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Montag, 3. Dezember 2007

Freie Lizenzen GFDL und CC werden kompatibel

Die Free Software Foundation, Creative Commons und die Wikimedia Foundation haben sich darauf geeinigt, dass die Gnu Free Document License so modifiziert werden soll, dass sie mit der Creative-Commons BY-SA License kompatibel ist. Inhalte, die unter der neuen GFDL veröffentlicht sind, können dann unter CC weitergeben und remixed werden, wenn man den Autor nennt und das Ergebnis unter der selben Lizenz steht. Angestoßen haben dies Lawrence Lessig von Creative Commons und Jimmy Wales von Wikipedia, der das ganze unter großem Jubel ankündigte:

If Wikipedia had been founded after CC it would certainly have been under a CC license but it didn’t exist at the time, so we started with a license called the Free Documentation License which is a good license but very complicated and very difficult to use.

So a couple of years ago, Larry [Lessig] and I were walking in a park in Barcelona and started talking about license compatibility and how important this is. So he and I started a project to try to find a way for Wikipedia, which has become by far the largest repository of information in the world, and the largest repository of freely licensed information that ever existed by far and we said, “How can we make this compatible with the whole CC movement ?”

Lessig hatte schon auf dem 23C3 dazu aufgerufen, die Grabenkämpfe zwischen CC und FSF einzustellen und sich auf die gemeinsame Vision zu besinnen.

Mit der neuen GFDL könnte man künftig Wikipedia-Inhalte mit CC-Inhalten mixen, denn diese sollen dann unter der CC-BY-SA relizensiert werden. Allerdings ist noch unklar, ob das wirklich passiert. Der Wikimedia-Vorstand will eine endgültige Entscheidung erst treffen, wenn die neue GFDL fertig ist und man mit der Wikipedia-Community darüber diskutiert hat. Larry Lessig macht das auch nochmal deutlich.

In den Kommentaren dort streitet man sich schon eifrig über die Feinheiten: Darf die Wikimedia Foundation das einfach machen? Wem gehören denn die Inhalte der Wikipedia? Müsste man nicht von jedem einzelnen Autor die Zustimmung einholen? Ist CC-BY-SA frei genug? Wäre es eine Relizensierung oder eine Multi-Lizensierung? Ich bin versucht, das “na dann”-Tag für diesen Post zu benutzen.

Der Prozess hin zu dieser Einigung muss auch recht nervtötend gewesen sein:

So we went through a long process of negociation with the Free Software Foundation, many many different conversations, very complicated and with lots of legal aspects.

Am Ende sagt Wales sogar einen Satz, der den FSF-Leuten sauer aufstoßen dürfte:

…this is the party to celebrate the liberation of Wikipedia.

Auf dem Video von der Ankündigung, die auf der Wikipedia/iCommons-Party stattfand, kann man schön sehen, wie Larry Lessig sich freut.

Freitag, 31. August 2007

Das Pediaphon – Wikipedia vorlesen lassen

Mit dem Dienst, den Andreas Bischoff von der FernUni Hagen entwickelt hat, kann man sich Wikipedia-Artikel vorlesen lassen. Das Ganze funktioniert mit Hilfe von Sprachsynthese für deutsche- und englischsprachige Artikel. Die Bedienung ist denkbar einfach, man muss nur den Artikel in ein Fenster tippen, voila.

Die Dateien kann man unmittelbar im Browser anhören oder als Mp3 herunterladen, auch Podcasts lassen sich so erstellen. Wer sich für die Technik interessiert: Realisiert wurde das Pediaphon mit txt2pho, MBROLA und dem MP3-Encoder LAME. Interessant ist das Projekt aus Sicht der Autoren vor allem für E- und M-Learning.

Ausprobieren kann man das Pediaphon hier.

Sonntag, 5. August 2007

Bilder von der Wikimania in Taiwan

In Taiwan findet im Moment die Wikimania 2007 statt. Mathias Schindler berichtet mit vielen Fotos von vor Ort.

