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Dienstag, 6. März 2007

Wie Open Source Prozesse das Bildungssystem verändern

Die Online Education Database hat zehn Erfolgsgeschichten, wie Open Source Prozesse das Bildungssystem verändern. Da geht es dann um Wikipedia, Linux, OpenCourseWare, Project Gutenberg, etc.

Kurz: Es geht um die Power von Peer-Production.

Dienstag, 13. Februar 2007

Piratebay in der Vanity Fair

The Pirate Bay wird ausführlich in der US-Vanity Fair beschrieben: Pirates of the Multiplex.

Under U.S. pressure, Swedish authorities are going after the popular Pirate Bay Web site for illegal distribution of video files. But if Hollywood wants to stop online pirates—who cost the industry some $7 billion in 2005 - it needs to join them, not beat them.

Vor allem das Modell auf Seite 1 des Artikels passt gut zum modischen Umfeld der Zeitschrift.

Donnerstag, 25. Januar 2007

USA: Filesharing-Statistiken für Filme

Heise berichtet: Studie: 25 Millionen US-Bürger haben bereits Film-Filesharing betrieben

Schätzungsweise 32 Millionen US-Amerikaner im Alter ab 12 Jahren haben irgendwann einmal einen Film in voller Länge aus dem Internet geladen. 80 Prozent, also gut 25 Millionen, nutzten oder nutzen dafür ausschließlich Filesharing-Seiten. Das ist ein Ergebnis der Studie Digital Life America der Solutions Research Group. Die Marktforscher haben dafür im Juni bis Ende September 2006 1000 US-Amerikaner telefonisch und 1600 online befragt.

Der typische Filesharing-Nutzer ist laut dieser Studie 29 Jahre alt, speichert 16 Filme auf seiner Festplatte und ist männlich. Jedenfalls seien 63 Prozent der Filesharer männlichen Geschlechts, heißt es in der Mitteilung.

Da kann man sicher nochmal eine grosse Dunkelziffer draufschlagen. Nicht jeder wird einem Marktforschungsunternehmen am Telefon gleich sagen, dass man etwas tut, für das die Filmindustrie Abmahnungen und Anwälte schicken kann.

Beim Bootsektor gibt es noch ein paar Zahlen aus der Studie von Reuters:

US-Amerikaner sind überzeugt, dass das Herunterladen von Filmen aus Tauschbörsen (40 %) nicht so schlimm sei wie Parken in einer Feuerwehreinfahrt (59%) und lange nicht so schlimm wie das Klauen der Film-DVD im Laden (78%).

Dienstag, 26. Dezember 2006

Fast nur Porn in p2p?

Janko Röttgers verweist auf eine Studie, wonach 60% der Filme, die in Tauschbörsen so rumwandern, pornographischer Natur seien. Das sind Sechzig Prozent, also sechs von zehn! 20% sollen auf TV-Serien entfallen und lediglich fünf Prozent auf Hollywood-Filme. Die übrigens 15% sind ungeklärt, da bleibt ja noch einiges übrig.

Das sieht die Filmindustrie sicherlich anders.

Mittwoch, 20. Dezember 2006

Der Lacher des Tages: Bitkom macht einen Witz

Der Lacher des Tages: Bitkom: Illegale Tauschbörsen haben ihren Reiz verloren

“Illegale Tauschbörsen haben endgültig ihren Reiz verloren. Immer mehr Deutsche erkennen die praktischen Vorteile legaler Downloads. Die Qualität ist besser, die Geschwindigkeit beim Herunterladen höher”, sagt der Vizepräsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), Jörg Menno Harms. Der Markt werde vor allem durch schnelle Internetanschlüsse getrieben.

Vermutlich meinen sie die legalen Tauschbörsen, wo man urheberrechtlich geschütztes Material auch ohne Genehmigung der Rechteinhaber noch “nicht illegal” heruntergeladen kann. Aber man kann sich die eigene Realität auch prima mit Pressemitteilungen zusammen konstruieren.

Montag, 16. Oktober 2006

Vorratsdatenspeicherung gegen Filesharing nutzen

Wenn man die Vorratsdatenspeicherung schonmal hat, kann man sie auch gleich zweitverwerten. Beispielsweise um den Untergang des Abendlandes zu verhindern, wie sich Günther Krings von der CDU-Fraktion wohl denkt: Union will stärker gegen Urheberrechtsverstöße im Internet vorgehen.

