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Donnerstag, 24. April 2008

Ars Electronica 2008

Für die Ars Electronica 2008 wurde heute das Motto und die Leitidee verkündet: “A New Cultural Economy – wenn Eigentum an seine Grenzen stößt.” Das klingt doch mal sehr spannend. Das dazu passende Symposium wird von Joi Ito kuratiert. Stattfinden wird der Event vom 4.-9. September, wie immer in Linz / Österreich.

Aus dem Mission-Statement:

Das Zeitalter von Copyright und geistigem Eigentum ist abgelaufen. Eine Entwicklung, die sich schon in den technischen Grundlagen des Internet manifestiert hat, ist in den Nutzungspraktiken der jungen Generation zum Leben erwacht und bringt eine neue Ökonomie des Teilens und des offenen Zugangs hervor.

Mit dieser provokanten Formulierung stellt Ars Electronica eine der Kernfragen der modernen Wissensgesellschaft in den Mittelpunkt des diesjährigen Festivalprogramms: Es geht um den Wert geistigen Eigentums, um Informationsfreiheit und Urheberrechte, um das große Geschäft und die Vision einer offenen Wissensgesellschaft, die ihre neue ökonomische Basis auf Kreativität und Innovation aufbauen will. Es geht aber auch darum, dass es weithin an brauchbaren und tragfähigen Regeln und Gesetzgebungen für diese neue Realität fehlt und nicht zuletzt darum, dass die Arbeit daran nicht nur Juristen und Wirtschaftsexperten alleine überlassen werden sollte. Denn egal, von welcher Seite man sich der Frage nähert – von den Netzpiraten über die Neuerfinder der Allmende zu den Pionieren einer Sharing Economy oder den Apologeten der Creative Industries – wenn Wissen und Content tatsächlich das neue Kapital der postindustriellen Gesellschaft sein sollen, dann muss es fließen, dann muss es zugänglich sein, für alle.

Dienstag, 15. April 2008

Politischer Salon: „Zeit für Allmende”

Die Heinrich-Böll-Stiftung hatte am vergangenen Donnerstag in Berlin zum ersten Mal zu einem interdisziplinären politischen Salon mit dem Thema “Gene, Bytes und Emissionen: Zeit für Allmende” eingeladen. Das Ziel dieses Salons ist es, eine “interdisziplinäre Debatte um die Zukunft der Gemeinschaftsgüter zu initiieren”. Geplant sind insgesamt sechs Treffen und ein Buchprojekt. Am Donnerstag waren ca. 30 Personen anwesend und die Diskussion ging ca. drei Stunden lang. Fand ich aber spannend, vor allem den Ansatz, Brücken zwischen den “Ökos von Gestern und Wissensgesellschafts-Freaks von morgen” zu bauen (Original-Zitat aus der Diskussion).

Und das sind die Fragestellungen des Salons:

Gibt es eine gemeinschaftsgütergerechte Politik, die für den Erhalt der Vielfalt und Vitalität der Allmende taugt? Kann das Konzept der commons neue Impulse für die Kämpfe um gerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum bieten? Wie und vom wem können Umgangsregeln mit den Gemeinschaftsgütern, gerechter Zugang und nachhaltige Nutzung demokratisch ausgehandelt werden? Der Salon “Zeit für Allmende” bietet Raum für Austausch und Inspiration zwischen den Disziplinen, um der politischen Wirkmächtigkeit, der sozio-ökonomischen, ökologischen, kulturellen und politischen Dimension der Allmende nachzuspüren.

Im Commonsblog gibt es jetzt den Eröffnungsbeitrag des Philosophen Ulrich Steinvorth, der am Donnerstag den Salon damit eröffnete. Er ging der Frage nach, was die beiden großen „Allmendbewegungen” (Öko und Wissensallmende) gemeinsam haben und was sie trennt.

Wir haben eine Aufzeichnung der dreistündigen Diskussion gemacht, die als OGG Vorbis zur Verfügung stehen. Einmal in kleiner Qualität mit 41 MB und einmal in besserer Qualität mit 100 MB. Beides ist 199 Minuten lang.

Dienstag, 10. Juli 2007

Knowledge Ecology Studies

Knowledge Ecology International (Ehemals CPTech) hat ein neues Open Journal gestartet und die erste Ausgabe ist online: Knowledge Ecology Studies.

KE Studies is an online publication that focuses on the creation, dissemination and access to knowledge goods. It is a multidisciplinary journal that draws on a number of specialties: sciences, technologies, public policies, the laws of intellectual property, business, free speech and privacy, telecommunications and other related knowledge disciplines.

Montag, 26. Februar 2007

WIPO mag weiterhin die Public Domain

Leichte Verbesserungen gibts bei der WIPO: WIPO künftig auch Wächterin der Wissensallmende.

Die World Intellectual Property Organization (WIPO) wird künftig nicht nur für den Schutz des geistigen Eigentums (Intellectual Property, IP) sorgen. Sie soll auch die Auswirkungen dieses Schutzes auf die ärmeren Länder untersuchen und sich für eine reichhaltige “Public Domain” einsetzen, also frei zugängliche Werke. Das haben die WIPO-Mitgliedsstaaten am späten Freitagabend bei einer Sitzung eines eigens eingesetzen Komitees entschieden, das der WIPO eine “entwicklungspolitische Agenda” geben soll.
[...]
In gewisser Weise starte die WIPO in ein neues Jahrhundert ihrer Zeitrechnung und reagiere auf den wachsenden Reformdruck in Richtung einer besseren Balance bei der Politik zum geistigen Eigentum, schreibt James Love von der Organisation Knowledge Econogy International (KEI), zu der auch das Consumer Project for Technology (CPTech) gehört. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) sprach von einer willkommenen Überraschung. Das verabschiedete Dokument sei eine machtvolle Bestätigung von Kernpunkten der von den “Friends of Development” initiierten WIPO-Neuausrichtung. Noch während der Verhandlungen der vergangenen Woche hatten sich unter anderem Kolumbien, Italien und El Salvador skeptisch zur Betonung der Public Domain in den WIPO-Statuten geäußert.

 

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