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Montag, 2. Juni 2008

Clay Shirky über die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Internet

Der elektrische Reporter ist mir zuvor gekommenund hat ein Interview mit Clay Shirky veröffentlicht. Zum Glück hat er nicht dieselben Fragen gestellt, so dass ich meins zu einem späteren Zeitpunkt noch veröffentlichen kann. Auf jeden Fall ist Shirky ein sehr spannender Wissenschaftler aus den New York, der aktuell ein Buch veröffentlicht hat, was sehr zu empfehlen ist: Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations. Im Grunde gehts darum, wie Open Source Prinzipien auf viele Bereiche übergehen. Aber im Gegensatz zu Büchern wie Wikinomics steht weniger populär-langweiliges Buzzword-Bingo und mehr spannendes Inhaltliches drin. Und hier ist nn die Folge 49 des Elektrischen Reporters: Clay Shirky über die gesellschaftlichen Veränderungen durch das Internet.

“Das größte Missverständnis ist, zu glauben, das Internet sei eine Art Dekoration der heutigen Gesellschaft”, sagt der Netz-Denker und Medienprofessor Clay Shirky, vielmehr verändere das Netz unsere Gesellschaft an sich. Trotzdem oder deswegen nerven Shirky unkritische Euphoriker, die das Internet als den großen Heilsbringer sehen: “Was mich nachts nicht schlafen lässt, ist der investigative Journalismus.” Dieser sei in einem anderen, als im klassischen Medienmodell, kaum zu praktizieren. Clay Shirky gehört nicht nur ein zu den klarsten Denkern, sondern zweifellos auch zu den präzisesten Formulierern, die ich bislang vor der Kamera hatte. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, unser Gespräch in beinahe voller Länge (über 20 Minuten) zu veröffentlichen.

Gibts hier als Quicktime-Datei zum herunterladen.

Dienstag, 22. April 2008

Die Hilfstruppe der vierten Gewalt

Jetzt.de berichtet über “Die Hilfstruppe der vierten Gewalt“. Gemeint sind damit Projekte aus dem Bereich “Bürger-Journalismus” aus den USA, die teilweise Open Source Strategien anwenden, um viel mehr Menschen in Prozesse einzubinden. Dafür entwickeln sich auch neue Begriffe. “Distributed journalism” nennt dies Jay Rosen, andere sprechen von “Networked Journalism” oder “Open Source Journalism”.

Auf jeden Fall gibt es in den USA schon einige nette Beispiele. Das Teil-Projekt “Superdelegate Watch” von “Off The Bus”, was wiederum bei der Huffington Post angesiedelt ist, hat innerhalb kurzer Zeit die 700 Super-Delegierten der Demokraten kollaborativ porträtiert, die den Präsidentschaftskandidaten mitbestimmen. Das Ergebnis kann man auf einer interaktiven Karte anschauen.

Etwas neidisch kann man auf VideoTheVote sein. Das Prinzip ähnelt unseren Wahlcomputer-Wahlbeobachtern. Aber im Gegensatz zu Deutschland dürfen die in den USA wohl in den Wahllokalen Videos aufzeichnen. Das wurde in Deutschland immer mit Verweis auf die Wahlordnung verboten, wie sich erst zuletzt beim grossen Aktionstag in Hessen zeigte.

Ian Inaba ist von den Zahlen nicht überrascht: “Der Irakkrieg, der Wahlbetrug der Republikaner in Florida im Jahr 2000″, zählt der Gründer von Videothevote routiniert auf: “Die großen Medien haben es versäumt, die Demokratie zu schützen.” Deshalb gründete Inaba die Hilfstruppe der vierten Gewalt: Videothevote sei “ein Netzwerk aus politisch involvierten Menschen, Demokraten und Republikanern”, die eine Videokamera und ein Mobiltelefon besitzen und sich bereiterklären, an Wahltagen den Prozess der Stimmabgabe zu dokumentieren. Es habe in den USA immer wieder Vorfälle gegeben, erzählt Inaba, bei denen Menschen der Zugang zum Wahllokal erschwert wurde und Wahlmaschinen offensichtlich manipuliert worden waren. Seine Idee: Ein Video kann man nicht übersehen, “die gefilmte Aktion spricht für sich selbst”.

