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Freitag, 1. Dezember 2006

Offener Brief an Merkel wegen IT-Gipfel: Unterzeichner gesucht

Die Bundesregierung veranstaltet ja am 18. Dezember in Potsdam ihren “nationalen IT-Gipfel”. Wie hier schon berichtet wurde, ist die Zivilgesellschaft in der Vorbereitung komplett ausgesperrt gewesen und wird auch zum Gipfel selber nicht eingeladen. Das verstößt ziemlich drastisch gegen die von der Regierung mit verabschiedeten Prinzipien der UN-Informationsgipfel von Genf und Tunis, nach denen die Informationsgesellschaft nur inklusiv und mit Beteiligung aller entwickelt werden kann und soll.

Ein breites Bündnis von zivilgesellschaftlichen Gruppen hat nun als Protest einen offenen Brief an die Kanzlerin verfasst, der in den nächsten Tagen veröffentlicht wird. Hier kann man den Brief lesen und sich als UnterzeichnerIn eintragen.

Samstag, 18. November 2006

IT-Gipfel der Bundesregierung ohne Zivilgesellschaft

Es ist frustrierend. Da kämpft man sich drei Jahre lang im Umfeld des UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) ab, um überhaupt gehört zu werden. Am Ende kommt ein sehr offener Prozess namens “Internet Governance Forum” dabei raus, bei dem alle Interessengruppen auf gleicher Augenhöhe wie die Regierungen reden können, und man denkt sich “staatliche Politik hat doch noch Potenzial und ist offen für Neues”.

Und dann kommt man von der UN-Konferenz nach Hause, hört zum ersten Mal seit einem halben Jahr mal wieder was von Merkels “nationalem IT-Gipfel” und muss dank der Recherchen von heise feststellen, dass es in Berlin noch läuft wie in den 70er Jahren oder mindestens zu Schröders Zeiten. Die Regierung trifft sich mit ein paar Managern, diese dürfen vortragen, was sie von der Politik erwarten, und die Zivilgesellschaft ist ausgeschlossen. Zur Erinnerung: Dem folgenden Absatz aus der Tunis Agenda des WSIS-Weltgipfels hat die Bundesregierung unter anderem auch zugestimmt:

We acknowledge that multi-stakeholder participation is essential to the successful building of a people-centred, inclusive and development-oriented Information Society and that governments could play an important role in this process. We underline that the participation of all stakeholders in implementing WSIS outcomes, and following them up on national, regional and international levels with the overarching goal of helping countries to achieve internationally-agreed development goals and objectives, including the Millennium Development Goals,is key to that success.

Was ich nicht verstehe: Die Bundesregierung hat sich auf internationaler Ebene immer dafür eingesetzt, dass die Zivilgesellschaft besser einbezogen wird. Warum kriegen die das nicht zuhause hin?

Mittwoch, 4. Oktober 2006

Informationsgesellschafts Trends in Afrika

Die ITU hat vor kurzem den “Digital Opportunity Index (DOI)” für das Jahr 2005 veröffentlicht. Gesondert geht man im ITU-Blog nochmal auf Afrika ein und hat dort diese anschauliche Grafik veröffentlicht:

From a telecommunication policy perspective, high-ranking countries illustrate the influence of liberalization and competition in promoting opportunity and infrastructure deployment. Most of the North African countries, as well as Senegal and South Africa, have opened their fixed and mobile markets to competition and are rapidly increasing high-speed network deployment. Competition is helping to reduce tariffs and introduce service packages that respond better to the needs of the population. In Algeria, for instance, the entry of a third wireless cellular provider triggered new strategies for prepaid services that had not previously been offered by the incumbents.

Montag, 21. August 2006

Access to Knowledge in a Network Society

Karsten Gerloff hat seine Masterthesis zum Thema “Access to Knowledge in a Network Society” fertiggestellt und unter einer CC-Lizenz verfügbar gemacht. Herzlichen Glückwunsch (Jetzt möchte ich aber auch eine Offline-Version davon erhlaten).

Hier ist der Abstract:

As the network has become the dominant organising pattern of society, knowledge has taken centre stage in the economy. Having access to knowledge determines who can participate in this informational economy, and on what terms. But knowledge is different from physical goods: it is nonrival and non-exclusive. It is also the input of its own production process: Knowledge builds upon knowledge. A key player in the international system of the regulation of knowledge is the World Intellectual Property Organisation (WIPO). Its approach presently relies mainly on intellectual monopoly powers (often called “intellectual property”). Other models, such as commons-based peer production, are usually not considered.

After providing an overview over recent work in the field, this thesis examines how access to knowledge is regulated, and what conflicts are caused by this regulation. The debate on a development agenda for WIPO offers a vantage point from which to describe the tensions that exist in the international framework for the regulation of knowledge.

