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Freitag, 16. Mai 2008

Weniger unlizenzierte Software?

Die BSA und die Presseagenturen verteilen gerade Zahlen, nach denen schlimme “illegale Software” immer weniger wird. Beispiele: Deutschland: Anteil unlizenzierter Software in Deutschland sinkt auf 27 Prozent, UK: UK Piracy Rate Drops for First Time in Three Years, Taiwan: Anteil von 41% auf 40% zurückgegangen.

Der Inquirer kommentiert schön Teile der Rechnerei:

… you might be forgiven for thinking that the reported one per cent reduction in piracy in the UK, from 27 to 26 per cent, looks a little disappointing.

But the BSA, using maths and other voodoo trickery, claims that, if the trend continues and the level of back-door hackery and crackery reduces by just ten per cent, the resultant increase in revenue could generate 13,622 new jobs, contribute £4.42 billion to the UK economy and increase tax revenues by £1.08 billion. Dontcha just love statistics?

Niemand sagt, ob der Anteil der Software, die unter freien Lizenzen steht, zu gleichen Teilen steigt; die Argumentation der BSA bleibt da naturgemäß einseitig. Dabei gibt es doch so schöne Zahlen, die belegen, dass der Wechsel zu frei lizensierter Software (FLOSS) mehr Geld spart, das Geld im Land lässt und überhaupt empfehlenswert ist. (Es wird natürlich mehr neue Jobs geben, wenn die 10% zu FLOSS übergehen. Das halten wir und Teile der Literatur für ausgemacht.)

Donnerstag, 20. März 2008

UK Poll: Data Loss Weekly

Das hat die britische Regierung davon: nach einer Umfrage vertrauen nur noch etwa 10 Prozent der Bürger darauf, dass ihre gewählten Vertreter mit persönlichen Daten ordentlich umgehen. So schrieb der Inq gestern:

A SURVEY by Taunton-based Data Encryption Systems (DES) has come up with the startling conclusion that only one in ten UK citizens trusts The Man with personal data.

And when Home Secretary Jacqui Smith claimed on Radio 4 that the National Identity Databases would be impossible to hack into because they would be online, you can pretty much understand why.

That and the fact that last year alone nearly 37 million people had their personal data compromised by government negligence.

37 Millionen sind über die Hälfte aller Einwohner. Man erntet also doch was man sät. Mal sehen was die (erwartete) Schadensbegrenzungsrhetorik hergibt.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Konferenz zu Politik und Web 2.0

Eine recht interessante Veranstaltung gibt es im April in London:

Politics: Web 2.0: An International Conference.
Royal Holloway College, University of London, April 17-18, 2008.

Es ist eine akedamisch ausgerichtete Konferenz, die aber auch für Praktiker und andere Interessierte lohnenswert sein dürfte. Veranstalter ist die letztes Jahr gegründete “New Political Communication Unit” am Department of Politics and International Relations.

Samstag, 19. Januar 2008

UK: 600.000 Rekrutendaten geklaut

Hat es noch Neuigkeitswert, wenn in Grossbritanien mal wieder massenhaft personenbezogene Daten verloren gegangen sind? In dem vierten Fall innerhalb kurzer Zeit wurden Daten von 600.000 Rekruten zusammen mit einem Notebook geklaut: Datenpannen beim britischen Militär und US-Kreditkartenunternehmen.

Ein Jungoffizier der Royal Navy hatte die Namen, Pass- und Versicherungsnummern sowie Angaben zum Familienstand von Rekruten und anderen Militärdienstbewerbern auf seinem Laptop gespeichert und über Nacht auf dem Beifahrersitz seines PKW liegen lassen. Am nächsten Morgen fand er den Wagen aufgebrochen vor und das Laptop war gestohlen. Dies passierte allerdings nicht in einer düsteren Seitengasse eines Londoner Vororts, sondern auf bewachtem Militärgelände. Wie der Täter das Notebook vom Militärgelände herunterschmuggeln konnte, ist bislang nicht geklärt.

Und wi wir schon in Grossbritanien sind: Britische Polizei räumt eklatante Schwächen der Videoüberwachung ein.

