Überwachung

Deutschland-Akte des Spiegel: Wir spiegeln über 50 Snowden-Dokumente mit Deutschland-Bezug

NSA Standorte in Deutschland. Bild: spiegel.de.

Nach der aktuellen Spiegel-Ausgabe „Mein Nachbar NSA“ hat Spiegel Online jetzt 53 von Edward Snowden geleakte Dokumente mit Deutschland-Bezug veröffentlicht. Wir stellen hier mal einen Mirror bereit. Aus dem dazugehörigen Artikel:

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Die Dateien, die Edward Snowden kopieren konnte, enthalten zahlreiche Belege für NSA-Aktivitäten in Deutschland. Es sind ganz unterschiedliche Dokumente dabei: Memos aus dem Intranet für die Mitarbeiter, Erfahrungsberichte vom Leben und Arbeiten in deutschen Standorten, Statistiken und Präsentationen zu bestimmten Programmen oder auch Gesprächsleitfäden, die NSA-Mitarbeiter auf Treffen mit BND-Mitarbeitern vorbereiten sollen. Namen, E-Mailadressen, Telefonnummern und – in begründeten Einzelfällen – konkrete Spionageziele haben wir in den Dokumenten zum Teil geschwärzt.

Damit haben der Untersuchungsausschuss und der Generalbundesanwalt endgültig keine Ausrede mehr, ihre Arbeit zu erledigen und die Totalüberwachung der digitalen Welt zu beenden.

Wir haben einen Tarball aller 53 Dokumente erstellt: 2014-06-18_Deutschland-Akte.tgz (38 MB).

Die einzelnen Dokumente haben wir hier gespiegelt:

Dokumente über die Zusammenarbeit mit deutschen Diensten und Behörden

Dokumente über NSA-Standorte in Deutschland

Dokumente über Programme und Arbeitsweisen der NSA

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19 Kommentare
    1. Das ist gar nicht der einzige Punkt hier.

      Hier entlarvt sich acuh der gesamte legislative und exekutive Apparat. Die haben – völlig unerwartet – von Anfang an gelogen und nichts anderes gemacht ;D Das sieht man an den Dokumenten super.

  1. Möchte mal wissen was für eine grenzdebile Ausrede sich der Untersuchungsausschuss wieder einfallen lässt nach dem Motto: „Es gäbe ja keine Beweise – also wird auch nicht ermittelt.“

      1. Dann könnte doch ein Nicht-Beamter das ganze als Hörbuch aufnehmen und die Beamten können es sich so zu Gemüte führen. Wäre doch mal etwas oder? ;)

        Ich hatte den von dir verlinkten Artikel schon gelesen. Das Ganze ist dermaßen absurd und hirnrissig, dass ich gar nicht mehr weiß wie oft ich noch die Fassung verlieren soll.

        Da kann der Kopf irgendwann nur noch in Richtung Tischplatte.

  2. Gibt es davon schon einen Torrent? Das ist die perfekte Infrastruktur dafür, weil es nicht heruntergenommen werden kann. Ich habe eben bei tpb geguckt und nichts gefunden.

    1. Guter Punkt.
      Das Protokoll ist schließlich nach wie vor optimal für große Datenmengen und daß dezentrale Verteilwege besonders derzeit/aktuell unterstützenswert sind wird hier wohl keiner/kaum einer anzweifeln*.
      Am Rande: In dem Zusammenhang verstehe ich -offen gesagt- auch nicht (also immer noch nicht / nach wie vor nicht), weshalb beispielsweise Edward Snowden ursprünglich anscheinend nicht auch in diese Richtung als zusätzlichen Verbreitungsweg gedacht hatte.
      Kann sich von euch evtl. jemand etwas/ einen besonderen Grund diesbzgl. vorstelllen? Übersehe ich einfach etwas?

      Danke und Gruß aus Kölle, Baxter
      -~-~-~-~-~-~-
      * @all:

      Nicht umsonst wird das ganze Thema von den verschiedensten Stellen beim „normalen Volk“ stets in ein schlechtes Licht gerückt so daß mittlerweile leider sehr sehr viele User (in meinen Augen viiiiel zu viele) in diesem Zusammenhang fast schon reflexartig irgendetwas von wegen „filesharing ist illegal“ und/oder ähnlich daherschwafeln, ohne allerdings vorher das eigene Gehirn bemüht zu haben. Natürlich ist das völliger Blödsinn und das sog. „filesharing“ ist völlig legal (mir gefällt der Begriff übrigens überhaupt nicht, da der Austausch von Daten das Grundprinzip des Internets darstellt und somit „filesharing“ per se auch in dem Zusammenhang nichts besonderes ist). Wir hier wissen das und die meisten von uns wissen auch, daß es im Grunde um ein Protokoll geht.
      Frage: Warum wird dahingehend eigentlich beim „Normal-user“ keine Aufklärung betrieben?
      Themenvorschlag für einen netzpolitik.org-Artikel: „Dezentrale Verbreitung von Informationen“ (oder so ähnlich…)

