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Montag, 1. Oktober 2007

Forderungen an Microsoft nach EU-Gerichtsurteil

Im Urteil gegen Microsoft legte das Europäische Gericht Microsoft die Verpflichtung auf, in sachgemässer und nicht diskriminierender Weise Protokoll-Spezifikationen in einer Form zu veröffentlichen, dass damit vollständig interoperable Software zu Windows-Servern erstellt werden kann. Die SerNET GmbH ist einer der führenden Samba-Dienstleister und fordert von Microsoft nun diese Verpflichtungen ein. Das Samba-Team, ein internationaler Zusammenschluss von Entwicklern, soll so die Arbeit an der OpenSource-Software Samba verbessern können. Samba leistet in erster Linie die Implementierung des SMB/CIFS-Protokolls unter Linux/Unix und einigen anderen Betriebssystemen.

Bisher ergaben sich Schwierigkeiten in der Entwicklung interoperabler Software vor allem, weil Microsoft Protokoll-Spezifikationen nur unzureichend offenlegte. Derzeit versucht das Samba Team die Interoperabilität von Samba- mit Windowsservern und Active Directory zu verbessern. Ein Proposal des Teilprojekt`s “samba4AD” ist bereits frei verfügbar: ftp://ftp.sernet.de/pub/samba4ad.

Die darin beschriebenen Aufgaben können aber nur umgesetzt werden, wenn Microsoft seine Protokolle offenlegt. Sollte es Verzögerungen oder gar eine Weigerung seitens Microsoft geben, würde dies um so mehr den bislang praktizierten Missbrauch belegen.

Problematisch ist zudem, dass die durch Microsoft angebotenen Lizenzverfahren MCPP und WSPP für Samba nicht praktikabel sind. Samba soll weiter unter GPL in der Version 3 entwickelt werden. Microsoft hat entsprechend der Fristsetzung des Gerichts noch Zeit bis zum 15. Januar 2008.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Die GPL3 im Interview

Telemedicus hat Till Jaeger zur GPL3 befragt: Die neue GPL: Änderungen und Entstehung im Überblick.

Die General Public Licence (GPL) ist die wahrscheinlich wichtigste Lizenz im Open Source Bereich. Am 1. Juli ist die überarbeitete Version 3 in Kraft getreten. Am Entwicklungsprozess war Dr. Till Jaeger maßgeblich beteiligt. Er ist Rechtsanwalt in Berlin, Mitbegründer des „Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software“ (ifrOSS) und hat an einem Kommentar zur GPL 2 mitgearbeitet. Telemedicus hat ihn gefragt, welche die wichtigsten Neuerungen der GPL sind und wie es zu den Änderungen kam.

Bei Groklaw findet sich ein Interview mit Georg Greve von der FSFE.

Sean Daly had the opportunity to meet up in Brussles with George Greve, President of the Free Software Foundation Europe, on July 2nd, and naturally he wanted to ask him about GPLv3. He also got Greve’s views on what’s wrong with Open XML, some news about the complaint ECIS, the European Committee For Interoperable Systems, has lodged with the European Commission, this time in the area of office and internet interoperability, how the FSFE’s Freedom Task Force has been working out, and much more.

Greve begins by explaining why GPLv3 provides a higher level of security for your project but also reassures everyone that it’s no difficulty if projects such as the kernel wish to remain GPLv2. He does raise some legal issues the kernel folks likely will wish to think about.

Davon gibt es ein Transcript und eine OGG-Datei zum anhören.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Immer dasselbe Unverständnis

Anlässlich des heute beginnenden LinuxTages berichtete das Berliner Inforadio (rbb) über LiMux und stellte kurz das freie Betriebssystem vor. Nur leider beginnt der Bericht gleich im ersten Satz falsch, was später im Beitrag auch wiederholt wurde:

Linux ist ein rechtefreies System.

