E-Mails, SMS, Telefonate - nichts soll künftig mehr privat bleiben. Die Bundesregierung will die Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten aller Bürger per Gesetz ermöglichen. Kritiker befürchten eine verdachtlose Totalüberwachung für Deutschland und warnen: Schon heute würden heimlich die persönlichen Daten von Internetnutzern gesammelt.
Am kommenden Freitag Abend ist Stefan Kluge vom Open-Source-Film-Netlabel VEBFilm Leipzig zu Besuch im newthinking store. Gerade laufen die letzten Feinarbeiten für den ersten High Definition Open-Source-Film “Die letzte Droge“. Wie das Erstlingswerk “Route 66” wird der Film unter der liberalsten Creative Commons Lizenz im Internet veröffentlicht und zum Remixen freigegeben. Stefan Kluge wird einen Einblick in die Arbeit geben, über seine Erfahrungen erzählen und Ausschnitte des neuen Films vorstellen. Der Beginn ist 19:30h und der Eintritt ist wie immer frei.
Letzte Woche war VEBFilm Leipzig auch bei 3Sat im Rahmen eines Beitrages zu Creative Commons zu sehen. Hier gibt es den Beitrag:
Morgen bringt Phoenix verschiedene interessante Beiträge zum Thema Datenschutz:
10.45 Buchpräsentation “Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die
Überwachungsgesellschaft”
Gespräch Wolfgang Schäuble (Bundesinnenminister) mit Buchautor Peter
Schaar (Bundesbeauftrager für den Datenschutz) Berlin.
(VPS 10.00)
11.30 Wer hat meine Daten?
Wie wir täglich ausgespäht werden
Film von Detlev Koßmann und Erich Schütz, SWR/2006
(VPS 10.00)
12.15 Aktuelles zur Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über
die umstrittene Zulässigkeit von Online-Durchsuchungen
Karlsruhe.
(VPS 10.00)
Vor allem Aufnahmen des ersten und dritten Beitrages würden mich freuen. Der zweite Beitrag lief schon öfters, ist aber auch sehr empfehlenswert!
Der Fernsehsender Arte will ab dem 1. Oktober eine Auswahl seiner Sendungen nach der Fernsehausstrahlung weitere sieben Tage lang kostenfrei als Streaming im Internet anbieten. Das Konzept heisst “Arte + 7” und wird dann wohl dasselbe bieten, wie die ZDF- / und ARD-Mediathek. Die sieben Tage und die Formate Flash und WMV scheinen sich gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern durchzusetzen. Auf der Webseite wird die neue Welt schon angepriesen: “Der Zuschauer kann nun verpasste Sendungen in seinem individuellen Zeitfenster beliebig oft im Internet ansehen.” Leider nur im Internet und nicht unterwegs im Zug.
Am kommenden Sonntag, den 30. September, gibt es von 11:00-12:30 Uhr im WDR Fernsehen die Talkrunde “Was sind uns gute Medien wert? Wie wir uns morgen informieren“. Das klingt erstmal ein wenig langweilig, vor allem wegen der vielen alten Männer in der Runde. Aber Constanze Kurz vom Chaos Computer Club ist dabei, und so wird es wohl trotzdem interessant werden.
Die “Tagesschau” auf Handy, der Lieblingsfilm im Internet zum Runterladen, das verpasste Hörspiel…, alles kein Problem mehr dank der ständig fortschreitenden Digitalisierung. Dieser unumkehrbare Fortschritt wird die Medienwelt revolutionieren. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem letzen Urteil bekräftigt, dass ARD/ZDF zukünftig auch in den digitalen Medien tätig werden dürfen, ja zur Erfüllung ihres Grundauftrages auch müssen. Diese Entscheidung führt in der Öffentlichkeit und vor allen Dingen bei den Tageszeitungsverlegern zu Widerspruch: Gehört das Internet überhaupt zu den Aufgaben der Sender? Sind wir bereit für gutes Programm und gute Druckerzeugnisse auch gutes Geld hinzulegen? Viele Verleger versuchen, ihr Geld im Netz zu investieren. Fehlt das Geld damit den Redaktionen für hochwertige Zeitungen und Zeitschriften? Warum kostet Qualitätsjournalismus so viel? Wie wird sich das Fernsehen - auch durch das veränderte Zuschauerverhalten - wandeln?
(Update: Tagen waren vertauscht. Jetzt richtig.) Die Vorratsdatenspeicherung ist heute und morgen gleich zweimal im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen zu sehen:
Es waren rund achttausend Menschen, die Samstag in Berlin gegen die geplante Verschärfung der Sicherheitsgesetze demonstrierten. Darunter auch viele Journalisten. Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass E-Mail-, Handy- und Telefondaten künftig über sechs Monate gespeichert werden müssen. Und auf diese Daten könnten nach Prüfung der Verhältnismäßigkeit auch die Ermittlungsbehörden zurückgreifen, z.B. wenn ein Journalist im Umfeld der linken Szene recherchiert. Die mögliche Folge: Informanten ziehen sich zurück, Quellen versiegen. Die Pressefreiheit ist in Gefahr. Zapp über die gefährlichen Auswirkungen der Vorratsdatenspeicherung.
Vorratsdatenspeicherung - ein eher harmlos klingendes Wortungetüm. Doch dahinter verbirgt sich die totale Überwachung der Telekommunikation. Per Gesetz sollen von Januar 2008 an alle Verbindungsdaten von Mobil- und Festnetztelefonen sowie alle Verbindungsdaten via E-Mail und Internet für ein halbes Jahr gespeichert werden - angeblich um Terroristen und Kriminelle verfolgen zu können. Doch gerade die können leicht durch das Netz dieser Überwachung schlüpfen, während der unschuldige Bürger unter Generalverdacht gerät. Denn das Gesetz greift eher bei Internet-Betrügereien wie illegalen Musik-Downloads als dass es hilft, terroristische Straftaten aufzudecken. Die Überwachung ohne konkreten Verdacht - das sei der entscheidende Schritt vom Bürger- zum präventiven Überwachungsstaat, warnen Kritiker der Vorratsdatenspeicherung. Stoppen kann sie nur noch das Bundesverfassungsgericht. Panorama über ein Gesetz, das Bundesbürger unter Generalverdacht stellt.
Wie immer bei einem Fernsehtipp: Bitte aufzeichnen, online stellen und im Optimalfall den Link hier posten. Danke.