Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:

Dienstag, 22. April 2008

Die Hilfstruppe der vierten Gewalt

Jetzt.de berichtet über “Die Hilfstruppe der vierten Gewalt“. Gemeint sind damit Projekte aus dem Bereich “Bürger-Journalismus” aus den USA, die teilweise Open Source Strategien anwenden, um viel mehr Menschen in Prozesse einzubinden. Dafür entwickeln sich auch neue Begriffe. “Distributed journalism” nennt dies Jay Rosen, andere sprechen von “Networked Journalism” oder “Open Source Journalism”.

Auf jeden Fall gibt es in den USA schon einige nette Beispiele. Das Teil-Projekt “Superdelegate Watch” von “Off The Bus”, was wiederum bei der Huffington Post angesiedelt ist, hat innerhalb kurzer Zeit die 700 Super-Delegierten der Demokraten kollaborativ porträtiert, die den Präsidentschaftskandidaten mitbestimmen. Das Ergebnis kann man auf einer interaktiven Karte anschauen.

Etwas neidisch kann man auf VideoTheVote sein. Das Prinzip ähnelt unseren Wahlcomputer-Wahlbeobachtern. Aber im Gegensatz zu Deutschland dürfen die in den USA wohl in den Wahllokalen Videos aufzeichnen. Das wurde in Deutschland immer mit Verweis auf die Wahlordnung verboten, wie sich erst zuletzt beim grossen Aktionstag in Hessen zeigte.

Ian Inaba ist von den Zahlen nicht überrascht: “Der Irakkrieg, der Wahlbetrug der Republikaner in Florida im Jahr 2000″, zählt der Gründer von Videothevote routiniert auf: “Die großen Medien haben es versäumt, die Demokratie zu schützen.” Deshalb gründete Inaba die Hilfstruppe der vierten Gewalt: Videothevote sei “ein Netzwerk aus politisch involvierten Menschen, Demokraten und Republikanern”, die eine Videokamera und ein Mobiltelefon besitzen und sich bereiterklären, an Wahltagen den Prozess der Stimmabgabe zu dokumentieren. Es habe in den USA immer wieder Vorfälle gegeben, erzählt Inaba, bei denen Menschen der Zugang zum Wahllokal erschwert wurde und Wahlmaschinen offensichtlich manipuliert worden waren. Seine Idee: Ein Video kann man nicht übersehen, “die gefilmte Aktion spricht für sich selbst”.

Bei der Vorwahl von Pennsylvania startet Videothevote jetzt den ersten Testlauf für die Präsidentschaftswahl im November. Die Initiative hat eine kostenlose Hotline eingerichtet, bei der Menschen Unregelmäßigkeiten melden können. Inaba sieht Videothevote nicht als Konkurrent der Mainstream-Media, sondern als Ergänzung. “Die Mainstream-Medien haben die Reichweite,” sagt er, “wir haben die Masse an Mitarbeitern. Ich möchte, dass die Medien vollständige, wahre und wichtige Informationen liefern.” Klingt gut, scheint allerdings sehr kompliziert zu sein.

Montag, 17. März 2008

The State of the News Media 2008

Das Pew Research Center hat einen neuen “The State of the News Media 2008“-Report veröffentlicht:

The State of the News Media 2008 is the fifth edition of our annual report on the health and status of American journalism. Its goal is to gather in one place as much data as possible about all the major sectors of journalism, to identify trends, mark key indicators, note areas for further inquiry and provide a resource for citizens, journalists and researchers.

For each area we have produced original research and aggregated existing data into a narrative. Statistical data also exists in an interactive format (see our index of charts,) which allows users to customize their own graphics. This year, we also offer A Year in the News, a content analysis of more than 70,000 stories from 48 news outlets across five media sectors; a Survey of Journalists, produced with the Pew Research Center for the People and the Press; a Special Report on the Future of Advertising and a content study of Citizen Media Sites, 64 in 15 communities.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Google News ist unser Feind?

Die Süddeutsche hat jetzt die Aktion Zeitenwende gestartet, wo es einige Interviews zur Zukunft des Journalismus geben soll. Begonnen wird mit John Lloyd, der Direktor am Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford Universität und Mitherausgeber der “Financial Times“ ist. Dieser trägt die gerne von Medienhäusern geäusserte Angst vor Google-News vor: “Google News ist unser Feind“.

SZ: Sehen Sie in “Googles News“ eher einen Freund oder Feind für die Zeitungswirtschaft?

Lloyd: “Google News” ist derzeit eher unser Feind als Verbündeter. Und zwar weil dort Nachrichten nicht selbst produziert, sondern einfach Anderen weggenommen werden. Dadurch wird die Anziehungskraft derer geschwächt, die fürs Nachrichtensammeln bezahlen müssen. Die stellen Google unfreiwillig ihre Ressourcen zur Verfügung und bekommen nichts zurück.

