Bundestags-Sperrliste zensierte CDU.tv

Im Bundestag sind bis zu 100.000 Webseiten dank der neuen Sperrliste der Bundesregierung nicht mehr zugänglich. Wir haben uns gefragt, wie die Sperrwarnungen wohl aussehen und haben diesen Screenshot zugeschickt bekommen:


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cdutv_bundestag_sperrliste

In den vergangenen Tagen ist zumindest die Sperrung der Seite cdu.tv aufgehoben worden. Jetzt können wir verstehen, warum das BSI die Sperrliste wegen Gefährdung der inneren und äußeren Sicherheit nicht raus geben will. Wer weiß, was sonst noch alles gesperrt wird.

(Sachdienliche Hinweise nehmen wir gerne entgegen).

8 Kommentare
  1. Kann man jetzt unterschiedlich interpretieren. Entweder sind auf der Liste jede Menge unsinniger Weise gesperrte Seiten, oder aber die CDU verbreitet Schadsoftware.

  2. Die Seite wird intern als Parked Domain registriert. Wahrscheinlich, weil es nur eine Weiterleitung ist. Hier zu Youtube. Nichts besonderes. Ist eben eine Kategorie die gesperrt ist. Nichts besonderes. Und Youtube geht.

      1. Die nutzen schlicht einen Webcontentfilter. Mehr nicht. Jeder gute Firewall hat das. Wahrscheinlich kennen die Admins die Liste nicht. Es werden eben nur Kategorien gesperrt. Passiert doch überall. Und natürlich wird die Sicherheit gefährdet, wenn die Liste veröffentlicht wird. Sollte so ein Rückschluss auf die Appliances möglich sein, hat man einen Angriffsvektor.
        Erschließt sich eigentlich aus dem Zusammenhang, wenn man mit der Materie zu tun hat.
        Nicht in jeder Nebelkerze steckt ein Skandal.

  3. Es handelt sich bei dem Sperrlisten nicht um Sperrungen aufgrund der Seiteninhalte.
    Wie der Hinweistext sagt, sind die in der Sperrliste enthaltenen Seiten durch die Verbreitung von Schad-Software oder auch kritischen HTML-Code aufgefallen. Diese Gefahren werdne von den Systemen automatisch erkannt und die Seiten auch automatisch in die Listen aufgenommen. Dabei kann es auch mal zu Fehlern kommen.
    Das BSI überprüft auf Hinweis von Nutzern auch entsprechende Seiten, die von den Nutzern als dienstlich benötigt gemeldet werden, und nimmt diese Seiten dann ggfs. auch in eine White-List auf, die dafür sorgt, dass die Seiten nicht noch einmal automatisch gesperrt werden.

    Eine Sperrung von Seiten aufgrund ihres Inhaltes, egal, ob es sich um politische, extremistische, sexistische oder pornografische Seiten handelt, wird seitens des BSI und des sog. IVBB nicht vorgenommen. Wenn eine solche Sperrung von unerwünschten Seiten in einzelnen Häusern, seien es nun einzelne Ministerien oder nachgeordnete Behörden gewünscht wird, sind diese Häuser selbst dafür verantwortlich, entsprechende Filter-Software auf ihren Systemen zu installieren und die betreffenden Sperrlisten auch selbst zu verwalten.

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