Günther Oettinger mit dem „Cloud-Airbus“ über den Wolken

CC BY 2.0 via flickr/salforduniversity

Was ist eigentlich seit Cyberkommissar Günther Oettingers Amtsantritt vor fast einem Jahr in Punkto Digitalpolitik passiert? Die Antwort: Nichts Substanzielles. Aber die Stuttgarter Zeitung hat mal nachgefragt und wollte etwas über die Zukunftspläne Oettingers erfahren, im Interview nachzulesen.

Oettinger versichert, mit „voller Überzeugung“ an seinen Digitalthemen zu arbeiten und fühlt sich wohl:

[Ich] spüre eine gute Resonanz, die Anfrage nach Terminen ist riesig.

Das dürfte nicht zuletzt an den vielen Lobbyisten aus der Telekommunikationsbranche liegen, deren Worte man in den öffentlichen Äußerungen des Digitalkommissars nicht selten wiedererkennt.

Aber er ist der Überzeugung, ganz Europa für das Digitale „elektrisieren“ zu können. Und was steht konkret auf der Agenda? Eine Überarbeitung der TV-Richtlinie mit Jugendschutzbeschränkungen für Dienste wie Youtube, eine Datensicherheitsdirektive, Einzelprojekte zum Breitbandausbau und wenn man „noch Gelder frei machen“ kann: „Kofinanzierung digitaler Weiterbildungsangebote für benachteiligte Jugendliche oder Arbeitslose“.

Ein großer Erfolg soll auch die EU-Cloud werden:

Das ist eine Art „Cloud-Airbus“ mit höchsten Ansprüchen in Sachen Cybersicherheit.

Na dann kann ja gar nichts mehr schief gehen.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

4 Ergänzungen

  1. Hm, die Englischkenntnisse von Herrn Öttinger sind so gut wie meine.
    Kein Wunder, wir sind beide in der BRD im staatlichen Schulunterricht mit Bildung versorgt worden.
    Wann wacht denn endlich die Bildungspolitik auf und fängt an, die Weltsprache der IT (ENGLISCH) in Schulen anzubieten, sodaß ich mich auch traue das zu sprechen. Ich bin damit aufgewachsen Vokabeln zu pauken und mein TeeÄtsch wurde am laufenden Band kritisiert. Also ich traue mich nicht mehr öffentlich Englisch zu sprechen. Warum sind unsere Lehrer so uneinsichtig gegenüber den globalen Anforderungen und den Bedürfnissen von „Kindern“ wie mir?

  2. Hier sieht man einfach besonders gut, dass in der Politik sämtliches Hintergrundwissen nicht vorhanden ist und alles, was aus dem Mund kommt, dummes, versch***enes Marketing-Metapher-Kauderwelsch ist, das da den Lobbyfritzen nachgelabert wird. Wie kann so jemand eigentlich mit sich selbst zufrieden sein bzw. glauben, dass er da seinen Job erledigt?!?

Ergänzung an Ernst Arndt Ergänzung abbrechen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.