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Montag, 11. Juni 2007

Bürgerliche Rechte und Pflichten ungleich Regimekritik?

Bei heise.de gefunden: Journalist Nguyen Vu Binh begnadigt. Vu Binh war/ist Regimekritiker und hatte nach seiner Entlassung aus der Kommunistischen Parteizeitung im Januar 2001 versucht, eine unabhängige politische Partei zu gründen. Auch hatte er über eine Menschenrechtskonferenz in Washington DC zu berichten versucht, und eine Justizreform samt unabhängiger Untersuchungen zu Korruptionsfällen gefordert. Die ganz normalen Bürgerpflichten eben. Begnadigt wurde er aus einem anderen Grund:

Der vietnamesische Präsident Nguyen Minh Triet habe einem Gnadenersuch Binhs, der Ende 2003 wegen Spionage zu sieben Jahren Haft und drei Jahren Hausarrest verurteilt worden war, stattgegeben. Der 39 Jahre alte Journalist hatte laut Bericht darum gebeten, wieder mit seiner Familie zusammen sein zu dürfen, und beteuert, “seine bürgerlichen Rechte und Pflichten” wahrzunehmen.

Binh war im September 2002 wegen angeblicher Spionage verhaftet worden. Anlass war ein regimekritischer Artikel, den Binh im Internet veröffentlicht hatte. Zudem hatte der Journalist in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem US-Kongress Vietnam der Verletzung der Menschenrechte beschuldigt. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International hatten die sofortige Freilassung Binhs gefordert.

Anlaß ist vermutlich, dass der vietnamesische Präsident demnächst die USA besuchen wird. Die Reporter ohne Grenzen werden dennoch wenig Grund haben, Vietnam zu feiern.

Freitag, 25. Mai 2007

European Youth Media Days – Einladung für 270 junge Journalisten

Für die jpngeren Leser vielleicht interessant: European Youth Media Days.

Die European Youth Press und das Europäische Parlament haben für Ende Juni einen internationalen Kongreß in „Europas Hauptstadt“ organisiert. Die Veranstaltung richtet sich an Jeden, der sich als europäischer Bürger fühlt und als journalistische / mediale Stimme für das vereinte Europa engagieren möchte. Alle interessierten Medienproduzenten unter 25 - Journalismusstudenten, Radio- und TV-Reporter, Podcaster oder Blogger - sind herzlich eingeladen, sich ab sofort für den Kongreß (27. bis 30. Juni 2007 in Brüssel) zu bewerben.

European Youth Press, der erste internationale Dachverband junger Medienmacher, unterstützt seit nunmehr drei Jahren europäische Nachwuchsjournalisten. Trotz seiner noch jungen Vergangenheit versammelt er nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 48.000 Autoren und Redakteure von Schüler- und Studentenzeitungen unter 30 Jahren aus über 13 nationalen Organisationen, darunter die Federation of European Journalism Students (FEJS) und die Jugendpresse Deutschland.

Montag, 22. Januar 2007

Nieman Report - Winter Edition: Goodbye Gutenberg

Die “Nieman Foundation for Journalism” an der Harvard University hat den “Nieman Report” in der Winter-Edition zum Thema “Goodbye Gutenberg” veröffentlicht. Wort finden sich viele interessante Artikel zur Zukunft des (Online-) Journalismus. Leider nur als HTML und nicht als PDF.

Donnerstag, 23. November 2006

Perlentaucher gewinnt Aggregierungs-Rechtsstreit

Herzlichen Glückwunsch: FAZ und SZ scheitern mit Perlentaucher-Klage.

Das Online-Magazin «Perlentaucher» darf Auszüge aus Buchbesprechungen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) und der «Süddeutschen Zeitung» kommerziell verwerten. Das hat das Landgericht Frankfurt am Donnerstag in zwei getrennten Verfahren entschieden. Die Richter wiesen damit die Unterlassungsklagen der beiden Zeitungsverlage zurück. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig (Az. in der Klage der «FAZ»: 2-03 O 172/06).

