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Montag, 14. Januar 2008

The Simpsons: “Haha, your medium is dying!”

Lustiger Ausschnitt aus einer Simpsons-Folge:

Weiss jemand, aus welcher genauen Simpsons-Folge dieser kurze Ausschnitt stammt? Danke: Es ist Staffel 19, Folge 10 von letzter Woche.

[via media ocean]

Focus öffnet Archiv

Wie Horizont.net berichtet, hat der Focus sein Archiv zur kostenfreien Nutzung geöffnet. Mal schauen, wann der Spiegel nachzieht:

“Der Spiegel” hat es angekündigt, “Focus” schafft jetzt Fakten: Das Nachrichtenmagazin stellt seinen Lesern ab sofort sein komplettes Printarchiv kostenlos zur Verfügung. Unter www.focus.de/archiv können sowohl Texte als auch Rankings und Tabellen, die seit der ersten Focus-Ausgabe im Januar 1993 erschienen sind, abgerufen werden.

[Danke an Mathias]

Sonntag, 13. Januar 2008

Und das Wetter war früher auch besser?

Grossartig: Stefan Niggemeier in der FAS über das neue Buch von Kai Diekmann: Und das Wetter war früher auch besser.

Oft setzt sich Diekmann aber gar nicht moralisch auf hohe Rösser, unter denen sich seine Zeitung täglich durchrobbt, sondern fordert die anderen auf, zu ihm hinunter in den Schlamm zu kommen. Sein Buch durchzieht als roter Faden das Leiden des weißen, heterosexuellen Mannes, der ununterbrochen auf irgendwelche Leute Rücksicht nehmen müsse, die weniger normal sind als er. Es ist der Schrei einer gequälten Kreatur, eine Forderung nach weniger Verständnis, Anteilnahme und Toleranz, weniger Reflexion und mehr Vertrauen auf das, was Diekmann „gesunden Menschenverstand“ nennt und vermutlich das ist, was aus Menschen in größeren Zusammenballungen Mobs macht.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch

Telepolis hat ein Interview mit dem Soziologen Bernd Hamm über die zunehmende Ideologisierung der Medien: “Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch“. Von ihm ist auch das Essay “Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird“, indem er laut Telepolis die Entwicklung der Medien seit den Siebziger Jahren nachzeichnet und zu dem Schluss kommt, “dass mit der zunehmenden Privatisierung und Kommerzialisierung der Medien die Selbstaufklärungsmechanismen der Gesellschaft in steigenden Maßen versagen.”

Montag, 29. Oktober 2007

Die bulgarische Blogosphäre im Wahlkampf

Über den bpb-newsletter gekommen: Die bulgarische Blogosphäre

Bulgarischen Politikern waren die Möglichkeiten der Blogosphäre bis vor kurzem noch unbekannt. Doch im Zuge der Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag haben sie einige einfallsreiche Politiker entdeckt, stellt Julian Popow fest: “Bloggen ist ein globales Beicht-Instrument. Man kann Wut entschärfen, öffentlich Fehler bereuen und der Welt Fakten verkünden, die es nicht in die Zeitungen schaffen. Politiker haben offensichtlich begriffen, dass sie über Blogs und YouTube die ansonsten desinteressierte Nation erreichen können. Doch erfolgreich sind in der Blogosphäre nur diejenigen, die sie nicht als Kanzel für Predigten missbrauchen. Die Wähler sympathisieren mit Menschen, die ihnen vertraut sind, denen sie sich nahe fühlen. Sie wollen tolle Einfälle, keine tiefgreifenden Analysen. Man muss sie jeden Tag aufs Neue überraschen.”

Der Artikel ist auf bulgarisch, vielen Dank an die Übersetzer. Kennt sich hier jemand in Bulgarien aus?

Mittwoch, 24. Oktober 2007

SPD-Medienkommission gegen Vorratsdatenspeicherung

Innerhalb der SPD gibt es mittlerweile offenen Widerstand gegen das Vorhaben, die Vorratsdatenspeicherung am 9. November durch den Bundestag zu peitschen. Insbesondere wird ein besserer Schutz für Journalisten gefordert und eine Befristung der ganzen Maßnahme bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Offenbar geht man auch hier davon aus, dass der EuGH die EU-Richtlinie aufheben wird. Der Vorsitzende der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, Marc Jan Eumann, erklärte heute:

Bei der Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gibt es noch dringenden Änderungsbedarf. Sollte der Gesetzentwurf der Bundesregierung in 2. und 3. Lesung am 9. November unverändert beschlossen werden, wäre damit der Informantenschutz in Deutschland und die Pressefreiheit massiv gefährdet. (…)

Nach Auffassung der Medienkommission hätte dies bei der Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in der vorliegenden Fassung zur Folge, dass die Freiheit der Medien in einem ihrer sensibelsten Punkte mit ungeahnter Intensität beschädigt würde. Allein die Tatsache, dass alle Telekommunikationsverkehrsdaten für den Zeitraum von einem halben Jahr gespeichert werden, wird deutlich negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zu journalisitischen Berufsgeheimnisträgern haben. Auch hier sehen wir deutlichen Klarstellungsbedarf mit Blick auf den Schutz von Berufsgeheimnisträgern und den Informantenschutz. (…)

Solch weit reichende Grundrechtseingriffe sollten befristet und vor Ablauf der Befristung evaluiert und auf ihre tatsächliche Wirksamkeit und Effizienz überprüft werden. Die Vorgaben zur Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sollten - bis zur erwarteten Entscheidung des EuGH befristet und vor dem Hintergrund dieser Entscheidung korrigiert werden.