      Dazu mal ein Beispiel (von ganz vielen rausgepickt, weil es aktuell einfach in aller Munde ist):
      Wenn man sich also beispielsweise das Thema „streaming“ anschaut, dann könnte man m.E. feststellen daß das Thema auch für die Inhalteanbieter sehr interessant sein kann bzw. ist..
      Denn beim klassischen Streaming, bei dem quasi mehr Zuschauer zugleich auch mehr Kosten für diesen bedeuten, ist es bei peer-to-peer umgekehrt: Je mehr Zuschauer, umso stabiler das Sytem ohne daß zusätzliche Kosten enstehen. Gleichzeitig kann zeitgleich ein viel größeres Publikum bei verhältnismäßig geringen Kosten angesprochen werden (Stichwort: Werbung).
      Allerdings (!) – alles hat nun mal ein „aber“: Die Netzkosten der Peers müssten dabei für den Endverbraucher zum Beispiel durch flatrates oder dergleichen subsumiert sein.
      Und dabei stößt man dann automatisch an das Thema „Netzneutralität“!
      Auch wenn es (in diesem Zusammenhang nur mal betrachtet) starke Unicast-Aufkommen von Audio- und Videoportalen (YouTube, Mediatheken… etc.) gibt, bleibt die inhaltliche und technische Netzneutralität wesentliche Voraussetzung einer nachhaltigen Nutzung eines offenen Internet!
      Dazu noch kurz ergänzend (eher als Frage): IP-Multicast-Verfahren werden doch erst mit einer (flächendeckenden) Einführung des IPv6-Protokolls interessant? Oder?

      Zusammengefasst / Allgemein: Sämtliche Themengebiete sollten meiner Meinung nach auch unbedingt versucht werden als Gesamtbild betrachtet zu werden (zumindest im Hinterkopf), da das interconnected network auch nun mal so funktioniert und ein „klein-klein“ in meinen Augen eher hinderlich ist und Scheuklappen verursacht.
      Dabei darf /sollte man m.E. auch selbstverständlich folgendes nie aus dem Blickwinkel verlieren: Es geht in erster Linie immer nur um Geld! DAS ist der wesentliche Treiber sämtlicher Entscheidungen/Entwicklungen. Wenn man das stets im Blick hat, wird meiner persönlichen Meinung nach vieles im Gesamtzusammenhang automatisch, also von ganz allein viel klarer und man ist weniger anfällig für diese gezielten Störfeuer, die besonders aktuell sehr stark gestreut werden (z.B. der Versuch Google, Facebook und wie sie alle heißen in einen Topf mit NSA und Konsorten zu schmeißen. Natürlich gibt es Schnittstellen, aber man sollte m.E. diesbzgl. schon säuberlich zwischen privaten Wirtschaftsunternehmen und staatlichen Institutionen differenzieren. Auch und gerade im Bezug auf die Legislative (so sehe ich schon einen nicht unerheblichen Unterschied in beispielsweise irgendwelchen AGBs von Facebook vs. Vorratsdatenspeicherung wegen des vermeintlichen Kampfes gegen den vermeintlichen Terrorismus. Will heißen: Daten sammeln ist nicht gleich Daten sammeln (Stichwort: Zweckbindung) und ich persönlich sehe die Priorität erst einmal auch ganz klar in dem Kampf gegen eine staatliche Legitimation derselbigen (Stichworte: VDS, BND/NSA). Daß die genannten privatwirtschaftlichen Unternehmen mit unseren Daten Geld verdienen wollen ist ja kein Geheimnis und im Grunde auch leicht durchschaubar. Aber was machen/wollen die staatlichen Institutionen mit all unseren Daten (Dank Snowden wissen wir ja, daß alles noch viel krasser ist als wir verunglimpften „Verschwörungstheoretiker“ uns dasselbst im pessimistischsten Szenario hätten ausmalen können). Wie, d.h. basierend auf welchen Gesetzesgrundlagen werden die genannten Privaten genötigt Daten bereitzustellen (inkl. Provider)? Ist die Datenbank von BND/NSA eine Art „Ersatz-VDS“? Wo genau werden die Daten gespeichert und was passiert mit denen? Und so weiter… Fragen über Fragen…. Wie gesagt: Es ist ja schön und gut, wenn beispielsweise der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, Kosmetik an den AGBs von Facebook betreibt. Für mich persönlich gibt es aktuell allerdings wichtigere Themen zu klären bzw. Fragen zu beantworten. Das meinte ich unter anderem mit „Störfeuer“.
      Wenn man sich dazu aktuell nämlich auch noch anschaut, was sich so alles an den höchsten Gerichten (BGH, EuGH) zur Entscheidung anhäuft, dann kann man allein daran schon den gesellschaftlichen Stellenwert der Themen erkennen. Einige Entscheidungen werden von sogenannten „Aktivisten“ erstritten, andere von Interessensvertretern der Industrie. Und die Regierung scheint auf alles zu scheißen. Oder ganz plakativ formuliert:
      Freiheit/Grundrechte für Alle vs. monetäre Interessen Einzelner

      Ja, selbstverständlich sollte die Regierung einer Demokratie zur ersten Gruppe gehören… eigentlich… normalerweise… Merkt ihr was?

      So! Ich merke, daß ich schon ewig schreibe… Ich weiß… lange Rede, kurzer Sinn. Verzeihung, falls ich jemanden gelangweilt haben sollte.

      Für mich persönlich ist es jedenfalls sehr einfach zu entscheiden in welche Richtung die Waage der Justizia am liebsten pendeln soll. ;-)

  3. Aah, super – bitte die einzelnen Links bis auf Weiteres auf der homepage schnell klickbar plazieren. Ich brauche das für die Diskussionen im Bekanntenkreis!
    Ich bin wieder mal überfroh, dass ich netzpolitik per Dauerauftrag sponsore (kleiner Betrag pro Monat, aber Kleinvieh macht auch Mist).

  4. Es wäre toll, wenn die Leute, die versehentlich die Abhöreinrichtungen gefunden haben, jetzt an die Öffentlichkeit gehen. Das erinnert mich ein wenig an Mark Klein und Raum 641A.

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