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Mittwoch, 3. Januar 2007

DRM visualisieren: Benutze CD mit Bohrmaschine

Unser schweizer Netzpolitik-Korrespondent Daniel Boos ist bei KulturTV.ch zu sehen:

Was Sony und andere grosse MajorLabels jeden Tag machen, wird hier von Daniel Boos und Martin Feuz präsentiert: CDs und DVDs vor dem Kopieren schützen. Erstaunlich, wie einfach das geht. Es braucht nur eine Bohrmaschine (Marke egal) und schon kann das Werk geschützt werden. Ansonsten erfahren wir mehr zur Digitalen Allmend.

Und hier als Flash: Weiterlesen …

Donnerstag, 14. Dezember 2006

SPD-Verbraucherschützer gegen Kriminalisierung und für Privatkopie?

Die Verbraucherschützer der SPD-Fraktion wachen gerade in der Urheberrechtsdebatte etwas auf. Bevor sie letztendlich vermutlich doch für das derzeit diskutierte Gesetz stimmen, wollen sie wenigstens nochmal Kritik geäussert haben. Das klingt dann so:

Urheberecht funktioniert nicht ohne Nutzungsrechte. Wir müssen in unserer Abwägung daher auch die Seite der Nutzer, das heißt die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher berücksichtigen. Dies bedeutet, dass wir die Nutzer weder benachteiligen noch kriminalisieren dürfen.
[..]
* Es muss für den Eigengebrauch möglich sein, die Lieblings-CD auch in kopierter Form im Auto, auf dem Handy oder im MP3-Player zu hören. Daraus folgt aber, dass dieses Recht nicht durch unangemessenen Kopierschutz der Anbieter vereitelt wird, der nicht umgangen werden darf. Hier brauchen wir eindeutig nutzerorientierte Lösungen. Das Recht auf Privatkopie muss erhalten bleiben.

* Die durchschnittlichen Nutzer - gerade Kinder und Jugendliche - können oftmals nur schwer erkennen, ob sie einen Urheberrechtsverstoß begehen. Ohne Bagatellklausel wird zunächst von den staatlichen Behörden ermittelt. Die Einstellung der Verfahren wäre eine Ermessensentscheidung der jeweiligen Staatsanwaltschaft. Daher brauchen wir eine gesetzliche Bagatellklausel, die eine Kriminalisierung wirksam verhindert, wenn geistige Werke nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.

* Es ist nicht hinnehmbar, dass Rechtsanwaltskanzleien aufgrund professionell betriebener Abmahnungsgeschäfte ganze Familien in den Ruin treiben, weil die Kinder im Internet aus Versehen ein geschütztes Werk heruntergeladen haben. Trotz aller energischer Bekämpfung der Piraterie von geistigem Eigentum - wir dürfen hier nicht über das Ziel hinausschießen und die Nutzer mit überhöhten Abmahnkosten konfrontieren.

Wir brauchen ein Urheberrecht, das neben den Rechten der Urheber auch die berechtigten Interessen der Nutzer nicht vergisst.

Wetten, dass der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Manfred Zöllmer, bei der Abstimmung im Bundestag “den Tauss spielen” wird und trotzdem für eine Kriminalisierung stimmt?! Ich würde mich ja freuen, wenn es da noch Änderungen geben würde. Aber ich bin da eher pessimistisch.

Mittwoch, 13. Dezember 2006

FTD: Freiheit für die Musik

Einen lesenswerten Kommentar zur Kopierschutz / DRM Problematik findet sich in der Financial Times Deutschland: Freiheit für die Musik - weg mit dem Kopierschutz.

[...]Mit Retortenprojekten und Casting-Mega-Super-Popstars schafft es die Industrie wie bei Fast Food den Hunger nach neuer Musik schnell zu stillen. Aber wie beim Burger wird man von dem Konsum nicht satt, sondern bekommt nur einen schlechten Atem. Viel mehr musikalischen Nährwert haben oft unbekannte Künstler, die in keinem Radio gespielt werden. Bands wie die Arctic Monkeys oder Gnarls Barkley wurden durch das Internet und Mund-zu-Mund-Propaganda populär. Wer braucht da noch etablierte Künstler, die eh immer denselben Song neu aufnehmen? Und weshalb sollte man dafür zahlen wollen?
[...]
Es ist also nicht verwunderlich, dass Apple und andere Musikverteiler weniger Songs verkaufen – und das, obwohl im gleichen Zeitraum die Zahl der verkaufen MP3-Player immens gestiegen ist. Wenn Apple im iTunes-Store also weniger Songs verkauft, stöhnt eine ganze Branche auf. Dabei sollte man den Grund nicht beim Mac-Hersteller suchen, sondern beim Wunsch der Industrie nach dem perfekten Kopierschutz.

Schön zu lesen, dass unsere Argumentation von einem Wirtschaftsmagazin übernommen wird.

Montag, 2. Oktober 2006

Vorlauf zum “Tag gegen Kopierschutz”

Morgen ist der “Day against DRM”. Dieser Tag wurde von der Defective by Deisgn Kampagne ausgewählt, um weltweit den Protest und die Kritik an DRM/Kopierschutz zu bündeln. Leider an einem Tag, wo wir hier in Deutschland nicht mit Apple-Stores rumspielen dürfen. Aber vielleicht gibts ja doch noch was…

Heute berichtet aber schon die Futurezone: Vorlauf zum “Tag gegen Kopierschutz”.