Laut Netzeitung erklärte der Vorsitzende Richter in der mündlichen Urteilsbegründung, dass es sich bei den veräußerten Texten nicht um «eins zu eins»- Dokumentationen der Original-Artikel handle, sondern um stark verkürzte Zusammenfassungen. Daran bestehe kein Urheberrecht der Verlage mehr. Auch die Autoren könnten laut Gericht keine Rechte mehr an den Texten geltend machen, da nach der Erstveröffentlichung in der jeweiligen Zeitung keine Mitteilungspflicht über weitere Veröffentlichungen mehr bestehe.

Freut mich.

Das ZDF freut sich auf Web 2.0

Beim Handelsblatt gibt es ein Interview mit Nikolaus Brender, dem Chefredakteur des ZDF: „Web 2.0 ist für den Journalismus eine große Chance“.

Glauben Sie nicht, dass die Nutzung von Podcasts und Weblogs zulasten beispielsweise des Fernsehens gehen wird?

Jetzt warten wir mal ab. Die Sendermarken im Relevant Set eines jeden Zuschauers werden sicherlich ein wenig verlieren, aber wir werden auch Menschen aus dem Web gewinnen, da sie nach einer Zeit der Zerstreuung wieder handfeste Informationen suchen werden.

Ist das jetzt eine Ankündigung, dass man bald endlich wieder mehr handfeste Informationen beim ZDF zu erwarten hat?

Interessant ist aber folgendes:

Aber das Zeitbudget jedes einzelnen für die jeweilige Mediengattung wird immer kleiner.

Natürlich, es ist ein Kampf um Zeit. Daher müssen wir auch mit unseren Inhalten bis in die Weblogs kommen.

Wäre ja wünschenswert, wenn es bald nette kleine Player für jeden ZDF-Schnipsel gäbe, die man in Blogs einbinden könnte.

Dienstag, 21. November 2006

Podcast zu Open Source Journalism

Spannender Podcast aus dem AudioBerkman-Archiv: Jay Rosen on Open Source journalism.

Jay Rosen joins us at The Berkman Center to talk about Open Source journalism and his new project, www.newassignment.net.

Open Source has worked in software, but can it work in journalism? Can it break news? Can it tell big important stories? Can the advantages of the bazaar come to the cathedral of investigative

Hier gibts die Datei zum Download.

Montag, 9. Oktober 2006

Diskussion: Wie gefährdet ist die Pressefreiheit in Deutschland?

BDZV und news aktuell laden zu einer Expertenrunde ein: „Abgehört, durchsucht, beschlagnahmt – Wie gefährdet ist die Pressefreiheit in Deutschland?“

am 23.10.2006 um 18.00 Uhr im Haus der Presse, Markgrafenstraße 15, 10969 Berlin. Hier soll man sich anmelden.

Auf dem Podium:

* Dr. Heribert Prantl, Ressortchef für Innenpolitik bei der „Süddeutschen Zeitung“
* Jürgen Offenbach, Chefredakteur der „Stuttgarter Nachrichten“
* Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, stellvertretende Vorsitzende und Rechtspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion
* Jerzy Montag, Rechtspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
* Christoph Flügge, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Justiz
* Moderation: Prof. Ernst Elitz, Intendant Deutschlandradio

Dienstag, 3. Oktober 2006

Copyright Jungle

Lesenswert ist der Artikel “COPYRIGHT JUNGLE” von Siva Vaidhyanathan. Es geht um Google, Copyright Wars und journalistische BErichterstattung darüber.

And so does our society. Copyright was designed, as the Constitution declares, to “promote the progress” of knowledge and creativity. In the last thirty years we have seen this brilliant system corrupted and captured by the very industries that the old laws fostered. Yet the complexity and nuanced nature of copyright battles make it hard for nonexperts to grasp what’s at stake.
So it’s up to journalists to push deeper into stories in which copyright plays a part. Then the real challenge begins: explaining this messy system in clear language to a curious but confused audience.

 

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