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Montag, 10. März 2008

Medienfreiheit in Nahost

Die Sendung “Breitband” bei Deutschlandradio Kultur hat am Freitag über “Medienfreiheit in Nahost” berichtet:

Wenn es um Pressefreiheit geht, kommen die arabischen Staaten meist schlecht weg: Eingeschränkte Meinungsfreiheit, Zensur und staatliche Dominanz behindern den alltäglichen Kampf ums freie Wort. Schaut man aber genauer hin, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Viele arabische Zeitungen sind so vielschichtig, wie die muslimischen Gesellschaften im Nahen Osten. Diskutiert wird z.B., wie es dazu kommen konnte, dass die arabischen Länder jene islamistischen Terroristen hervorbringen, die derzeit vor allem das westliche Bild des Nahen Ostens und des Islams prägen. Im arabischen Fernsehen, immer noch Informationsquelle Nummer Eins, fehlt es dagegen sehr häufig an politischer Ausgewogenheit. Dennoch: Auch hier ist Vielfalt angesagt.

Hier ist die 12 Minuten lange MP3.

Dienstag, 8. Januar 2008

Auslandssender protestieren gegen Zensur

Die Chefs der fünf großen westlichen Auslandssender beklagen, dass immer mehr Länder die Arbeit von Journalisten behindern, Internet und Radio zensieren und blockieren: Auslandssender protestieren gegen Zensur.

Zum ersten Mal richten sich die fünf großen Auslandssender westlicher Staaten - der BBC World Service, die Deutsche Welle, Radio France International, Radio Netherlands Worldwide und Voice of America - mit einem gemeinsamen Appell direkt an die Politik: “Immer mehr Staaten versuchen, mit Störsendern das Radio zu behindern und das Internet zu blockieren und zensieren”, heißt es darin ungewöhnlich deutlich. Dazu kämen Einschränkungen der Medienfreiheit und Angriffe gegen Journalisten in vielen Gebieten.[...] Besonders beunruhigend seien darüber hinaus “die Versuche einiger Regierungen, durch Lizenzierungs- und Regulierungsmaßnahmen lokalen Partnersendern die Wiederausstrahlung unserer Hörfunk- und Fernsehprogramme zu erschweren oder zu verbieten”. Ungeachtet unterschiedlicher historischer Hintergründe, Aufträge und Erfahrungen seien sich die internationalen Sender einig in dem Ziel, wahrheitsgemäße und pluralistische Nachrichten und Informationen für Menschen weltweit anzubieten.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Iran: 23 Internetdissidenten verhaftet, 24 Internetcafés geschlossen

Reporter ohne Grenzen berichtet über aktuelle Entwicklungen im Iran: 23 Internetdissidenten verhaftet, 24 Internetcafés geschlossen.

Am Sonntag hat die Teheraner Polizei 24 Internet-Cafés geschlossen und 23 Internetnutzer, darunter elf Frauen, wegen „unmoralischen Verhaltens“ verhaftet. Reporter ohne Grenzen verurteilt dieses Vorgehen auf das Schärfste. „Die Linie der Regierung in Sachen freie Meinungsäußerung radikalisiert sich weiter - vor allem, wenn Frauen betroffen sind“, so ROG. „Die Gründe für die Festnahmen sind extrem vage. Die Verhafteten müssen umgehend frei kommen und Internet-Cafés wieder eröffnet werden.“ Die Polizei hatte nach eigenen Angaben 170 Internetcafés der Hauptstadt bereits am 15. Dezember vor ihrer möglichen Schließung gewarnt.

Die Razzien fallen zusammen mit der Ausweitung einer im April begonnenen Kampagne gegen Frauen, die die islamischen Bekleidungsvorschriften verletzen. Frauen werden angewiesen, keine „westlichen“ Kleidungsstücke wie etwa enge Hosen oder hohe Stiefel zu tragen, die als „unangemessen“ betrachtet werden. Seit Mahmoud Ahmadinejad 2005 Präsident wurde, wird von allen Iranerinnen und Iranern erwartet, dass ihr Äußeres den islamischen Vorstellungen entspricht. [...]

