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Freitag, 30. Mai 2008

Blender-Projekt präsentiert: Big Buck Bunny

Die Blender-Foundation hat heute “Big Buck Bunny” (Project Peach) veröffentlicht. Der 3D-Comic ist das zweite grössere Open Movie Projekt nach dem riesigen Erfolg von “Elephants Dream“. Fünf Künstler und zwei Entwickler haben sieben Monate lang im Blender Studio in Amsterdam zusammen den Film entwickelt. Wie “Elephants Dream” setzt Peach auch komplett auf Freier Software, offenen Formaten und Community-Beteiligung.

Für das Blender-Projekt ist der Film zugleich ein grossartiger Showcase, der sehr anschaulich zeigt, was man mit der freien 3D-Software anstellen kann. Der Film und sämtliche Rohdaten stehen selbstverständlich unter einer Creative Commons Lizenz. Das Kopieren und Remixen ist ausdrücklich auch zu kommerziellen Zwecken erlaubt und erwünscht.

Hier gibts unterschiedliche Download-Möglichkeiten, darunter verschiedene Formate und Bildgrössen. Bittorrent funktioniert derzeit am Besten. Der Film ist als Stream bei Vimeo zu finden:


Big Buck Bunny from Blender Foundation on Vimeo.

Teil des offenen Geschäftsmodells rund um Blender ist auch der Verkauf von Mehrwerten, wie z.B. einer DVD. Die wurde im Fall von “Elephants Dreams” sehr häufig verkauft und half mit, das Projekt zu refinanzieren und auszubauen. Von Big Buck Bunny gibt es auch ein DVD-Set. Für 34.00 € erhält man zwei DVDs mit der HD-Version, Kommentaren der Machern, die gesamten Rohdaten (alle Texturen, Modelle, etc), Drehbuch und Storyboard und eine ausführliche Dokumentation und Tutorials. Wenn das mal keine Mehrwerte sind.

Hier gibts den Trailer:

Und hier hatte ich mal einen Vortrag über das Blender-Projekt mitgebloggt.

Das nächste Projekt läuft auch schon: Apricot Open Game. Sechs Menschen sollen in sechs Monate als Kernteam mit Support von verschiedenen 3D-Studios und der Community ein “Open Source Industrie quality Game” erstellen. Ich bin gespannt.

Mittwoch, 28. Mai 2008

VIA OpenBook: Notebook-Design unter CC

Die Firma VIA hat das Design eines ihrer Mini-Notebooks unter der Creative Commons BY-SA-Lizenz veröffentlicht: VIA OpenBook. Auf der Projekt-Website können die CAD-Dateien heruntergeladen und anschliessend auch zu kommerziellen Zwecken verändert werden. Das ist mal eine etwas andere Herangehensweise an OpenHardware. Mal schauen, ob da noch mehr kommt.

Die Entscheidung ist klug: VIA verdient vor allem Geld mit dem Verkauf von Prozessoren. Mit der Öffnung wird es kleineren Notebook-Herstellern erleichtert, auf Basis der VIA-Prozessoren und des offenen Designs eigene Notebook-Linien günstiger zu entwickeln.

Montag, 30. Juli 2007

The OpenBusiness Guide

The OpenBusiness Guide” ist eine sehr ausführliche Übersicht im iCommons-Wiki über offene Geschäftsmodelle. Interessante Lektüre.

Montag, 26. Februar 2007

Wikinomics

In der BrandEins gibt es ein Interview mit Don Tapscott, der das Buch “Wikinomics” geschrieben hat: “Nackt und fit - Unternehmen müssen ihr Wissen teilen, um Erfolg zu haben“. Irgendwo hab ich zuletzt gelesen, dass der Inhalt des Buches im Grunde Yochai Benklers “The Wealth of Networks” in Marketing-Sprache übersetzt ist.

