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Mittwoch, 16. Januar 2008

Digitale Wasserzeichen

Tonspion verweist auf ein älteres Interview mit dem MP3-Erfinder Professor Brandenburg in der Frage zu den DRM-Alternativen: DRM ist tot, es lebe DRM! Es geht um digitale Wasserzeichen, die unerlaubtes vervielfältigen und in den Umlauf bringen untersagen sollen:

LWDRM versucht etwas ähnliches. Wie aus dem Presserecht bekannt: wenn ich etwas veröffentlichen will, dann muß ich darunter schreiben “verantwortlich im Sinne des Presserechtes”. Ähnlich dort - wenn ich Musik, elektronische Musik in ein Format bringen will, das ich weitergeben kann, dann muß ich elektronisch unterschreiben. Und, wenn das an der falschen Stelle wieder auftaucht, bin ich derjenige, der die kritischen Fragen zu beantworten oder eine Strafe zu zahlen hat. Das ist natürlich etwas, was entsprechend auch von der Rechtslage her abgesichert sein muß. Wo ich auch auf kritische Fragen bezüglich Schutz der Personenrechte und ähnliches aufpassen muß. Aber die Grundidee, daß damit Dinge, die im privaten Bereich passieren, qua Definition entzogen und möglich sind ohne Einschränkungen, und daß ich andererseits weiß, daß, sobald ich die Musik aus dem privaten Bereich herausgebe, das dann illegal ist und verfolgt werden und gefunden werden kann - das sollte eigentlich weithin akzeptabel sein.”

Meiner Meinung nach ist ein Grundproblem in der Argumentation die gewandelte Bedeutung von “privatem Bereich” im digitalen Zeitalter. Früher war dies im analogen Bereich einfach: Privat war, was nicht auffiel, meist im persönlichen Umfeld passiert und auch durchaus räumlich begrenzt. Im digitalen Zeitalter haben wir geänderte Rahmenbedingungen: Das Leben spielt sich bei vielen auch online ab, Freunde sitzen über den Globus verteilt. Wenn man früher im privaten Rahmen Kollagen aus urheberrechtlich geschützten Werken erstellte, wurde dies nicht bestraft. Wenn man heute Mash-Ups (digitale Kollagen) macht und diese online zur Verfügung stellt, so gibt das Probleme. Und dies wird immer mehr von Bürgern gemacht werden. Die Antwort der Politik und der Lobbygruppen ist einfach: Verfolgen und bestrafen. Aber löst das die Probleme und ist das im Interesse unserer Gesellschaft? Meiner Meinung nach nicht. Das muss wieder legalisiert werden.

Zum Thema digitale Wasserzeichen gibt es auch noch offene Fragen wie z.B.:

* Was passiert mit einem Verbraucher, wenn man in einem Musikshop Musik legal kauft, auf dem MP3-Player kopiert, dieser geklaut wird und die Lieder in Tauchbörsen auftauchen?
* Wird ein Werk vielleicht durch ein Wasserzeichen zu stark verändert und verstösst das gegen das Urheberrecht?
* Leidet die Qualität unter Wasserzeichen?
* Können mit Wasserzeichen personenbezogene Daten ermittelt werden? Leidet dadurch die Privatsphäre der Käufer?
* Was passiert, wenn ich eine Privatkopie mache und eine(r) meiner Bekannten diese in eine Tauschbörse stellt ? (Danke Erlehmann)

Da gibts sicherlich noch mehr offene Fragen…

Donnerstag, 27. September 2007

Interview zu Digital Fingerprinting und Wasserzeichen

Bei Telemedicus gibt es ein interessantes Interview zum Thema “Digital Fingerprinting”:

Die digitale Rechtsordnung entwickelt sich weiter. Mit jeder neuen Reform werden die Gesetze besser an die Herausforderungen des Internets angepasst. In dieser Hinsicht sind „Digital Fingerprinting“ und „Watermarking“ zwei Schlüsseltechnologien: Sie schaffen erst die Vorraussetzungen, an die neue Reformen anknüpfen können. Beide Techniken dienen dazu, Medieninhalte im digitalen Raum zu identifizieren - und sie auf diese Weise katalogisierbar zu machen. So nutzt z.B. Youtube eine Fingerprinting-Technologie, um illegale Videos aus seinem Portal zu entfernen, die Musiklabels erproben Watermarking als Ersatz für DRM. Mittels der „digitalen Wasserzeichen“ sollen Copyright-Verletzer identifiziert werden. Die neuen Möglichkeiten, die Digital Fingerprinting und Watermarking bieten, können Reformen in vielfältiger Weise aufgreifen: z.B. für neue Verteilschlüssel für urheberrechtliche Pauschalabgaben oder für neue Methoden des Lizenzerwerbs.

Doch wie weit sind solche Technologien? Wann können wir mit einem massentauglichen Produkt rechnen? Und was könnte so ein Produkt effektiv leisten? Die wichtigsten Fragen zu Digital Fingerprinting beantwortet Raphael Wimmer, Dipl. Medieninformatiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Lehr- und Forschungseinheit Medieninformatik an der LMU München.

 

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