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Montag, 29. Oktober 2007

Zum sozialen Aufrechterhalten sozialer Netzwerke

Bereits vergangene Woche hat Mark Vernon, britischer Autor, auf OpenDemocracy.net über soziale Netzwerke und einige ihrer Begleiterscheinungen geschrieben: Social networks: after privacy, beyond friendship. Es ist ein recht ausführlicher Artikel, der unter anderm auf quantitative Aspekte (”wie viele Freunde hat mein Profil in Dienst X”) und die potenzielle Öffentlichkeit der Profildaten zielt.
Inhaltlich ist das für uns nicht viel Neues, der Text enthält aber viele kluge Links. Und der erzieherische Effekt der nüchtern geschriebenen Beobachtungen kann nicht genug betont werden.

Donnerstag, 4. Januar 2007

NPR: Protecting Your Privacy in the Virtual World?

Der US-Radiosender NPR hat einen interessanten Beitrag zu “Protecting Your Privacy in the Virtual World“. Und wie junge US-Bürger darübe rin Zeiten von MySpace & Co denken.

Teenagers and young adults put their private information on the Internet, seemingly with little thought about consequences for their personal and professional lives. How has the Web changed American ideas about privacy? At the University of Southern California, students express their views about sharing their personal information with a virtual world of strangers.

Klappt leider nur mit RM und WMA.

Dienstag, 8. August 2006

Deleting Online Predators Act

Über DOPA, dem “Deleting Online Predators Act”, hatte ich wohl noch gar nicht geschrieben. Das ist ein spannendes Gesetz zur Förderung der Medienkompetenz unter Jugendlichen in den USA. Hauptziel ist es wohl, Kinder und Jugendlichen von gefährlichen Orten wie MySpace & Co fernzuhalten, wo sie nicht nur konsumieren, sondern kommunizieren und die Seelen dabei rein zu halten. Fernsehen bleibt aber irgendwie erlaubt.

Spannend dabei ist, dass sich Jugendliche nun mit technischen Hilfsmitteln wie Proxy-Servern und dergleichem auseinandersetzen und ohne Probleme neue Wege finden, trotzdem kommunizieren zu dürfen. Vielleicht sogar mit etwas mehr Motivation. Technology Review berichtet gerade nochmal über DOPA: Falsche Angst vor MySpace. Ach ja: Die spinnen, die Amis.

DOPA, vom republikanischen Abgeordneten Michael Fitzpatrick aus Pennsylvania angeführt, wurde am 26. Juli im US-Repräsentantenhaus mit 410 zu 15 Stimmen verabschiedet. Das Gesetz verbietet es Einrichtungen, die Bundesgelder erhalten, einen Internet-Zugriff auf kommerzielle Social-Networking-Seiten und Chatrooms anzubieten, weil sich dort Erwachsene herumtreiben könnten, die auf der Suche nach sexuellen Kontakten mit Kindern und Jugendlichen sind.

Ds muss aber noch durch den Senat.

Freitag, 4. August 2006

Others Online: Opt-In Überwachung oder “Wir sind Borg”

Eine weitere Web2.0-Firma bietet ein kleines Programm an (bisher nur als IE-Plugin), das wie Google Toolbar oder andere Helferlein die Online-Aktivitäten des Users überwacht und kategorisiert. Aber bei Others Online kann man gleich noch andere User finden, die ähnliche Interessen haben.

Others Online is a free toolbar that shows you people relevant to your Web browsing and other interests, on every page you visit. We show you the interests you have in common, their Web pages (blog, MySpace profile, Web site, etc.) and online status, all on their terms. We’ll even connect you by IM or email. (…) Every time you search the Web, you’ll see people that have associated themselves to those keywords, plus you’ll see any other interests you share. It’s like “Google for people”!

Alles natürlich freiwillig, und man muss noch nicht einmal einen Namen eingeben. Aber ein weiterer Schritt von “ich habe doch nichts zu verbergen” hin zu “ich will alles zeigen”. Die Firma protokolliert natürlich auch mit, wer sich dann darüber kennen lernt:

Others Online allows users to communicate with each other by instant message or email, which we broker to protect your privacy.

…”to protect your privacy”, na klar.
Immerhin macht man damit das transparent und für alle verfügbar, was Google Toolbar etc. nur der Herstellerfirma mitteilen. Es geht also auch in Richtung Sousveillance statt Surveillance. Mich erinnert das irgendwie an die Borg aus Star Trek, die alle immer miteinander vernetzt sind und ihre Gedanken gegenseitig hören können.

Auf Techcrunch gibt es schon eine längere Diskussion dazu, die Argumente reichen von “Cool - Clickstream-Dating!” über “Wird nicht funktionieren, weil man das Web für so viele verschiedene soziale Rollen benutzt” bis zu “Super-Service für Spammer”.
Via Michael Zimmer.

Sonntag, 30. Juli 2006

AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich

Schon einige Tage alt, aber doch wissenswert: MySpace.com (das faktisch zum Murdoch-Imperium gehört) hat auf Betreiben von Billy Bragg seine Geschäftsbedingungen geändert, so dass hochgeladene, selbstgemachte Musik jetzt auch nach dem Hochladen noch dem Urheber gehört, und nicht MySpace. Bragg schreibt in seinem Blog:

I am very pleased to see that MySpace have changed their terms of agreement from a declaration of their rights into a declaration of our rights as artists, making it clear that, as creators, we retain ownership of our material. Having been adopted by the biggest social networking site on the block, I hope their recognition of the right of the artist to be sole exploiter of their own material now becomes an industry standard because there is much more at stake here than just the terms and conditions of a website.

Wie bitte? Beinahe alle Welt (und die FAZ) hypt das Web 2.0 qua Berichterstattung, und das war womöglich derselben breiten Masse bekannt? Dass das Copyright für meine eigene Musik nicht bei mir verblieb, wenn ich den Song bei MySpace verfügbar machte? Niemand liest mehr den Text hinter “I accept”? Kaputte Welt… die aber jetzt ein wenig besser geworden ist. Ich hör zur Nacht jetzt nochmal das Hamburger Konzert von 2000.

 

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