Don Tapscott versteht sich auf das lukrative Handwerk des Change Management. Der kanadische Management-Professor ist Gründer und Chef der Beratungsfirma New Paradigm in Toronto und hat in bislang einer Handvoll bekannter Sachbücher seine Sicht der vernetzten Welt dargelegt. Gut zahlende Manager, denen er mit seinen Zukunftsvisionen auf die Sprünge geholfen hat, lässt er auch in die Notizen und Datenbanken schauen, auf denen Bestseller wie „Paradigm Shift“, „The Digital Economy“, „Growing Up Digital“, „The Naked Corporation“ und „Digital Capital“ beruhen. Sein neuestes Buch „Wikinomics“ erschien im Dezember in den USA.
[...]
Und wem schadet sie?

Fangen wir beim Offensichtlichen an: Linux schadete Microsofts Geschäftsmodell, ein geschlossenes Betriebssystem zu verkaufen. as MP3-Phänomen ist im Grunde genommen ein Beispiel für die Kraft der Selbstorganisation von Musikliebhabern und Musikern, die damit Stück für Stück die großen Verlage und Labels entmachten – die bis heute keine richtige Antwort darauf gefunden haben. Soziale Netze entwickeln sich mit anderen Worten zu neuen Formen der Produktion und des Vertriebs. Wenn ein Unternehmen diese Triebkräfte nicht für sich nutzt, kann das seine Existenz gefährden. Es gibt keinen Teil der Volkswirtschaft, der die Risiken und Chancen dieser neuen Form der Zusammenarbeit nicht zu spüren bekommen wird.

Die ganze Debatte erinnert mich immer an den Untertitel zur “Wizards of OS 2” im Jahre 2001: Freie Software war erst der Anfang!

[Danke Kathleen]

Freitag, 12. Januar 2007

“Peer-to-Peer-Banking” in Deutschland

ZDF.heute schreibt über “Finanzdemokratie im Internet”.

In den USA und Großbritannien haben sich Kreditvermittler im Internet bereits etabliert. Sie bilden die virtuelle Schnittstelle, an der Geld von privat an privat auf gleicher Augenhöhe verliehen wird. Mittlerweile werden mehrstellige Millionenbeträge von tausenden von Mitgliedern geborgt oder zur Verfügung gestellt. Auch in Deutschland stehen die ersten Plattformen in den Startlöchern.

Dienstag, 28. November 2006

Report: UK Artists, Copyright and Creative Commons

The Arts Council England und OpenBusiness.cc haben einen gemeinsamen Report zum Thema “UK Artists, Copyright and Creative Commons” (PDF) veröffentlicht.

The focus of the report is twofold:

* to investigate how artists working in a digital environment view copyright, which structures many commercial relationships, but often prohibits sharing, copying and the easy adaptation of existing artistic works.
* to examine why some artists use Creative Commons licences, which, in contrast, facilitate sharing, copying and, depending on the terms of the particular licence used, allow derivative use for commercial or non-commercial purposes.

The report suggests that one key reason for artists’ using CC is that they perceive standard copyright as too complex and costly. CC licences are an effective and practical tool for new media artists, who adapt existing work. Artists are also using CC to exploit network effects and to better market their creative work. CC is still used by an avant-garde of mainly rather young artists; more than 140,000 websites in the UK make use of such licences.

Donnerstag, 23. November 2006

NetzpolitikTV: Das Interview mit Lawrence Lessig bei Google Video

Hier ist das komplette NetzpolitikTV-Interview mit Lawrence Lessig im komfortablen Player-Format zum sofort im hier und Netz anschauen, ohne die Dateien herunter laden zu müssen. Die einzelnen Dateien stehen hier auch einzeln zum Download zur Verfügung. Nachdem meine Versuche gescheitert sind, OGG Theora Files bei Sevenload hochzuladen, hab ich diese nun bei Google Video geparkt. Die Plattform ist mir eigentlich auch sympathischer, da sie zugleich Downloads im OGG-Format anbietet und über eine Fullscreen-Option verfügt. Weiterlesen …

Donnerstag, 9. November 2006

Aktion:Remixt Lessig!