Dienstag, 26. September 2006

Gwen Hinze von der EFF zum WIPO Broadcast Treaty

TheDigitalMusicWeblog hat ein interessantes Interview mit Gwen Hinze von der EFF zum WIPO Broadcast Treaty: Digital Music Profile: The EFF’s Gwen Hinze.

[TDMW] Could you briefly explain how you believe that the broadcasting treaty will work/not work alongside the existing law of Copyright?

[GH] The treaty would create a new layer of rights that apply over, and in addition to, copyright. The treaty also requires signatory countries to provide legal protection for technological protection measures (TPMs) used by broadcasters. The new rights, backed by legally-enforced TPMs, would allow broadcasters and cablecasters to restrict access to transmitted information even where a work is the Public Domain, licensed under a Creative Commons licence, or where use would be permitted under national copyright law.

The treaty allows, but doesn’t require, signatory countries to create exceptions that parallel those in national copyright law. So for end users, whether you’ll be able to make use of transmitted material the same way then comes down to the political will of your national government, and the strength of domestic broadcasting lobbyists when national implementation legislation is debated in parliament.

Sonntag, 17. September 2006

Am Dienstag in Berlin: Das Internet und die Zukunft der Musik

*iPod:youTube* - Das Internet und die Zukunft der Musik

flyer der veranstaltung die zukunft der musik

Podiumsdiskussion mit anschließender Lounge, veranstaltet von Heinrich-Böll-Stiftung und Netzwerk Neue Medien am Dienstag, den 19. September 2006 um 20:00 Uhr im Grüner Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Eintritt ist frei und anschliessend gibts Musik.

Mit:

* Peter Zombik * (*IFPI*, Verband der deutschen Phonoindustrie)
* Stephan Benn * (*VUT*, Verband unabhängiger Tonträgerhersteller)
* Johnny Haeusler * (Blogger von *spreeblick.com*)
* Moritz Sauer * (Netlabel-Katalog *phlow.net*)

Moderation: *Katja Husen* (Netzwerk Neue Medien)

Mittwoch, 30. August 2006

Schweiz will durchsetzungsfähige Privatkopie

Die NZZ schreibt über das neue Schweizer Urheberrecht: Downloaden bleibt legal. In aller Kürze soll es wohl eine Durchsetzungsfähige Priovatkopie geben. Das Knacken eines Kopierschutz soll zwar verboten sein. Aber die Umgehung soll nicht illegal sein, sofern es dem legitimen privaten Gebrauch einer Musik- oder Filmaufnahme diene beispielsweise dem Herstellen einer Kopie für das Auto oder für einen Freund. Ein weiterer Unterschied zum hier in Deutschland diskutierten 2. Korb:

Das Downloaden von Musik oder Filmen soll in Zukunft legal bleiben. Das gilt sogar für offensichtlich illegale Angebote. Dahinter steckt die Überlegung, dass man es dem Konsumenten nicht zumuten will, die Zulässigkeit jedes Angebots zu überprüfen. «Illegale Internetnutzungen wie Tauschbörsen sollen weiterhin über die Anbieter bekämpft werden und nicht über die Konsumenten», sagt Govoni. Auch wenn die Inhalte aus offensichtlich illegalen Quellen stammen, bleibt der Download illegaler Angebote straffrei.

Und hier in Deutschland will die grosse Koalition dafür bis zu drei Jahre Haft ins Gesetz schreiben. Die Musikindustrie (aka IFPI) läuft natürlich Sturm dagegen und ist sich nicht zu blöde, Sätze wie die folgenden von sich zu geben:

Entsprechend heftig reagiert die Musikindustrie auf die Gesetzesvorlage. «In der derzeitigen Form würde das Gesetz die neuen Geschäftsmodelle der Musikbranche in der Schweiz verhindern», erklärt Peter Vosseler von der IFPI. «Die Schweiz würde im Urheberrecht zu einem Drittweltland», sagt der Jurist.

Kann jemand von den Schweizer Mitlesern vielleicht den NZZ-Artikel bestätigen?

Dienstag, 29. August 2006

Maxell und MTV unterstützen Privatkopie

Maxell und MTV unterstützen die Privatkopie Verwundert reibe ich mir diesen Morgen die Augen: entgegen anderslautender Statements unterstützen der Musikdauersender MTV und der Tonträgerhersteller Maxell offenbar doch die Erstellung von Privatkopien. Bei der typischen rotationsbasierten Programmgestaltung würde das einen beachtlichen Teil der Mainstream-Musik betreffen, zumal die Top 20 ja den dicksten “revenue stream” erzeugen. Kann das wahr sein? Jedanfalls, wie man auf entsprechenden CD-R Rohlingen IMO unschwer erkennen kann, wurde extra dafür sogar ein knallfarbenes Logo entwickelt! Das ist ein sehr lobenswertes Statement gegen die politisch noch schwammigen Verweise auf mangelnden Verhandlungsspielraum im “Zweiten Korb” der Novellierung, die schon viel Kritik auf sich gezogen hat.

Der nächste logische Schritt in der Kamagne müsste dann sein, dass MTV auch die ausgestrahlte Musik selber zum Download anbietet, die somit legal erworben werden kann. Oder evtl. sogar fertig gebrannte CDs direkt beim Sender bestellt werden können, natürlich auf originalen Maxell-Datenträgern, in bester DRM-freier Qualität, und auf dauerhaft haltbaren Rohlingen. Damit könnte man dem weit verbreiteten Protest gegen DRM sinnvoll begegnen. Wir fänden das auch gut.

(Ein Klick auf das Bild führt auf die vollständige Ansicht des Covers. Das Bild ist etwas verschwommen, weil ich die Schutzfolie nicht entfernt habe.)

 

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