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Freitag, 20. Oktober 2006

300 demonstrierten in Bielefeld gegen Überwachung

Die Demo gegen Überwachung und Sicherheitswahn in Bielefeld ist vor zwei Stunden zuende gegangen. Diesmal waren 300 Leute da, die aus ganz Deutschland angereist sind - eine gute Steigerung im Vergleich zur letzten Demo in Berlin im Juni, wo es ca. 250 waren, und recht beachtlich für ein so kleines Städtchen wie Bielefeld. Jetzt sitzen wir bei der Verleihung der Big Brother Awards, wo es netterweise ein offenes Netz gibt, und schicken die Pressemitteilung raus und füttern das Wiki mit Fotos (und hoffentlich auch noch Videos). Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung:

„Freiheit statt Angst“ - Über 300 protestieren in Bielefeld gegen Überwachung (20.10.2006)

Heute wurde Bielefeld zur Hauptstadt des Datenschutzes und der Bürgerrechte: Mehr als 300 Menschen gingen unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ gegen Sicherheits- und Überwachungswahn auf die Straße. Sie folgten einem Aufruf des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung und 17 weiterer Unterstützergruppen, darunter Attac, der Chaos Computer Club und die Humanistische Union.

Werner Hülsmann, Vorstandsmitglied des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), forderte in seiner Ansprache einen Stopp der Pläne, sämtliche Kommunikationsdaten ohne Anfangsverdacht flächendeckend zu speichern („Vorratsdatenspeicherung“).

Am Rande des Protestzugs durch die Stadt wurden die Passanten satirisch zur freiwilligen Abgabe von Speichelproben aufgefordert und von einer überdimensionalen Kamera „überwacht“. Mit Rufen wie „Freiheit stirbt mit Angst“, „Stoppt den Überwachungswahn“ und „Datensammler sind Verbrecher!“ unterstützten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Forderung nach mehr Freiheit statt Sicherheitswahn.

Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung sagte: „Die wahre Gefahr für unsere Demokratie sind nicht Terroristen in Afghanistan sondern Grundrechtsterroristen hier in Deutschland!“
Bettina Winsemann (Twister) von STOP1984 wandte sich gegen die Behauptung, Datenschutz sei Täterschutz. Gerade in sensiblen Bereichen wie Gesundheit oder Seelsorge sei Datenschutz nicht Täterschutz, sondern Opferschutz.

Ralf Bendrath vom Netzwerk Neue Medien sagte: „Wer als Politiker noch mal mit dem Spruch ankommt, wir hätten ja nichts zu verbergen, der soll seine Telefonleitung als Audio-Stream anbieten und den Internet-Traffic aus seinem Büro öffentlich zur Verfügung stellen!“

Padeluun vom FoeBuD e.V. rief in seiner Ansprache dazu auf, nicht für eine Illusion von Sicherheit die Freiheitsrechte aufzugeben, für die unsere Vorfahren unter Einsatz ihres Lebens gekämpft haben.

Im Anschluss an die Demonstration kündigten die Veranstalter weitere Aktionen gegen die zunehmende Überwachung an. So ist eine Sammelklage gegen die drohende Zwangsprotokollierung von Telefon- und Internet-Kommunikationsdaten in Vorbereitung.

Montag, 11. September 2006

neues Blog zu Privacy und dem ganzen Rest

Kleine Werbung in eigener Sache: Ich habe gerade mein eigenes Blog gestartet, das sich mit den Themen beschäftigen wird, über die ich auch sonst hier schreibe: Datenschutz, Überwachung, Privacy & Identity Management, Internet Governance etc. Es wird allerdings keine Konkurrenzveranstaltung zu Netzpolitik werden, denn es gibt zwei zentrale Unterschiede: Ich schreibe dort auf englisch, um an der internationalen Diskussion teilnehmen zu können, und es wird etwas analytischer und weniger aktivistisch orientiert sein als Netzpolitik. Ich hoffe, dass ich ein paar der dort entwickelten Gedanken für meine Forschung verwenden kann. (Geht kumulativ promovieren eigentlich auch mit tausend Blog-Einträgen?)