Uuuuah. Weit gefehlt, Inforadio. Man hätte inhaltlich auch bei den Kollegen der Tagesschau, dem WDR, oder dem Dach der ARD abgucken können, die haben das mit dem kostenfrei und frei passabel beschrieben. Und auch die Berliner Zeitung Der Tagesspiegel hat nach einiger Zeit (nach einer kurzen Hinweismail, aber nicht schon auf Kommentar unter den Artikel hin) den Online-Text geändert. (Wurde wohl jetzt gemacht.) Liebes Inforadio, bitte etwas genauer recherchieren, und die vier Freiheiten nicht mit rechtefrei verwechseln.
Wollen wir hoffen, dass das nur den 1:30 geschuldet ist, den der Beitrag (gefühlt) gedauert hat. Immerhin kam danach der Florian Schießl recht ausführlich in einem Interview (unfreies RealMedia) zu Wort.

Sieht so aus als würde der Beitrag um 10:25 wiederholt, und danach vermutlich alle zwei Stunden.

Sonntag, 11. Februar 2007

Kurze Geschichte der dualen Lizenzmodelle

EIn Artikel im Linux-Magazin beschreibt eine kurze Geschichte Freier Software-Lizenzen von Richard Stallman über duale Lizenzmodelle bis zum GPL-Java: Lizenz zum Geldverdienen.

Die Entscheidung der Firma Sun, Java unter die GNU GPL zu stellen und die Diskussion über die kommende GPL-Version 3 haben die Lizenzen für freie Software in die Schlagzeilen gebracht. Dieser Artikel skizziert die Geschichte der GPL, erklärt, warum Firmen auf duale Lizenzmodell setzen und verrät, warum sich Sun nach langem Zögern doch für die GPL erwärmt hat.

Dienstag, 12. Dezember 2006

SUN im Interview wegen GPL

Suns Open-Source-Chief Simon Phipps hat ZDNet erklärt, weshalb Java zukünftig unter der GPL stehen wird: Sun: “Je mehr Java desto besser“.

ZDNet: Und warum haben Sie sich letztlich für diese dritte Kategorie entschieden? Wie gesagt: Zu erwarten war die CDDL.

Phipps: Da gibt es zwei Gründe: Für uns ist es die oberste Priorität, den Markt für Java zu vergrößern. Sie finden Java heute bereits in jedem zehnten Handy, insgesamt in mehreren Milliarden mobilen Geräten. Der Markt ist also bereits sehr groß, aber wir wollen uns damit keinesfalls zufrieden geben. Und zu diesem Ziel haben wir die GPL als Lizenzmodell gebraucht. Denn Java muss in den Betriebssystemen selbst Einzug halten, ich denke da an Fedora, Debian oder Ubuntu. Diese stehen alle unter der GPL - und gewinnen gerade außerhalb der USA immer mehr an Bedeutung. Und nun, mit unserem jüngsten Schritt, können wir diesen Markt, der uns bislang verschlossen war, aufrollen.

Dienstag, 28. November 2006

Richard Stallmans Keynote zur GPLv3-Konferenz

Pro-Linux berichtet über “Richard Stallmans Keynote zur GPLv3-Konferenz“. Ein englischsprachiges Transkript findet sich bei der FSF Europe. Unklar ist, ob / wo es Audiomitschnitte gibt.

Mittwoch, 15. November 2006

FSFE startet Aktion zu Lizenzen Freier Software

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat gestern eine Aktion zu den Lizenzen Freier Software gestartet: In Kooperation mit gpl-violations.org wurde die “FSFE Freedom Task Force” (FTF) gegründet. Georg Greve, Vorsitzender von FSFE, beschreibt, warum diese Task-Force notwendig geworden ist: “Freie Software selbst ist inzwischen Mainstream, auch kommerziell - jedoch das Wissen über Freie Software und die speziellen Lizenzen ist noch nicht so weit verbreitet.” Heute stellen große Firmen Freie Software ins Zentrum ihres unternehmerischen Handelns.

