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Montag, 30. Juni 2008

Bertelsmann-Kritik mit Hip-Hop

Deutschsprachiger HipHop ist ja ab und an auch mal politisch. Spreeblick verweist auf ein Video von PAN, der medienkritisch über das SonyBMG-Produkt Massiv rappt und dabei den Einfluss von Bertelsmann kritisiert. Gut gemacht:

Donnerstag, 19. Juni 2008

Jamendo erreicht 10.000 CC-Alben

Seit Jahren ist Jamendo die grösste Musikplattform für Creative Commons lizenzierte Musik. Mittlerweile wurde der Meilenstein von mehr als 10.000 Alben erreicht, was ein grosser Erfolg ist.

Aus der Pressemitteilung: “10 000 Alben zum kostenlosen, legalen und unlimitierten Download!”

Auf Jamendo bewilligen tausende von unabhängigen Künstlern die Nutzung und die Weitergabe ihrer Musik - kostenlos, legal und ohne Limit. Gleichzeitig ist Jamendo eine Community für Musiker, Bands und Musikliebhaber, die ihre Leidenschaft miteinander teilen, Musik weiterempfehlen und eigene Playlists erstellen. Jamendo setzt somit auch neue Maßstäbe in Bezug auf die Entdeckung frischer Talente. “Es handelt sich dabei natürlich um eine symbolische Zahl, die jedoch den Erfolg dieses neuen Modells für Musikpromotion im Internet unterstreicht. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die enorme Flexibilität der Creative Commons Lizenzen.” kommentiert Laurent Kratz, Mitbegründer und Geschäftsführer von Jamendo.

Jamendo bietet an aktuellen Zahlen:

* Mehr als 2 Millionen unterschiedliche Besucher pro Monat
* bis zu 500 000 Songdownloads pro Tag
* 350 000 registrierte Mitglieder, mehr als 5000 Musiker und Bands
* 150 000 Songs und… 10 000 Alben!
* fast 300 neue Alben werden auf Jamendo mittlerweile jede Woche hochgeladen.

Neu ist auch die Möglichkeit, eigene Widgets mit den Lieblings-Künstlern und/oder Playlists zu erstellen.

Donnerstag, 10. Januar 2008

Debug: DRM erzwingt die Abkehr von DRM

Im De:bug-Blog gibts einen lesenswerten Beitrag zur allmählich erkennbaren Strategie der Musiklabel-Majors, auf DRM zu verzichten (das machen sie nur, um die starke Stellung von Apple zu brechen, nicht etwa aus Einsicht, dass DRM prinzipiell verfehlt ist): Der DRM-Killer heisst DRM.

Und genau jetzt ist die Zeit gekommen, in der - wir oraktelten das schon länger - Apple schlichtweg Teile der Musikindustrie, deren Aktien einfach nicht aus der tiefen Talsohle herauskommen, fast schon aus der Portokasse aufkaufen könnte (auch wenn das zur Zeit eher wie ein schlechter Deal aussehen mag). Sicherlich hat Apples DRM-Variante nur einen Teil zum Erfolg der iPods beigetragen, aber es hat die Hardware-Software-Service-Strategie auch über all die Jahre vor einem entscheidenden Bruch gesichert. Wer einmal einen entscheidenden Teil seiner Musiksammlung für den iPod gekauft hat (und es sind nicht die Sideloader und Ripper, die in der Zukunft Musikdownloads kaufen werden, sondern eben die die jetzt schon damit angefangen haben), der kommt aus seinem Universum nicht mehr raus, dank DRM.

Und genau das, genau diese Einschliessung der Inhalte, dürfte der Grund hinter dem scheinbar so konsumentenfreundlichen Abschied von DRM sein, denn das Monopol von Apple lässt sich so lange nicht brechen, so lange nicht DRM aus dem iTunes Store verschwindet und genau diese Chance will man frühzeitig nutzen, was auch die Versuche, DRM-freie Musik zuerst auf anderen Plattformen, bei der Apple-Konkurrenz zu veröffentlichen, etwas hilflos erscheinen lässt. Doch erst wenn auch das letzte DRM aus dem Apple-Store verschwunden ist, kann man wirklich hoffen, die Apple Dominanz zu brechen. Und deshalb: Wenn es ein Ende von DRM geben wird, dann wird DRM der DRM Killer gewesen sein.