Freitag, 8. September 2006

Demo gegen Überwachung, 20. Oktober in Bielefeld (zum Big Brother Award)

Nach dem ob der kurzen Vorbereitungszeit ganz vielversprechenden Start der Demo “Freiheit statt Sicherheitswahn” im Juni wird es im Oktober die nächste bundesweite Demo geben. Diesmal haben die Leute im Westen der Republik mal die Chance teilzunehmen, denn sie findet am Nachmittag vor der Verleihung des Big Brother Award in Bielefeld statt. Hier der Aufruf. Und ja: Entgegen anderslautender Gerüchte gibt es Bielefeld wirklich.

Freiheit statt Angst - Demo gegen Sicherheits- und Überwachungswahn
Aufruf zur Demo in Bielefeld am Freitag, den 20. Oktober ab 15 Uhr

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Donnerstag, 7. September 2006

Die Einladepolitik von Sabine Christiansen

Lobbycontrol hat die Einladepolitik der Sabine Christiansen Talkshow untersucht und kommt zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass die Teilnehmer doch überwiegend aus denselben Lobbynetzwerke stammen: Sabine Christiansen - Schaubühne der Einflussreichen und Meinungsmacher. Weite Teile der Gesellschaft, wie z.B. Bürgerinitiativen und Verbraucherorganisationen, dürften übrigens überhaupt nicht mittalken.

Die Studie zeigt den Bedarf für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung. “In der jetzigen Form genügt die Sendung nicht dem öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Informationsauftrag”, so Müller. „ARD und NDR müssen jetzt die Weichen für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung nach Christiansens angekündigtem Abgang Mitte 2007 stellen.“ LobbyControl fordert, die Verzerrung des Themenspektrums und der eingeladenen Gäste sowie die Intransparenz der Interessenverflechtungen der Gäste zu beenden.

Eine Kurzfassung gibt es als PDF.

[via]

Montag, 28. August 2006

Steal this Film

Steal this Film” ist der erste Teil einer Dokumentation über The Pirate Bay und das schwedische Piratenbüro. Den Film gibt es in verschiedenen Formaten via Bittorrent zum herunterladen. In einem Wiki kann man beim zweiten Teil mithelfen.

The first part of STEAL THIS FILM focussed mostly on The Pirate Bay, the Piratbyrån and the events around and after the raid that happened at TPB in autumn 2006. Actually, we took a lot more material than this, and asked (for example) a lot of questions about the future of creativity, about how media control works (e.g., how it manages to convince us about the need for constant War, or at least placate us while it’s happening) and about whether, and how, the types of organisation we’re now working on together can serve us better.

[Danke für die vielen Mails]

Dienstag, 8. August 2006

Die TAZ über OpenDemocracy.net

Die TAZ schreibt über OpenDemocracy.net: Stiften fürs Internet.

Vor exakt fünf Jahren brachte Barnett mit einer Hand voll Mitstreitern das Projekt mit einer ambitionierten Agenda ans Netz. “Die traditionellen Medien sind zum Teil überhaupt nicht mehr in der Lage, sich mit den tief sitzenden ökonomischen und politischen Problemen der Gegenwart auseinanderzusetzen”, konstatiert der britische Journalist und ehemalige Aktivist. Der zunehmenden Tendenz, Medien als reflektionsfreie Meinungslenkungs-Maschinen zu instrumentalisieren, müsse man eine Gegenöffentlichkeit entgegenstellen. “Denn es ist doch so”, erklärt Barnett, “wenn es keine Hintergrundinformationen gibt, mit denen der Bürger in der Lage ist, eine eigenständige Meinung zu bilden, erodiert auch das demokratische Bewusstsein.”

[via]

 

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