Eine beachtliche Entwicklung und ein großer Erfolg für die Arbeit des AK Vorrat und aller anderen Datenschützer in den letzten Monaten. Und eine schöne zusätzliche Motivation für die bundesweiten Aktivitäten am 6. November. (Und jetzt kommt mir nicht mit “wer hat uns verraten…?” Innerhalb aller Parteien gibt es Befürworter und Gegner der Überwachung. Außerparlamentarische Aktivitäten haben auch die Funktion, diesen Überwachungsgegnern den Rücken zu stärken.)

Dienstag, 9. Oktober 2007

MovieSuccess-Center

Gerade bei Heise gelesen und sehr gelacht.

Marketingwissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar und der Universität Hamburg haben eine nach eigenen Angaben unabhängige Studie vorgelegt, die sich mit den Auswirkungen des Filesharing von auf die Filmwirtschaft auseinandersetzt.
Insgesamt gingen der Filmindustrie in Deutschland somit über 190 Millionen Euro pro Jahr verloren.

Und jetzt der Lacher:

Eines der Hauptprobleme ist laut Professor Dr. Thorsten Hennig-Thurau, Hauptautor der Studie und Leiter des Weimarer Moviesuccess-Forschungscenter

Zuerst “unabhängige Studie” und dann “MOVIESUCCES-FORSCHUNGSCENTER” - Krass. Und der Name ist Programm. Ich hab mir mal eine Präsentation von denen angesehen. Auf Seite zwei steht:

• Das MovieSuccess-Center ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Bauhaus-UniversitätWeimar. Damit sind für die Filmindustrie zwei wichtige Vorteile verbunden:
• Innovativität und Kompetenz. Wir verwenden anspruchsvolle wissenschaftlicheund analytische Methoden wie ein repräsentatives proprietäres Panel von Filmkonsumenten, das für die Durchführung von Studien zur Verfügung steht.
• Kosten. Als Non-Profit-Einrichtung ist es uns möglich, wissenschaftlich interessante Studien zu niedrigen Kosten anzubieten.

Na, wenn das kein billiges Ergebnis ist.

Update: Spiegel-Online hat sich wohl nicht die Präsentation angeschaut, wenn man das dort liest:

Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr. Bisher konnten sich Befürworter illegaler Filmkopien stets damit herausreden, dass die Schauermeldungen über enorme Umsatzverluste ja von der Industrie selbst stammen, also ideologisch verfärbt seien. Jetzt aber hat ein Forscherteam der Uni Hamburg und der Bauhaus-Universität Weimar eine Studie veröffentlicht, die den Filmbossen Recht gibt: Der durch Raubkopien angerichtete Schaden sei enorm.

Donnerstag, 27. September 2007

Fernseh-Tip: Was sind uns gute Medien wert?

Am kommenden Sonntag, den 30. September, gibt es von 11:00-12:30 Uhr im WDR Fernsehen die Talkrunde “Was sind uns gute Medien wert? Wie wir uns morgen informieren“. Das klingt erstmal ein wenig langweilig, vor allem wegen der vielen alten Männer in der Runde. Aber Constanze Kurz vom Chaos Computer Club ist dabei, und so wird es wohl trotzdem interessant werden.

Die “Tagesschau” auf Handy, der Lieblingsfilm im Internet zum Runterladen, das verpasste Hörspiel…, alles kein Problem mehr dank der ständig fortschreitenden Digitalisierung. Dieser unumkehrbare Fortschritt wird die Medienwelt revolutionieren. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem letzen Urteil bekräftigt, dass ARD/ZDF zukünftig auch in den digitalen Medien tätig werden dürfen, ja zur Erfüllung ihres Grundauftrages auch müssen. Diese Entscheidung führt in der Öffentlichkeit und vor allen Dingen bei den Tageszeitungsverlegern zu Widerspruch: Gehört das Internet überhaupt zu den Aufgaben der Sender? Sind wir bereit für gutes Programm und gute Druckerzeugnisse auch gutes Geld hinzulegen? Viele Verleger versuchen, ihr Geld im Netz zu investieren. Fehlt das Geld damit den Redaktionen für hochwertige Zeitungen und Zeitschriften? Warum kostet Qualitätsjournalismus so viel? Wie wird sich das Fernsehen - auch durch das veränderte Zuschauerverhalten - wandeln?

 

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