Freitag, 16. November 2007

Shi Tao und Wang Xiaoning: Yahoo zahlt Entschädigung, keine Strafe

Wer die taz liest hat es schon gesehen: Yahoo zahlt Chinas Dissidenten aus von Ben Schwan.

Es war ein Fall, der für mehr als nur schlechte Presse für den Internet-Giganten Yahoo sorgte: Der Portalbetreiber, wie viele wichtige US-Web-Konzerne auch in China vertreten, soll 2002 und 2004 so bereitwillig mit den kommunistischen Behörden zusammengearbeitet haben, dass zwei Internet-Demokratie-Aktivisten im Gefängnis landeten. Dort sitzen Wang Xiaoning und Shi Tao noch immer - verurteilt zu zehn Jahren für “Subversion des Staates” (Xiaoning) und angeblichen “Verrat von Staatsgeheimnissen an ausländische Websites” (Tao). Beide hatten sich zuvor in Internet-Postings für mehr Demokratie ausgesprochen.

[...] Das Zivilverfahren wurde nun außergerichtlich beigelegt. Wie am Dienstag bekannt wurde, zahlt Yahoo den beiden Familien eine nicht näher bezeichnete Summe, gibt seine Schuld - wie bei solchen Ausgleichen üblich - allerdings auch nicht offen zu. [...]

Dass dadurch das Verfahren um Jahre verkürzt wurde mag eine gute Sache sein, vor allem dann, wenn beide Journalisten tatsächlich freigelassen werden können. Abwägen in so einer Lage ist schwierig und immer, von Europa aus, überheblich. Vielleicht kann die PR aber ja noch etwas bewirken, anstatt nur weißzuwaschen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Preisverleihung der BOBs-Awards 2007 in Berlin

Am 15.11. 2007 findet die Preisverleihung der BOBs-Awards 2007 von der Deutschen Welle im Museum für Kommunikation in Berlin statt. Beginn ist 20 Uhr und der Eintritt ist frei.

Am 14. November trifft sich die internationale Jury in Berlin und ermittelt gemeinsam die Preisträger der Jury-Awards. Am darauf folgenden Tag, den 15.11.2007, werden die Gewinner auf einer öffentlichen Veranstaltung, in Anwesenheit der Jury bekannt gegeben. An diesem Abend wird die Jury - 15 bekannte Blogger und Experten aus 10 Ländern - nicht nur die Gewinner verkünden, sondern auch einen Einblick in Tendenzen und Besonderheiten ihrer jeweiligen Blogwelten geben. Die Preisverleihung wird von der Deutschen Welle gemeinsam mit dem Museum für Kommunikation in Berlin veranstaltet.

E sgibt auch gute Netlabel-Musik im Anschluss an den offiziellen Teil.

Sonntag, 30. September 2007

Jugendmedientage 2007

Am Freitag war ich bei den Jugendmedientagen 2007 in Leipzig, um über “Grenzenlos 2.0” zu diskutieren. Das war eine sehr nette Diskussion mit vielen interessierten jugen Menschen. Zu den Jugendmedientagen kommen junge Menschen zwischen 15 und 25. Das Durchscnittsalter lag wohlbei 18,5 Jahren. Die Teilnahme kostet 50 Euro, dafür werden die Fahrtkosten und die Unterkunft übernommen und man erhält ggf. Schulfrei. Wer also jung ist und Interesse hat, sollte sich bei der Jugendpresse Deutschland informieren, wann die nächsten Jugendmedientage 2008 stattfinden. Dort erhält man übrigens auch einen Jugendpresseausweis, was für junge Blogger auch interessant sein dürfte.

Über die Diskussion wurde anschliessend auch ein Podcast gemacht: Netz-Freiheit für alle. (MP3)

29.09.2007: In der Anonymität der Netzes kann gebloggt, gepodcastet und vieles mehr werden, was des Menschen Herz bewegt. Der Autor und Journalist Farhad Payar, Karolin Sengebusch vom Eurient e.V., der ARD-Auslandskorrespondent Andreas Franz und Markus Beckedahl von netzpolitik.org diskutierten über Meinungs- und Pressefreiheit und die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0. Steffi Hanschke war dabei.

