Vier Szenarien für die Leistungsschutzrechts-Debatte

Alexander Svensson stellt bei Wortfeld.de vier Szenarien für den weiteren Verlauf der Diskussion um ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf: Recht mäßig – Wie weiter mit dem Leistungsschutzrecht?

Szenario 1: Das Wunder
Szenario 2: Der Proteststurm
Szenario 3: Die Bauchlandung
Szenario 4: Die Selbstzerstörung

Die höchste Wahrscheinlichkeit hat für ihn Szenario 2, das, wenn es so kommen würde, auch am sympathischsten klingt:

Internet-Aktivisten freuen sich, nach dem bis zum Schluss nebulösen Thema ACTA endlich wieder einen klaren Feind serviert zu bekommen. Netzpolitiker aller Parteien riechen die Chance und setzen sich an die Spitze der Bewegung, auch um den Piraten das Feld nicht allein zu überlassen. Einige Verlage und einige Medien setzen sich deutlich ab. Der Entwurf wird verschleppt, bis die Legislaturperiode endet, danach ist die Regelung schneller vergessen als jemand „sachliches Diskontinuitätsprinzip“ sagen kann.
Wahrscheinlichkeit: hoch.

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3 Ergänzungen

  1. Irgendwie bin ich es leid, diese Art von Kampf jedes Mal neu zu kaempfen. Wenn man sich ueberlegt, wie viel Energie und Arbeit dabei verloren geht, gege die Windmuehlen der Copyright-Trolle (anders kann man Verleger ja kaum mehr bezeichnen) anzustuermen, dann ist es schon traurig. Wir koennten so viel mehr mit unserer Zeit anfangen als diesen Unsinn zu diskutieren. :(

  2. @Thomas : Genau so: Im Grunde reine Zeit – und Kraftverschwendung.

    Was die möglichen Szenarien anbetrifft: Mein persönlicher Favorit wäre eine massive Bauchlandung der Befürworter. Irgend etwas, was die Verleger zwingt, sich mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen – und dieses Problem kann nicht dadurch gelöst werden, mit rechtsstaatlich fragwürdigen Mitteln am Netz herumzudoktorn.
    Am Szenario 2 finde ich höchst unsympatisch, daß dadurch nur ein neuer Versuch provoziert wird, das Spiel durch eine andere Hintertür erneut zu starten.
    Siehe Kommentar von Thomas.
    MvG
    das Pantoufle

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