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Dienstag, 15. April 2008

Wie Unternehmen Umweltschutzorganisationen ausspionierten

Spannender Artikel bei Motherjones, wie Unternehmen zumindest in den 90er Jahren Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace ausspioniert haben: Exclusive: Cops and Former Secret Service Agents Ran Black Ops on Green Groups.

A private security company organized and managed by former Secret Service officers spied on Greenpeace and other environmental organizations from the late 1990s through at least 2000, pilfering documents from trash bins, attempting to plant undercover operatives within groups, casing offices, collecting phone records of activists, and penetrating confidential meetings. According to company documents provided to Mother Jones by a former investor in the firm, this security outfit collected confidential internal records—donor lists, detailed financial statements, the Social Security numbers of staff members, strategy memos—from these organizations and produced intelligence reports for public relations firms and major corporations involved in environmental controversies.

Liest sich teilweise wie ein Thriller, wenn es um Einbrüche in Greenpeace-Büros oder dem durchsuchen von Mülltonnen geht. Oder gleich an NGO-Vernetzungstreffen teilgenommen wird, wo über Kampagnenstrategien diskutiert wurde und daraus Berichte an Firmenkunden weitergegeben wurden. Immer wieder taucht die PR-Firma Ketchum auf.

Nennt man das jetzt Greenwatching?

Dienstag, 26. Februar 2008

Der Grüne PC

Ars Technica hat sich mal die üblichen PC-Komponenten angeschaut und gibt Tipps, wie man am ehesten dem Ideal eines “grünen PCs” nahe kommen kann: Ars System Guide special: it’s easy being green.

Keep in mind that $700, $1,400, or more to build a green system will pay for a lot of electricity, and you’ll end up with a very modest system. The best part is the very minimal power use, although an Asus Eee PC or a low-end Core 2 Duo T5270-based laptop probably does just as well on power consumption—even moreso when the monitor is taken into account.
[...]
Beyond that, it’s hard to say. If you already have an Athlon 64, late-model Celeron D or any sort of Core 2 Duo/Pentium Dual-core processor right as your primary system, your best bet is to make sure you have a decent power supply in it, maybe make sure it has a thrifty LCD attached, and set it to spin down the hard drive when the system is idle. The near future looks very interesting in the extremely green, low-power area. VIA’s upcoming Isaiah architecture and Intel’s Silverthorne, combined with even faster (and hopefully lower-cost) SSDs make for a very attractive future for green computing efforts.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Klimakiller Internet?

Tagesschau.de setzt sich mit den Schreckensmeldungen, Schätzungen und Fakten rund um den Energieverbrauch des Internets auseinander: Die Klimakosten des Internet-Booms.

Punkt 3: Sämtliche Internet-Rechenzentren weltweit verursachen so viele CO2-Emissionen wie der internationale Flugverkehr.

Was ist dran? “Das stimmt absolut nicht”, sagt Claus Barthel vom Wuppertal Institut für Klimaforschung. Die oft zitierte Zahl bezieht sich nach seinen Angaben auf eine Rechnung der IT-Beratung Gartner aus den USA. Diese Schätzung umfasst aber nicht nur die Internet-Nutzung, sondern ein sehr viel umfassenderes Spektrum an Informations- und Kommunikationsgeräten, darunter Handys, PDAs, Drucker. Außerdem seien zum Teil die Kosten für Erzeugung und Entsorgung der Geräte einberechnet worden, sagt Barthel.

Für realistischer hält Barthel Angaben des Bundesumweltministeriums: Danach war das Internet für mehr als zwei Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland verantwortlich, die Informations- und Kommunikationstechnik insgesamt für rund acht Prozent. Damit würde das Internet weltweit dann so viel CO2 verursachen wie ungefähr ein Viertel des Flugverkehrs, schätzt Barthel.

Sehr interessant.

Mittwoch, 26. September 2007

Grünes Klima: Übersichtskarte von Kohlekraftwerken

newthinking communications hat für die Grünen auf Basis von Drupal die Kampagnenseite “Grünes Klima” realisiert. Ein Kampagnenelement ist eine Übersichtskarte von Kohlekraftwerken auf Basis von Google-Maps mit Hintergrundinformationen.

Die Netzeitung berichtet darüber: Grüne machen im Internet gegen Kohle mobil.