Jan Schmidt war auch vor Ort und hat ausführlich über verschiedene Veranstaltungen gebloggt:

Abends diskutierten zum Thema “Grenzenlos 2.0″ Farhad Payar (Deutsche Welle), Karolin Sengebusch (Eurient), Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Andreas Franz (MDR) - auch das eine sehr spannende Runde, in der es zunächst um die Potenziale des Internets ging, Gegenöffentlichkeiten zu schaffen und auch über Ländergrenzen hinweg politische Unterstützung zu mobilisieren. Später schwenkte auch diese Diskussion zumindest für eine Weile auf Themen wie Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner um; Markus Beckedahl fasste dies prägnant zusammen: “Das Internet kann beides sein - Instrument für freie Meinungsäußerung UND Werkzeug der staatlichen Überwachung.” Auch hier hat mich die lebhafte Diskussion mit dem Publikum (per Mikro und per Chatwall) sehr begeistert; es klingt pathetisch und altersweise, aber es ist meines Erachtens tatsächlich ungeheuer wichtig, dass junge (wie ältere) Leute die “Werkzeughaftigkeit” des Internet erkennen und sehen, dass es für ganz unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden kann, weswegen gerade im Umgang mit persönlichen Daten besondere Vorsicht geboten ist.

Seine Einschätzung zu der lebhaften Diskussion mit den jungen Menschen teile ich. Hatte nicht so eine gute Diskussion über die Chancen und Risiken des Internets erwartet. Das hat echt Spass gemacht.

Das Jugendmedien-Blog informiert regelmässig über “junge Medien” aus Deutschland.

Samstag, 29. September 2007

Unterstützung für Myanmar/Burma/Birma

Der Spiegelfechter hat einen Ticker über aktuelle Geschehnisse eingerichtet. Die CBox Burmanews übersetzt Nachrichten von einheimischen Blogs ins Englische. Wer besondere Sprachkenntnisse besitzt, kann dabei auch gerne mithelfen.

Bei Robert Basic wird mit Hilfe des Blogs und einem Wiki ein “Burmaday” für den 4. Oktober organisiert.

Donnerstag, 27. September 2007

Jugendmedientage: Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?

Ich bin morgen Nachmittag in Leipzig, um bei den Jugendmedientagen 2007 an einer Diskussion über „Grenzenlos 2.0 – Die große Freiheit?“ teilzunehmen. Mit dabei sind Farhad Payar von der Deutschen Welle, Ines Braune, Orient- und Medienwissenschaftlerin aus Leipzig und ein Vertreter von Reporter ohne Grenzen.

Das Internet macht es möglich: Über Blogs und E-Mails lassen sich Informationen rasend schnell verbreiten. Moderne Programme wie Google Earth machen sichtbar, was gut versteckt werden sollte. In der Anonymität des Netzes kann geschrieben werden, was schon immer ein Misstand war. Regimekritik im Web und die grenzenlose Fülle an Informationen, die das Internet bietet, wird autoritären Staaten immer mehr zum Dorn im Auge. Ist das viel gepriesene Web 2.0 dabei tatsächlich ein Segen für die Meinungs- und Informationsfreiheit in Staaten, die ihren Bürgern das freie Wort auf der Straße verbieten? Wie frei sind Blogger, Pod- und Videocaster wirklich in ihren Äußerungen? Sind Informationen und die Weiten des Webs für sie tatsächlich „grenzenlos“? Wir diskutieren mit Menschenrechtlern, Webaktivisten, Bloggern und Journalisten aus Ländern mit eingeschränkter Meinungs- und Pressefreiheit über die Möglichkeiten und Chancen des Web 2.0.

Die Jugendmedientage 2007 werden von der Jugendpresse Deutschland organisiert.

 

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