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Sonntag, 6. April 2008

Resummee: re:publica´08

Am Freitag Abend ist die “re:publica´ 08 - Die kritische Masse” erfolgreich in Berlin zu Ende gegangen. Bevor der Alltag mich jetzt wieder vollkommen aufsaugt, bleibt noch etwas Zeit zu einem kleinen Resumee. In der kurzen Version: Es war schön und aus Veranstaltersicht auch unerwartet entspannt. Auch wenn man als Organisator sich die ganze Zeit wünscht, drei weitere Tage dran zu hängen, wo man selber nichts organisieren muss und stattdessen mit den vielen netten und interessanten Menschen vor Ort reden, diskutieren und feiern kann.

Viele Verbesserungsvorschläge aus dem Vorjahr hatten wir aufgenommen: Es gab mehr Strom und ausreichend Sitzmöglichkeiten ausserhalb der Räume.

Das Netz klappte weitgehend sehr zufriedenstellend. Als Aussenstehender vermag man die logistische Leitung gar nicht richtig einschätzen können: Aber ein funktionerendes Netz in dieser Grössenordnung hinzubekommen, ist eine grosse Kunst. In einigen Peaks waren über 500 Rechner gleichzeitig im Netz und das auf engem Raum. Dafür hat es super geklappt, von einigen kurzfristigen Problemen abgesehen. Hier nochmal ein grosser Dank an Cven und Alex von der Freifunk-Community. Wir freuen uns auch, mit einer Hardware-Spende den Ausbau der freien Infrastrukturen in Berlin fördern zu können.

Gabs mehr Blogger? Wenn man sich Technorati anschaut, dann gab es weniger Blog-Beiträge bei mehr Teilnehmern. Was sicherlich auch daran lag, dass viele im Moment Twitter-Abhängig sind. Trotzdem schade, letztes Jahr wurde mehr in den eigenen Blogs dokumentiert und kommentiert und das nicht nur in 140 Zeichen. Meinen Lieblings-Liveblogger hab ich leider selbst ausgeschaltet, indem ich Plomlompom einen Vortragsslot gab. Beim nächsten Mal muss er wieder mitbloggen.

Während der Planung hatten wir auch einige Vorträge in die Lounge gelegt. Die Intention war, dass sie unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten als in einem kleinen Raum und leider nicht mehr in den grossen Saal passten. Das hat leider nicht so gut geklappt, weil die Lounge dieses Mal von vielen dauerhaft bevölkert wurde und man vor Ort nicht mal kurz einen Vortrag dort machen konnte. Eine Erfahrung, die beim nächsten Mal zu einer besseren Plannug führt. Schade um die geplanten Sachen.

Was wir leider auch nicht planen konnten: Das wechselhafte Wetter und die verschiedenen Viren, die einige Referenten kurzfristig am Vortragen hinderten. Mich hatte es auch halb erwischt und ich dachte schon am Dienstag, ich müsste die Konferenz über im Bett verbringen. Hat dann doch noch irgendwie geklappt.

Was auch nicht so gut klappte, obwohl Tim uns ständig im Vorfeld aufgrund seiner Erfahrung mit den Chaos Communication Congressen eines besseren belehrte: Zeitpuffer hinter den Vorträgen und Diskussionen sind beim nächsten Mal notwendig. Auch wenn das Programm dann nicht mehr so schön auf dem Reissbrett aussieht, weil man immer eine viertel Stunde Puffer hinzufügt und die Anfangszeiten nicht mehr leicht verständlich auf jeder Stunde liegen.

Auch würde ich nächstes Jahr gerne mehr Frauen im Vortragsprogramm sehen. Das ist leider nicht so einfach, daher bin ich auf Eure Hilfe angewiesen. Also bitte mehr Hinweise auf interessante Frauen, die was zum Thema beitragen können. Ich weiss, ein allgemeines Problem von Konferenzen, wo es um Medien und Technologie geht. Das heißt aber nicht, dass es so bleiben muss.

Man kann es auch oft genug sagen, bloggen und twittern: Leute, nutzt https! Wenn aber trotzdem im Peak mehrere unverschlüsselte Passwörter in der Sekunde (!) durchs offene Netz schwirren, verzweifelt man trotzdem ob der Versuche ein wenig.