Graeme Gerrard, bei der britischen Association of Chief Police Officers (ACPO) für Videoüberwachung zuständig, hat bei einer parlamentarischen Anhörung eingeräumt, dass die in Großbritannien schier jeden Meter in Innenstädten überwachenden Kameras Gewaltverbrechen und spontan begangene Straftaten nicht verhindern. Andere Länder seien zwar längst erstaunt, in welchem Ausmaß die Briten durch “Closed Circuit Television” (CCTV) bespitzelt würden, erklärte der Ermittler am Donnerstag im Verfassungsausschuss des House of Lords. Die Abschreckungswirkung sei aber sehr gering. Der Experte der Vereinigung der lokalen Polizeichefs gab zudem zu, dass die Öffentlichkeit über die Effizienz der elektronischen Augen “in die Irre geführt” worden sei.

Dienstag, 8. Januar 2008

Immer schön die Konto-Daten preisgeben

Der deutsche Inquirer über den “UK-Datenschwund: Das Eigentor eines TV-Stars“:

Als übertriebene Panikmache wollte ein TV-Moderator den Schwund von 25 Millionen Datensätze entlarven. Per Zeitungsannonce gab er seine Konto-Daten preis, um zu beweisen, dass nix passieren könne. Irrtum!

Nachdem 5000 Pfund von seinem Konto an eine NGO überwiesen wurde, musste der Moderator dann doch einlenken…

Die Orginalstory steht beim Register: Clarkson’s ’steal my ID’ stunt backfires.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Die Geschichte von BBC-Online

Zum zehnjährigen Bestehen von bbc.co.uk gibt es jetzt eine kleine Geschichte der Webseite zum lesen: Brandon’s History Of Online BBC.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Der wöchentliche Datenverlust in Grossbritanien

Wir haben uns ja oft in den letzten Jahren gefragt, was die notwendigen “Bilder” sind, um mehr Bewusstsein für unsere Themen zu schaffen. Bilder wie Tschernobyl, saurer Regen oder tote Vögel haben der Umweltbewegung stark geholfen, ihre Themen in die breite Masse zu transportieren. Unsere Themen sind leider meist schwer kommunizierbar. Beim Datenschutz ist das jetzt zumindest in Grossbritanien klar: Da verschwinden mittlerweile fast wächentlich riesige Datenberge. Wie aktuell auch wieder: Britischen Behörden gehen erneut Millionen Daten verloren.

Dem Unternehmen Pearson Driving Assessments im US-Bundesstaat Iowa, das Daten im Auftrag der britischen Behörde Driver and Vehicle Licensing Agency verwaltet und bearbeitet, ist in seiner “secure facility” eine Festplatte mit Datensätzen von 3 Millionen Fahrschülern abhanden gekommen. Pearson habe den Vorfall bereits im Mai dieses Jahres den britischen Behörden gemeldet, berichtete Verkehrsministerin Ruth Kelly im Unterhaus. Die Datensätze enthielten die Namen, Postadressen, E-Mail-Adressen und Telefonnumern der Fahrschüler, aber keine Bankverbindungsdaten, beteuerte Kelly. Zudem sei die vermisste Festplatte für Dritte nicht lesbar. Betroffen seien Personen, die zwischen September 2004 und April 2007 ihre theoretische Fahrprüfung abgelegt haben.

Mal schauen, wann die ersten grossen Fälle in Deutschland auftreten.

Montag, 3. Dezember 2007

EMI: Auf dem Boden der Tatsachen

Der britische Telegraph schreibt über den Musik-Major EMI, der von dem Unternehmen Terra Firma gekauft wurde: Bringing EMI down to earth.

Internet piracy has played its part in bringing down the major labels, but Edwards says the executives must share the blame. Born in the 1950s, the first pop record labels were small businesses run by tough, hard working owners. When mass music began to produce big profits in the 1970s, the labels were still controlled by founders - men like Chris Blackwell at Island Records, Chris Wright at Chrysalis and Richard Branson at Virgin Records. These were entrepreneurs, who had their own money invested in the business, understood how to control wayward artists and kept an eye on the costs.

Then consolidation began, and record labels joined the stock exchanges or were bought up by big corporations. Executives started to write themselves big cheques, seduced by the rock ‘n’ roll lifestyle. The CD arrived and as well as selling new releases, companies sat back and raked in the profits as fans replaced their vinyl collections with silver discs. There was enough money coming in to keep everyone happy, and the men at HQ didn’t ask too many questions about the threat from newer technologies. Then file sharing took off and the music stopped.

[via]

 

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