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Montag, 10. Dezember 2007

Mit Peer-Production gegen Korruption

Im Economist ist ein Portrait über Lawrence Lessig und seine aktuelle Arbeit: Cyberlawyer 2.0.

He is also arguing his case in speeches and on his blog, with the hopes of inspiring and encouraging others to participate in his campaign, in a manner akin to Wikipedia. If “you can architect the problem into bite-sized chunks” and then motivate volunteers, the results can be impressive, he says, noting that Wikipedia has grown to be one of the internet’s ten most popular sites. “If we mobilise people to think of [corruption] as a trackable problem, we can use this technology to change Washington,” he declares. His supporters reckon that if anyone can do it, Mr Lessig can. Whether speaking to a legal, policy or technology crowd, says Mr Zittrain, “Larry can take the incomprehensible debates from academia and put them on a bumper sticker.”

Sonntag, 7. Oktober 2007

Lessig über Korruption und Transparenz

Lawrence Lessig hat ein Interview über Korruption, Geld in der Politik und die Notwendigkeit von Transparenz und öffentlichen Informationen gegeben. Sehr spannend:

Mittwoch, 26. September 2007

Transparency International: Korruptionswahrnehmungsindex 2007

Transparency International hat heute ihren Korruptionswahrnehmungsindex 2007 (Corruption Perceptions Index) vorgestellt. Trotz Siemens klliegt Deutschland immer noch auf Platz 16. Das ist steigerungsfähig, z.B. durch ein besseres Informationsfreiheitsgesetz.

Tagesschau.de berichtet: Kaum Fortschritte bei Korruptionsbekämpfung.

Der Vorsitzende von TI-Deutschland, Hansjörg Elshorst, verwies darauf, dass die skandinavischen Länder eine lange Tradition an transparenten und funktionierenden staatlichen Strukturen hätten. Deutschland dagegen habe erst vor eineinhalb Jahren das Informationsfreiheitsgesetz beschlossen, das immer noch nicht richtig greife.

Seine Organisation forderte die Bundesregierung auf, mehr gegen Bestechung zu unternehmen. Vor allem die Regeln für den Wechsel von Mandatsträgern oder Politikern in Unternehmen, mit denen sie zuvor fachlich zu tun hatten, müssten verschärft werden. Das sei völlig unzureichend geregelt, kritisierte Elshorst. Als Beispiel nannte er die Bahn, wo zahlreiche ehemalige Politiker als Lobbyisten tätig sind. Außerdem müssten die Regeln für die Nebentätigkeit von Mandatsträgern stringenter gestaltet werden.

Mehr gibts in der Pressemitteilung zu lesen: Transparency Deutschland fordert konzertierte Aktion zur Bekämpfung der Auslandskorruption - Deutschland im Korruptionswahrnehmungsindex 2007 erneut auf Platz 16.

Mittwoch, 5. September 2007

Microsofts Marktmacht und die Korruption

Die Computerwelt aus Österreich berichtet über die Marktmacht von Microsoft bei der Beeinflussung von nationalen ISO-Gremien: Microsoft-Mängel werden zum Standard erhoben.

In einer beispiellosen Demonstration seiner Marktmacht hat Microsoft daraufhin versucht, die Abstimmungen in den weltweiten OOXML-Komitees zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Den Anfang machte die USA: Monate vor der Abstimmung bestand das Komitee aus sieben Mitgliedern, darunter Microsoft. Am Abstimmungstag waren es plötzlich 26 und die neuen Mitglieder entpuppten sich als Microsoft-Partner. Auch in Schweden tauchten kurz vor der Abstimmung 23 neue Mitglieder mit Naheverhältnis zu Microsoft auf. Da jedoch ein übereifriger Microsoft-Vertreter zweimal gestimmt hatte (!), wurde Schwedens Ja-Stimme mittlerweile in eine Enthaltung umgewandelt. Ein schwedischer Microsoft-Mitarbeiter hat zudem zugegeben, dass Partner mit der Bitte an der Abstimmung teilzunehmen, angeschrieben wurden.