Die Video- und Audioaufzeichnungen haben auch prima funktioniert. Hobnox hat bei den Videostreams eine super Qualität abgeliefert und die aufgezeichneten Sachen aus dem grossen Saal stehen schon online zur Verfügung. Wir werden sie noch gesndert zum herunterladen und mit RSS online stellen. Ebenso hat Kaspar Metz mit den Audiostreams eine tolle ARbeit abgeliefert, die automatisch schon in MP3-Podcasts umgewandelt wurden und gleichzeitig vor Ort per Radio empfangbar waren.

Toll fand ich auch die vielen kleinen Innovationen, die kreative Menschen machten, wie die Aggregatoren für Twitter-Beiträge. Und die vielen Fotos, Videos und sonstige Beiträge. Alle spielten mit Medien rum und verbrachten trotzdem die Zeit sehr sozial miteinander, jeglichem Klischee wiedersprechend.

Wovon wir vollkommen überrascht waren, war das riesige mediale Interesse. Es nahm teilweise schon etwa surreale Züge an und war teilweise etwas stressig. Beispielsweise wenn Mittwochs Deutsche Welle TV kommt und Donnerstags Deutsche Welle TV Arabien. Oder morgens die RBB-Abendschau und mittags das ARD-Mittagsmagazin. Getoppt wurde es nur noch durch die RTL2-Nachrichten, die gewöhnlich über Britney Spears und Formel 1 berichten. Und fast alle stellten dieselben Fragen. Gefreut haben uns auch über gleich vier Berichte von dpa, die an viele Lokalzeitungen ausgeliefert wurden. Aus politischer Sicht fand ich das eigentlich ganz lustig, unserer Eltern-Generation auf verschiedenen Kanälen netzpolitische Forderungen zu senden und zu erklären, was wir da im Netz machen. Die Berichterstattung ist wahrscheinlich nur ein temporärer Trend und ich glaube nicht, dass das mediale Interesse nächstes Jahr erneut so gross sein wird. Irgendwann ist es ja auch mal vorbei mit dem “Zoo”, was “Blogger” und “Internet” noch für viele zu sein scheinen. Der Medienspiegel ist auf jeden Fall beachtlich gewachsen und da stehen längst nicht alle Beiträge drin, sondern nur das, was wir über Google-News fanden. Und viele interessante Beiträge sind entstanden. Auch die Süddeutsche Zeitung hat wieder einen grossen Beitrag zur Qualitätsdebatte abgeliefert, weil der Journalist vor lauter Nerds nur Sex sah:
No porno, please, we’re „Süddeutsche Zeitung“. (Beim nächsten Mal schreiben wir es deutlicher ins Programm, dass nach 20 Uhr die Spass-Sachen kommen.)

Und sonst? Sonst scheint es der überwältigenden Mehrheit der Teilnehmer gefallen zu haben, wie ich vielen Kommentaren und Blog-Postings entnehme. (Wenn man mal von den üblichen handvoll Verdächtigen absieht, die in ihren fernen Wohnungen über alles rummotzten und niederbloggten, was sie verpassten) Das freut mich und motiviert zu einer weiteren re:publica´ 09. Vermutlich wieder im April. Vielleicht auch wieder zehn Tage nach Ostern, weil Ostern nächstes Jahr später ist. Dann gibts auch einen weiteren grossen Saal in der Kalkscheune und wir können mit den Örtlichkeiten mitwachsen.

Danke nochmal an alle Beteiligten, Vortragende, Helfer und an all die entspannten Teilnehmer für drei tolle Tage. Und ich freue mich wieder darauf, mehr Zeit zum bloggen zu haben.

Dienstag, 1. April 2008

Live-Streams der re:publica´ 08

Am MIttwoch Vormittag startet die “re:publica´ 08 - Die kritische Masse” in der Kalkscheune in Berlin. Wir sind seit einer Woche ausverkauft und wir erwarten im Laufe der kommenden drei Tage mehr als 900 Teilnehmer an der Konferenz rund um Blog, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Nicht nur weil wir seit einer Woche ausverkauft sind, wird es Live-Streams geben. Der Video-Stream aus dem grossen Saal steht schon und wird von unserem Sponsor Hobnox bereit gestellt.

Dazu gibt es Audio-Streams aus den Workshopräumen 1 und 2, die wir auch über Radio-Frequenzen in die Umgebung ausstrahlen. Alle Inhalte sollen später auch als Podcasts zur Verfügung gestellt werden. Danke an Kaspar Metz dafür.

Freitag, 1. Februar 2008

Was ist Open Source?

