Unbewaffnete Drohnen „Predator“ – Produktion in Kasachstan?

Bislang dürfen bewaffnete US-Drohnen des Typs „Predator“ nur an Länder verkauft werden, die der NATO angehören. Der US-Senat genehmigte Exporte nach Großbritannien, Italien und die Türkei.

Der Hersteller, der Rüstungsgigant General Atomics schuf mit „Predator XP“ eine neue Produktlinie, die Ausfuhren auch in Krisenregionen erleichtern und etwaige Bedenken von US-Abgeordneten zerstreuen soll. Die „XP“ wurde letztes Jahr vorgestellt und basiert auf dem seit 1995 gebauten Modell „Predator A“. Das Akronym „XP“ steht für „Export“, die Drohnen können nur zur Beobachtung aus der Luft genutzt werden, eine spätere Bewaffnung ist angeblich nicht möglich. Anvisiert werden Märkte in Südostasien und dem Mittleren Osten, aber auch in Lateinamerika.

Trotzdem können die Flugroboter für militärische Luftschläge genutzt werden: Das maximale Abfluggewicht von über einer Tonne erlaubt die Bestückung mit rund 150 Kilogramm hochauflösenden Sensoren. Hierzu könnten auch lasergestützte, optische Geräte zur Zielmarkierung gehören, um diese dann mit Kampfflugzeugen oder anderen Drohnen aus der Luft anzugreifen. General Atomics hat die Überwachungskapazität der „Predator XP“ zur Erteilung der Ausfuhrgenehmigung allerdings verringert.

Das militärnahe Nachrichtenportal Jane’s berichtet nun, dass Kasachstan noch dieses Jahr mit der Produktion der US-Drohnen beginnen will. Das würde bedeuten, dass die staatliche Holding „Kazakhstan Engineering“ eine Lizenz von General Atomics, dem US-Hersteller erhalten würde. Entsprechende Fertigungsstätten sollen nahe der Hauptstadt Astana eingerichtet werden.

Um 16.20 beginnt die Aktuelle Stunde im Bundestag zur Frage, ob die Bundeswehr bewaffnete Drohnen beschaffen soll. Gestern hatte die Verteidigungsministerin aber bereits mitgeteilt, dass sie Kampfdrohnen für die Bundeswehr befürwortet.

Mehr Zeit für kritische Berichterstattung

Ihr kennt es: Zum Jahresende stehen wir traditionell vor einer sehr großen Finanzierungslücke und auch wenn die Planung und Umsetzung unseres Spendenendspurts viel Spaß macht, bindet es doch sehr viele Ressourcen; Ressourcen, die an anderer Stelle für unsere wichtige Arbeit fehlen. Um Euch also weniger mit Spendenaufrufen auf die Nerven zu gehen und mehr Recherchen und Hintergründe bieten zu können, brauchen wir Eure regelmäßige Unterstützung.

Jährlich eine Stunde netzpolitik.org finanzieren

Das Jahr hat 8.760 Stunden. Das sind 8.760 Stunden freier Zugang zu kritischer Berichterstattung und wichtigen Fragestellungen rund um Internet, Gesellschaft und Politik bei netzpolitik.org.

Werde Teil unserer Unterstützungs-Community und finanziere jährlich eine von 8.760 Stunden netzpolitik.org oder eben fünf Minuten im Monat.

Jetzt spenden


Jetzt spenden

Eine Ergänzung

Ergänzung an Iris Ergänzung abbrechen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.