Anfang letzter Woche hatten wir die Chance, ein Interview mit Lawrence Lessig in Berlin zu machen. Lawrence Lessig ist Autor mehrerer Bücher, ein US-amerikanischer Jura-Professor an der Stanford Law School und Mitgründer von Creative Commons. Im Moment ist er für ein Jahr Fellow an der American Academy in Berlin und hat sich hierher zurückgezogen, um zwei weitere Bücher zu schreiben. Trotz Erkältung und Husten hatte er sich fast eine Stunde Zeit genommen, verschiedene Themen ausführlich zu erklären. Auch wenn wir gerne noch viel mehr Themen angeschnitten hätten.

Das Ergebnis ist hier zu sehen. Ich habe das ganze Interview in kleine Teile geschnitten, so dass immer ein Block aus Frage und Antwort besteht. Beim schneiden kam die Idee, das ganze Interview gleich unter die Creative Commons Lizenz zu stellen, die am meisten Freiheit gewährt und alles zum Remixen unter der CC-Namensnennung auch zur kommerziellen Nutzung frei zu geben. Die einzelnen Blöcke sind alle als .dv-Dateien in einem beinahe unkomprimierten Zustand (Vorsicht: Teilweise sind die Dateien über 1 GB gross!**). Gleichzeitig finden sich hier bearbeitete Versionen in OGG Theora und weitgehend als AVI mit dem NetzpolitikTV-Intro, was der Wetterfrosch mal erstellt hatte.***

Es gibt sicherlich viele Leser und Leserinnen, die begnadeter im Videomixen sind als ich es mit meiner knappen Zeit im Moment bin und wahrscheinlich jemals sein werde. Deshalb macht damit, was Ihr wollt: Die einzige Regel ist, die Creative Commons Namensnennungs-Lizenz zu befolgen. Alle Remixe müssen einen Verweis auf netzpolitik.org haben*. Das ist alles. Das Videomaterial kann mit Unterstiteln versehen werden, anders zusammengestellt werden, man kann meine Rolle als Interviewer einnehmen und bessere Fragen stellen, man kann Musik unterlegen, Special-Effects einfügen, einzelne Teil-Aspekte in eigene Videoproduktionen eingebunden werden oder wieso nicht eine Best-of-Zusammenfassung machen? Ich bin gespannt, was dabei kreatives herauskommt. Ergebnisse können und sollen am besten in den Kommentaren verewigt werden.

Und hier ist das Interview:
Weiterlesen …

Erdbeben im Linux-Markt?

Dr. Oliver Diedrich scheibt bei Heise-Open über Oracle, Microsoft, Novell – und die Folgen: Analyse: Erdbeben im Linux-Markt.

Und sicher haben auch politische Überlegungen eine Rolle gespielt: Durch das Versprechen, Projekte wie Samba nicht mit Patentklagen zu verfolgen, kommt man den Forderungen der EU nach mehr Wettbewerb im Servermarkt entgegen. Novell dürfte aufhören, die EU-Kommission mit Material gegen den neuen Partner zu versorgen und zukünftig auf eigene Verfahren wegen Wettberwerbsbehinderung verzichten.

Und, nicht zu vergessen: Mit dem Patentabkommen hat Novell als erster großer Linux-Anbieter Microsofts Vorstellungen vom Umgang mit geistigem Eigentum akzeptiert – jetzt, wo SCOs Feldzug gegen Linux kurz vor dem Scheitern steht. Firmen wie Palamida und Black Duck, die sich auf das Klären von Fragen des geistigen Eigentums bei Open Source und proprietärer Software spezialisiert haben, wittern bereits Morgenluft.

Microsofts aggressive Reaktionen gegen Linux in der Vergangenheit waren nicht zuletzt darin begündet, dass Open Source dem Microsoftschen Businessmodell – Geld mit Software-Lizenzen verdienen – ganz fundamental entgegensteht. Nun zahlt Novell einen prozentualen Anteil seines Umsatzes mit Open-Source-Software als Lizenzgebühr an Microsoft. (Details hierzu wollen die Unternehmen allerdings erst in den nächsten Wochen in Börsenmitteilungen offenlegen.) Ist das das Ende der großen Open-Source-Freiheit?

 

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