Die CDU/CSU setzt sich dafür ein, dass künftig Internet-Verbindungsdaten, die für den vermeintlichen “Kampf gegen den internationalen Terrorismus” gespeichert werden, auch für Ermittlungen gegen Urheberrechtsverstöße genutzt werden können. “Wenn beim Provider die Daten vorhanden sind, kann man sie auch für die Verfolgung von Copyright-Verstößen nutzen”, sagte der Berichterstatter der Unionsfraktion für die geplante Änderung des Urheberrechts, Günther Krings, dem Nachrichtenmagazin ‘Focus’ (kommende Ausgabe). Die anonyme Nutzung des Internet in Deutschland müsse erschwert werden: “Wer sich im Netz bewegt, kann nicht davon ausgehen, immer inkognito zu bleiben.”

Konkret kann man auch sagen, dass die CDU/CSU gegen Anonymität im Netz und den Schutz der Privatsphäre ist, sowie in Urheberrechtsfragen kein Interesse an Verbraucherschutzfragestellungen hat. Günther Krings schafft es galant, diese beiden Kernforderungen in einer kurzen Aussage unter zu bringen. Hier lesen doch auch CDU-Mitglieder mit: Kann man das nicht mal ändern?

Dienstag, 19. September 2006

The Wealth of Networks: Interview mit Yochai Benkler, Teil 1

Yochai Benkler ist Jura-Professor an der Yale University und war einer der Keynote-Speaker auf dem Wizards of OS 4-Kongress. Benkler ist im Moment einer der angesagtesten Analysten der Peer-Produktion: Sein Buch „The Wealth of Networks” wurde unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht und hat bislang einiges an Aufsehen erregt. Im folgenden Interview, das eine Teilniederschrift des Netzpolitik-Podcasts mit Yochai Benkler ist, nimmt er unter anderem die Peer-Produktion in einer vernetzten Ökonomie und Gesellschaft zum Gegenstand. Außerdem wird darin Freie Software als erstes erfolgreiches Beispiel für neue kollaborative Produktionsprozesse erklärt, wie und ob dies auf die Produktion von kulturellen Güter übertragen werden kann.

Netzpolitik: Was bedeutet genau „Der Reichtum der Netzwerke“ („The Wealth of Networks“)?

Yochai Benkler: Wir erfahren durch die digitalen Netzwerke eine Dezentralisierung der grundlegenden Fähigkeiten des Produzierens und Austauschens von Informationen, Wissen und Kultur. Als Resultat haben wir Innovation und ökonomische Produktion der am weitesten fortgeschrittenen Art. Darunter fällt zum Beispiel die Entwicklung einer ausgearbeitetsten Software, die in völlig neuen Modellen gebaut wird: dezentralisiert und ziemlich abhängig von sozialer Motivation und sozialen Strukturen, anstatt von Märkten, Firmen oder Regierungen abhängig zu sein. Zu diesen wirtschaftlichen Auswirkungen sehen wir, die wir in komplexen modernen Ökonomien leben, dass wir uns alle verschiedentlich innerhalb eines Kontextes der Massenmedien weiter entwickelt haben. Zum ersten Mal sehen wir nun was mit der Demokratie passiert, wenn Leute und Gruppen in verschiedenen Größenordnungen selbst entscheiden, was für sie wichtige Nachrichten sind und was sie abdecken oder berichten und kommunizieren. Auf einem größeren Level können Leute aktiv partizipieren und Kultur produzieren und ihre Geschichten als Text, Video oder Radiosendung vermitteln – im Gegensatz zu einer relativ kleinen Anzahl von Kulturschaffenden, die industriell hochwertig produzieren.

Netzpolitik: Und wie behandelt das Ihr Buch?

Yochai Benkler: Mit dem „Reichtum der Netzwerke“ meine ich, dass ein Set von technologischen Konditionen Individuen und Gruppen zu einer größeren praktischen Kapazität und Autorität verholfen hat. Und das alles in einer Informationsumgebung, die wir als ökonomische Aktoren und noch wichtiger, als politische und soziale Wesen einnehmen. Ich habe mein Buch unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, um mit dem Grad, bis zu dem sich die akademische Presse von der traditionellen Presse zu einer genuinen Plattform für Konversation und Ausbildung wandeln kann, zu experimentieren. Es ist nicht nur als einfacher Download erhältlich, sondern in einem Wiki, damit Leser Anmerkungen machen können, Kommentare abgeben oder die Untersuchungen auf den neusten Stand bringen.

Netzpolitik: Wie beurteilen Sie die Free Software innerhalb der digitalen Revolution?

