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Mittwoch, 9. Januar 2008

Commercially serious gaming: ZT Online (征途)

Wo wir gerade von Spielen reden: die chinesische Online-Spielkultur ist eine andere als die westliche. Von käuflichen Avataren und Waffen in Spielen haben wir alle schon gehört. Hier erntet man für solche “Taktiken”, mit echtem Geld zumindest Stirnrunzeln, wenn das bekannt wird. Ganz anders auf dem chinesischen Markt: hier kommen diejenigen, die nur moderat echtes Geld in ihre Avatare investieren, irgendwann einmal durch Spielen nicht mehr weiter.

Ein sehr ausführlicher, erhellender Artikel steht seit einiger Zeit bei danwei.org: Gamble your life away in ZT Online:

ZT Online (征途) is a popular Chinese-made massively-multiplayer online role-playing game (MMORPG) run by Giant Interactive. Despite offering games that are free to play, its third-quarter earnings beat out competitors Netease and Shanda.

The game is the brainchild of Shi Yuzhu (史玉柱), … Shi’s surveys of gamer habits led him to create a game that was tailored to gamers who had more money than time.

Erfinder Shi Yuzhu ist einer der dickeren Fische im dortigen Geschäft. Netease und Shanda sind andere Major Player.

(Das wollte ich schon neulich schon schreiben, kam aber nicht dazu.)

Dienstag, 9. Oktober 2007

MovieSuccess-Center

Gerade bei Heise gelesen und sehr gelacht.

Marketingwissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Hamburg haben eine nach eigenen Angaben unabhängige Studie vorgelegt, die sich mit den Auswirkungen des Filesharing von auf die Filmwirtschaft auseinandersetzt.
Insgesamt gingen der Filmindustrie in Deutschland somit über 190 Millionen Euro pro Jahr verloren.

Und jetzt der Lacher:

Eines der Hauptprobleme ist laut Professor Dr. Thorsten Hennig-Thurau, Hauptautor der Studie und Leiter des Weimarer Moviesuccess-Forschungscenter

Zuerst “unabhängige Studie” und dann “MOVIESUCCES-FORSCHUNGSCENTER” - Krass. Und der Name ist Programm. Ich hab mir mal eine Präsentation von denen angesehen. Auf Seite zwei steht:

• Das MovieSuccess-Center ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Bauhaus-UniversitätWeimar. Damit sind für die Filmindustrie zwei wichtige Vorteile verbunden:
• Innovativität und Kompetenz. Wir verwenden anspruchsvolle wissenschaftlicheund analytische Methoden wie ein repräsentatives proprietäres Panel von Filmkonsumenten, das für die Durchführung von Studien zur Verfügung steht.
• Kosten. Als Non-Profit-Einrichtung ist es uns möglich, wissenschaftlich interessante Studien zu niedrigen Kosten anzubieten.

Na, wenn das kein billiges Ergebnis ist.

Update: Spiegel-Online hat sich wohl nicht die Präsentation angeschaut, wenn man das dort liest:

Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr. Bisher konnten sich Befürworter illegaler Filmkopien stets damit herausreden, dass die Schauermeldungen über enorme Umsatzverluste ja von der Industrie selbst stammen, also ideologisch verfärbt seien. Jetzt aber hat ein Forscherteam der Uni Hamburg und der Bauhaus-Universität Weimar eine Studie veröffentlicht, die den Filmbossen Recht gibt: Der durch Raubkopien angerichtete Schaden sei enorm.

Montag, 16. Juli 2007

J!Cast 37: Informationspflichten im M-Commerce

Der J!Cast 37 behandelt das Thema “Informationspflichten im M-Commerce“:

Die Rahmenbedingungen für Informationspflichten im Internet haben EU-Richtlinien und deren Umsetzungen sowie inzwischen langjährige Rechtsprechung weitgehend gefestigt. Doch wie verhält es sich nun, wenn statt eines 19-Zoll-Monitors nur ein kleines Handy-Display zur Verfügung steht. Müssen AGB, Widerrufsbelehrung etc. dann trotzdem bereitgestellt werden? Aber wer möchte noch ein Buch per Handy kaufen, wenn man sich vorher durch 40 Seiten Informationen klicken muss? Entsprechende Geschäftsmodelle leben schließlich vom Spaß an der Technik. Über Schwierigkeiten und Möglichkeiten beim Umgang mit Verbraucherschutzvorschriften im M-Commerce habe ich mit Dr. Michael Schriek , Rechtsanwalt aus der Kanzlei Apel & Höch gesprochen, der zu diesem Thema promoviert hat.

Hier ist die MP3.

Sonntag, 3. Juni 2007

Keine Überraschung: Marktforscher sehen Open Source wachsen

Heise: Marktforscher sehen Open Source wachsen .

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC prognostiziert für die nächsten Jahre ein Wachstum von durchschnittlich 26 Prozent für Open-Source-Software. Betrug der Umsatz mit OSS 2006 weltweit rund 1,8 Milliarden US-Dollar, sollen 2011 bereits 5,8 Milliarden US-Dollar mit Open Source umgesetzt werden.
[...]
“Entwicklung und Einsatz von Open Source stehen noch am Anfang”, so Matt Lawton, Direktor des Forschungsprogramm für Open-Source-Business-Modelle bei IDC. Allerdings dürfe man “trotz des soliden Wachstums nicht vergessen, dass die Umsätze deutlich hinter der Verbreitung von Open Source zurückliegen werden”, da Open-Source-Software in der Regel auch kostenlos verfügbar ist.

