Irland verschrottet seine Wahlcomputer

Ein manipulierter Wahlcomputer der Firma Nedap

Die elektronische Wahl ist nach zehn Jahren nun offiziell Geschichte in Irland. Die irische Regierung kündigte an, die aus der Pilotphase übriggebliebenen Wahlcomputer zum Verkauf anzubieten. Sollte sich nach der Ausschreibung Ende des Monats – was sehr wahrscheinlich ist – kein Käufer finden, werden die einst knapp 55 Mio. € teuren Geräte verschrottet. Der Ausstieg aus dem E-Voting wurde schon 2009 beschlossen. Nach Presseangaben belaufen sich die jährlichen Wartungskosten für die Altgeräte auf knapp 700.000€, was einen Weitererhalt der Computer zu teuer macht.

Die Wahlcomputer des niederländischen Herstellers Nedap galten als unsicher, seitdem es 2007 einer Hackergruppe um Rop Gonggrijp gelang, die Geräte zu manipulieren. Auch in Deutschland wurden schon Wahlcomputer verschrottet.

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9 Ergänzungen
  1. Wie wäre es eigentlich mal mit einer generellen Recherche über die Kosten/Unterhalt von Wahlcomputern? Ist das denn billiger als ein Großauftrag Stimmzettel? Und wann müssen die Geräte erneuert werden? Lizenzkosten? Wartungsvertrag? Die Kosten sind doch hier ein schöner Angriffspunkt gegen die WC (zweideutige Abkürzung ist Rainer Zufall).

  2. Ach naja wie gesagt wenn es 55 Euro sind (und nicht 55 Millionen Euro)… dachte so als Bastelprojekt oder…
    …oder man spielt die Software für eine Telefonanlage drauf und wenn jemand fragt was das ist kann man sagen „das ist ein Wahlcomputer, damit kann man wählen“ hihi

  3. Soweit ich die Hardware überblicke liegt der Schrottwert so bei 10-20€ pro Gerät.
    Mit Versand würde ich 30€ geben. Aber nur weil ich ein Sammler von 68K-Systemen bin. :-)

  4. Tja, das ist von den von den beiden cc2 Wolfgangs vielgepriesenen „sicheren“ WC übrig geblieben: ein Haufen Schrott. Seit die beiden die WC eine ganze Sendung über den grünen Klee gelobt hatten, haben die zwei Dinosaurier auch nur noch Schrottwert.

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