Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken und handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Montag, 19. Mai 2008

Suchwerkzeuge für private Daten, die nicht veröffentlicht sein wollen

Im Wall Street Journal erschien bereits vergangene Woche ein Artikel, der Prinzipien des nützlichen Vergessens und einer zugangsmäßig erleichterten Mißtrauenskultur illustriert: New Sites Make It Easier To Spy on Your Friends. Vauhini Vara berichtet darin recht niedrigschwellig: “If you are still relying on Google to snoop on your friends, you are behind the curve.” und weiter:

Armed with new and established Web sites, people are uncovering surprising details about colleagues, lovers and strangers that often don’t turn up in a simple Internet search. Though none of these sites can reveal anything that isn’t already available publicly, they can make it much easier to find. And most of them are free. [...]

The bad news, for those who find themselves targeted by snoops: There is no foolproof way to protect yourself from embarrassing personal-data leaks. But you can avoid many mishaps by going to the root of the leak — that is, by keeping individual pieces of personal data from being made public in the first place. If you don’t want people to find your address online, for example, don’t list it in local phone books, which often provide data to online address-search services. If you don’t want others to see your Amazon wish list or the photos you’ve stored on Flickr, visit those sites’ privacy pages and adjust your settings accordingly.

Am Ende des Artikels, der einen deutlich us-amerikanischen Fokus hat, gibt es eine kleine Aufstellung, wie man in den genannten Social Networking-Seiten potentiell heikle Informationen zumindest vor der breiten Öffentlichkeit verstecken kann. Für Deutschland bzw. für hier beliebte Social Networking-Seiten habe ich noch keine übersichtliche Darstellung dieser Art gefunden. Hat da jemand was zur Hand? Für die Zielgruppe der Bitkom-Studie vom Februar wäre das sicherlich relevant und übersichtlicher als die jeweiligen AGBs, die ja im Regelfall nur durchgeklickt werden.

Dienstag, 22. April 2008

Arbeitspapier zum Datenschutz bei sozialen Netzwerkdiensten

Der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit hat den Vorsitz über die Internationale Arbeitsgruppe zum Datenschutz in der Telekommunikation (International Working Group in Data Protection and Telecommunications, auch als ‘Berlin Group’ bekannt) und verkündet die Verabschiedung eines interessanten Arbeitspapieres:

Das Arbeitspapier zum Datenschutz bei sozialen Netzwerkdiensten analysiert die Gefahren für den Schutz der Privatsphäre der Nutzer und enthält Empfehlungen für Gesetzgeber, Anbieter und Nutzer sozialer Netzwerkdienste, um diesen Gefährdungen zu begegnen. (englisch)

Donnerstag, 31. Januar 2008

The network is the medium

Christiane Schulzki-Haddouti hat im Kooptech-Blog “10 Thesen zum Medienwandel” verfasst und kommt zu dem Ergebnis: “The network is the medium“.

1. These: Der Nutzer wird zum Produzenten
2. These: Nicht jeder Nutzer wird zum Produzenten
3. These: Netzwerke kanalisieren Informationsflüsse
4. These: Der Link ist die Währung der Netzwerke
5. These: Der Wert von Inhalten hängt vom Wert ihrer Umgebung ab
6. These: Publizistische Werte erleben ein Revival
7. These: Produktionszyklen werden Produktionsflüsse
8. These: Die Werbung wird das Netzwerk entdecken
9. These: Die Werbung endet im Long Tail
10. These: Mash up your business!

-> The network is the medium

Dienstag, 15. Januar 2008

Lovepeace - Dating- und Kampagnen-Plattform von Greenpeace Schweiz

Greenpeace Schweiz hat eine “Partner- und Community-Plattform für eine rundum bessere Welt” names lovepeace.ch gestartet. Das ist ein Social Network für drei Nutzungsmöglichkeiten: “Liebe finden”, “Freunde finden” und “Etwas bewegen”. Mit fünf Franken ist man dabei und kann Kontakt zu anderen “Profilen” aufnehmen. Das ist gleichzeitig auch die Greenpeace-Mitgliedschaftsgebühr, so dass Greenpeace-Mitglieder kostenlos dran teilnehmen können. Eine pfiffige MItgliederwerbe-Aktion.