Mit einer Internetkampagne machen die Grünen gegen Kohlekraftwerke mobil. Zu diesem Zweck hat die Partei eine interaktive Kohlekarte im Stil von Google Maps online gestellt, auf der erstmals alle geplanten Kraftwerke und der bundesweite Widerstand aufgelistet sind.[...] Nach Grünen-Angaben sind insgesamt 27 neue Kohlekraftwerke in Planung. Auf der Online-Karte der Grünen sind die erwarteten Standorte gekennzeichnet. Werden die Symbole angeklickt, bekommt der Nutzer detaillierte Informationen wie Inbetriebnahme, Bundesland, Betreiber und CO2-Ausstoß pro Jahr. Klickt man weiter, erhält man Hinweise auf Bürgerinitiativen sowie eine Übersicht über Presseartikel zu den Kraftwerksstandorten.

Auf der Kampagnenseite kann übrigens jeder mitbloggen und ein eigenes Blog anlegen. Das wird alles zusammen aggregiert. Für das Design sind wir übrigens nicht verantwortlch. Wir haben nur die technische Umsetzung gemacht und bei der Konzeption beraten.

Donnerstag, 30. August 2007

Das Eis schmilzt

Sehr nettes Video der Greenpeace-Jugend:

Update: Die Location des Videos hat sich geändert.

Dienstag, 14. August 2007

UK: Umweltschützer sind Terroristen?

Heise: Mit Anti-Terror-Befugnissen gegen Umweltschützer

Die britische Polizei will mit hartem Durchgreifen unter Anwendung der Möglichkeiten der Terrorismusbekämpfung verhindern, dass Proteste von Klimaschützern am Londoner Flughafen Heathrow außer Kontrolle geraten. Laut einer Notiz von Scotland Yard, die der britischen Tageszeitung The Guardian zugespielt wurde, sollen Demonstranten beim Verlassen des Pfads gesetzesmäßiger Proteste “robust unter Anwendung von Terrorismus-Ermächtigungen behandelt werden”. Der Einsatz entsprechender Mittel sei erforderlich, “da die große Anzahl an Demonstranten am oder in der Nähe des Flughafens unsere Fähigkeiten einschränkt, präventiv terroristischen Handlungen entgegenzuwirken”.

Ist halt alles eine Frage der Definition in den Anti-Terror Gesetzen, wofür diese genutzt werden dürfen.

Mittwoch, 1. August 2007

Feinstaub in Druckern

Ein Artikel von tagesschau.de geht der Frage nach, ob Laserdrucker krank machen: “Druckerstaub findet sich in allen Organen“.

Feinstaub - dieses Thema hat die Öffentlichkeit vor allem im Zusammenhang mit Dieselautos beschäftigt. Doch es gibt viele andere Feinstaub-Schleudern - zum Beispiel Laserdrucker, die offenbar in riesigen Mengen feinste Teilchen ausspucken. Mit möglicherweise gesundheitlichen Folgen.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Neuer Greenpeace Guide to Greener Electronics

Greenpeace International hat die Ausgabe des “Greenpeace Guide to Greener Electronics” veröffentlicht. Apple konnte sich durch das Versprechen etwas nach vorne arbeiten, zukünftig auf PVC und andere Chemikalien verzichten zu wollen. Aber toll ist die Leistung immer noch nicht. Nokia führt die Liste an, weil hier nach Versprechungen schon Taten folgten. Mehr Informationen bietet die verlinkte Webseite.

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The electronics ranking guide has been our answer to getting the electronics industry to face up to the problem of e-waste. We want manufacturers to take responsibility for the unprotected child labourers who scavenge the mountains of cast-off gadgets created by our gizmo-loving ways. We’ve been happily surprised at how quickly many corporations have risen to the competitive challenge. It’s especially rewarding to see more than a few CEOs openly vying for the top green spot, and challenging their competitors to adopt industry-wide policies to reduce the problem of e-waste.

Freitag, 15. Juni 2007

Wie grün wird das iPhone sein?

Gute Frage von Greenpeace: How green is that iPhone?

Like everyone else we don’t know what’s in the iPhone yet. It debuts June 29th. But we already know how green a phone can be. Nokia, Sony Ericsson, and Motorola have both removed some of the worst chemicals from their phones and identified extra toxic chemicals they intend to remove in the future — even beyond the minimal legal requirements.

Nokia and Sony Ericsson have a global take-back policy for their phones and accept their responsibility to reuse and recycle the phones they manufacture. That saves resources and helps prevent old phones ending up as e-waste dumped in Asia. Due to our successful Green my Apple campaign Steve claimed: “Apple is ahead of, or will soon be ahead of, most of its competitors” on environmental issues. This is Apple’s chance to prove it.

