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Montag, 5. März 2007

Recycling von Informationstechnologie in den USA?

Wired hat eine AP-Meldung über das Recycling von Informationstechnologie. Der Artikel ist zwar sehr US-zentriert, aber trotzdem interessant: Tech Firms Go Green As E-Waste Mounts.

The push to recycle reflects a broader greening of the tech industry. In addition to recycling and eliminating toxic chemicals, more companies are making their products energy efficient, using eco-friendly packaging and offsetting their carbon emissions to curb global warming. “This focus is good for business,” said Carl Claunch, a computer industry analyst at the technology research company Gartner Inc. “There’s a growing pool of customers who value environmentally friendly products.” Still, e-waste is a growing environmental and public health concern as the world becomes more wired and companies introduce new products at a faster pace.

Das aktuell grösste Problem sind übrgens Fernseher. Weil immer mehr US-Bürger auf TFT-Displays umsteigen, gibt es immer mehr e-Müll. Der wird meist in die dritte Welt exportiert und verursacht dort massive ökologische Schäden und Gesundheitsprobleme bei der Bevölkerung.

Interessant ist die “Take Back”-Kampagne: Take It Back. Make It Clean. Recycle Responsibly.

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Greenpeace überarbeitet Guide To Greener Electronics

Greenpeace hat eine überarbeitete Version ihres im Sommer erstmals veröffentlichten “Green Electronics Guide” vorgelegt. Ziel dieses Einkaufsführers ist es, Entwicklungen von IT-Anbietern hin zu umweltfreundlicheren Computern zu begleiten und diese in einem Ranking zu mehr Wettbewerb in diesem Bereich zu motivieren. Während die Unternehmen Acer und Lenovo ihre Position gegenüber dem Sommer Ranking durch Zusagen verbessern konnten, ist Apple auf den letzten Platz zurückgefallen. Ist wahrscheinlich mehr Schein als Sein und die “Green my Apple“-Kampagne von Greenpeace zeigt anscheinend noch nicht ausreichend Wirkung. Das Ranking führen Nkoia und Dell an, mit viel Platz für weitere Verbesserungen der eigenen Ökobilanz.

Mehr dazu auch hier:

Greenpeace veröffentlicht Hitparade der ökologischsten Konzerne

Apple und Lenovo weisen Kritik an Greenpeace-Ranking zurück
Greenpeace-Kampagne: Green my Apple!

Donnerstag, 2. November 2006

Bayer zensiert Greenpeace

Bayer unterstützt Greenpeace gerade bei einer Kampagne gegen sich selbst. Konkret geht es um eine Gen-Reis Kampagne. Greenpeace wirft Bayer vor, nicht zugelassenen Gen-Reis zu vertreiben. Dazu nutzt Greenpeace die eigene Verbraucherschutz-Plattform “Einkaufsnetz” zur Aufklärung und bietet Verbrauchern die Möglichkeit, “Marktaktivisten” zu werden - durch das Verschicken von Beschwerde-Mails. Das ist zwar nicht wirklich innovativ, aber legitim.

Dies führte am 30.10. allerdings dazu, dass Bayer Abends ohne rechtliche Handhabe Druck auf den kleinen Provider von Greenpeace ausübte, und die Seite sperren liess. Das ist Zensur und eine eklatante Einschränkung von Meinungsfreiheit.

In einer Pressemitteilung schildet Greenpeace die Situation:

Wer nach 18.00 Uhr aktiv werden wollte, bekam nur die Meldung Server nicht gefunden. Bayer hatte den Provider der EinkaufsNetz-Seite vorgeworfen, Spam-Mails zu verschicken und ihn so unter Druck gesetzt, dass der kleine mittelständische Familienbetrieb mit Sitz in Ostdeutschland daraufhin die Seite abschaltete. Wo würden wir hinkommen, wenn große Konzerne per Zuruf das World Wide Web zensieren und kontrollieren könnten, so Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel.

Am nächsten Morgen gegen 11 Uhr liess der Provider die Sperrung aufheben.

