Communication Congress können (mag sein, das bestimmte Formate einfach nicht funktionieren) oder wollen es nicht besser machen.

        1. Die Verkaufsplattform ist nur ein Ort, an dem kein Spiel aufgetaucht ist. Es sieht so aus, als seien alle Lebewesen gleichermaßen aufgerufen zu kollaborieren. Von der Vorraussetzung vor Ort zu sein ist nirgends die Rede. Wenn du dezentrale Modelle für gesellschaftliche Partizipation nutzen möchtest, tale sie. There is no need to travel alone.

    1. Das CCH bietet auch diversen Gründen (u.a. Brandschutz) nicht mehr als 10k Leuten Platz. Eine größere Location könnte der Congress wohl bespielen, wenn es:
      a) eine geben würde, die den Ansprüchen gerecht werden würde
      b) vom Aufwand her von der Orga zu stemmen wäre

      Die Orga hat sich nun einmal entschieden, den Congress nicht weiter wachsen zu lassen. Das begrenzt nun einmal die Menge an Karten, die verkauft werden können. Der Modus, wie die Karten verteilt werden, war am Anfang klar kommuniziert worden (Erfas + Engel first; Rest in den freien Verkauf -> https://events.ccc.de/2016/09/13/33c3-ticket-sales/ ). IMHO hatten also alle die gleichen Chancen.

      Was die Dezentralisierung angeht: Meines Wissens nach findet dies auch haupsächlich in den lokalen Erfas, Hackerspaces und Chaostreffs statt und wird von den Leuten gemacht, die nicht zum Cogress konnten (z.B. wegen Family, Arbeit oder anderen Gründen).

  2. wenn man den enthaltenen code der seite etwas de-obfuscated (siehe https://mister-muffin.de/p/ENLu.txt) sieht man wie blamabel simpel das ganze ist. da muss man nicht einmal muehevoll den video an der richtigen stelle anhalten um die texte zu entziffern (die ja auch nicht gerade glaenzen) dem ccc haette ich dann doch etwas niveau erwartet – tat der verzweiflung? die kann ja in der tat aufkommen bei der aktuellen lethargie…

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