Abgesehen davon, dass ich froh wäre, wenn Netzpolitik bei Google-News gelistet wäre, wunder ich mich über die Aussage, dass von Google-News nichts zurückkommt. Ich dachte bisher, da kommen Leser. Die Erfahrung mache ich zumindest als Nutzer/Leser täglich, wenn ich über Google-News auf Artikel in Medien aufmerksam werde, die nicht auf meinem täglichen Radar stehen. Aber vielleicht bin ich da auch nur ein Einzelfall…?

[Danke an Daniel]

Donnerstag, 8. November 2007

Netizen

Bei Onlinejournalismus.de gibt es ein interessantes Interview in englisch über “Netizen - Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger“:

Netizen – den Begriff prägte Michael Hauben (1973-2001), um Netzbürger mit gesellschaftlicher Verantwortung zu charakterisieren. Michaels Eltern Ronda und Jay Hauben, Internet-Historiker an der Columbia University, New York, sprachen im Vorfeld des Kongresses Wem gehört das Internet? mit Gabriele Hooffacker über Netizen-Journalismus, Ohmy News und chinesische Blogger.

Montag, 5. November 2007

Europäischer Aktionstag für die Pressefreiheit

Heute gibt es einen europäischen Aktionstag für die Pressefreiheit. Die International federation of journalists hat verschiedene Links, was heute so passiert.

sufj-ifj1.jpg

Mittwoch, 24. Oktober 2007

SPD-Medienkommission gegen Vorratsdatenspeicherung

Innerhalb der SPD gibt es mittlerweile offenen Widerstand gegen das Vorhaben, die Vorratsdatenspeicherung am 9. November durch den Bundestag zu peitschen. Insbesondere wird ein besserer Schutz für Journalisten gefordert und eine Befristung der ganzen Maßnahme bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Offenbar geht man auch hier davon aus, dass der EuGH die EU-Richtlinie aufheben wird. Der Vorsitzende der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, Marc Jan Eumann, erklärte heute:

Bei der Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gibt es noch dringenden Änderungsbedarf. Sollte der Gesetzentwurf der Bundesregierung in 2. und 3. Lesung am 9. November unverändert beschlossen werden, wäre damit der Informantenschutz in Deutschland und die Pressefreiheit massiv gefährdet. (…)

Nach Auffassung der Medienkommission hätte dies bei der Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in der vorliegenden Fassung zur Folge, dass die Freiheit der Medien in einem ihrer sensibelsten Punkte mit ungeahnter Intensität beschädigt würde. Allein die Tatsache, dass alle Telekommunikationsverkehrsdaten für den Zeitraum von einem halben Jahr gespeichert werden, wird deutlich negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zu journalisitischen Berufsgeheimnisträgern haben. Auch hier sehen wir deutlichen Klarstellungsbedarf mit Blick auf den Schutz von Berufsgeheimnisträgern und den Informantenschutz. (…)

Solch weit reichende Grundrechtseingriffe sollten befristet und vor Ablauf der Befristung evaluiert und auf ihre tatsächliche Wirksamkeit und Effizienz überprüft werden. Die Vorgaben zur Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sollten - bis zur erwarteten Entscheidung des EuGH befristet und vor dem Hintergrund dieser Entscheidung korrigiert werden.

Eine beachtliche Entwicklung und ein großer Erfolg für die Arbeit des AK Vorrat und aller anderen Datenschützer in den letzten Monaten. Und eine schöne zusätzliche Motivation für die bundesweiten Aktivitäten am 6. November. (Und jetzt kommt mir nicht mit “wer hat uns verraten…?” Innerhalb aller Parteien gibt es Befürworter und Gegner der Überwachung. Außerparlamentarische Aktivitäten haben auch die Funktion, diesen Überwachungsgegnern den Rücken zu stärken.)

Mittwoch, 10. Oktober 2007

DFJV-Thesenpapier über “Weblogs – Konkurrenz oder Bereicherung für den Journalismus?”

Der Deutsche Fachjournalisten-Verband hat ein nettes Thesenpapier über “Weblogs – Konkurrenz oder Bereicherung für den Journalismus?” veröffentlicht. Die sehr nüchtern verfassten Thesen spiegeln weitgehend meine Meinung wieder. Es gibt eine Koexistenz und der Journalismus kann davon gut profitieren.

Mal etwas anderes neben dem künstlichen Konflikt “Weblogs vs. Journalismus”, der gerne von älteren Semestern aufgezogen wird.

Die letzte These ist übrigens:

10. Journalisten sollten sich daher der neuen Entwicklung offen und gelassen nähern und diese Formate selbst ausprobieren.

[via]

Sonntag, 7. Oktober 2007

Networked Journalism

In den USA fand vor wenigen Tagen der “Networked Journalism Summit” statt. David Cohn hat 52 Interviews mit Teilnehmern und Referenten gemacht, die teilweise echt spannend sind: A Compendium of Knowledge: Interviews for the Networked Journalism Summit.

 

Tagmap

Kategorien

Am häufigsten kommentiert

Meta

Über netzpolitik.org

  • Aktuelle Berichterstattung rund um die politischen Themen der Informationsgesellschaft.
  • A blog dealing with open source technologies, Internet-users' rights and free expression in cyberspace.
  • Un blog sur les logiciels libres, les droits des internautes et la liberté d'expression dans le cyberespace.