Hat jemand zufällig schon den Link zur Studie gefunden? Hab noch nicht gesucht.

Hier war es die letzten Tage etwas ruhiger, weil der LInuxtag in Berlin war. Muss noch ein paar interessante Video-Interviews zusammenschneiden und online stellen.

Pornoindustrie beklagt Nutzerbeteiligung

Lustige Sache: Das “Web 2.0″ wirbelt auch die Pornoindustrie durcheinander. Die beklagt sich, dass nutzergenerierte Inhalte den Markt kaputt machen, weil jeder mitmachen kann. Darüber berichtet die International Herald Tribune: For pornographers, Internet is now a curse.

Older companies in the industry are responding with better production values and more sophisticated Web offerings. But to their chagrin, making and distributing pornography has become a lot easier. “People are making movies in their houses and dragging and dropping them” onto free Web sites, said Harvey Kaplan, a former maker of pornographic movies and now chief executive of GoGoBill.com, which processes payments for pornographic Web sites. “It’s killing the marketplace.”

Freitag, 27. April 2007

Versicherungsbranche beliebter als Unterhaltungsbranche?

Beim Bootsektor gibts nützliche Verbraucher-Informationen: Piraterie: die Hintergründe.

Ganz 41% der britischen und 54% der französischen Teilnehmer an dieser Edelman-Umfrage erklärten, die Entertainment-Industrie würde ihnen keinen angemessenen Gegenwert für ihr Geld bieten. Und 35 bzw. 46% sind der Ansicht, die Anbieter der digitalen Unterhaltungsmedien würden die Rechte der Verbraucher nicht respektieren (Stichwort: DRM). Während Computer- und Elektronikhersteller bei dieser europäischen Bevölkerungsgruppe ein hohes Ansehen geniessen, stehen Unternehmen der Medien- und Unterhaltungsbranche ganz am Ende der Respektskala. Noch unter der Versicherungsbranche. Das sollte zu denken geben. Eine öffentliche Diskussion entfachen. Tut es aber nicht. Statt dessen werden mit Hilfe von Lobbyanstrengungen (a.k.a. Korruption) Strafgesetze eingeführt, wo eigentlich freier Wettbewerb stattfinden sollte.

Wie wir ja wissen, sind Edelman-Studien mit Vorsicht zu geniessen. Aber das mit der Versicherungsbranche ist gut.

Montag, 12. März 2007

Ein CIO für Deutschland?

Diese Woche beginnt mal wiedre die Cebit und als Bundeskanzlerin ist Angela Merkel wieder mit dabei. Das Programm „IKT 2020″ soll verkündet werden, womit verschiedene Branchen gefördert werden sollen. Das ganze Thema kennt man ja schon vom IT-Gipfel aus dem vergangenen Dezember, wo “bessere” Call-Center-Warteschleifen, Schnüffelchips für alle und eine neue Suchmaschine versprochen wurden. Ausserdem soll die Ernennung eines Chief-Information-Officer verkündet werden. Auch das ist spätestens seit dem IT-Gipfel bekannt. Das Handelsblatt berichtet im Vorfeld der Rede: Bundesregierung baut ihre IT-Förderung um.

Mit Spannung erwartet man auf Unternehmensseite die Äußerungen von Merkel zu einem ganz anderen Punkt: der Berufung eines IT-Managers (CIO) bei der Bundesregierung. „Frau Merkel hat ihr Interesse an einer solchen Position bekundet“, heißt es in Unternehmenskreisen. Ob die Kanzlerin allerdings am Mittwoch bereits konkrete Pläne vorstellen wird, ist nicht bekannt.

Anregungen, wie eine solche Position gestaltet werden sollte, liegen der Kanzlerin seit dem IT-Gipfel vor. „Es müsste eine unabhängige Person ähnlich dem Datenschutzbeauftragten sein, die die CIOs der Ministerien koordiniert. Auf keinen Fall sollte ein solcher CIO konkrete Projekte wie die Gesundheitskarte zur Aufgabe haben. Das würde nichts bringen“, fasste ein IT-Manager die Forderungen zusammen.

Es spricht einiges dafür, dass es Martin Schallbruch werden soll, der bisher IT-Direktor des Bundesinnenministeriums ist.

Montag, 26. Februar 2007

Die Wirtschaftskraft von Second Life

Das wollte ich schon Freitag bloggen: The phony economics of Second Life - What the business press didn’t tell you.

Only 15 per cent of those who became residents in October of last year ever logged in again after their first 30 days - a churn rate that might surprise and dismay executives from other industries. Remove all those who never returned to Second Life after their first month and the figure falls from a then two million residents to around a quarter of a million. Typically, there are only around 15,000 clients logged in to Second Life at any one time. In other words, this economy has a population about the size of Ilkeston, Derbyshire, or Troutdale, Oregon. And each business has the prospect of a market of no more than 100 people in one place - a number easily accommodated by a church hall.

 

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