Looking at the first year of the WIPO debate, it becomes clear that there are two major lines of conflict. One is between developing and developed countries, which often have different understandings of the purpose of IMPs. As a consequence, they prefer different solutions to the problems at hand: while developed countries are looking to create a global system of regulation with uniformly strict standards for intellectual monopolies, developing countries require room for experimentation. The second line of conflict is between rightsholders and the users of knowledge. Rightsholders generally would like to tighten standards, while user groups highlight the importance of access.

Besides a reform of WIPO, experimentation is needed to find viable and sustainable strategies for governing knowledge. The project of a treaty on access to knowledge provides ideas and offers an opportunity for debate on the way ahead.

Hier gibts ein 600KB PDF und hier ein 400KB grosses Latex-File.

Donnerstag, 13. Juli 2006

Schweiz: Symposium Internet Governance Forum

Am letzten Freitag fand in Züriche ein Symposium zum Thema Internet Governance Forum statt. Neu sind nun alle Videostreams und Präsentationen online verfügbar.

Als Einstieg und als Grundlage stellte IGF-Koordinator Markus Kummer die zu gründende UNO-Organisation und deren Ziele vor. Das IGF werde nach dem Multi-stakeholder Prinzip funktionieren, sodass alle Beteiligten gleichberechtigt mitdiskutieren können. Er stellte auch die vorgesehenen Themen “Openess, Security, Diversity + Access” vor. Darauf reagierten dann die eingeladenen Stakeholder namentlich das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) als Vertreter der Regierung, comunica-ch als Vertreterin der Zivilgesellschaft und ISOC die Internet Society.

Ergänzt wurde das Panel um zwei Kontroversen, einerseits um das Thema Datenschutz und Regulierung, anderseits um das Thema der Urheberrechtsrevision in der Schweiz.

Nach dem Symposium diskutierten verschiedene VertreterInnen gemeinsam über einen möglichen Beitrag der Schweiz. Diese werden nun in einem WIKI gesammelt.

Update:
Unterdessen sind alle Präsentationen mit Videostream online.. In einem Wiki werden zudem Beiträge gesammelt und ein Kurzbericht der vorwiegend über die Kontroversen und wenig über IGF und Stakeholder berichtet, findet sich im ETH Life.

Freitag, 7. Juli 2006

UN-Portal zu Geistiges Eigentum und Nachhaltige Entwicklung

IPRsonline.org ist ein neues Portal von “United Nations Conference on Trade and Development” (UNCTAD) und “The International Centre for Trade and Sustainable Development” (ICTSD) zum Thema “Geistiges Eigentum und Nachhaltige Entwicklung”.

Ziele des Portals sind:

* To improve understanding of the development implications of the TRIPS Agreement.

* To strengthen the analytical and negotiating capacity of developing countries so that they are better able to participate in IPR-related negotiations in an informed fashion in furtherance of their sustainable development objectives.

Ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick aussieht, ist es dann doch nicht. Bei einem oberflächlichlichem drüberschauen, habe ich einige interessante Texte gefunden. Wenngleich meiner Meinung nach einige wichtige Themen wie Freie Software als Entwicklungschance eher marginal vertreten sind.

Donnerstag, 29. Juni 2006

Freie Kulturen - Freies Internet - Internet Governance und die Schweiz

Im Herbst finden in Athen das Internet Governance Forum statt. Um die Debatte auch in der Schweiz zu lancieren organisiert die ETH und Switch ein Symposium:

Vorgelagert zur Gründung findet am 7. Juli an der ETH Zürich ein nationales IGF-Symposium statt, um die an der Zukunft des Internet interessierten Personen zu einem Schweizer Beitrag zur Gründung des IGF zu bewegen und eine breitere Öffentlichkeit zu sensibilisieren und zu informieren. Die Veranstaltung ist kostenlos und offen für alle.

Freitag, 7.07.06, 13.15-17.00 Uhr, ETH-Hauptgebäude, Raemistrasse 101, 8092 Zuerich, Auditorium Maximum (HG F 30).

Programm und Anmeldung zum Symposium unter: http://www.igf-06.ch

Neben einer Einführung durch Markus Kummer, Executive Coordinator des IGF, kommen auch die Stakeholder zu Wort. Danach finden zwei Kontroversen zum Thema Datenschutz und Regulierung, sowie Urheberrecht statt. Wer danach aktiv mitarbeiten moechte, dem bietet sich die Möglichkeit sich an einem anschliessenden Workshop zu beteiligen.

Freitag, 23. Juni 2006

ICANN-Update und Vorhersage

Kieren McCarthy gibt im Register eine schöne Zusammenfassung aller Themen, die bei ICANN anstehen und die auf der Tagung in Marrakesch ab Samstag diskutiert werden (müssten): Whois-Privacy, IDNs, neue TLDs, Länder-Abkommen wegen ccTLDs, und so weiter. Und vor allem die Frage: Was passiert, wenn das aktuelle Memorandum of Understanding zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium Ende September ausläuft?

Will the internet die in September?
ICANN Marrakech There will be much to discuss at ICANN’s Marrakech meeting which kicks off this Saturday, but one question rises about all others: what will happen to the internet on 30 September 2006?

 

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