EU-Kommission verspricht, dass Datenschutzreform nicht hinter alte Direktive zurückfällt

66 NGOs aus aller Welt wie EDRi, der AKVorrat und die Digitale Gesellschaft haben im April den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker in einem Brief aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die kommende EU-Datenschutzgrundverordnung nicht hinter die Direktive von 1995 zurückfällt, was Datenschutzstandards betrifft. Nun haben sie Antwort von der Kommission bekommen, in der diese verspricht, diese rote Linie zu halten:

The Commission has been and will continue to be true to this commitment.

Das Zugeständnis ist bedeutsam, da in der EU im Moment die Trilogverhandlungen zwischen Rat, Parlament und Kommission stattfinden, in denen es um die letzten Unstimmigkeiten im Entwurf geht. Kräfte im Rat versuchen mit aller Kraft, Datenschutzstandards aufzuweichen, der Lobbydruck auf alle Institutionen ist enorm. Auch die Kommission hat sich an vielen Stellen nicht gerade als Datenschutzvorreiter hervorgetan, es bleibt also abzuwarten, wie ernst sie diese Zusicherung nimmt. Aber dann kann im Zweifel an ihr Versprechen erinnert werden.

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4 Ergänzungen

  1. @Anna: Danke!

    Hoffen wir mal alle, dass Jean-Claude Juncker auch das schafft, was er verspricht.
    Interessant wird das noch einmal, wenn der EuGH die Meinung deutscher Datenschützer bestätigt, dass eine öffentliche IP-Nr. ein „persönliches Datum“ ist oder mit anderen Daten zusammen eines werden kann.
    Spätestens, wenn wir eine IP-V6-Dauer-IP zugewiesen bekommen, wird es Zeit für den Einsatz von „Tails“.
    Gruß.

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