Bei der Vorwahl von Pennsylvania startet Videothevote jetzt den ersten Testlauf für die Präsidentschaftswahl im November. Die Initiative hat eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der Menschen Unregelmäßigkeiten melden können. Inaba sieht Videothevote nicht als Konkurrent der Mainstream-Media, sondern als Ergänzung. “Die Mainstream-Medien haben die Reichweite,” sagt er, “wir haben die Masse an Mitarbeitern. Ich möchte, dass die Medien vollständige, wahre und wichtige Informationen liefern.” Klingt gut, scheint allerdings sehr kompliziert zu sein.

Dienstag, 22. Januar 2008

Erklärung für offene Bildungs-Inhalte

Heute wurde der Launch der Kapstadt Open Education Declaration verkündet, welche sich für die Veröffentlichung von Bildungsmaterialien online unter offenen Lizenzen ausspricht.

Die Erklärung spricht Lehrer, Professoren, Lernende, Autoren, Verlage, Regierungen wie Stiftungen weltweit an. Es geht im Kern darum, Bildungsmaterialien die mit Hilfe von Steuergeldern finanziert wurden, öffentlich unter offenen Lizenzen verfügbar zu machen. Lehrende und Lernende sind aufgefordert ihre eigenen Materialien frei zu veröffentlichen und sich an der Verbesserung bestehender Lehrmaterialien zu beteiligen. Verlage werden angeregt, Lehrmaterialien so zu lizensieren, dass ein Editieren, Weiternutzen und Verbessern sowie Weitergabe der Materialien möglich sind. Die Erklärung kann hier unterzeichnet werden.

Die “Kapstadt”-Erklärung bezieht sich auf den Ort des Treffens im September 07, organisiert von der Shuttleworth Foundation und dem Open Society Institute, aus der die Erklärung hervorging. Die Verfasser hoffen, dass die Erklärung eine ähnliche Wirkung im Bildungsbereich haben wird, wie es die Budapester Open Access Erklärung für den offenen Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen bisher gehabt hat.

Montag, 30. Juli 2007

The OpenBusiness Guide

The OpenBusiness Guide” ist eine sehr ausführliche Übersicht im iCommons-Wiki über offene Geschäftsmodelle. Interessante Lektüre.

Montag, 9. Juli 2007

NetzpolitikTV: Interview mit Johannes Loxen

Das aktuelle NetzpolitikTV-Interview habe ich mit Johannes Loxen von SerNet gemacht. SerNet bietet als Unternehmen u.a. Dienstleistungen rund um das Samba-Projekt an. In dem Interview geht es um seine Erfahrungen mit einer Open-Source-Strategie als Geschäftsmodell, sowie um Softwarepatente und welche schädlichen Auswirkungen diese für die IT-Industrie haben.


Link: sevenload.com

Es gibt das Interview als OGG Theora, als Flash zum selber einbinden, als MP3 und als Audio-OGG.

Das Interview endet etwas abrupt. Das Tape war voll. Aber das Interview war auch vorbei. Und beim LinuxTag gab es zuviel weiss im Hintergrund. Achte ich beim nächsten Mal besser drauf.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Open Access: Der Preis der freien Wissenschaft

Interessantes Interview: Der Preis der freien Wissenschaft.

Im Gespräch mit ORF.at zeigt Bruno Bauer, Leiter der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien und führender österreichischer Experte für Open Access Publishing, dass freies Publizieren nur dann einen Weg aus der Zeitschriftenkrise weisen kann, wenn Politik und Universitäten solide Grundlagen für ein nachhaltig funktionierendes Open Access-System bereitstellen. Zu bedenken ist allerdings, dass das Interview sich auf das naturwissenschaftliche und medizinische Publikationswesen konzentriert. Im Bereich der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer sind die Probleme anders gelagert.

Es gibt nochmal eine kurze Zusammenfassung, die denselben Titel trägt: Der Preis der freien Wissenschaft.

Donnerstag, 22. März 2007

tOSSad-Projekt verkündet Abschlussberichte

Das Tossad-Projekt verkündet per Pressemitteilung: “EU-Projekt veröffentlicht Berichte zur Verbreitung von Open Source Software in Europa“.