Das Prinzip ist nicht neu, nur wurde es im deutschsprachigen Raum noch nicht ausprobiert. In den USA boomen seit Jahren “politische Dating-Plattformen”. Die Idee dahinter ist, dass sich konservative Evangelikale aus dem Bible-Belt gerne mit ihresgleichen vermehren und progressive Städter das auch gerne untereinander tun. So gibt es mittlerweile für die unterschiedlichsten politischen Zielgruppen die passenden Dating-Plattformen. Einen Schritt weiter gehen Plattformen wie “Act for Love“, was vermutlich das Vorbild für “Lovepeace” war. Dort kann man einerseits Dating machen und nebenbei noch an Kampagnen teilnehmen, indem man Petitionen unterschreibt, Geld spendet und was man sonst auf Kampagnenplattformen macht.

Vom Dating-Aspekt ist das für politisch denkende Menschen sicherlich nützlicher und macht mehr Spass als die üblichen Dating-Plattformen, wo man den/die passende/n Partner/in anhand von eingestellten Fotos finden soll, aber die Interessen schwierig zu matchen sind. Abgesehen von politischen Ansichten. Und eine Dating-Möglichkeit auf einer Kampagnenplattform motiviert viele Singles sicherlich, öfters wieder vorbei zu kommen. Abgesehen von dem Aspekt der Mitgliederwerbung.

[via Textdepot]

Dienstag, 4. Dezember 2007

Facebook überwacht trotz Opt-Out - und behauptet das Gegenteil

Die in den USA sehr populäre Social-Networking-Plattform Facebook hat in den letzten Wochen ja einige Prügel bezogen wegen zwei Neuerungen, durch die die Privatsphäre der Nutzer massiv eingeschränkt worden war: “Social Ads”, wo Leute ungefragt in Werbeanzeigen eingeblendet werden, und “Beacon”, wodurch die Kontakte eines Nutzers erfahren, was er sonst überall im Netz so treibt. Sogar die Aktivisten-Plattform Moveon.org hatte einen Aufruf dagegen gestartet. Facebook hat daraufhin halbherzig zurückgerudert und eine mühsame Opt-Out-Möglichkeit eingebaut.

Und was kommt jetzt raus? Sie speichern lustig weiter, was ihre User so auf den vielen Partnerseiten machen, nur dass denen das weder verraten noch angezeigt wird. Sie überwachen den User übrigens auch dann noch, wenn er sich bei Facebook ausloggt (deutsche Kurzfassung bei heise).

Ich bin ja mal gespannt, ob das jetzt der Todesstoß war. Cory Doctorow hat kürzlich übrigens sehr schön analysiert, warum solche Plattformen auch dann Probleme kriegen, wenn die Mitglieder nicht weglaufen, sondern wenn sie zuviele Nutzer haben:

Facebook and other social networks have built-in self-destructs: They make it easy for you to be found by the people you’re looking to avoid.

Mehr Infos und Gedanken zum Thema hier, hier und hier, und wer zum Thema Social Networking schlaue Überlegungen lesen will, kommt ohnehin um Fred Stutzmans Blog nicht herum.

Mittwoch, 28. November 2007

Die alten Eliten verstehen das Netz nicht

Die französischen alten Eliten scheinen den hiesigen zu gleichen: sie verstehen die Netzkultur nicht richtig. KLingt nach einem Generationenproblem. Philippe Lemoine schreibt über “Internetbegegnungen”, im Télérama; ein übersetzter Absatz kam vor einigen Tagen über eurotopics:

Der Unternehmer und Schriftsteller Philippe Lemoine verteidigt im Gespräch mit Jean-Philippe Pisanias und Vincent Remy das kreative Potenzial der Internetnutzer: “Die Elite denkt, wenn man alles laufen lässt, nimmt die Verdummung zu. Was begeistert die Jungen so am Sich-Vernetzen? Es ist das Gefühl, dass sie angesichts der Fragen, die sich ihnen stellen und auf die sie mit Worten, Büchern oder bekannten Theorien keine Antwort finden, auf dieser Welt nicht alleine sind. Sie stoßen auf andere, die sich die gleichen Fragen stellen. Abgesehen von dem Thema der kollektiven Intelligenz: Es handelt sich um eine Begegnungswelt, in der es nicht nur darum geht, seine Meinung auszudrücken, sondern auch bestimmte Gefühle und Sehnsüchte kundzutun. Wenn man das nicht erkennt, dann versteht man das Internet nicht.” (24.11.2007)

Der zugehörige vierseitige Artikel ist als PDF direkt erreichbar und hier verlinkt.

