CensorCheap: Das Firefox-Addon gegen Netzsperren

Der französische Entwickler Paul Da Silva, der auch schon das nette kleine Programm IPFuck geschieben hat, stellte heute CensorCheap, eine Erweiterung für Firefox (und bald auch weitere Browser), vor. Drüben bei Bluetouff wird erklärt, wie die Erweiterung funktionieren soll:

Sie ist in ihrer Nutzung völlig transparent und sendet anonymisierte Daten an einen Server, der eine Bestandsaufnahme der internationalen Sperrinfrastuktur erstellt. Wenn z.B. ein Internetdienstanbieter eine Seite sperrt und eine 404 Fehlermeldung oder ein Domainfehler erscheint, dann fragt das Addon beim Server an, ob es sich um einen „normalen“ Fehler handelt. Je nach Inhalt und Quantität der Fehlermeldungen wird etabliert, ob es nur ein vorübergehendes Problem ist oder ob tatsächlich zensiert wurde. Man kann sich auch die gesammelten Daten anschauen und sich so über die von Staat oder Anbietern gesperrten Seiten informieren.

Dieses Crowdsourcing-Projekt ist auf Nutzer aller Länder angewiesen, um Netzsperren zu signalisieren und zu kartographieren. Also viel Spass bei der Installation!

(Crossposting von vasistas?)

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14 Ergänzungen

  1. CensorCheap 0.35 could not be installed because it is not compatible with SeaMonkey 2.0.7pre.

    Ich wette, er war einfach nur zu doof, verschiedene Browser mit anzugeben und es würde problemlos laufen…

  2. Ich habe mir überlegt was man noch bräuchte wenn eine richtig starke Sperre wie in GB kommt, wäre sowas wie Foxyproxy mit einer automatisch erneuerbaren Liste von gesperrten Seiten die man dann automatisch per Proxy ansurft.
    Mir geht es dabei vor allem um die Blogs und DAUs, die Neulinge im Netz sollen ohne Aufwand auf zukünftig gesperrte Blogs und andere Seiten zugreifen können.

  3. @Sven #6

    Ich habe mir überlegt was man noch bräuchte wenn eine richtig starke Sperre wie in GB kommt, wäre sowas wie Foxyproxy mit einer automatisch erneuerbaren Liste von gesperrten Seiten die man dann automatisch per Proxy ansurft.

    Stimmt, das wäre klasse.

  4. @Gobold
    Würde mich auch interessieren, da hilft dann wohl wieder nur das Konzept von Herdict. Achso, oder CensorCheap lernt die IP von der Warnseite auf die man umgeleitet wird und registriert diese Umleitungen dann ebenfalls. So könnte es gehen.
    Derzeit haben wir aber ja noch keine Sperren in den meisten Ländern Europas oder nur für KiPo im weitesten Sinn (und in Deutschland vermutlich nicht mal das), ausser zum ausprobieren macht es darum kaum Sinn sowas zu installieren und zu benutzen.

  5. Ein einfaches VPN-Gateway (z.B. via OpenVPN) in einem Land ohne Netzsperren reicht vollkommen aus, um jedwede lokale Sperrinfrastruktur zu umgehen.

    Für reine Dokumentationszwecke können derartige Plugins aber schon sehr hilfreich sein.

  6. @Otzelotz
    Schon klar, für die breite Masse wäre aber eine Lösung besser die nur anspringt wenn man eine gesperrte Seite aufrufen will, und man dann über einen Proxy umgeleitet wird. Solche Dienste wie CensorCheap oder Herdict sind der erste Schritt dazu. Wenn man die gesperrten Seiten mal kennt, kann man die Nutzer umleiten.

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