Ziel der FTF ist es, “Programmierer und Communities zu beraten und zu bilden” Damit sollen Lizenz-Probleme vermieden werden; außerdem sollen die Lizenzen Freier Software bekannter gemacht werden. Die Aktion wird von Stichting NLnet mit 30.000 Euro gefördert. Teus Hagen von Stichting NLnet: “Nach unserer Auffassung ist es an der Zeit, Freie Software endlich solide abzusichern. Die FSFE ist ein guter Partner für ein solches Projekt.”

FTF will Experten mit technischem und juristischem Know-How zusammenbringen; auch Ehrenamtliche sollen mitmachen. Ziel ist es, koordiniert Antworten auf individuelle Fälle - sowohl auf grundlegende Lizenz-Fragen als auch auf Lizenz-Verletzungen - zu geben. Als Ko-Koordinator wurde Shane Coughlan eingestellt. “Wir treten als Treuhänder für Projekte auf und können so beispielsweise die Interessen der Projekte im Falle einer Lizenzverletzung vetreten,” so Coughlan, “Damit können sich die Projekt-Macher auf das Wesentliche konzentrieren - auf technologische und Management-Fragen.”

Harald Welte erzählt, warum gpl-violations.org bei der Freedom Task Force mit dabei ist: “Wir wollen unsere Ressourcen und Informationen teilen, um die Rechte von Entwicklern Freier Software optimal zu schützen.” Schon in der Vergangenheit sei der Kontakt zur FSFE gut gewesen, auch dies sei ein Argument, jetzt noch näher zusammenzuarbeiten.

Montag, 13. November 2006

FSFE startet “Freedom Task Force” in Zusammenarbeit mit gpl-violations.org

Während Markus sich in der grossen, weiten Welt herumtreibt, ist hier eine Menge los. Heute gab die Free Software Foundation Europe (FSFE) ihre neueste Aktivität bekannt: Mit der im Zürcher Büro angesiedelten “Freedom Task Force” (FTF) wird die FSFE auf drei zentralen Gebieten aktiv:

  • Den Aufbau und die Verbreitung juristischer Kompetenz
  • Treuhänderische Aktivitäten zur Unterstützung von Projekten
  • Die verbesserte Einhaltung von Freien Software Lizenzen

Für alle Bereiche wird die FSFE mit anderen Gruppen kooperieren, insbesondere mit gpl-violations.org von Harald Welte wird eng zusammengearbeitet werden — die Unterstützung für den Start kommt dabei aus den Niederlanden, von Stichting NLnet.

Wer mitarbeiten oder sich informieren möchte, findet mehr Informationen hier, die Ankündigung ist dort.

Donnerstag, 5. Oktober 2006

Hintergrundartikel zu GPL 3

Dr. Oliver Diedrich hat für Heise Open nochmal den “Streit um die neue GPL” in einem Hintergrundartikel zusammengefasst.

Die Free Software Foundation möchte mit der Version 3 der GPL die Freiheit von Software auch gegen neue Beschränkungen “durch die Hintertür” – mittels Softwarepatenten und DRM – schützen und die Kompatibilität mit anderen Lizenzen verbessern. Prominenten Entwicklern und Firmen wird die neue GPL zu politisch; sie befürchten eine Spaltung von Open-Source-Community und -Markt in Anhänger der alten und neuen Version.

Donnerstag, 28. September 2006

Abstimmung über Open Source-CMS

Der Verlag PacktPub stellt in einer Abstimmung verschiedene OpenSource-CMS zur Wahl. 4 von 5 sind PHP-basiert, 1 baut auf Python. Man kann alle auf einer Demoseite mal antesten und dann fundiert abstimmen. Zur Wahl stehen:

Drupal

e107

Joomla

Plone

Xoops

Your vote is needed!
There are four judges in this final stage, with the results of a public vote counting as the fourth judge.

Die Abstimmung begann bereits am 12. September und läuft noch bis zum 7. November. Auf den jeweiligen Mailinglisten gab es belustigte Kommentare, man hätte ja noch nie von den anderen gehört. Ich kannte e107 bisher nicht.

 

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