Yochai Benkler: Freie Software hat auf einer größeren Ebene das erste beobachtbare wie effektive Beispiel für das Phänomen der Peer-Produktion geliefert. Wenn jemand im Jahr 2001 gefragt hätte: `Was würde passieren, wenn man im Internet tausend kleine Artikel-Teile hochlädt und jedem zur Verfügung stellt, ohne dass er sich einloggen müsste oder angeben, wieso er das tut?` Fünf Jahre später haben wir mit Wikipedia eine Enzyklopädie, die vielleicht nicht die beste ist, aber eine plausible Konkurrenz zur Encyclopaedia Britannica darstellt. Die kommerziellen Anbieter hätten dich damals für verrückt gehalten.

Durch ihre Traditionen bei der Software-Entwicklung von vor den 80ern und wegen ihrer messbaren Produktivität hat die Freie Software ein überaus starke Existenzberechtigung bewiesen. Außerdem hat sie gleich ein Idiom oder eine Metapher geliefert, damit die Leute das ganze Phänomen verstehen können, das sich so sehr von der industriellen, kapitalistischen Produktionsweise unterscheidet. Gleichzeitig unterscheidet es sich aber auch ganz und gar vom Kommunismus. Denn dieser ist, ebenso wie der industrielle Kapitalismus, ein Produkt der industriellen Ökonomie. In der Informationsökonomie der Netzwerke sind die Produktionsmittel jedoch nicht eine große Firma, die der Partei gehört, sondern der Computer, das Videotelefon oder eine Kamera, die jedem gehört. Dann spricht man nicht von einer Form des Kollektivismus, sondern von einer Form der individuellen Freiheit. Es gibt nämlich eine neue Form der Ausdifferenzierung, auf verschiedene Arten Information zu schaffen und auszutauschen. Das charakterisiert die Informationsökonomie der Netzwerke. Für diese neue Umgebung ist sie die zentrale Nutzerschnittstelle zwischen Markt und Nicht-Markt, zwischen Individuum und Kollaborative.

Netzpolitik: Kann man die Entwicklung Freier Software mit der Schaffung von Kulturgütern vergleichen?

Yochai Benkler: Verschiedene kulturelle Formen haben verschiedene Charakteristiken. Mehr oder weniger werden sie bestimmten Strukturen unterworfen, um sie für Leute in ihrer Freizeit fassbar zu machen. Und das ohne Bezahlung. Bei Musik zum Beispiel macht es die Kohärenz eines Stückes ziemlich schwierig, dass es von einer großen Gruppe produziert werden kann, wo jeder einen kleinen Beitrag zuliefert. Deshalb ist es so wichtig zu verstehen, wie Künstler von ihrer Kunst leben können. Ich denke auch, dass wir weniger das Auftauchen einer neuen Starkultur erleben werden. Bei Filmen sieht es anders aus: Man sollte Film nicht als Hollywood-Blockbuster, sondern als visuelle, stimulierende kulturelle Narrative verstehen. Dann sehen wir das schon bei den Massive Multiplayer Online Games, die eine Plattform werden, indem sie genau das tun. Bei YouTube ist am Ende das Output nicht eine kohärente, hochqualitative Hollywood-Narrative, sondern ein Pastiche. Die kulturellen Formen werden sich ändern müssen. Aber haben wir die Bücher für das Fernsehen aufgegeben, oder Zeitungen für das Radio?

Coming soon: Im zweiten Teil des Interviews nächste Woche erklärt Yochai Benkler, was vernetzte kollaborative Prozesse für politische Prozesse und Teilhabe bedeuten können.

Hier gibt es das ganze Interview als MP3 in englischer Sprache.

Peter Bihr hatte auch noch die Gelegenheit, Yochai Benkler morgens früh zu interviewen und hat das Interview in kleinen Teilen auf Youtube gepackt: 1, 2, 3, 4

Sonntag, 17. September 2006

Am Dienstag in Berlin: Das Internet und die Zukunft der Musik

*iPod:youTube* - Das Internet und die Zukunft der Musik

flyer der veranstaltung die zukunft der musik

Podiumsdiskussion mit anschließender Lounge, veranstaltet von Heinrich-Böll-Stiftung und Netzwerk Neue Medien am Dienstag, den 19. September 2006 um 20:00 Uhr im Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Eintritt ist frei und anschliessend gibts Musik.

Mit:

* Peter Zombik * (*IFPI*, Verband der deutschen Phonoindustrie)
* Stephan Benn * (*VUT*, Verband unabhängiger Tonträgerhersteller)
* Johnny Haeusler * (Blogger von *spreeblick.com*)
* Moritz Sauer * (Netlabel-Katalog *phlow.net*)

Moderation: *Katja Husen* (Netzwerk Neue Medien)

 

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