Ich sehe da nur die Worte Creative Commons, Darknet, Pornographie, Alan Turing, Deleuze und Guattari. Klingt philosophisch… aber der Rest ist unverständlich. Kann jemand mit vorhandenen Französischkenntnissen mal lesen oder querlesen?

Mittwoch, 22. August 2007

Zeit-Zünder über Spock

Das Jugendmagazin der Zeit, der ZEIT-Zünder, hat mich zu Spock.com* und Datenschutz in Sozialen Netzwerken befragt: Spock weiß alles.

Die Suchmaschine Spock.com zeigt alle Daten, die über uns im Netz kursieren, auf einen Blick. Das ist nichts, worüber wir uns freuen sollten, meint der Datenschützer Markus Beckedahl.

* Kann es sein, dass die Seite seit ein paar Tagen wieder offline ist?

Vor wenigen Tagen gab es beim Deutschlandradio auch ein Interview mit Johann Bizer vom ULD zum gleichen Thema. Hier ist die MP3.

Mittwoch, 27. Juni 2007

Danah Boyd über Social Networks

Danah Boyd war zu Gast bei der Berkman Luncheon Series und sprach über Social Networks. Davon gibt es jetzt eine MP3, die ca. 80 Minuten lang ist.

On June 19, danah boyd participated in the Berkman Luncheon Series to discuss her work and research in the area of social networks. She provided a great historical context to the various sites that have come and gone from the center of Internet activity, as well as some insight into what brought about their successes and failures.

Prior to her presentation she explained, “Publics offer youth a space to engage in cultural identity development. By engaging in public life, youth learn to interpret the cultural signals that surround them and incorporate these cultural elements into their life. For a diverse array of reasons, contemporary youth have limited access to the types of publics with which most adults grew up. As a substitute for these inaccessible publics, networked publics like MySpace and Facebook are emerging to provide contemporary American youth with a necessary site for peer engagement.”

Interessant ist auch ihr aktuelles Essay über “Klassenunterschiede” in den Social Networks: Viewing American class divisions through Facebook and MySpace.

Donnerstag, 19. April 2007

USA: Jugendliche, Social Networks und die Privatsphäre

Das Pew Internet & American Life Project veröffentlicht regelmässig nette Umfrageergebnisse und Studien rund um die Netznutzung in den USA. Aktuell wurde auf diesen Report hingewiesen: Teens, Privacy and Online Social Networks: How teens manage their online identities and personal information in the age of MySpace. Hier ist der 1,2MB grosse Report als PDF. Basierend auf Umfragen und Fokus-Gruppen gibts jetzt diese Statistiken:

Some 55% of online teens have profiles and most of them restrict access to their profile in some way. Of those with profiles, 66% say their profile is not visible to all internet users. Of those whose profile can be accessed by anyone online, nearly half (46%) say they give at least some false information. Teens post fake information to protect themselves and also to be playful or silly.

Weiterlesen …

Samstag, 10. März 2007

Andere Länder, andere Sitten.

Andere Länder, andere Sitten. Während in Deutschland verschiedene Bundesländer, bzw. deren Innenminister sogenannte “Killerspiele” verbieten wollen, ist in den USA schon seit einiger Zeit eine Debatte rund um “Social Networks” im Gange. Dort gibt es nämlich viele Gefahren für Kinder und Jugendliche - das meinen vor allem ältere Menschen erkannt zu haben, die nicht wirklich verstehen, was da passiert. Vermutlich ist der Grund auch hier mal wieder, dass ältere Generationen eher Angst vor neuen Dingen haben und die Jugend schützen will. Weil da ja ältere Männer abhängen, sich für Jugendliche ausgeben und es ab und an zu sexuellen Übergriffen kommen kann. Hat man zumindest mal in den Medien gehört. Der neueste Anlauf kommt aus Connecticut:

Mehrere US-Staaten wollen Jugendlichen den Zugang zu sozialen Netzen wie MySpace erschweren, der neueste Gesetzesentwurf stammt aus Connecticut. Er sieht vor, dass alle Netzwerke die Identität und das Alter ihrer Nutzer überprüfen. Will ein Jugendlicher unter 18 Jahren dem Netzwerk beitreten, so soll dies nur noch mit Einwilligung der Eltern geschehen.

Was so ein Gesetz bringen soll, steht irgendwo in den Sternen geschrieben.

 

Tagmap