Montag, 4. Dezember 2006

Lokale Färbungen Zensur der chinesischen Wikipedia

Die Wikipedia wird von China aus mal blockiert, und mal nicht. Das ist man gewöhnt, das macht kaum Schlagzeilen. Der eigentliche Kampf um die Inhalte wird vermutlich auch von den Netz-Zensoren geführt, die in China teils undercover, auf jeden Fall aber zahlreich unterwegs sind. Beim Linuxinsider.com liest man über das Beispiel von Mao Zhedong (Mao Tse-tung, 毛泽东/毛澤東):

Indeed, in its present form, the Chinese Wikipedia introduction to Mao could hardly be more anodyne: “One of the main founders and leaders of the Communist Party of China, the People’s Liberation Army and the People’s Republic of China,” it reads. “He introduced a series of political movements such as the Great Leap Forward and the Cultural Revolution. He had a great influence over 20th-century China and the world.”

On the evidence of entries like this, for the moment, the fight over editorial direction of Wikipedia in Chinese is being won by enthusiasts who practice self-censorship.

Auch das verwundert nicht. Zensur funktioniert nicht gut, wenn sie alleine von einer Instanz geführt und betrieben wird. Wenn allzu heikle Themen immerzu vermieden werden (hier z.B. von den gemeinen Leuten auf der Straße, den Intellektuellen, Ausländern, Touristen, …) dann funktioniert sie am besten und am schärfsten. Soziale Kontrolle wirkt wie eine Schere in den Köpfen. Man einigt sich auf einen kleinen gemeinsamen Nenner, der möglichst Implikationen vermeidet.

Die üblichen heißen und gemiedenen Themen sind natürlich Erstbesiedlung und heutiger Status von Taiwan (das selbstredend ein eigenständiger, souveräner Staat ist, außer in den Augen der chinesischen Regierung), das Tiananmen-Massaker von 1989, und anderes. Erstaunlich auch, dass die Inhalte der chinesischen Wikipedia vor allem von Überseechinesen erstellt werden. Dazu Jimbo Wales:

said that divergence was not unique to China; English- and French-language entries on the same topics in some cases began quite differently but over time became similar the broader the access. He expects the same phenomenon to affect Chinese entries.

Dann kann die Zukunft ja besser werden. Immerhin steht nach wie vor fest, dass Taiwan die technologische Führung übernommen hat. Schließlich ist es Republik, seit zwei Jahrzehnten demokratisch und respektiert die Menschenrechte.

[via]

Dienstag, 3. Oktober 2006

AFP leiht sich Content von Wikipedia

Die Nachrichtenagentur AFP hat sich anscheinend in einem Artikel über die Gruppe der Amish zahlreiche Formulierungen aus einem Wikipedia-Artikel dazu geliehen. Das ist ja im Grunde kein Problem und eher eine Chance, denn die Freie Lizenz lädt gerade dazu ein. Und auch das Zitatrecht bietet ausreichend Freiraum, wenn man die Lizenz nicht mag. Allerdings hat man bei dem AFP-Artikel vergessen, die Quelle anzugeben. Mathias Schindler hat mal nachgefragt und von AFP erfahren, dass “Wikipedia bei AFP nicht als zitierfähige Quelle gelte” und man deshalb auf eine durchaus übliche “Wiederholungsmeldung” mit Quellenangabe verzichten möchte.

Die ganze Geschichte mit viel mehr Einzelheiten gibt es im Blog von Mathias. Hier nur ein kleiner Ausschnitt: Einladung zum Textvergleich.

AFP darf natürlich in seiner Policy festhalten, dass sie aus diesen oder anderen oder jenen Gründen Wikipedia-Texte nicht verwenden. Wenn sie es doch tun, ist diese Policy kein Grund, eine Nennung der Quelle zu verweigern.

Zudem ist die Aktion von AFP natürlich brandgefährlich. AFP selbst wird zu einem Risiko für die Firmen, die AFP-Texte verwenden. Wer weiss, welche Autoren in ihren Rechten durch AFP verletzt werden und dann Vergütung bei Zeitungen geltend machen wollen. Und ob diese Zeitungen sich dann an AFP schadlos halten?