Das von der EU finanzierte tOSSad-Projekt hat heute seine noch verbliebenen Berichte der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die komplette Sammlung umfasst 15 Dokumente mit insgesamt über 600 Seiten und beleuchtet wirtschaftliche und soziale Vorteile von Freier und Open Source Software (F/OSS).

Die tOSSad-Berichte geben Empfehlungen, wie Barrieren zur breiteren Einführung von F/OSS überwunden werden können und die Benutzerfreundlichkeit gesteigert werden kann. Weiterhin beinhalten sie einen Lehrplan zu F/OSS und geben konkrete Tipps, wie man einen Computer-Raum auf Basis von Linux aufbaut.

“Freie und Open Open Source Software ist auf dem richtigen Weg in Europa”, sagt Projektkoordinator Kaan Erkan. “F/OSS ist reif für den Massenmarkt. Im Rahmen unserer Untersuchungen und Workshops haben wir erfahren, dass F/OSS schon viele kritische Probleme auf dem Weg zum Massenmarkt lösen konnte. Es ist nach wie vor wichtig, die Benutzerfreundlichkeit kontinuierlich zu verbessern und besser zu verstehen, wie F/OSS zum Beispiel der öffentlichen Verwaltung überzeugend empfohlen werden kann. In diesem Zusammenhang bieten die tOSSad-Berichte tiefgehende Informationen und nützliche Richtlinien für den täglichen Gebrauch. Das tOSSad-Projekt freut sich, wenn nun unsere Anregungen von anderen aufgenommen würden, um Freie und Open Source Software noch weiter in Europa zu verbreiten.”

Die tOSSad-Berichte sind zum freien Download erhältlich unter http://www.tossad.org/publications.

Die folgende Seite bietet eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Berichte: http://www.tossad.org/publications/highlights

Update - Jetzt auch bei Heise: Open Source für Europa - Tossad entwickelt eine europäische Open-Source-Vision

Das von der EU geförderte Tossad-Projekt will die Akzeptanz und den Einsatz von freier Software vor allem im öffentlichen Sektor in Europa fördern. Dazu dokumentiert man den aktuellen Stand der Dinge und entwickelt nationale Programme zum verstärkten OSS-Einsatz, forscht an der Usability und kümmert sich um den Stellenwert von Open Source in Forschung und Lehre.

Das von der Europäischen Union geförderte Tossad-Projekt hat heute fünf neue Ergebnisberichte publiziert. Die Aufgabe von Tossad (”Towards Open Source Adoption und Dissemination”) ist es, die Zusammenarbeit von Gruppen und Institutionen im OSS-Umfeld zu fördern und so die Akzeptanz und den Einsatz von freier Software in Europa voranbringen. Die “Coordination Action” (so die EU-Terminologie für diese Art von Projekten) ist in vier Bereichen aktiv: Dokumentation des Einsatzes von Open Source in europäischen Ländern mit einem Fokus auf der öffentlichen Verwaltung; Entwicklung nationaler Programme zum stärkeren Einsatz freier Software; Verbesserung der Usability; Entwicklung von Lehrplänen zur Vermittlung von Wissen zu und praktischer Erfahrung mit Open Source.

Perspectives on Free and Open Source Software

Bei MIT-Press ist das Buch “Perspectives on Free and Open Source Software” erschienen. Vom Aufbau her ist es ähnlich wie das Open Source Jahrbuch. Und auch hier gibt es die einzelnen Kapitel als PDF-Downloads. Ich bestell es mir aber wohl trotzdem.

A new work titled “Perspectives on Free and Open Source Software,” edited by a collection of international experts in the field, including Joseph Feller, Brian Fitzgerald, Scott A. Hissam and Harvard Business School’s Karim R. Lakhani, has just been released.

They describe the collection of essays by saying that, “Revolutions are a lot like caterpillars—they don’t grow old. Either they die young, or they undergo metamorphosis into something quite different. Successful caterpillars become butterflies and successful revolutions replace, or at least transform, the status quo. What is the status of the F/OSS revolution? Has it successfully transformed the software industry? Other industries? Governments and societies? Or, is the revolution still in “chrysalis,” with the great change to come tomorrow? Or, has the revolution already died young? Or is it, perhaps, doomed to do so?

 

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