To be only as good as Nokia and Sony Ericsson, Apple should:

* Not use toxic chemicals like brominated flame retardants and Polyvinyl Chloride in the iPhone.
* Offer for free worldwide take-back for the iPhone.

Mittwoch, 25. April 2007

Umweltgerechtigkeit in der globalen Computerproduktion

Am Montag, 23.4., fand eine inhalts- und aufschlussreiche kleine Veranstaltung organisiert vom WEED PC Global Projekt in Köln statt, die die Wertschöpfungskette von Computer Hardware, ausgehend von der Rohstoffgewinnung über Produktion bis Entsorgung unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten beleuchtete. Als zentralen Bezugspunkt der Veranstaltung stellte Soenke Zehle den Zwischenstand seines WEED Arbeitspapieres zum Thema vor.

Hier einige kurze interessante Aspekte und Links, die ich dabei kennengelernt habe:

Einleitend wurde die Problematik der extrem kurzen Produktzyklen (von im Schnitt 2,5 Jahren) von Computerhardware (und auch Mobiltelefonen) und des somit grossen Materialumsatzes thematisiert. Das Design unterstütze die Kurzlebigkeit durch nicht-modularen Aufbau, bei dem das Austauschen defekter Einzelteile teilweise nicht möglich ist. Die dezentralen, hoch-globalisierten Produktionsprozesse sowie die raschen Innovationszyklen in der Computerindustrie machten ein exaktes Nachvollziehen der Wertschöpfungsketten inklusive der einzelnen Komponenten, z.B. für eine Zertifizierung, nahezu unmöglich. Das WEED Papier verfolgt den Ansatz der Umweltgerechtigkeit und behält dabei soziale wie ökologische Belange gleichermassen im Blick.

Im ersten Themenblock ging es um Rohstoffe im Zusammenhang mit Computerproduktion. Während Computer allgemein mit Entmaterialisierung assoziiert werden, ist ihre Herstellung doch sehr materialintensiv, zumal angesichts der Massenproduktion. Eine Vielzahl von, zum Teil seltenen, Metallen wird in Hardware verarbeitet – im Detail wurden hier die Rohstoffe Kupfer und Wasser (> wasserintensive Chip-Produktion) vorgestellt.

Zum Themenblock Produktion stellte Zeina Alhajj von Greenpeace International Ergebnisse der Studie „Cutting Edge Contamination” vor, die teilweise starke toxische Verschmutzungen (z.B. Flammhemmer PBDE), in Boden und Grundwasser rund um Computerteile herstellende Firmen in Südostasien und Lateinamerika identifzierte. Mit der Toxic Tech Campaign möchte Greenpeace die grossen Computerhersteller zu mehr Verantwortung für die ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte bewegen, sowohl im Design als auch in der Entsorgung. Als Anreiz erstellt Greenpeace ein regelmässiges Öko-Ranking von Computerherstellern, welches die Policies und Praktiken bezüglich Giftstoff-Verarbeitung in der Herstellung und Verantwortung gegenüber Altgeräten bewertet. Interessant ist die Bewegung von Firmen auf der Skala innerhalb kurzer Zeit, bzw. das Verharren eines vielgeliebten Herstellers auf dem letzten Platz. Die Diskussion ergab, dass ein Öko-Ranking zwar ein guter Schritt sei, aber wichtige Aspekte wie Sozialstandards ausblende.

Zum Thema Entsorgung und Verantwortung von Firmen für Altgeräte gab es Referenten vom Umweltbundesamt und vom Verband kommunaler Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Hier habe ich gelernt, dass es zwar gesetzliche Richtlinien gibt, die die Verwendung toxischer Stoffe in Elektrogeräten in der EU einschränkt, aber dass z.B. keine rechtliche Grundlage und Praxis zum Monitoring der Ausfuhr von Elektronik-Altgeräten z.B. in Entwicklungsländer existiert. Die Geräte der kommunalen Altgeräte-Sammlung (die von den Kommunen finanziert werden) kämen rein in die Wiederverwertung, aber nicht die Wiederverwendung, da die Hersteller allein Interesse an den wertvollen Sekundärrohstoffen wie Kupfer hätten.

Zum Ausklang habe ich dann noch etwas zu den Möglichkeiten von Freier Software und nachhaltiger Computernutzung erzählt. Und festgestellt, dass das Thema „faire” Hardware auf jeden Fall mehr Beachtung verdient. Das WEED-Arbeitspapier wird demnächst online zu finden sein.

 

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