Malte schrieb dazu auf Spreeblick:

Also offensichtlich ein Thema, dass eine breitangelegte Debatte braucht. Bayer findet das nicht. Bayer hält Verbraucherproteste für Spam. Eine ehrliche Haltung. Luthers Thesen wurden vom damaligen Papst sicherlich auch als Spam betrachtet. Schon damals hat sich der Spammer am Ende durchgesetzt.

Wirres hatte es schon früher: lex bayer.

Mehr Informationen zum Gen-Reis Skandal auf den Seiten von Greenpeace:


Greenpeace findet den Gen-Reis im Hamburger Hafen wieder

Chronologie des Gen-Reis-Skandals

Update: Die TAZ berichtet darüber: Tote Seite wegen Bayer.

“Wir haben die Website nicht sperren lassen”, erklärte indes ein Bayer-Sprecher. Dies sei auch rechtlich gar nicht möglich. Kontakt mit dem Server-Betreiber habe es allerdings gegeben: “Wir haben dort recherchiert.”

Diese “Recherche” sah laut Betreiberfirma so aus: Ein Mitarbeiter der Bayer-Konzernsicherheit habe am Montag kurz vor 18 Uhr angerufen und von “massiven Spam-Angriffen” berichtet, die “unseren kompletten Betrieb lahmlegen”. “Wir wussten nicht, dass es nur um ein Mailpostfach ging”, erklärt ein Sprecher des mittelständischen Server-Betreibers. Da es kurz vor Feierabend gewesen sei und die “Konzernsicherheit” den Fall als Attacke auf ihr System schilderte, habe man abgeschaltet.

“Wir haben das erst 15 Stunden später erfahren”, erklärt Ulrike Brendel. Verwunderte Aktivisten hatten bei Greenpeace angerufen, weil sie die Seite nicht erreichen konnten. Brendel zeigt sich empört: “Anstatt die Ablehnung der Verbraucher gegen Gen-Reis ernst zu nehmen, nutzt Bayer seine Macht auf diese Weise aus.” Die Server-Betreiber sehen aber auch eine Teilschuld bei den Umweltschützern: “Bevor Greenpeace so eine Aktion startet, sollten sie uns besser Bescheid geben.”

Sonntag, 8. Oktober 2006

Greenpeace erklärt die Apple-Kampagne

Technology Review hat ein Interview mit Zeina Alhajj, die Managerin der Apple-Kampagne von Greenpeace International: “Wir brauchen eine grüne Elektronik”

TR: Elektronische Geräte müssen aber offenbar immer auch Materialien enthalten, die nicht gänzlich umweltfreundlich sind. Ist “grüne” Hightech wirklich möglich?

Alhajj: Nun, vor einigen Jahren hieß es ja auch noch, man könnte das Blei in den Lötverbindungen nicht ersetzen. Inzwischen gibt es genügend Produkte, in denen es fehlt. Wir haben es hier mit einer Industrie zu tun, die aus unserem Planeten ein globales Dorf gemacht hat, in dem sie die Kommunikation erleichterte. Greenpeace ist sich sicher, dass sie es auch schaffen kann, grünere Produkte herzustellen. Wir fordern die Branche dazu heraus. Das geht ganz sicher, auch wenn man dazu etwas investieren muss.

Passend dazu: Bei Mac-Essentials gibt es den ersten Sonntags-Frühschoppen (codename) geht es darum, wie auf den glänzenden Photokina-Einstand für Apple der Tiefschlag der »Backdating-Krise« folgte, und wie ein grüneres Apple die IT-Industrie verändern könnte. Es geht um Apple-Erfolge, um »Think Different« und um Ethik im Business. Mit dabei sind der Pressesprecher von Apple Deutschland, Georg Albrecht, der ehemalige Bankvorstand und Yeald-Herausgeber Marcel van Leeuwen, und die Leiterin der Apple-Kampagne bei Greenpeace, Zeina Alhajj.

Das 25 Minuten lange Gespräch gibt es als MP3.

 

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