Ähnlich ging es auch in der Schweiz, in Italien, Portugal, Spanien, Deutschland und Dänemark zu. Im zuständigen italienischen Komitee beispielsweise ist die Zahl der Mitglieder seit Jahresbeginn von vier auf 85 gestiegen, da nicht nur Microsoft seine Partner mobilisiert hatte, sondern auch ODF-Anhänger, die von dem Microsoft-Vorhaben Wind bekommen hatten. Komiteevorsitzender Leonardo Chiariglione: »Die Abstimmung bekam solch eine Schärfe und wurde so politisch aufgepeitscht, dass ich keine Position mehr vertreten wollte.« Italien wird sich der Stimme enthalten. In Portugal ist der Leiter des Komitees Miguel Sales Diaz – ein Microsoft-Manager. Unter Diaz wurden zwar neue Mitglieder zugelassen, allerdings nur bestimmte.

Die Electronic Frontier Foundation Finland hat hingegen die Länder-Unterstützungen mit dem “Corruption Perceptions Index” von Transparency International verglichen und ist zu dem unerwarteten Ergebnis gekommen, dass korrupte Staaten eher die Microsoft-Linie vertreten: Corrupt countries were more likely to support the OOXML document format. Die Aussage ist recht nachvollziehbar auf der EFFI-Seite mit Statistik erklärt.

Sonntag, 5. August 2007

Neues auf dem Spiele-Markt

Telepolis berichtete zweimal über verschiedene Computerspiele-Projekte mit unterschiedlichen Ansätzen. Da gibt es erstmal das interessante deutsche Spiel “EDU“, welches Shooter-Elemente mit Wissen verbindet: Kreide statt Knarre

Das an der Uni Jena entwickelte Computerspiel “EDU” zeigt allen Politikern, die sich den Mund fransig babbeln, wenn es um die so genannten Killerspiele geht, dass die Diskussion um ein Verbot derartiger Games weit am Ziel vorbeischießt. Steckt da, sofern es nicht menschenunwürdig zugeht, nicht vielleicht sogar Potenzial für Neues drin?

Etwas politisch motivierter ist “Das chinesische Killerspiel gegen die Korruption“:

Die chinesische Regierung versucht, gegen die Korruption in Staat und Partei anzugehen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, haben nach Einführung neuer Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung im Mai 1790 Staatsbedienstete im Juni “freiwillig” ihr Fehlverhalten gemeldet. Wer innerhalb von 30 Tagen seine Missetaten eingesteht, sollte mildere Strafen erhalten, während die anderen hart bestraft würden. Um zur Jagd auf korrupte Staatsdiener anzustacheln und sie als verdammungswürdig darzustellen, bietet nun der Disziplinarausschuss der Kommunistischen Partei im Distrikt Haishu der Stadt Ningbo seit dem 25. Juli ein Online-Spiel auf dem China Anti-Corruption Culture Gaming Net an.

Donnerstag, 28. Juni 2007

Korruption per Webformular melden

Nguyen Vu Binh ist nicht der einzige, der Aufklärung über Korruption in Vietnam fordert. Eine Umfrage von 2005 bestätigt, dass bis zu 80% der Vietnamesen glauben, dass die Regierungsvertreter des eigenen Landes korrupt sind - was augenscheinlich auch von einem Drittel der befragten Regierungsvertreter implizit bestätigt wurde: “they would take a bribe if offered” (siehe Beitrag earthtimes.org.)

Naja, so wünschenswert ein offenes Webformular gegen Korruption im Prinzip ist, es kann auch viele absichtsvolle Falschmeldungen liefern (in der ct gabs mal ein passenden Editorial zum GEZ-Anmeldeformular, wo man fröhlich und auf Verdacht mal eben schnell alle Nachbarn eintragen kann). Und gegen die korruptionsanfällige Polizei, die viel zu schlecht bezahlt wird, hilft online allein wenig.

 

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