Für den 01blog-Videocast des Cebit-Blogs bin ich zu der Frage interviewt worden, was eigentlich Open Source ist. Das Interview ist 10 Minuten lang und liegt als 3GP oder MP4 (70MB) vor.

Donnerstag, 24. Januar 2008

Digital Game Archiv: Propagandaspiele

Kommenden Dienstag findet im newthinking store in Berlin-Mitte wieder ein Treffen des Digital Game Archiv statt. Das Thema diesmal hat was mit “Serious Gaming” zu tun und der Abend dreht sich um “Propagandaspiele“:

Computerspiele werden immer vielfaelltiger in einer breiteren Oeffentlichkeit diskutiert. Eine der interessantesten Aspekte diesbezueglich ist die Verwendung von Games als Propagandamedium in politischen Konflikten.

Wir werden uns die bekanntesten Vertreter dieses Genres anschauen und im Spannungsfeld zwischen ludologischen und narratologischen Positionen ueber die Grenzen und Moeglichkeiten solcher Unterfangen sprechen. Als special guest begruessen wir diesmal Niklas Schrape von der Hochschule fuer Film und Fernsehen Potsdam, der an seiner Promotion zu dem Thema arbeitet. Neben einer Einfuehrung in seine theoretischen Ueberlegungen wird er uns auch die folgenden Spiele vorfuehren, die teillweise nur z.B. in arabisch erhaeltlich sind und somit zwar namentlich recht bekannt sind, jedoch selten bei uns gespielt werden: “Under Siege”, “Special Force II”, “Peacemaker”, “Global Conflicts: Palestine”.

Beginn ist 20h und der Eintritt ist wie immer frei.

Donnerstag, 17. Januar 2008

Nächste Woche ist wieder Web Montag in Berlin

Am 21.01. ist der nächste Berliner Webmontag im newthinking store. Alles weitere im Wiki.

Montag, 14. Januar 2008

Jobs bei newthinking: PHP-Entwickler

Wir suchen bei newthinking communications mal wieder eine/n PHP-EntwicklerIn mit Kenntnissen in freien Community-Projekten (Drupal und/oder Typo3 und/oder Alternativen) und natürlich MySQL und HTML/CSS. Wir nutzen ausschliesslich Freie Software auf den Clients und Servern und entwickeln in einem Geschäftszweig individuelle Kommunikationslösungen und -plattformen mit LAMP. Die Projekte sind durchaus spannend und reizvoll. Einsatzort sollte Berlin sein. Einen Studienabschluss oder Ausbildung kann man haben, muss man aber nicht. Die Stelle ist als Vollzeit geplant, kann aber ggf. auch ein studentischer Jobs sein. Praktische Erfahrungen mit Freie Software Projekten setzen wir voraus. Arbeitssprachen können Deutsch oder Englisch sein. Wir freuen uns auf Bewerbung von Frauen. Mehr Infos unter jobs at newthinking punkt de.

Wir bieten übrigens auch bezahlte Praktikantenplätze in verschiedenen Bereichen an, die wir mangels kompatibler Bewerber nur selten vergeben. Einen Einblick in unser Arbeitsspektrum bietet z.B. dieses Blog.

(Wer was im Ruhrgebiet sucht: Gulli.com sucht auch einen PHP-Entwickler)

Sonntag, 16. Dezember 2007

Public Project Lead für Creative Commons in Deutschland

Die “5 Jahre Creative Commons Party” am vergangenen Freitag in der c-base war voll und toll. Mit schätzungsweise 250 Menschen kamen viel mehr als wir erwartet und gehofft haben. Das Vortragsprogramm haben wir kürzer gestaltet als geplant, was u.a. daran lag, dass Lawrence Liang gesundheitlich angeschlagen war. Dafür hat die riesige Geburtstagstorte von Creative Commons International für alle gereicht und es gab viele Freigetränke, die wir von newthinking communications und dem Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes gesponsort haben. Musikalisch hat Teamore von Pulsar Records wieder eines von seinen schönen Live-Sets gespielt und die Visuals mit CC-Content waren auch grossartig. Das tolle Party-Motive der Flyer und Banner, was freundlicherweise Kosmar für uns gestaltet hatte, wurde als DIN A1-Poster an viele der Anwesenden verteilt. Das Poster macht sich sehr schön an der Wand. Wir sollten öfters solche Parties machen, selten hat man soviele interessante Menschen an einem Ort. Danke nochmal an alle Beteiligten für die Mit-Organisation. Tolle Fotos hat Franz Patzig gemacht.