Mittwoch, 28. November 2007

Wir haben keine Ahnung

Man fragt sich ja manchmal, warum die Musikindustrie die Chancen der Digitalisierung nicht nutzt und sich stattdessen lieber mit Lobbying dafür einsetzt, dass juristisch und technisch das Rad der Geschichte irgendwie zurück gedreht wird. Dank eines Wired-Interviews mit dem CEO von Universal Music gibt es jetzt eine Antwort: Universal’s CEO Once Called iPod Users Thieves. Now He’s Giving Songs Away. Und diese überrascht nicht: Die haben keinen Plan von Technik. Das erklärt auch die DRM-Träume, vor denen alle warnen, die etwas Ahnung von Technologie haben.

Beim Bootsektorblog gibt es eine Übersetzung der entscheidenden Zeilen: Musikboss: Wir haben keine Ahnung.

Morris erklärt: “Wir haben niemand in der Firma, der sich mit Technik auskennt. Das wird von der Presse ständig verkannt. Es ist ungefähr so, also würde jemand von Ihnen verlangen, Ihrem Hund eine Niere heraus zu operieren. Was würden Sie tun?” Und weiter erklärt er: “Wir wussten nicht, wen wir unter Vertrag nehmen sollten. Ich wäre nicht in der Lage, einen wirklichen Technik-Experten zu erkennen. Jeder mit einer geschickten Lügengeschichte hätte mich überzeugt”. Ein Mitarbeiter des UMG-Chefs hatte zuvor berichtet: “Er war nicht darauf vorbereitet, dass sein Geschäft so völlig durch die technische Entwicklung verändert würde”.

Und nun? Vielleicht mal einen Techie einstellen?

Samstag, 24. November 2007

Open Source Web-Radio/Video aus NL

Gestern abend war ich auf einem kleinen Launch Event in einem Berliner Plattenladen von WORMstation aus Rotterdam/NL. WORMstation ist eine Webplattform für Webradio/Musik, Video, und Live-Konzert-Streaming. Die zugrundeliegende Software ist Open Source und so kann man sie zum Aufbau eigener weiterer Webradio-/Video-/Streaming-Plattformen nutzen. Innerhalb der nächsten Monate soll die Software soweit entwickelt sein, dass man sie sich funktionstüchtig und dokumentiert von der WORMstation Site runterladen kann. Die Plattform scheint bisher noch im Aufbau zu sein - die meisten Funktionalitäten sind noch nicht nutzbar. Aber sicher interessant dies im Auge zu behalten.

WORM.station = back to the future of television & radio. You don’t need lots of money, expensive equipment or a board of managers like in the old days. Just good energy and ideas. Start transmission!

Samstag, 3. November 2007

Dieter Bohlen und der Hammer

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht dafür rechtfertigen müssen, dass ich mir so etwas ansehe. Es war eben so. Jedenfalls habe ich gerade die Wiederholung der Sendung von J.B. Kerner mit Dieter Bohlen im ZDF angesehen und da sprach Dieter Bohlen sich gegen die Kriminalisierung von Internet-Nutzern aus. Er meinte, dass das halt eben so sei. Man könne den Menschen keinen Hammer geben und dann sagen, jetzt hau aber keinen Nagel in die Wand. Das sei eben heute dasselbe, wie damals mit dem Kassettenrekorder.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Musikflatrate kommt - um iTunes zu killen?

Die Musikindustrie ist offenbar doch lernfähig, wenn man einem Bericht der Business Week glauben kann. Der Spiegel fasst es so zusammen:

Die drei größte US-Musikkonzerne wollen Apples Monopol beim Online-Musikhandel knacken. Unisversal, Sony BMG und Warner Musik verhandeln angeblich über eine Musik-Flatrate. Das Angebot: Unbeschränkte Downloads aus dem gesamten Musikangebot für fünf Dollar im Monat.

Ob das hier allerdings aufgeht, wage ich zu bezweifeln:

Endkkunden sollen den Plattenfirmen gar nichts zahlen. Sie bekommen mit neuen Handy, MP3-Playern oder Computern eine Musik-Flatrate - wenn die Hardware-Produzenten dafür zahlen.

Wir fordern ja schon seit Jahren die Content-Flatrate.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Stern TV: Wie Kinder zu Kriminellen werden?