Montag, 2. Oktober 2006

Wikipedia im ZDF

Mathias Schindler und Frank Schulenburg von Wikimedia Deutschland waren gestern im ZDF, um die Arbeitsweise der Online-Enzyklopädie Wikipedia zu erklären. In der ZDF-Mediathek gibt es den Beitrag noch in unfreier und unfreundlicher Version zu sehen. Mein Browser ist erstmal abgestürzt, danke ZDF.

Mittwoch, 27. September 2006

Erster Entwurf der GNU Free Documentation License

Heise berichtet über den ersten Entwurf der aktualisierten GNU Free Documentation License, welche die FSF jetzt veröffentlicht hat:

Um die Neufassung der am meisten verbreiteten Open-Source-Lizenz, der GNU General Public License (GPL), hat sich – spätestens seit der Veröffentlichung des zweiten Entwurfs diesen Sommer – eine erhitzte Debatte entwickelt. Jetzt hat die Free Software Foundation (FSF), die “Mutter” der GPL und diverser anderer Open-Source-Lizenzen, den ersten Entwurf der GNU Free Documentation License (GSFDL), Version 2.0, zur öffentlichen Diskussion freigegeben.

Per Jabber hab ich gerade mal Mathias Schindler vom Wikimedia e.V. angefragt, was denn die Meinung der Wikipedia-Community zu diesem Schritt ist. Hier ist die Antwort:

“Wikipedia ist das derzeit größte Projekt, das die GFDL nutzt. Und insofern sind wir auch schon an die Grenzen dessen gestossen, was die alte GFDL leisten kann. Ich finde es sehr gut, dass die FSF hier versucht, auf unsere Probleme einzugehen, die ja auch an anderer Stelle aufkamen, teilweise jedoch andere Probleme betrafen. Jetzt ist erstmal in Ruhe eine Leserunde angesagt. Und dann kann man schauen, ob sich die Situation unter der neuen Lizenz verbessern würde.”

Montag, 25. September 2006

Web 2.0 im Medien-Fokus

Die ZEIT hat Tim O´ Reilly rund um “Web 2.0″ befragt: Neue Wetten in Silicon Valley.

ZEIT: Diese Amateuerfilmchen sind für kurze Zeit witzig, aber auf Dauer nicht auszuhalten. Wetten, dass die geklauten Schnipsel aus kommzerziellen Produktionen am Ende siegen?

O’Reilly: Diese Sicht auf das Raubkopieren führt doch am Thema vorbei. Mit diesen kurzen Filmchen sehe ich ein ganz neues Medium entstehen, an das sich die Leute freilich erst gewöhnen müssen. Bei den digitalisierten Musikstücken fing es damals mit Raubkopien an, doch inzwischen wird mit kommerziellen Musikdiensten wie iTunes viel Geld verdient. Man kann fast sagen, dass die Piraten die Bahn bereitet haben, sie haben die Leute an dieses neue Format gewöhnt.

Auch spannend ist in der aktuellen ZEIT ein Artikel über Wikipedia: Die anarchische Wiki-Welt.

Wikipedia ist das Konversationslexikon der Neuzeit. Nichts anderes war das erste Brockhaus-Lexikon. Als Gegenmodell zu den französischen Experten-Enzyklopädien sollte es die Bürger aufklären. Die Artikel waren meinungsstark und sehr sendungsbewusst. So wie bei Wikipedia. Wikipedia regt zum Diskutieren an. Aber Verlass darauf ist nicht. Noch nicht?

Währenddessen gibt es im aktuellen Print-Spiegel einen eher langweiligen und schlechten Artikel über “Web 2.0″ und auch die Welt muss das Thema aufgreifen: Endlich geht es um Geld. Allerdings geht es bei dem “Die Welt”-Artikel eher darum, dass dieses komische Sternchen mit den über eine Millionen MySpace-Kontakten jetzt auf dem kommenden Playboy zu sehen ist. Das ist dann wohl auch “Web 2.0″ und das ist ähnlich schlecht wie der Spiegel-Artikel.

 

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