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Foto von Franz Patzig (CC-NC-SA)

Ankündigungen haben wir am Freitag auch gemacht: newthinking communications ist jetzt “Public Project Lead” von Creative Commons Deutschland. Der Hintergrund ist, dass es bisher nur einen “Legal Project Lead” gab, die Europäische EDV-Akademie des Rechts aus dem Saarland. Creative Commons ist ausserhalb der USA meist auf zwei Säulen aufgebaut: Der “Legal Project Lead” kümmert sich um die juristischen Fragen der Lizenzen. Dazu gehört u.a. die Anpassung der internationalen Lizenzen an das jeweilige nationale Urheberrechtssystem. Der “Public Project Lead” ist verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und Community-Building. Mit der Übernahme dieser Aufgabe institutionalisieren wir bei newthinking communications unser langjähriges Engagement für Creative Commons und freuen uns über die Zusammenarbeit mit der Europäischen EDV-Akademie des Rechts und Creative Commons International. CCI wiederum kümmert sich als internationale Koordinierungsinstanz um die Portierung der Lizenzen und das Büro sitzt glücklicherweise mit einem tollen Team in Berlin.

Für uns als Agentur, die auf Open-Source-Strategien spezialisiert ist, ist Creative Commons schon seit Jahren ein spannendes und sehr wichtiges Thema. Wir haben viele Ideen und Konzepte, wie man die Verbreitung und Nutzung der Open Content Lizenzen weiter ausbauen kann und freuen uns auf die Aufgabe. Das wollen wir nicht alleine machen, sondern sehen uns vor allem als Maintainer eines der spannensten Open-Source-Projekte mit einer sehr starken und kreativen Community in Deutschland. Dazu mehr im neuen Jahr. Die Projektbetreuung bei uns werde ich übernehmen.

Weitere Ankündigungen auf der Geburtstagsparty waren, dass der Rohentwurf für die deutsche 3.0-Version der CC-Lizenzen fertig ist und noch im Laufe des Wochenendes hier auf der Creative Commons Deutschland - Homepage online gehen und über die deutsche CC-Mailingliste verschickt werden wird. John Weitzmann dankte allen Mitwirkenden für den unermüdlichen Einsatz, allen voran dem “ATeam” (Affiliate Team) an der Uni Saarbrücken und Herrn Prof. Herberger, der die Arbeit an der Lizenz begleitet und mit seinem Institut für Rechtsinformatik unterstützt. Und die Firma Mokono hat die Domain creativecommons.de übergeben und irgendwann sollte auch der DNS-Eintrag durch sein.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Rückblick Sustainable IT - Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft

Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand die vom newthinking store organisierte Sustainable IT-Konferenz in Berlin statt. Das Thema war “Nachhaltigkeit in der Informationsgesellschaft”. Und im Gegensatz zu den üblichen Nachhaltigkeits- und Grüne IT-Konferenzen haben wir den Bogen durch zusätzliche Themen wie Offene Standards, Freie Software, Nord-Süd und fair produzierte Computer weitergespannt. So wie wir halt Nachhaltigkeit in der digitalen Gesellschaft definieren würden.

Ich hab leider nur den ersten Tag eher passiv verfolgen können und lag dann krank im Bett. Aber es gibt schon ausreichend Dokumentation im Netz. Der erste Tag ist schon komplett als Video im Netz und der zweite Tag folgt Anfang der Woche. Es gab noch einige Video-Interviews, die es teilweise sicher noch auf NetzpolitikTV gibt. Spiegel-Online hat einen Artikel zur Konferenz gemacht, geht da aber leider nur auf die Grüne IT-Thematik ein: Grünes Internet - Wieviel CO2 Avatare ausatmen.

Die beste Berichterstattung hat Christian Heller bei futur:plom gebloggt. Den ersten Tag gibt es schon komplett online, der Rest folgt noch. Ich hab auf dem Panel zu “Nachhaltigkeitsdefizite im Web 2.0″ gesprochen. Davon gibt es einen Video-Mitschnitt und bei futur:plom die Mitschrift.

Einer der Höhepunkte war sicherlich der Vortrag von Professor Sugata Mitra über Experimente und Erfahrungen in ländlichen Gebieten von Indien, Computer Kindern und Jugendlichen durch alternative Pädagogik nahe zu bringen: “Hole in the Wall“. Sehr spannend! Bei futur:plom gibts die Mitschrift.

 

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