Gestern Abend hat man sich bei Jauch auf RTL mit Tauschbörsen, P2P, Filesharing und den Klagen der Musikindustrie beschäftigt. Dazu geladen waren Clemens Rasch, der im Auftrag der Musikindustrie Abmahnungen verschickt und Christian Solnecke, der schon zahlreiche “Filesharer” vor Gericht vertreten hat.

Die Standpunkte der Anwälte waren dabei nicht gerade neu, die Art der Präsentation auf “Fernsehniveau” hingegen schon. In den Beträgen wurde knapp die Problematik erläutert, um dann vor allem unbescholtene Jugendliche und deren eingeschüchterte Eltern zu zeigen. Wahlweise beim Rasenmähen oder bei anderen idyllischen Familientätigkeiten, fern vom bösen Computer. “Es soll wehtun” war die Forderung von Rasch, “es tut weh” schien die Antwort von Stern TV und RTL zu sein. Als die Jugendlichen am Ende von Jauch gefragt wurden, welche CD sie zuletzt gekauft hatten, antworte einer der beiden “The Dome 43″(eine Compilation, die man zur entsprechenden Show auf RTL2 erwerben kann).

So mag man bei Stern TV zwar die hohen Forderungen der Musikindustrie und die Abmahnwellen kritisiert haben, vor allem hat man aber dem eigenen Kundenkreis eine deutliche Warnung zukommen lassen. Um sich möglichen Forderungen der Musikindustrie erwehren zu können, wird empfohlen “vorbeugende Unterlassungserklärungen” auf der Seite von Stern TV herunterzuladen:

Wenn Sie zu befürchten haben oder nicht ausschließen können, dass in den vergangenen Monaten über Ihren Internetanschluss sei es von Freunden oder von Kindern - illegal Musik getauscht worden ist, dann empfehlen wir die Abgabe der nachfolgenden sechs Unterlassungserklärungen.

Ob dies tatsächlich ohne “Anerkennung einer rechtlichen Verpflichtung [..] und ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage” möglich ist, bleibt allerdings mehr oder minder dem Zufall überlassen. Der Musikindustrie geht es ja darum ein Zeichen zu setzen. Christian Solnecke meint aber dennoch, dass eine solche Erklärung schützen kann:

Der Vorteil einer präventiven Unterlassungserklärung liegt darin, dass die aktiven Anwälte keine Abmahngebühr mehr verlagen können. Womöglich verlieren sie dann das Interesse an Ihrem Fall - sicher ist das allerdings nicht.

In seinem Schlusswort forderte Rasch, dass “solche Programme”(P2P) dann auch tatsächlich nicht mehr genutzt werden dürfen. Kein Wort von den Möglichkeiten P2P jenseits der Illegaliltät zu nutzen, kein Wort von anderen Strategien der Musikindustrie.

Die Strafe und der Verfahrensausgang hängt nicht zuletzt auch von dem Gericht ab, an dem die einzelnen Fälle ausverhandelt werden. Eine Übersicht über die einzelnen Urteile gibt`s auf der Seite der Kanzlei von Christian Solnecke.

Folgende Kanzleien in Deutschland verfolgen für die Rechteinhaber Filesharingaktivitäten:

kanzlei rasch (hamburg - musikindustrie)
schutt&waetke (karlsruhe – spiele)
kuw (karlsruhe) porno
waldorf (münchen) hörbücher
kornmeier(frankfurt) 3p- wenige kleinere labels

Samstag, 19. Mai 2007

The Professional Suicide of a Recording Musician

Auf einer Veranstaltung des Zentrum für Aktuelle Musik (ZAM) auf der Musiktriennale Köln gab es gestern ein Konzert und Vortrag von Bob Ostertag (Komponist, Performer, politischer Aktivist, Prof. of Technocultural Studies and Musik). Er sprach über das Bewusstsein, mit digitalen Technologien Kunst zu machen - welches dieselben Technologien sind, mit denen andere Menschen Beiträge zu Kriege, Klimaerwärmung und anderen gesellschaftliche Katastrophen anrichten. Des weiteren erklärte er, warum er seine sämtlichen Aufnahmen seit einem Jahr unter einer Creative Commons-Lizenz zum Download bereit stellt, was mich auf seinen kürzlich veröffentlichten lesenswerten Artikel “The Professional Suicide of a Recording Musician” aufmerksam machte, in dem er seine Entscheidung zur freien Veröffentlichung seiner Musik im Detail begründet.

 

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